Hardcover

Zwei ungemütliche Geschichten

Walter Zeis
Romane & Erzählungen

Was macht eine Geschichte „ungemütlich“? Wenn sie, abends im Bett gelesen, einen am Einschlafen hindert? Wenn man ein Unbehagen verspürt beim Lesen am Sonntagnachmittag, bequem im Sessel sitzend, vielleicht bei einem Glas Rotwein? Ist vielleicht eine Geschichte “ungemütlich”, die berührt, aufwühlt, weil sie so verdammt nach Leben “riecht”?
Ich lade ein zu zwei Geschichten, die auf je eigene Weise berühren, die erste lebt von prallem ungemütlichem Leben, in dem wir einer kleinen Familie, Mutter, Vater und Sohn, begegnen, die etwas durchlebt, was man schicksalhaft nennen könnte, was aber auch von realen, man könnte sagen, politischen Verhältnissen bestimmt ist. Es ist nicht falsch, von Tragik zu sprechen.
Die zweite Geschichte ist ganz anderer Art. Auch sie findet unter Bedingungen statt, die man pralles, aber auch bedrohtes Leben nennen kann. Sie berührt ein Problem, das Zeit um Zeit ungelöst geblieben ist: das Problem von Krieg und Frieden, verdichtet im Wirken eines jungen Priesters in friedlosen Zeiten. Die “Kulisse” wirkt wie aus einem historischen Milieu, ist aber mit ein paar Eingriffen in die Szene brandaktuell. Dieser “Umbau” ist jedem Leser anheim gegeben.
“Ungemütlich” das alles? Ja. Existenziell? Auch das.
 

Neuigkeiten

Das zweite Buch bei Tredition

07.01.2019
 
Obwohl ich ein großer Freund von Behaglichkeit bin, habe ich mich an das aktuelle Werk von Walter Zeis herangetraut. Zwei ungemütliche Geschichten sind es in der Tat. Die ganze Zeit über liegt eine unheimliche Spannung in der Luft.

Insbesondere die erste Geschichte "Akazien im Feuer" erzeugte bei mir eine regelrechte Sogwirkung. Das Spannungsumfeld von Familie und Beruf wird raffiniert aufgebaut. Und die Auflösung birgt so manche Überraschung in sich.

"Der Kelch und das Gewehr" legt seinen Fokus hingegen auf andere Lebensbereiche. Der Autor schlägt hier eine völlig neue Richtung ein. Beide Geschichten ergänzen sich schließlich zu einem fabelhaften Gemälde der Irrungen und Wirrungen unserer Gesellschaft.

Der intensive Schreibstil von Walter Zeis bringt viele ausgefeilte und sehr dynamische Dialoge mit sich, nimmt sich jedoch auch stets die Zeit dafür, den Leser durch liebevoll beschriebene Details mitten ins Geschehen hinein zu versetzen. Feines Futter für meine kleine Leseratte, die mich erneut wissbegierig durch alle Seiten begleitet hat.

Mein Fazit: Zwei ungemütliche Geschichten erzählen dem geneigten Leser viel vom Sinn und Unsinn des Lebens. Ein edles Buch, das mich streckenweise auch etwas an das Werk von Rainer Maria Rilke erinnert hat. Und somit eine lohnende Lektüre für all die Leser, die sich weit abseits von seichter Unterhaltung auf ein richtig gutes Buch einlassen möchten.

Christian Rastätter
Rezensent
 

 

Presseberichte

Das zweite Buch bei Tredition

11.01.2019
 
Walter Zeis gelingt es, die Geschichte hinter den Geschichten freizulegen. In der ersten Geschichte
„Akazien im Feuer“ habe ich das Thema „Entwurzelung“ herausgelesen: Der Mutter-
Sohn-Konflikt nimmt den Leser in ein vielschichtiges Lebensdrama aus Schuldzuweisungen,
Hoffnungslosigkeit und einem Nicht-vertraut-werden-Können mit einer neuen Umgebung mit.

Mich hat die erste Geschichte über philosophische Daseinsfragen nachdenken lassen: Wofür lebe
ich? Und wo sind meine Wurzeln? Wie kann mir das, was mir widerfahren ist, neue Blickwinkel öffnen? Es ist eine Geschichte des Scheiterns von drei Menschen, die von Freiheit träumen.

Die Geschichte „Der Kelch und das Gewehr“ greift Lösungsmöglichkeiten auf, die der Protagonist trotz aller Schicksalsschläge für sein Leben entwickeln lernt. Sie hat mich inspiriert zu Themen: Wie werden Wege aufgenommen und entwickelt? Welche Rolle spielen gerade schicksalhafte
Herausforderungen, dass sich Leben bewegt? Wie bringt uns gerade das Paradoxe im Leben dazu,
Neues zuzulassen?
Walter Zeis gelingt es in dieser Geschichte, den Leser zu überzeugen, dass Wandel und Vergänglichkeit uns helfen, immer wieder neue Lebenswege zu gehen.

Es ist eine Geschichte von Sich-Anheimgeben und Hingabe.
 
Quelle: Rezensentin: Alexa Plinsky