"Lisa Marie Kusch" - Autor bei Tredition.de
 

 

Lisa Marie Kusch

Lisa Marie Kusch, 1998 geboren in Oberhausen und seit 2019 wohnhaft in Münster, möchte ihr persönliches Gedankenchaos nicht mehr länger verstecken. Im Jahr 2014 begann sie auf ihrem Instagram Account @lisabacktolife über ihre Essstörung zu schreiben und anderen Betroffenen Mut zu machen. In ihrem ersten Buch »Helle Worte an dunklen Tagen« setzt sie ein Zeichen gegen die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen und vermittelt mit Nachdruck, dass Mut und Hoffnungslosigkeit manchmal einher gehen. Und dass es keinen Grund gibt, Distanz zu schaffen, wenn wir eigentlich nach Nähe suchen.

 

Presseberichte

Magersucht: Wie eine Oberhausenerin mit der Krankheit lebt

03.06.2020
 
OBERHAUSEN. Als Schülerin wird Lisa Marie Kusch aus Oberhausen magersüchtig. Nun hat sie ein Buch darüber geschrieben. Wie sie sich zurück ins Leben kämpft.
Lisa Marie Kusch spricht öffentlich über ihre Krankheit. Eine Krankheit, über die viele Betroffene lieber schweigen. Die Oberhausenerin kämpft seit ihrer Jugend mit Magersucht. Statt diesen Kampf alleine mit sich selbst zu führen, geht sie damit in die Öffentlichkeit – und hat in diesem Jahr sogar ein Buch veröffentlicht.

„Die Magersucht fing bei mir schon in der siebten Klasse an“, erzählt sie. Damals geht sie auf die Heinrich-Böll-Gesamtschule in Schmachtendorf. „Ich hatte ein Problem, konnte das aber nicht kommunizieren. Ich dachte, ich könnte das besser über meinen Körper ausdrücken.“ Die Jugendliche nimmt damals immer weiter ab, sieht das als Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen.

Als Schülerin nahm sie nur noch zehn Lebensmittel zu sich

„Das hat auch geklappt. Aber irgendwann kam ich aus diesem Denken nicht mehr heraus“, reflektiert die heute 21-Jährige. Die Gedanken drehen sich damals nur um das Essen, gerade einmal zehn Lebensmittel nimmt die Jugendliche noch zu sich. In der neunten Klasse wird sie dann beurlaubt, ist immer wieder in therapeutischer Behandlung. „Ich habe mich von Sommerferien zu Sommerferien gehangelt“, erinnert sie sich. „Ich war in meinem Film gefangen.“Heute spricht sie von einem Automatismus: „Ich dachte, ich muss beweisen, dass ich krank bin. Ich hatte Angst, nicht ernst genommen zu werden.“ Mit 15 rutscht sie in die Unterversorgung. Ihr Zustand verschlechtert sich, am Ende wiegt die Jugendliche nur noch 35 Kilogramm. Sie hält klare Essenszeiten ein, um ihre Ernährung genau kontrollieren zu können und isoliert sich von ihrer Familie und Freunden. Deshalb bleibt ihr die Schule so wichtig. „Dort hatte ich noch Freunde. Außerdem wollte ich mein Abitur unbedingt schaffen.“

Oberhausenerin dokumentiert ihre Reise auf Instagram

Ihre Reise dokumentiert sie schon relativ früh auf der Social-Media-Plattform Instagram. Unter dem Namen „lisabacktolife“ versucht sie, anderen Betroffenen Mut zu machen – auch mit Bildern ihres Körpers oder einem aufmunternden Spruch. Die Magersucht wird ein großer Teil ihres Lebens und bestimmt am Ende sogar ihre Identität. „Ich hatte auch in der Schule einen Ruf weg“, erklärt sie, „dort war ich ‘Lisa, die Magersüchtige’. Das wollte ich nicht verlieren. Ich wusste nicht, wer ich sonst bin.“

Doch die Magersucht verlangt einen hohen Preis von der jungen Frau. „Mein Körper machte schlapp. Ich bekam Herz-Rhythmus-Störungen, auch meine Periode blieb aus.“ Trotz großem Risiko nehmen die Lehrer Lisa Marie Kusch mit auf die Abschlussfahrt nach Irland. Dort entdeckt die Schülerin eine neue Leidenschaft, verliebt sich in das Land und findet Motivation, etwas zu ändern.

Die Gedankengänge begleiten sie noch heute
Nach dem Abitur tritt sie mit 40 Kilogramm Körpergewicht ein Auslandsjahr als Au-Pair in Irland an – und scheitert. Nach einem Monat kehrt sie zurück und geht in eine Klinik in Münster. Dort lebt sie seit März 2019 dauerhaft. „Mir war klar, dass ich einen drastischeren Schritt gehen muss, wenn nicht einmal die Erfüllung meines Irland-Traums mir hilft“, sagt die 21-Jährige.

