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Die Arrestzelle

Die Flüchtlinge sprachen Deutsch

Serge Liebl
Romane & Erzählungen

Berlin 2016: Der Kleinkrimineller Ibrahim Hoffmann wird während einer Razzia festgenommen und in einer seit Jahren unbenutzten Polizeizelle eingesperrt. Als eine Stunde später die Tür des Haftraums aufgeht, kann er erst nicht glauben, dass er sich im Jahr 1766 in der Arrestzelle eines Berliner Infanterieregiments befindet. Dort lernt er Leutnant Georg Brant und Korporal Michael Fischer kennen, die zu diesem Zeitpunkt unter Arrest stehen. In der darauffolgenden Nacht fliehen die drei Männer aus dem Kerker und machen sich auf den Weg nach Lübeck. Auf der Flucht nehmen sie die achtzehnjährige Sophie von Steininger mit, in die Korporal Fischer kopflos verliebt ist. Angekommen in der Hansastadt schließen sie sich den tausenden deutschen Auswanderern an und setzten ihre Reise mit einem Schiff nach Russland fort. In diesem Moment wissen sie noch nicht, dass sich an Bord ein Mann befindet, der im Auftrag Sophies Vater Korporal Fischer töten und die junge Frau nach Preußen zurückbringen soll.
Der Zeitreiseroman basiert auf den realen historischen Ereignissen. In Jahren 1764-1767 folgten über 30 000 Auswanderer dem Ruf der russischen Zarin und flohen von Auswirkungen des Siebenjährigen Krieges, Hunger und Not aus den deutschen Ländern. Diese Menschen liebten und hassten. Unter ihnen waren Helden und Verbrecher. In der Fremde erfuhren sie Gastfreundschaft und Ausländerfeindlichkeit. Sie suchten ein besseres Leben und waren Flüchtlinge, die Deutsch sprachen.