Paperback

Der Abgerichtete

Maxi Magga
Romane & Erzählungen

Europa in der ersten Hälfte der 2400er Jahre, vier Generationen nach den Großen Verteilungskriegen. Die Gesellschaft ist in einem Kastensystem organisiert. Einige wenige haben sich einen sagenhaften Reichtum und nahezu unbeschränkte Macht gesichert, die unterste Kaste lebt in bitterster Armut und Rechtlosigkeit. Viele sehen den einzigen Ausweg darin, sich selbst als Sklaven zu verkaufen. Sie ahnen nicht, was das für jeden Einzelnen bedeuten kann.
Auch Moron will auf diese Weise seine Familie vor dem Verhungern bewahren. Allzu bald erfährt er, dass seine neuen Herren nicht an seiner Arbeitskraft interessiert sind, sondern ihn in einer noch nicht legalisierten Form als persönlichen Sklaven halten. Seine sogenannte Abrichtung zeichnet sich durch brutale Gewalt, Erniedrigung und sexuellen Missbrauch aus. Moron erträgt alles für das Ziel, seiner Familie den Aufstieg in eine höhere Kaste zu sichern.
In seinem Elend verliebt er sich in die kastenhöhere Angestellte Ferine. Ein No-Go. Oder gibt es doch eine Chance für diese Liebe?
Während sie zwischenzeitlich getrennt werden, erkennt Moron in einem jungen Abzurichtenden ein Mitglied seiner zurückgelassenen Familie, den Beweis für einen groß angelegten Betrug. Auf Hilfe durch die Rechtsorgane kann er nicht hoffen. Ganz auf sich allein gestellt beginnt er einen gnadenlosen Rachefeldzug.
 

Presseberichte

Ein Zweitlingswerk, das starke Nerven abverlangt

26.10.2020
 
„Dagmar Witt hat als Maxi Magga ihr zweites Buch veröffentlicht, "Der Abgerichtete" ist nichts für zarte Gemüter“
Autorin aus Xanten : Ein Zweitlingswerk, das starke Nerven verlangt
Dagmar Witt (r.) hat einen Roman geschrieben. Großnichte Louisa darf den Text noch nicht lesen.
Dagmar Witt (r.) hat einen Roman geschrieben. Großnichte Louisa darf den Text noch nicht lesen. Foto: Fischer, Armin (arfi )/Fischer, Armin ( arfi )

Xanten Die Xantenerin Dagmar Witt hat unter dem Pseudonym Maxi Magga ihr zweites Buch veröffentlicht. „Der Abgerichtete“ ist ein düsterer Racheroman, der in der Zukunft spielt – nichts für schwache Gemüter.

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Von Alexander Florie-Albrecht

Dreißig Jahre lang war Dagmar Witt Mathelehrerin an der Krefelder Gesamtschule. „Ich musste aus gesundheitlichen Gründen früher raus, das hat mich ziemlich runtergezogen“, sagt die 65-jährige Xantenerin. Es dauerte ein gutes Jahr, bis sie anfing zu schreiben, zu malen, Schmuck zu designen und Dekoartikel zu kreieren. „Ich musste ausbrechen und wirklich was ganz anders machen, um abschließen zu können als Lehrerin.“

Ihr erstes literarisches Werk unter dem Pseudonym Maxi Magga war 2019 der Ruhrpott-Krimi „Die Leiche bin ich“, bei dem sich die Studentin Liane in einer Sackgasse in Bochum als Ermordete wiederfindet. „Ein ganz normaler Krimi“, erzählt die Autorin. „Außer, dass die Leiche auch mit was zu sagen hat.“

