"Werner Imhof" - Autor bei Tredition.de
 

 

Werner Imhof

Werner Imhof ist kein Elfenbeinturmhistoriker, der seine alleinige Erfüllung in der akademischen Auseinandersetzung über staubige Akten sucht. Wenn es in seiner Wahlheimat Tschechien um das Lernen aus dem Totalitarismus geht, das würdige Gedenken und Erinnern, scheut er auch die öffentliche Auseinandersetzung nicht. Dem tschechischen Präsidenten Zeman warf er Sympathie mit rechtsextremen, fremdenfeindlichen Tendenzen vor. Dieser lobte ihn daraufhin als "verdienstvollen Brückenbauer der deutsch-tschechischen Verständigung", der mit politischen Gesten gegen den Präsidenten die Brücken hinter sich aber "gleich wieder zerstöre".

Nicht nur in diesem Buch hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den unschuldig Verfolgten eine Stimme zu verleihen, und dies nicht nur, um die Verfolger zu geißeln. Imhof schöpft aus dem Erfahrungsschatz von über 700 Zeitzeugengesprächen, die er organisiert und begleitet hat. Er ruft dazu auf, ganze Biografien nicht darauf zu verkürzen, Überlebender von etwas zu sein.
 

Presseberichte

Buchempfehlung

11.11.2018
 
„Das Büchlein ist auch deshalb so empfehlenswert, weil es unaufdringlich, aber kenntnisreich die neuere Geschichte unseres Nachbarlandes - für viele fast unbekannt - ausbreitet.“
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Quelle: Facebook

Preisträger protestiert gegen Zeman

31.08.2016
 
„Imhof hält die Auszeichnung Zemans für unangebracht, denn der Präsident mache Stimmung gegen Flüchtlinge und deren Aufnahme in Europa, toleriere Rechtsradikalismus, beleidige Journalisten und Non-Profit-­Organisationen und zeige keinen Respekt vor EU-Abmachungen zur Flüchtlingsaufnahme. Die Reaktion der Prager Burg ließ nicht lange auf sich warten.“
 
Quelle: Prager Zeitung

Historiker gibt Verdienstmedaille zurück

29.08.2016
 
„Ich habe aus tiefem Respekt vor jenen, die mich dafür vorgeschlagen und sie mir verliehen haben, lange über diesen Schritt nachgedacht. Aber gerade die Hochachtung vor diesen Menschen, die von der neuen Führung des Verbandes nicht mehr repräsentiert werden, macht meine Entscheidung notwendig.“
Historiker gibt Verdienstmedaille zurück

