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In Gedanken: singen

Überlegungen zur menschlichen Stimme

Ralf Peters
Philosophie

Wie lässt sich Stimme in all ihren Facetten in Gedanken fassen? Was bedeutet Stimmbefreiung? Worin besteht die anthropologische Relevanz der Stimme? Seit mehr als zwei Jahrzehnten beschäftigt sich der Autor Ralf Peters als Künstler, Lehrer und Philosoph mit der menschlichen Stimme. Ganz in der Tradition der Stimmentwicklung von Alfred Wolfsohn und Roy Hart wurzelnd, legt er mit den in diesem Buch versammelten Texten einen eigenen Ansatz für ein zeitgenössisches Verständnis der menschlichen Stimme vor.
 

Presseberichte

Rezension in der CHORZEIT

01.03.2021
 


In der Zeitschrift Chorzeit ist eine Rezension meines Buches erschienen. Die Autorin Stella Antwerpen nutzt darin Begriffe wie "bewegend" und mitreißend". Das freut mich auch deshalb, weil es genau darum geht: In Bewegung bringen! Hier der ganze Text der Buchbesprechung:

"Dass es in unserer Tradition der
Stimmentwicklung nie nur um die
Frage geht, wie ich singe, sondern dahinter
die entscheidende Frage steht: Wie
lebe ich?», heißt es am Ende eines mitreißenden
und Neugierde weckenden
Vorworts zu «In Gedanken: singen». Ralf
Peters (*1964) beschäftigt sich seit 20
Jahren als Künstler, Lehrer und Philosoph
mit der menschlichen Stimme. Die
Erkenntnisse zu seinem Lebensthema
Stimme sind stark von den Lehren Alfred
Wolfsohns (1896 – 1962) und Roy Harts
(1926 – 1975) inspiriert. Peters berichtet
im ersten der insgesamt acht gesammelten
Texte von der Stimme seiner Kindheit.
Gemeint ist die Stimme auf einer
Schallplatte, die ihn prägte und viele
Jahre später zur Idee der Stimmbefreiung
nach Wolfsohn führte. Im zweiten
Kapitel sucht der Autor nach einer Philosophie
der Stimme. Neben informativen
Ausführungen zu Platons (circa
428 – 348v. Chr.) Sicht auf die Stimme
oder einer Idee des Singens bei Rainer
Maria Rilke (1857 – 1946), erhalten Lesende
viele Erkenntnisse, etwa darüber,
dass einE PhilosophIn, der oder die nicht
singt, nicht das ganze phänomenale Feld
der Stimme kennen kann.
Im dritten Kapitel geht es um das
Potenzial der faden Stimme, das vierte
ist ein Zwischenruf, der über die Kraft
des Imperfekten in der Stimmkunst
berichtet. Es legt dar, dass es in der Stimmausbildung nicht immer nur um
die schönen Töne geht, sondern auch
darum, die schwierigen Klangbereiche
der Stimme zu einem integralen, verfügbaren
Anteil der Stimme zu machen.
Im fünften Kapitel bietet der Autor ein
Trainingsprogramm, das damit beginnt,
dass der Geist der Stimme erlauben soll,
sich frei zu bewegen. Weiterhin geht es
um das gerichtete Hören der Stimme.
Immer wieder kommen große PhilosophInnen
zu Wort wie Martin Heidegger
(1889 – 1976) oder Jacques Derrida
(1930 – 2004). Im siebten Kapitel widmet
sich Peters der Stimmperformance,
einem künstlerischen Prozess mit offenem
Ausgang. Final beschreibt der Autor
in Anlehnung an seine Vorbilder die
befreite Stimme. Hier eröffnet er trefflich,
wie individuelle und soziale Freiheit im
Phänomen der Stimme aufeinandertreffen.
So ist die Stimme immer zugleich
«bei mir wie auch in der Welt».
Peters erklärt bewegend, dass
ihm früher allein im Philosophieren der
unmittelbare Zugang zu seinem Körper
fehlte, das Singen dann aber jenen
Mangel behob. Gerade für professionelle
SängerInnen bergen die Texte somit
eine Chance der Versöhnung. Wer ständig
mit hohen Leistungsansprüchen an
die Stimme konfrontiert ist, sollte sich
immer wieder ins Bewusstsein rufen: In
jeder menschlichen Äußerung ist etwas
zu hören von dem Menschen, der gerade
seine Stimme zeigt, von seinen Erfahrungen,
Hoffnungen, Ängsten und ihm oder
ihr selbst. Peters Texte erinnern uns an
diese manchmal fast vergessene Wahrheit.
Singen ist eben immer eine Selbstschau,
Philosophieren auch."
Stella Antwerpen

Mehr zur Zeitschrift "Chorzeit" findet sich unter dem link www.e-magazin.chorzeit.de.
 
Quelle: Chorzeit