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Kara Ben Nemsi gegen Zarathustra

Leben und Visionen von Karl May und Friedrich Nietzsche

Lothar Greunke
Philosophie, Religion & Spiritualität

"Kara Ben Nemsi gegen Zarathustra" ist eine vergleichende Studie zu Leben, Werk, Visionen und Botschaften der beiden sächsischen Schriftsteller Karl May und Friedrich Nietzsche. Vor dem Bezugsrahmen der deutschen Zeitgeschichte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wird gezeigt, wie sich grundlegende historische Prädispositionen in ihren Lebensentwürfen, -perspektiven und Selbstverständnissen widerspiegeln. Und wie sie dann in Abänderung ihrer ursprünglichen Berufsziele als Lehrer bzw. Theologe entlang völlig konträrer Lebenslinien zu zwei Literaturphänomenen avancieren: Der eine als "Volksschriftsteller", der die "geografische Predigt"; der andere als Top-Philosoph, der den Aphorismus als jeweils angemessene Ausdrucksform entdeckt und kultiviert. Bei allen Unterschieden in der Literaturgattung ist beiden Autoren jedoch eine humanistische Absicht gemeinsam: Sie entwerfen idealtypische Menschenbilder, die sie "Edelmensch" (May) bzw. "Übermensch" (Nietzsche) nennen und mit denen sie ethische Kurskorrekturen für die Erziehung und Bildung des Menschen an der Grenze zum 20. Jahrhundert provozieren wollen. Die Menschenbild-Konzepte werden vor dem Hintergrund ihrer Genese auf den inhaltlichen Fokus und mögliche Interdependenzen hinterfragt. Die von ihnen vorgenommene Polarisierung von Fremd- und Selbstbestimmung wirkt über die beiden Weltkriege und die "Kulturrevolution" von 1968 bis heute nach und birgt angesichts der "Wiederkehr der Religionen" eine Schlüsselfrage bei der zivilisatorischen Bewältigung der Zukunft. Ein Extrakt des nun in 2. , aktualisierter Auflage erscheinenden Buches wurde in den Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 178/2013 sowie Nr. 179/2014 veröffentlicht.