"Ästhetik und Erfindung der Zukunft" von Roger Garaudy
Hardcover

Ästhetik und Erfindung der Zukunft

Die Transzendenz im Spiegelbild der Kunstgeschichte

Roger Garaudy
Biografien & Erinnerungen, Religion & Spiritualität, Theologie, Philosophie, Politik & Geschichte

„Kunst macht sichtbar. – Dieser Gedanke steht hinter meinem Schaffen. Unsichtbares sichtbar zu machen. Vergessenes aus der Phantasie hervorzubringen und in eine Welt einzutauchen, wie sie nur die Kunst hervorbringen kann.“ Mit diesen Worten bringt Heinz Rupp das Wesen der Kunst prägnant auf den Punkt: vielmehr als jedes kommunikative Mittel, die dem Menschen zur Verfügung steht, kann die Kunst als Medium der Wahrheit fungieren. Ja, sie kann tiefste Erkenntnisse explizieren, ästhetische Erfahrungen vermitteln, Realitäten abbilden und – wie Rupp es in seinem Zitat zum Ausdruck bringt – „Unsichtbares sichtbar“ machen. Das Unsichtbare, das für Roger Garaudy in der vorliegenden Abhandlung die Kunstgeschichte „sichtbar“ gemacht hat bzw. macht, ist die Transzendenz. Garaudy expliziert diese Dimension durch seine These, dass der Mensch bzw. der Künstler durch sein Werk stets sinngebend versucht, aus seiner hiesigen Umwelt und damit einer vorläufig wahrgenommenen bzw. definierten Realität herauszuheben. Denn: „Jede Wahrheit will überwunden werden, sie verweist auf ihre eigene Transzendenz“. Durch diesen „Schaffungsakt“ werde der Mensch nicht nur eines Schöpfers bewusst, sondern generiere eine „zukunftsbezogene Projektion einer Welt“. Damit ist die Kunst also nicht nur die räumlich und zeitlich begrenzte Momentaufnahme, sondern eine Erfindung der Zukunft.


„Die Kunst ist eine prophetische Tätigkeit. Ein himmlisches Gebiet, das die Menschen in höhere Welten befördert und die Solidarität zwischen den Menschen verstärkt. Die Kunst ist eine Einladung, um die eigene innere Welt zu erkunden und um sich besser kennenzulernen. Wenn Sie der Kunst - so wie es heute der Fall ist - das Gefühl, das Bewusstsein und die Sensibilität nehmen, kann nicht mehr von Kunst gesprochen werden.“

- Roger Garaudy