Heute geht es ihr besser. All ihre Erfahrungen hat sie in ihrem Buch „Helle Worte an dunklen Tagen“ aufgeschrieben, das im März 2020 erschienen ist. Dabei geht sie einen anderen Weg als die meisten Buchautoren, die zu diesem Thema veröffentlichen. „In meinem Buch nenne ich keine Zahlen oder erkläre, was ich gegessen habe. Ich teile nur meine Gedanken und was mir geholfen hat. Ich möchte niemandem neue Tipps geben, der in der Krankheit steckt.“ Die problematischen Gedankengänge begleiten sie noch heute, gibt sie zu. Doch sie konzentriert sich auf die Zukunft. „Ich studiere Grundschullehramt. Und natürlich möchte ich auch wieder zurück nach Irland. Das tut meiner Seele gut.“
 
Quelle: WAZ

Münsteranerin veröffentlicht Buch über Magersucht

02.06.2020
 
„„Das Leben schmeckt wieder““
 
Quelle: Münstersche Zeitung

Münsteranerin veröffentlicht Buch über Magersucht

02.06.2020
 
„„Das Leben schmeckt wieder““
 
Quelle: Westfälische Nachrichten

„Der Kühlschrank ist voll und neben dir sitzt dein Kind und verhungert“ – Schmachtendorferin verarbeitet Magersucht literarisch

15.04.2020
 

„Helle Worte an dunklen Tagen“ – so lautet der Titel des im letzten Monat erschienenen Buches, in dem die Schmachtendorfer Autorin Lisa Marie Kusch ihre Magersucht verarbeitet und anderen Betroffenen Mut machen möchte. Mut, den ihr die Krankheit zwischenzeitlich genommen hat.

Die heute 21-jährige erkrankte in der 7. Klasse an der Essstörung. Ihre Familie, Freunde, Lehrer und Lehrerinnen waren ratlos. Zu der Zeit, in der die Schmachtendorferin besonders stark unter den Bedingungen ihrer Krankheit litt, schrieb sie ihre Gefühle und Gedanken in Kurztexten in ihr Notizbuch. Als dieses nach einiger Zeit gut gefüllt war, beschloss sie, diese Texte in einem Buch zu veröffentlichen und so anderen Erkrankten mit Nachdruck zu vermitteln, dass Mut und Hoffnungslosigkeit manchmal miteinander einhergehen.

Dabei finden die Leser im Buch keine Zahlen, Berichte über kranke Essgewohnheiten oder Klinikaufenthalte. Denn hierüber haben bereits andere Autorinnen und Autoren geschrieben. Vielmehr möchte Lisa Marie Kusch die Worte teilen, die ihr früheres Ich selbst gerne gelesen hätte. Sie möchte durch die Gewichtung ihrer Worte zum Ausdruck bringen, wie wichtig es ist, Essstörungen ernst zu nehmen. Zu wissen, dass viele junge Frauen, aber auch Männer, unter einer Essstörung leiden und keinen Ausweg finden, bereitet Lisa Bauchschmerzen.

„Essstörungen werden unterschätzt und oftmals als Phase oder Pubertäres Verhalten abgetan. Während meiner Schulzeit war mir das Thema peinlich und ich habe mich nicht getraut, um Hilfe zu bitten, weil ich Angst hatte, nicht ernst genommen zu werden. Außerdem wollte ich kein Sorgenkind sein. Heute weiß ich, das war ein Fehler.“ Der Nutzen ihrer Krankheit war während ihrer Schulzeit zu groß, auch wenn ihr die gesundheitlichen Risiken durchaus bewusst waren und sich ihr gesundheitlicher Zustand immer weiter verschlechterte, bis sie am Ende nur noch 35 kg auf die Waage brachte. 35 kg, mit denen sie sich durch die Schulzeit bis zum Abitur schleppte. „Irgendwann, als ich nur noch Haut und Knochen war, haben mich in der Schule immer mehr Lehrerinnen und Lehrer angesprochen und gefragt, ob es mir gut ginge. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt bereits in Therapie war, war es schön zu wissen, dass jemand da war und mir helfen wollte, auch wenn ich nicht die Hilfe annehmen konnte, die ich eigentlich dringend gebraucht hätte. Ich war zu sehr in der Krankheit gefangen.“

Lisa wünscht sich im Nachhinein, eher um Hilfe gebeten zu haben, weiß aber auch, dass die Krankheit eine Überlebensstrategie war, um angestaute Gefühle und erschütternde Erfahrungen zu regulieren. Heute geht es Lisa besser: „Ich denke nicht, dass ich von Heilung sprechen kann, aber das Leben schmeckt wieder und ich weiß genau, was zu tun ist, um der Krankheit möglichst wenig Raum zu gewähren.

»Helle Worte an dunklen Tagen« von Lisa Marie Kusch ist ab sofort unter der ISBN 978-3-347-01951-5 erhältlich.
 
Quelle: lokalkompass.de