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Zwischen Klapperschlangen und Indianern

Drei Offiziersfrauen im wilden Westen

Silvia Dörfle
Biografien & Erinnerungen, Ab 12 Jahren, Politik & Geschichte

USA in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts: die Army der Nordstaaten hat den Bürgerkrieg gewonnen. Jetzt schickt das Kriegsministerium in Washington bevorzugt junge Offiziere in den Westen, um das ‚Indianerproblem‘ zu lösen. Mit von der Partie sind die Ehefrauen. Aus gutem Hause, gebildet und verwöhnt, folgen sie ihren Männern zu den einsamen Außenposten in Arizona, Colorado oder Texas.

Als die 19 jährige Fanny Boyd ihrem Ehemann, dem Kavallerieoffizier Orsemus Boyd in den Westen folgt, weiß sie noch nicht, was für ein hartes Leben sie dort erwartet. Schon die Reise nach Nevada wird daher zum strapaziösen Abenteuer. Endlich angekommen mitten in der trostlosen Prärie wird ihr klar, dass sie für die nächsten Monate in einem Armeezelt leben und sich vorwiegend von der üblichen Soldatenkost ernähren wird: Bohnen mit Speck. Wie jedes Army Girl muss sie schnell lernen, sich mit den Umständen zu arrangieren, seien es trostlose Behausungen voller Ungeziefer, endlose Trecks durch die Wüste oder die ständige Bedrohung durch feindliche Indianer.

Anfangs ist Martha Summerhayes entsetzt über die rauen Sitten im Wilden Westen. Gleich bei ihrer Ankunft macht sie die Bekanntschaft mit dem unbequemsten Gefährt, das die Armee zu bieten hat: dem Ambulanzwagen. Mit ihm wird sie noch viele Meilen dahinrumpeln, von einem Stützpunkt zum nächsten. Obwohl in einem puritanischen Umfeld aufgewachsen, lernt Martha überraschend schnell die weitaus laxeren Moralvorstellungen in Arizona zu tolerieren.

Frances Roe findet in Ehemann Fayette den perfekten Drillsergeant. Schon nach kurzem behauptet sie stolz von sich, Reiten und Schießen zu können wie ein Soldat. Ansonsten gibt es vieles was sie an Colorado hasst: übelriechende Wilde, schwarze Kavalleriesoldaten, andere Offiziersfrauen. Frust und Ärger schreibt sie sich in Briefen von der Seele.