Hardcover

Suwałki Gap

René Antoine Fayette
Krimis & Thriller

Eine Zielfahnderin des Bundeskriminalamtes aus Wiesbaden recherchiert in München einen Mord an einem Polizisten, der vor fünf Jahren bei einer Verkehrskontrolle erschossen wurde. An diesem Fall hatten sich bereits die Zielfahnder des Bayerischen Landeskriminalamtes zwei Jahre lang vergeblich die Zähne ausgebissen. Akribisch und verbissen nimmt sich Elena dieser Zielperson an, die damals in der Heinrich-Wieland-Straße wegen überhöhter Geschwindigkeit geblitzt wurde und dann beim Abkassieren den ahnungslosen Polizisten erschoss. Seit fünf Jahren ist diese Zielperson auf der Flucht, spurlos verschwunden und irgendwie nicht so ganz richtig echt. Durch ihre Beharrlichkeit und Intuition nähert sich Elena mehr und mehr dem geheimen Aufenthaltsort der Zielperson an und verursacht dabei ahnungslos eine Katastrophe, die beinahe zum Dritten Weltkrieg geführt hätte, wenn nicht diese Zielperson zufällig für sich selbst Entscheidungen getroffen hätte, die nun einen russischen Traum in einen Albtraum, in ein Desaster verwandelt. Die asymmetrische Kriegsführung der Russen grenzt immer an Wahnsinn und deshalb versagt sie diesmal auch kläglich.

Ich hasse Grenzverletzungen, nicht nur am Gartenzaun oder am Waldrand, sondern auch in Europa, egal ob in der Ukraine, auf der Krim, in Georgien oder in Moldawien. Wie im wirklichen Leben entgleiten mir dann schriftstellerisch die Handlungen manchmal. Plötzlich sind Grenzverletzungen möglich, die vorher undenkbar gewesen wären. Es sind Grenzverletzungen des Verstandes und Überschreitungen der Norm. Hier im Roman passiert eben auch nur eine von vielen Quadrilliarden Möglichkeiten, die passieren könnte, wenn an vielen Stellen gleichzeitig mehrere Wahnsinnige zum Zuge kämen. Mittels Zufall, Chaos und Dreistigkeit in der Handlung stolpert die Leserin und der Leser durch eine Welt, die mehr und mehr aus den Fugen geraten ist. Wie halt im echten Leben auch!
 

Neuigkeiten

Mein zweiter Roman

08.08.2017
 
Endlich hat der Spuk ein Ende. Rund zwei Jahre schrieb ich an diesem Roman. Die wechselnden Arbeitstitel waren "Die Butterspur", "Die Scorpionin", dann "Die Drachenflüsterin". Der jetzige Titel "Suwałki Gap" (polnisch/englisch gesprochen: Suwawki Gäp) entwickelte sich erst in den letzten Monaten, während der Suche nach einem passenden Handlungsabschluss.
Denn das letzte Kapitel ist immer das Zeitaufwendigste. Das war schon beim ersten Roman so gewesen; für dessen 13. Kapitel brauchte ich damals gut ein Jahr. Hier war es wieder so ähnlich. Da ich Romane ohne Leitfaden und ohne Konzept schreibe, entwickeln sich die Handlungen erst beim Schreiben, also unvorhersehbar! Man verrennt sich da als Autor gerne in einem gigantischen Gestrüpp von Abhängigkeiten und Beziehungen, aus dem es nur sehr schwer zu einem gelungenen Schluss, zu einem Ausweg, zu einer Schreibbefreiung gelingen kann.
Wann ist die Story zu Ende? Eigentlich nie, denn ich könnte jahrelang weiterschreiben, aber nach spätestens 300 Seiten sollte das letzte Kapitel begonnen sein, denn auch die Leserin und der Leser will dann ein Roman-Ende. Denn Bücher mit 1000 Seiten oder Mehrteiler sind mir ein Gräuel, zu schwer und unhandlich, suggerieren schon beim in die Hand nehmen, dass das Buch wohl Monate zum Lesen brauchen möchte. Wie es sich für einen Roman-Autor gehört, verwende ich meine persönlichen Eindrücke aus Urlaubsreisen oder sonstigen Erlebnissen. Aber nur spärlich, denn die Fantasie der Leserin und des Lesers soll, muss sich verselbständigen und entwickeln können. Denn jeder Mensch hat nach dem Lesen des Romans doch ein anderes Universum in sich drin und so soll es ja auch sein. Die täglichen Nachrichtenmeldungen prägen auch beim Schreiben; plötzlich nimmt die Handlung eine Wendung, spontan, suggestiv, unterbewusst. Schreiben ist auch ein verdeckter Protest gegen die Wirklichkeit; ein Aufbäumen gegen Gegebenheiten, gegen Veränderungen, gegen Ungerechtigkeiten. Es ist einfach schön und befriedigend, wenn ich in einem Roman die großspurigen Machtpläne von Despoten misslingen lassen kann. Man biegt sich dabei die Realität oder die Zukunft etwas zurecht. Aber das ist ja erlaubt und kann noch nicht verboten werden. Wenn man täglich von diesen Horrormeldungen eines IS bombardiert wird, von diesen penisgesteuerten Kameltreibern, die sich vollgekifft zu ihren 99 Jungfrauen sprengen oder mangels europäischen Führerscheins andere Menschen totfahren, nur um sich dann märtyrerisch erschießen zu lassen, dann fallen mir da gewisse Parallelen ein, die in einem Roman durchaus einmal eine Existenz finden dürfen. Der AS ist genauso brutal und verkommen. Diese tätowierten Muskelprotze mit rasierter Vollglatze und Hirnschrittmacher werden derzeit aufwendig im eigenen Land herangezüchtet, warten auf die Machtergreifung. Dann kommt wieder der Rückschritt, die Entdemokratisierung, die Faschistisierung. Erste schwere Krankheitsfälle haben wir derzeit schon in Frankreich, Holland, Polen und Ungarn. Manche Dumpfbacken sind da auch schon in Machtpositionen angekommen und verblöden samt der Mehrheit der Bevölkerung hin zum faschistoiden EU-Staat. Auch solche Entwicklungen beeinflussen beim Schreiben den Autor und wecken Abwehrkräfte, Hohn und Spott. Jedenfalls wird in meinem neuen Roman die Leserin und der Leser langsam, aber unaufhörlich in eine Welt hineingezogen, die er oder sie so sicherlich nicht haben möchte, aber leider erdulden muss. Kaum war mein Roman veröffentlicht, haben sich diese zwei Egozentriker in Nordkorea und USA so verkeilt, dass es beinahe gescheppert hätte. Das verunsichert mich, habe ich eine PSI-Begabung? Spüre ich Konflikte im Voraus? Lesen sie deshalb meine letzten Seiten im Roman lieber nicht vorschnell, genießen sie erst den Roman und warten sie geduldig auf das Ende. Besser so. Und nehmen sie nicht alles so ernst. Denn das Leben und Schreiben ist nicht ein Streben nach Herrschaft, sondern ein Streben nach Schöpfung.