Paperback

Ich bitte Sie, wir sind doch Europäer!

Lisa Miková – eine Tschechin, die nicht nur Auschwitz überlebt hat

Werner Imhof
Biografien & Erinnerungen

Holocaust-Überlebende, Auschwitz-Überlebende – solche Verkürzungen auf wenige Jahre der Fremdbestimmung und Verfolgung sind vollkommen ungeeignet, ein erfülltes Leben in den Blick zu fassen. Sie nehmen überdies ungewollt die Perspektive der Verfolger ein. Viel mehr als eine Holocaust-Überlebende ist Lisa Miková eine Zeitzeugin des Jahrhunderts, eine Tschechin, eine Europäerin – und vor allem eine überaus faszinierende Persönlichkeit. Dieses Buch ist ein bescheidener Versuch, dieser ungewöhnlichen Frau ein Denkmal zu setzen.
 

Veranstaltungen

Buchtaufe / Lesung mit Lisa Miková in Prag

Beginn: 28.11.2018, 15:00 Uhr
Ort: DSP Hagibor, Prag  
Die einzige Buchvorstellung gemeinsam mit Lisa Miková, Geschlossene Veranstaltung, nur geladene Gäste und Presse. Download
 

 

Neuigkeiten

Lesung in der Tschechischen Botschaft Berlin

14.03.2019
 
 

"... alle verschwanden ins Unbekannte"

25.01.2019
 
Vor 74 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Daran erinnert der Holocaust-Gedenktag. Vor 77 Jahren wurde Lisa Miková an ihrem 20. Geburtstag nach Theresienstadt deportiert. Später kam sie nach Auschwitz. Die Befreiung erlebte sie halb verhungert im Konzentrationslager Mauthausen. Ein neues Buch schildert ihr Leben.

Das Buch

Der Historiker und Übersetzer Werner Imhof hat unzählige Male mit Lisa Miková gesprochen und noch viel mehr Zeitzeugengespräche mit ihr organisiert. Nun hat er ihr Zeugnis über die schlimmsten Jahre ihres Lebens aufgeschrieben. Die Zitate im Text sind dem Buch „Ich bitte Sie, wir sind doch Europäer“ entnommen, das im Verlag tredition erschienen ist. Das Buch kostet 9,99 (Paperback) und kann hier bestellt werden.
 

Buchvorstellung in Theresienstadt

24.01.2019
 
In der Gedenkstätte Theresienstadt findet aus Anlass des internationalen Holocaust-Gedenktags (27. Januar - die Befreiung von Auschwitz) am 24. Januar eine Lesung aus diesem Buch statt. Es ist die Hauptveranstaltung der Gedenkstätte zum Gedenktag. Sie wird ins Tschechische übersetzt. Dazu spielt das renommierte Klarova Kvarteta. Download
 

Lesung in der Gedenkstätte Theresienstadt

24.01.2019
 
Etwa 100 überwiegend junge Besucher/innen folgten in einer Veranstaltung zum internationalen Holocaust-Gedenktag aufmerksam der Lesung aus meinem Buch. Die Gedenkstätte Theresienstadt hatte die Veranstaltung wunderbar vorbereitet. Das renommierte Klarovo-Kvarteto spielte abwechselnd mit Lesepassagen Lieder von Jaroslav Ježek. Die Lesung wurde zudem ins Tschechische übersetzt. Am Anfang zeigten wir eine kurze Passage aus einem Gespräch mit Lisa Miková in Theresienstadt. Auch ein Fernsehteam kreuzte auf und führte ein Interview mit mir.
 

Buchtaufe / Lesung mit Lisa Miková in Prag

28.11.2018
 
Dies wird die einzige Lesung gemeinsam mit Lisa Miková sein. Vielen Dank der Jüdischen Gemeinde Prag für die unkomplizierte, wunderbare Zusammenarbeit! Sie findet als nichtöffentliche Veranstaltung statt - nur Bewohner des Pflegeheims Hagibor und geladene Gäste, vor allem die tschechische Presse sind dazu eingeladen.
 

Buchtaufe / Lesung mit Lisa Miková in Prag

28.11.2018
 
Einzige gemeinsame Lesung mit Lisa Miková! Download
 

Buchlesung mit Lisa Miková, Michaela Vidláková und Michal Salomonovič in Prag

28.11.2018
 
Eine gelungene Buchvorstellung gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde und Hagibor in Prag! In Gegenwart der "Held/innen" des Buchs: Lisa Miková, Michaela Vidláková und Michal Salomonovič.

An dieser Stelle ganz herzlichen Dank der Jüdischen Gemeinde und Hagibor für die unkomplizierte und wunderbare Zusammenarbeit.

Presseberichte folgen!
 

Pressemitteilung

21.10.2018
 
PRESSEMITTEILUNG 23. 10. 2018 – Neuerscheinung

Werner Imhof: Ich bitte Sie, wir sind doch Europäer!
Lisa Miková – eine Tschechin, die nicht nur Auschwitz überlebt hat

Eine Holocaust-Biografie ist nichts Sensationelles. Die Fakten sind bekannt, nur unverbesserliche Dummköpfe, die im rechtsradikalen Sumpf um Zustimmung werben, stellen sie in Frage. Und doch ist diese Biografie der Tschechin Lisa Miková bemerkenswert. Zunächst, weil die 97-jährige Pragerin nicht einfach eine Auschwitz-Überlebende, sondern eine Zeitzeugin des Jahrhunderts ist.

