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Fischhaut

Roman

Uwe Trostmann
Romane & Erzählungen

Der junge Heinrich Wilkowsky entzieht sich 1933 durch Eintritt in die Reichswehr seiner Verhaftung. Dort trifft er auf den Kriminalrat Thurnbrück. Das Schicksal führt diese beiden sehr unterschiedlichen Männer immer wieder zusammen und es entwickelt sich eine gegenseitige Abhängigkeit, die bis in die Nachkriegsjahre hineinreicht: Thurnbrück hatte dem Soldaten Wilkowsky das Entkommen aus Stalingrad ermöglicht. Wilkowsky, Zeuge von Erschießungen, wird sich später an nichts erinnern.
Heinrich Wilkowsky sucht die Nähe zu den Frauen, aber er denkt erst Jahre nach dem Krieg ernsthaft über eine eigene Familie nach. Frühere Versuche scheitern an seinem starken Freiheitswillen: Er muss ungebunden und unabhängig sein. Er kennt nur sein Glück, sieht nicht den Schmerz, den er vielen Frauen zufügt.
Es gelingt ihm immer wieder, in unangenehmen Situationen abzutauchen – wie ein Fisch. Begleiten wir Heinrich Wilkowsky durch eine Zeit, die von Tyrannei, Zerstörung und Wiederaufbau geprägt ist.
 

Presseberichte

Vom Abtauchen, Häuten und Entgleiten

05.03.2020
 
„Fischhaut“
KANDERN. Die schicksalhafte Aneinanderkettung
zweier Männer sowie die
tiefen Prägungen, die Krieg und Gewalt
in Biographien hinterlassen können,
sind zentrale Motive im Roman „Fischhaut“
des Kanderners Uwe Trostmann.
Die Geschichte um Heinrich Wilkowsky,
einen ewigen Soldaten, der sich
drohendem Unheil immer wieder
durch Abtauchen, Häuten und Entgleiten
entzieht, und Sigmund Thurnbrück,
einen Kriminalrat der Nazis, ist nicht
Trostmanns Debüt als Schriftsteller.
Aber es ist das erste Werk, das seinen
Ansprüchen vollauf genügt.
Den Erstling „Fake – der Lügenfaktor“,
einen sozialpolitischen Roman, zog er
wieder zurück, um ihn unter dem Titel
„Fake – dieWahrheitsmacher“ überarbeitet
wieder herauszubringen. „Er enthielt
zu viele handwerkliche Fehler“, räumt
Trostmann selbstkritisch ein. Nun, beim
Roman „Fischhaut“, arbeitete er mit Friederike
Schmitz, einer professionellen
Lektorin, fruchtbar zusammen, so dass
das Ergebnis „nicht nur eine gute, sondern
auch eine gut lesbare Geschichte
ist“, wie er findet.
Die NS-Vergangenheit spielt in Literatur
und Film bis heute eine wichtige Rolle
– und auch Uwe Trostmann interessiert
sich für historische Zusammenhänge. So
sitzt er seit seinem Ruhestand als Gasthörer
der Uni Freiburg in Vorlesungen zu geschichtlichen
und politischen Themen.
Natürlich flossen gut recherchierte historische
Fakten und eigene Lebenserfahrungen
in den Roman mit ein, „Orte und
Personen sind aber reine Fiktion“, betont
Trostmann. Entwickelt hat er die spannende
Lebensgeschichte eines Roten, der
sich zum Braunen wandelt, in seiner
Schreibstube im Keller des Eigenheimes,
in das er vor zwei Jahren mit seiner Lebensgefährtin
einzog. Feste Schreibzeiten
hat der Literaturliebhaber nicht, der
für den kraftvollen Stil eines Hemingway
schwärmt, aber auch den magischen Realisten
Garcia Marquez und den Enzyklopädisten
Umberto Eco schätzt. Natürlich
gebe es ein Ideengerüst, doch lasse er
Freiräume, in denen sich Charaktere und
Situationen auch während des Schreibens
verändern dürfen, schildert er.
Uwe Trostmann ist eigentlich Naturwissenschaftler,
er studierte in seiner
Heimatstadt Freiburg Chemie und Pharmakologie
und arbeitete danach bis zu
seinem Ruhestand zunächst in Freiburg,
dann in Basel, in der medizinischen Forschung.
Antibiotika waren dabei sein Spezialgebiet.
Die Arbeit habe ihm enorme
Freude bereitet – auch das Verfassen von
Studien und Fachartikeln in englischer
Sprache. Auf den vielen langen Geschäftsflügen,
die er unternehmen musste, verspürte
er trotzdem immer öfter das Bedürfnis,
sich mit etwas ganz anderem als
der einschlägigen Fachliteratur zu beschäftigen.
Also fing er an, im Flugzeug
Geschichten aus seiner Jugend aufzuschreiben,
die derzeit bei einem Verlag
auf Halde liegen.
Uwe Trostmann unterbricht sein
Schreiben immer wieder für ausgedehnte
Reisen. Etwa drei Monate im Jahr sind er
und seine Lebensgefährtin weltweit
unterwegs, wobei sie vor allem Kultur,
Tradition und Religion der besuchten
Länder interessieren. Seit vielen Jahren
engagieren sie sich im Hilfsprojekt „Die
kleine Pyramide“, das bedürftige Kinder
und Mütter in Ägypten unterstützt und
sich für kulturellen Austausch einsetzt.
Klar, dass einer wie Trostmann sich
auch sofort vor Ort kulturell engagierte,
als er vor zwei Jahren von Freiburg nach
Kandern zog. Im Kinoförderverein arbeitet
er engagiert mit und verfasst den wöchentlichen
Newsletter. Er kann sich gut
vorstellen, Heinrich, den Fisch und Haustyrannen,
der auch im Privatleben oft
flieht, wenn es brenzlig wird, bei Lesungen
einem breiteren Publikum näherzubringen.
Ein neues literarischer Projekt
ist übrigens bereits in Arbeit.

Fischhaut, 244 Seiten, Roman, erschienen
im Selbstverlag Tredition, gibt es für 11,99
in der Buchhandlung Berger in Kandern sowie
auf Bestellung in allen anderen Buchhandlungen
 
Quelle: Badische Zeitung