29. August 2016 11:04
Der in Tschechien beheimatete deutsche Historiker Werner Imhof gibt die Verdienstmedaille des tschechischen Verbandes der Freiheitskämpfer zurück. In einem offen Brief benennt er die Gründe dafür.
Als mir am 12. 2. 2011 von dem von mir hoch geachteten Auschwitz-Überlebenden Michal Salomonovič die Verdienstmedaille des „Český svaz bojovníků za svobodu“ (Tschechischer Verband der Freiheitskämpfer, in dem die meisten tschechischen Holocaust-Überlebenden organisiert sind) verliehen wurde, war ich sehr gerührt. Ich habe es als große Ehre empfunden, diese Medaille als erst zweiter Deutscher nach dem Leiter der Gedenkstätte Flossenbürg, Jörg Skriebeleit, zu erhalten. Gewürdigt wurde damit vor allem, dass ich rund 700 Begegnungen mit tschechischen Zeitzeugen des Holocaust organisiert und pädagogisch begleitet hatte. Ihnen vor allem galt mein Engagement. Gewürdigt wurden meine Verdienste als Historiker und Journalist um die historische Aufklärung, die ich durch die Arbeit als Nordböhmenkorrespondent und vor allem vor allem im Dienst der „Brücke/Most-Stiftung zur Förderung der deutsch-tschechischen Verständigung und Zusammenarbeit“ erworben habe, als Pressereferent, durch diese Zeitzeugengespräche, durch tschechisch-deutsche Seminare für Schüler/innen und Lehrende aus beiden Ländern, durch Vorträge, von mir geleitete Workshops und durch Gedenkstättenführungen zur deutsch-tschechischen Geschichte in beiden Ländern, unter anderem in Theresienstadt, und als Übersetzer verschiedener Holocaust-Biografien aus dem Tschechischen.
Eine neue Führung des Tschechischen Vebandes der Freiheitskämpfer hat diese Verdienstmedaille nun dem derzeitige tschechischen Präsidenten Miloš Zeman verliehen.
Wenn er diese Medaille verdient, dann verdiene ich sie nicht. Wenn es „Verdienste“ für das Land sind, in dem ich lebe, das ich liebe, für das ich mich engagiere – die Tschechische Republik – betrunken an Bischöfen, die mir die Hand reichen wollen, vorbeizutorkeln, Pegida-Delegationen zu empfangen und herzlich zu begrüßen, Rechtsradikale wie Herrn Sládek oder Konvi
ka in seiner Nähe zu dulden, dazu aufzurufen, Waffen zu tragen, Journalisten und verdienstvolle NGOs zu beleidigen, die Nähe zu Autokraten wie Putin und Xi Jinping zu suchen, gegen alle EU-Vereinbarungen dazu aufzufrufen, keinerlei Flüchtlinge aufzunehmen (das ist ein Schlag ins Gesicht aller Holocaust-Überlebenden, die im Exil überlebt haben und entspricht der damaligen Schweizer Haltung: Zahngold aus Auschwitz? Gern! Asyl? Nein!) – dann kann und will ich da nicht mithalten.
Meiner Meinung nach tritt Miloš Zeman die von Tomáš Garrigue Masaryk und Václav Havel begründete wundervolle Tradition, das weltweite Ansehen der Tschechischen Republik, symbolisiert in Jahreszahlen wie 1968 – Prager Frühling, 1977 – Charta 77, oder 1989 – Samtene Revolution, das zuvor Václav Klaus als Präsident in meinen Augen bereits schwer beschädigt hatte, und nun durch Auftritte bei Wahlkampfveranstaltungen der deutschen AfD beschmutzt, vollends in die Tonne. Ich gebe deshalb die Verdienstmedaille, die ich nicht mit Zeman gemeinsam tragen möchte, zurück.
Ich habe aus tiefem Respekt vor jenen, die mich dafür vorgeschlagen und sie mir verliehen haben, lange über diesen Schritt nachgedacht. Aber gerade die Hochachtung vor diesen Menschen, die von der neuen Führung des Verbandes nicht mehr repräsentiert werden, macht meine Entscheidung notwendig. (vs)
 
Quelle: Oberpfalz TV

Frauen mit Brille? Ins Gas!

27.01.2010
 
„Transport im Viehwaggon, Fleischgeruch in der Luft, Selektion mit Doktor Mengele: Holocaust-Überlebende Lisa Miková erinnert sich an das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. “
Wunderbarer Artikel von Oliver Das Gupta in der Süddeutschen Zeitung über Lisa Miková.
 
Quelle: Süddeutsche Zeitung

Oral History

13.11.2008
 
„Die Arbeit mit Zeitzeugen birgt Risiken, erfordert sorgfältige und aufwändige Vorbereitung. Aber der Aufwand lohnt. Ein kritischer Überblick. “
Ein Versuch, meine in über 700 Zeitzeugengesprächen gewonnenen Erfahrungen weiterzugeben.
 
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung

 

Videos

Geschichte verbindet - Projekt unter Koordination von Werner Imhof

 
Eines der vielen Zeitzeugenprojekte, die Werner Imhof durchgeführt hat - Lisa Miková war immer dabei.