Eigentlich wollte Witt danach einen zweiten Krimi schreiben – doch Corona durchkreuzte die Pläne. „Ich bin nicht weitergekommen, es lief irgendwie nicht.“ Sich nicht treffen zu können, habe sie runtergezogen. In dieser Zeit liefen viele Dokumentation über KZ-Befreiungen im Fernsehen. Einer dieser Filme war „Nackt unter Wölfen“, der sie sehr mitnahm. „Da geht es um KZ-Insassen, die einen Jungen verstecken und die unter Druck gesetzt werden, um das Versteck zu verraten. Doch sie setzen sich für den Jungen ein.“ Auch die Rassenunruhen in den USA beschäftigten sie. „Das hat mich nicht mehr losgelassen, das musste dann alles raus.“ So fing Witt im März an ihrem Roman „Der Abgerichtete“ zu schreiben – und erschuf ein „Kastensystem der Zukunft“ in der ersten Hälfte der 2400er Jahre.

Die unterste Kaste in dem Buch „hat keine Rechte und Überlebenschancen mehr. Ihr Held muss sich selbst als Sklave verkaufen, um seine Familie vor dem Verhungern zu retten. „Er wird nicht nur als Arbeitstier, sondern auch sexuell ausgebeutet und gedemütigt“, beschreibt Witt die Geschichte. Doch als ihr Held merkt, dass er betrogen, seine Familie nicht gerettet wird, und das Geld, dass an die Familie für seinen Kauf fließen sollte, diese nicht erreicht hat, dreht er durch. „Er schmiedet zunächst Fluchtpläne, dann Rachepläne“, so Witt.

Für das Buch habe sie zum Thema Folter recherchiert, zum Beispiel zum sogenannten Waterboarding. Dabei wird dem Opfer im Liegen Wasser über den Kopf geschüttet, bis es denkt, es müsse ertrinken. Witt erklärt, sie habe die „Gewalttätigkeit unserer heutigen Welt in dem Buch aufgearbeitet“. Doch zwischendurch habe sie selbst gezögert, „ob ich das so schreiben kann“. Auch über die Veröffentlichung war sie sich unsicher. Schließlich kam ihre frühere Schulkollegin Anette Weber mit einem Buchcover-Entwurf um die Ecke. „Da hatte sie mich am Haken.“ Und Witt fand mit dem Tredition-Verlag eine Möglichkeit, das Werk öffentlich zu machen.
Die Reaktionen seien sehr unterschiedlich, sagt die Autorin. Einige seien positiv. „Andere sagen: ,Das passt nicht zu Dir, das ist zu brutal.’“ Ein zweiter Krimi ist in Planung. Und eventuell wird es auch eine Fortsetzung des „Abgerichteten“ geben. „Es sind einige Handlungsstränge noch nicht auserzählt“, sagt Witt. „Einem Mitsklaven gelingt die Flucht. Es wäre reizvoll, zu erzählen, was mit ihm passiert.“
 
Quelle: Rheinische Post, NRZ (27.10.2020)

"Der Abgerichtete" - eine Fiktion?

