"Ute Karnahl" - Autor bei Tredition.de
 

       

Ute Karnahl

Dr. Ute Karnahl ist Biochemikerin, Systemische Sozialpädagogin und Feldenkrais-Pädagogin.
Sie faszinierten schon immer Psyche und Pädagogik sowie deren biologische Basis. Um auf dem aktuellen Stand zu bleiben, hat sie Neuerungen in der Wissenschaft verfolgt und ein zweites Studium als Systemische Sozialpädagogin abgeschlossen.
Ihr besonderes Interesse gilt der Neurobiologie unseres Verhaltens und deren Einfluss auf unseren inneren Zustand, auf Wohlbefinden und Gesundheit sowie dem Einfluss von Kultur auf die Gehirnprozesse.
Seit jeher leiten sie in ihrer Arbeit Wissensdurst und die Neugier auf Menschen in ihren verschiedenen Kontexten und Systemen. Besonders reizt sie die Umsetzung von Theorie, also von wissenschaftlichen Erkenntnissen in praktisch verwertbares anwendbares Wissen für Entwicklungsprozesse.
Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt seit nunmehr 20 Jahren in Beratung und Coaching sowie der Entwicklungsbegleitung von Babys und Eltern. Ihre Arbeitsweise ist sowohl wissenschaftlich fundiert als auch praktisch erfahrungsorientiert in der Verbindung von kognitivem und körperbasiertem Lernen.
Darüber hinaus ist sie als Weiterbildnerin vor allem zu den Themen „Neurobiologie und Lernen“ bzw. „Neurobiologie von Liebe und Gesundheit“ tätig.

Immer wieder tauchen Fragen von Klienten nach den Ursachen von Beziehungsproblemen, Bindungsängsten, aber auch Stress-Krankheiten auf und immer mehr Menschen stellen Fragen nach den kulturellen Ursachen dafür. Das sind Fragen, die die Autorin beruflich, aber auch als Frau und Mutter in unserer Kultur bewegen. Sie ist ihnen nachgegangen und hat den Zusammenhang von Biologie und Kultur untersucht. Daraus entstand die Motivation zum vorliegenden Buch. Es wird nach den biologischen Bedingungen für gelingende Beziehungen und Gesundheit gefragt und Antworten bzw. Anregungen für die Zukunft gegeben. Sie entwickelt Lösungen, wie das (Über)leben der biologischen Art Mensch und der Umwelt um uns herum gelingen kann.

Ute Karnahl ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.
 

