Paperback

Ottla Kafka

Das tragische Schicksal der Lieblingsschwester Franz Kafkas

Petr Balajka
Politik & Geschichte

Petr Balajka versucht, den Lebensweg von Franz Kafkas Lieblingsschwester Ottla zu rekonstruieren, über die noch nie eine Monografie erschienen ist. Als intimer Kenner der Schriften Franz Kafkas, aber auch als Journalist und Autor, der Dutzende tschechischer Holocaust-Überlebender kennt und befragt hat, versucht er, blinde Stellen in der Biografie dieser faszinierenden Frau zu füllen. Kurze Zeit vor ihrem Tod hat er lange Gespräche mit Ottlas Tochter Věra Saudková geführt, in Archiven recherchiert. Wo die historischen Quellen schweigen, flechtet er, um die blinden Flecken zu füllen, auch fiktive Passagen ein, die von tiefer Fachkenntnis getragen sind: So könnte es gewesen sein…
Die einfühlsame Einstreuung von Zitaten aus Kafkas und Ottlas Briefen und Kassibern bereichert die Publikation und verleiht ihr Tiefe.
Mit 27 Abbildungen.
 

Neuigkeiten

Lesung in Bremen

10.03.2020
 
Es war wohl für lange Zeit die letzte öffentliche Lesung... Nun verhindert Covid-19 alle weiteren geplanten Aktivitäten. Auf Einladung der Bremer tschechophilen Vereins "Porta Bohemica" las ich vor gut zwanzig hochinteressierten Besuchern aus meiner Übersetzung des Buches von Petr Balajka - wunderbar musikalisch begleitet von Edna Eversmeier und ihrem Partner.

Hoffentlich sind solche Veranstaltungen bald wieder möglich. Herzlichen Dank an die Veranstalter, besonders das Ehepaar Harms!
 

Kafkas Schwester im Ghetto

21.02.2020
 
Schöne Buchbesprechung von Oliver Hach! Download
 

Für Franz Kafka war seine Schwester Ottla Geheimnisträgerin und Vertraute – und sie trieb ihn in den Wahnsinn seiner Phantasien

29.01.2020
 
Paul Jandl erwähnt, dass Petr Balajka die erste Monografie über Ottla Kafka überhaupt vorgelegt hat. Ihm gefällt nicht, dass Balajka fiktive Elemente eingefügt hat.

"Das wenige verbürgte Material hat Petr Balajka in seinem Buch mit fiktiven Szenen angereichert, die auf Gesprächen mit KZ-Überlebenden basieren. Das ist eine Methode, die etwas zum Roman macht, was sich in Wirklichkeit wohl kaum wie ein Roman angefühlt hat."

Dem ist entgegenzuhalten: Zeitzeugengespräche mit KZ-Überlebenden liefern eine authentische Vorstellung von der Wirklichkeit der Konzentrationslager. Was sie gewiss nicht liefern, sind Romanbestandteile. Hier ist Paul Jandls Kritik nicht recht nachvollziehbar.

Das größte Manko seiner Buchbesprechung indes ist, dass sie im Grunde genommen nur aus diesem einen Satz besteht. Jandl nimmt das Buch zum Anlass, sein Wissen über Ottla Kafka auszubreiten - scheinbar ohne Zusammenhang zu Balajkas Buch, schlimmer noch: als sei es notwendig, dies zu diesem Buch zu ergänzen.

Tatsächlich ist es aber so, dass er fast alles, was er ausbreitet, dem Buch von Petr Balajka entnommen haben könnte.

 

Tschechisch-deutsche Lesung in der Gedenkstätte Theresienstadt

28.01.2020
 
Ottla Kafka hat als Häftling in Theresienstadt kleine Kinder betreut - wahrscheinlich im "Knabenheim L 417". In diesem Gebäude befindet sich heute das Ghettomuseum, an der Außenmauer erinnert eine Gedenktafel an Ottla. Und ausgerechnet an diesem Ort, im Kinosaal, dürfen wir im Rahmen der Veranstaltungen der Gedenkstätte zum internationalen Holocaust-Gedenktag (27. 1.) unser Buch vorstellen!

Die Lesung - auf Tschechisch durch den Autor Petr Balajka, auf Deutsch durch den Übersetzer Werner Imhof - wird musikalisch eingerahmt durch das Dresdner Frauen-A-capella-Trio "La vache qui rit".