21.10.2020
 
„Dagmar Witt schrieb ihr zweites Buch über Moron, der sich als Sklave verkauft,um seine Familie zu retten“
„Der Abgerichtete“ – eine Fiktion?
Von
Lorelies Christian (Niederrhein Nachrichten Ausgabe Xanten)
-
21. Oktober 2020
XANTEN. „Die Leiche bin ich“ hieß der erste „Ruhrpottkrimi“ von Dagmar Witt aus Xanten (alias Margarethe Magga). Der spannende Roman erschien 2019 und die Autorin versprach eine Fortsetzung der Reihe. Und dann kam Corona, brachte viele Veränderungen und für Dagmar Witt die Erkenntnis: „Ich kann momentan keinen Krimi schreiben. Ich habe immer wieder meine Entwürfe verworfen.“
Dagmar Witt, alias Maxi Magga, hat ihr zweites Buch geschrieben. NN-Foto: Theo Leie
Soziale Kontakte wurden eingeschränkt, der Fernseher häufiger eingeschaltet. Der Film „Nackt unter Wölfen“ berührte die pensionierte Lehrerin sehr, Männer verbargen einen kleinen Jungen im Konzentrationslager vor der SS. „Der Film hat mich nachhaltig beeindruckt“, blickt Dagmar Witt zurück und erinnert sich gleich stark an einen Film, in dem ein Sklave gekauft wurde. Dabei gab es auch Folterszenen zu sehen, die sie einerseits erschütterten, andererseits faszinierten. „Waterboarding“ ist eine Foltermethode und bei ihren Recherchen im Internet musste sie erkennen, dass Gewalt an Menschen auch heute in zivilisierten Staaten durchaus zur Tagesordnung gehören. Der Gedanke ließ sie nicht los, sie musste ihn in Worte fassen, zu Papier bringen und „spann“ eine fiktive Geschichte drumherum.
Ein Buch entsteht
Ihr Held ist „Moron“. Er lebt in Europa in der ersten Hälfte der 2400er Jahre, vier Generationen nach den Großen Verteilungskriegen. Die Gesellschaft ist in einem Kastensystem organisiert. Eine wenige haben unglaublichen Reichtum und damit die Macht. Andere – wie Moron – leben in der untersten Kaste in bitterster Armut. Sie sehen den einzigen Ausweg darin, sich selbst als Sklaven zu verkaufen. Moron möchte auf diese Weise seine Familie vor dem Verhungern bewahren. Er ahnt nicht, dass er als persönlicher Sklave abgerichtet wird. Brutale Gewalt, Erniedrigung und sexuellen Missbrauch muss er aushalten in der Hoffnung, seiner Fanmilie dadurch ein besseres Leben zu sichern. Zum Selbstschutz entwickelt er Dankbarkeit gegenüber seinem Herrn, verinnerlicht komplett seine Rolle, die ihn völlig passiv und unfrei macht.
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Trotz aller Brutalität faszinierend
Wer beim Lesen sein Kopfkino einschaltet, sollte starke Nerven haben. Trotz aller Brutalität und Härte ist die Faszination größer weiterlesen zu wollen als das widerwärtige Gefühl, dass sich beim Lesen einstellt. „Auch ich habe eine ganz neue Seite an mir entdeckt“, gibt Dagmar Witt zu, denn im „richtigen“ Leben hat sie nichts mit gewalttätigen Menschen im Sinn. Was ist es, das sie zum Weiterschreiben bewegte? „Ich sehe das enorme Auseinanderdriften unserer Gesellschaft. Sehen Sie in Deutschland besitzt ein Prozent der Erwachsenen 35 Prozent des Gesamtvermögens der BRD. Das ist für mich die elitäre A-Kaste, die sich die Macht gesichert hat. In meinem Thriller gehe ich der Frage nach: Wie viel kann ein Mensch ertragen, um zu überleben? Wie viel ist ein Mensch bereit zu ertragen für die, die er liebt?
Der Held muss viel ertragen
„Ich lasse meinen Helden leiden, zeige, wie er seine Situation hinnimmt aus Liebe zu seiner Familie. Erst als er erkennt, wie sehr man ihn betrogen hat, ist er fähig zu Rachegedanken“, verrät Autorin Maxi Magga (die ihr Pseudonym für diesen Thriller etwas geändert hat).
Es gelingt ihr, menschliche Abgründe darzustellen, die das Motiv für unser Handeln liefern. Gleichzeitig zeigt sie die Unfähigkeit, sich zu befreien aus Rollen, die durch Geburt und Status festgelegt und verinnerlicht werden.
Das Cover zum Buch „Der Abgerichtete“ ist eine starke Darstellung zum Kern der Geschichte, das ihre Freundin Anette Weber entwarf. Das Paperback-Buch ist erschienen im Verlag Tredition zum Preis von 13,99 Euro (ISBN 978-3-347-09751-3) und ist im Handel erhältlich.
 
Quelle: Niederrhein Nachrichten Zeitung für Xanten, Rheinberg, Sonsbeck und Alpen