Presseberichte

Ute Karnahl Den Liebescode begreifen - Rezension

02.12.2019
 
„Und das ist für mich das völlig Faszinierende an diesem Buch: getragen von vielfältigen Recherchen und zugehörigen Erklärungen zieht Frau Karnahl aus diesen Erkenntnissen Schlussfolgerungen, zeigt Möglichkeiten des Handelns für jeden Einzelnen auf. Somit entsteht ein vertieftes Verständnis für die Biologie des einzelnen Menschen, die soziale Interaktion ermöglicht. “
Geht es ihnen in ihrer beruflichen Tätigkeit vielleicht wie mir? Als Pädagogin begegnen mir immer wieder Kinder und Jugendliche, die große Schwierigkeiten im Beziehungsaufbau haben und Bindungsängste zeigen. Auch Stress ist bei Schülern und Schülerinnen ein gängiges Thema. Aber auch im Umfeld meiner Tätigkeit spielt Stress immer wieder eine Rolle. Und alle Bekannten spiegeln mir, dass die Anzahl von Kindern und Jugendlichen mit oben genannten Problemen - zumindest gefühlt - zunimmt. Selbst darüber hinaus: auch Kolleginnen und Kollegen, die mit Erwachsenen arbeiten, berichten über ähnliche Phänomene.
Da stellen sich nahezu automatisch Fragen nach dem Warum und dem Wie weiter? Wer - ähnlich wie ich - sich solche Fragen stellt, sollte nach dem Buch von Frau Karnahl greifen. Nun werden Sie fragen: warum dieses Buch und was sagt es über das Wie weiter?
Frau Karnahl ist Biochemikerin. Sie ist systemische Sozialpädagogin und Feldenkrais-Pädagogin. Und diese Kombination zeichnet dieses Buch aus. Ausgehend von der Neurobiologie und dem hieraus zu gewinnenden Bild des biologischen Systems des Menschen zeigt sie die Notwendigkeit von Kooperation, Bindung, sozialer Interaktion, Paarliebe, Sexualität und Elternliebe zur Gestaltung eines für den Einzelnen gelungenen Lebens. Gleichzeitig sind damit die Auswirkungen auf die den einzelnen Menschen umgebenden Systeme wie Partnerschaft, Elternschaft bis hin zur Gesellschaft dargestellt.
Frau Karnahl trennt in diesem Zusammenhang zwischen Biologie und Kultur. Ihr gelingt im Folgenden die Darstellung, wie unterschiedliche Kulturen der Menschheit von den ersten Hochkulturen bis zu unserer Zeit gelebt haben und in welch unterschiedlichem Maße die Partnerschaftskultur bzw. Dominanzkultur Auswirkungen auf das Leben des Einzelnen hatten und haben. Daraus schlussfolgernd zeigt sie auf, welche Verbindungen zwischen Biologie und Kultur hergestellt werden müssen, um Einklang zwischen menschlicher Biologie und menschlicher Kultur für den Einzelnen zu ermöglichen. Schlussendlich benennt sie Möglichkeiten, die der Einzelne hat, um diesen Prozess zu beschleunigen. Die Brücke, die sich dabei ergibt, trägt durchaus bis zur heutigen großen Bewegungen wie Fridays for future, ohne dass Frau Karnahl diese Bewegung explizit benannt hat. Das scheint auch kaum möglich, da dieses Buch getragen ist von derart vielen Recherchen, so dass ich behaupte, dass diese Bewegung -wenn überhaupt - zu diesem Recherchezeitpunkt noch in den Anfängen steckte.
Und das ist für mich das völlig Faszinierende an diesem Buch: getragen von vielfältigen Recherchen und zugehörigen Erklärungen zieht Frau Karnahl aus diesen Erkenntnissen Schlussfolgerungen, zeigt Möglichkeiten des Handelns für jeden Einzelnen auf. Somit entsteht ein vertieftes Verständnis für die Biologie des einzelnen Menschen, die soziale Interaktion ermöglicht. Und ein Verständnis dafür, das soziale Interaktionen erschwert bis verhindert werden, wenn biologische Gegebenheiten nicht ausreichend beachtet werden. Und ich stimme vollkommen zu, wenn sie schlussendlich sagt, dass wir bei uns selbst ansetzen müssen, um dem Rechnung zu tragen.
Gelungenen finde ich den Ansatz, neben den uns umgebenden Systemen wie z.B. dem Paarsystem und dem Familiensystem auch die Autonomie des biologischen Systems in die Betrachtungen einzubeziehen und von den biologischen Gegebenheiten aus die Notwendigkeit des Liebecodes, verstanden als Kooperation, Bindung und sozialer Interaktion als zentralen Leitgedanken zu etablieren.
Was die Lektüre des Buches erleichtert, ist die lebendige Sprache und die Vielzahl der Beispiele. Es bietet die Möglichkeit, Kapitel zu überspringen oder auch zurückzuspringen. Einige Thesen rütteln und verstören das eigene Gedankensystem, aber ohne Verstörung ist eine Entwicklung bekanntlich nicht möglich.
Ich wünsche dem Buch möglichst viele Leser und Leserinnen, interessierte Laien ebenso wie Fachleute. Ich gehe fest davon aus, dass die menschliche Natur und ihre...
 
Quelle: Systhema 3/2019, Chr. Heusch, Halle/Saale