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Der Mann der nicht ankommen wollte

Martin Mylonas
Romane & Erzählungen, Belletristik

Zwei Jahrzehnte trieb es den Kaufmann Ulisse Flottante durch die verschiedensten Länder Südeuropas. Kurz entschlossen hatte er einst, als sich unverhofft die Möglichkeit bot, die Familie mitsamt dem Erbe zurückgelassen. Er wollte damit der Enge seiner Heimat Ithaka und den rigiden Vorstellungen seines Vaters entkommen. Doch diese Flucht gestaltete sich anders, als er sich das vorgestellt hatte: Das ungeklärte Verhältnis zu seinem Vater lässt ihn nicht ruhen, mit zunehmender Entfernung erkennt er überrascht, dass die frühere Ablehnung schwindet. Selbst die verschmähte Heimat lockt allmählich mit freundlicheren Tönen. Deshalb entschließt sich Ulisse, als er andeutungsweise von fragwürdigen Vorfällen im Leben seines Vaters hört, zu einer Rückkehr. Er will auf Ithaka diesen Gerüchten nachgehen. Dabei hofft er, die alte Distanz zum Vater ließe sich vernachlässigen und er könne auf der Insel sein Erbe antreten. Doch anders als er sich das erträumt hat, wird er nicht mit offenen Armen empfangen: Frau und Sohn haben auf diesen Heimkehrer schon lange nicht mehr gewartet. Und der Vater lebt zwar noch, erkennt aber den eigenen Sohn nicht mehr. Dennoch wird Ulisse bald Zeuge einer rätselhaften Drohung, die der Vater wie gegen einen Unbekannten ausstößt. Offenbar hat der damit verbundene Vorfall einst eine besondere Bedeutung gehabt. Als Ulisse begreift, dass er selbst dieser Unbekannte ist, ahnt er, dass es da eine Verbindung zu einem der Wendepunkte in seinem Leben gibt. Da er den Vater nicht mehr befragen kann, muss er sich alleine auf die mühsame Spurensuche begeben. Immerhin gibt der rätselhafte Satz einen Anhaltspunkt, wo er mit der Suche zu beginnen hat. Zeugen, die über die damaligen Vorgänge Auskunft geben könnten, sind nicht leicht zu finden, dennoch gelangt er allmählich zu der verstörenden Erkenntnis: Der Vater hat seine Flucht einst gezielt gefördert und zugleich lange versucht, sie in seinem Sinn zu steuern. Welche Gründe gab es für solch widersprüchliches Verhalten? Auch mit eigenem, lange zurückliegendem Versagen ist Ulisse konfrontiert. Bei all dem lässt ihn das Gefühl nicht los, dass die scheinbar isolierten Fäden, die er nach und nach aufnimmt, auf geheimnisvolle Weise miteinander verknüpft sind. Deshalb beunruhigt ihn zunehmend die Frage: Welcher Wahrheit kommt er da näher? Wird er sie ertragen oder wird er Ithaka wieder verlassen müssen und dann vielleicht für immer?
 

News

Der Mann der nicht ankommen wollte

31.07.2016
 
Roman

Ein Sohn macht sich auf den Weg in die
Vergangenheit seines verstummten Va-
ters und gerät dabei auf eine verwirrende
Reise in die eigene Vergangenheit ...



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