Dr. Jörg Skriebeleit, Leiter der Gedenkstätte Flossenbürg, schreibt in einem Geleitwort zu diesem Buch:

„Selten in meinem Leben habe ich intensiver gespürt, was die Zerstörung des europäischen Kultur-, Geistes- und Lebensraums durch die nationalsozialistischen Deutschen bedeutete als in den Begegnungen mit Lisa Miková und ihren Freundinnen Eva Štichová, Helga Hošková und Hana Hnatová. Selten in meinem Leben verband sich die historische Entwürdigungs- und Gewalterfahrung mit humanistischer und böhmisch-kosmopolitischer Gegenwartserdung und Zukunftshoffnung als in der Nähe von Lisa Miková und ihren Gefährtinnen, den „Prager Damen“, wie sie in der Gedenkstätte Flossenbürg liebevoll genannt wurden. Dafür bin ich - mit vielen anderen - Lisa Miková unendlich dankbar und es ist mir Ehre und Freude zugleich, ihr dies auf diesem Wege mitteilen zu können.“

Diese Biografie fällt noch aus einem zweiten Grund aus dem Rahmen. Der Autor, der in Tschechien lebende Historiker Werner Imhof, schöpft aus einem Erfahrungsschatz von rund 700 Zeitzeugen-gesprächen, die er organisiert, wissenschaftlich begleitet und moderiert hat. Er hat zwei Autobiografien tschechischer Überlebender ins Deutsche übersetzt, an weiteren mitgearbeitet, gibt sein Wissen bei Führungen durch die Gedenkstätte Theresienstadt weiter. Imhof ist Tschechien-Korrespondent verschiedener deutscher Medien. Dieser weite Horizont bereichert das Buch, stellt Zusammenhänge und aktuelle Bezüge her.

Imhof legt Wert darauf, ein erfülltes Leben nicht auf wenige Jahre der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu verkürzen. Es charakterisiert einen Menschen nicht, Überlebender von Verfolgungen zu sein. Unter den totalitären realsozialistischen Systemen wie der CSSR und der DDR wurde ein dreijähriger, in den Gaskammern ermordeter Junge als „Antifaschist“ vereinnahmt. Um Menschen wie Lisa Miková gerecht zu werden, bedarf es einer ganz anderen Perspektive.

Der Historiker Dr. Michael Düsing betont in seinem Geleitwort:

„Lisa hatte sich nie verbogen – nicht unter den Nazis, und nicht unter den Kommunisten. Ihre Geradlinigkeit und Konsequenz beeindruckten mich tief, mit der sie nach der Nacht der Besetzung Prags und der Tschechoslowakei zur Zerschlagung des „Prager Frühlings“ – des vergeblichen Versuchs, Demokratie, Freiheit und Sozialismus zu vereinen – am Morgen des 21. August 1968 sich weigerte, für die Besetzer und die eigenen Kollaborateure zu arbeiten. Lisa war und ist für mich, für uns, auch deshalb ein Vorbild – für aufrechtes Leben, für Mut, für Standhaftigkeit, für Überzeugung.“

Das Buch ist im Verlag tredition erschienen und ab sofort als Hardcover, Paperback und E-Book im Buchhandel erhältlich. Rezensionsexemplare, Kontakt zum Autor: imhof@seznam.cz

ISBN Taschenbuch: 978-3-7469-6913-8
ISBN Hardcover: 978-3-7469-6914-5
ISBN E-Book: 978-3-7469-6915-2
 

Der Wahl-Tscheche

11.03.2016
 
Netter Artikel von Steffen Neumann in der Sächsischen Zeitung über mich. Download
 

 

Presseberichte

Lisa und die Besetzung Prags

13.03.2019
 
„„Am 15. März 1939 änderte sich alles. Es war ein Schock.““
Von Oliver Hach

Ein Augenzeugenbericht - entdeckt in einem Archiv in Südamerika - und ein jüdisches Mädchen, das Modezeichnerin werden wollte und das Theresienstadt und Auschwitz überlebte: Es sind zwei Geschichten, die vom Ende der Tschechoslowakei vor 80 Jahren erzählen. Und die sich in einer Stadt in Sachsen kreuzen.
Prag/El Alto.

Lisa Miková liegt im Bett, die belegten Brote auf dem Beistelltisch hat sie noch nicht angerührt. "Ich bin schrecklich erkältet", sagt sie. Die aktuelle Tageszeitung aber hat sie schon aufgeschlagen. "Hölle Protektorat", titelt die "Lidové noviny". Tschechiens bedeutendste Tageszeitung hat eine große Serie gestartet: Vor 80 Jahren fielen deutsche Truppen in die Tschechoslowakei ein. Hitlers Endlösung für das einst demokratische und nach dem Münchner Abkommen bereits um die Sudetengebiete beraubte Land lautete: Arisierung der Tschechen im "Protektorat Böhmen und Mähren". Für viele Juden dort bedeutete das den Tod. Lisa Miková sagt: "Am 15. März 1939 änderte sich alles. Es war ein Schock."

Wer die alte Dame besuchen möchte, muss durch eine Sicherheitskontrolle. Das jüdische Seniorenheim am Rande des Prager Stadtteils Vinohrady ist von hohen Mauern und Stahlzäunen umgeben. Schon ab 1911 bot die Jüdische Gemeinde hier Bedürftigen Sozialpflege an, während der NS-Besatzungszeit war es der einzige Ort in Prag, an dem sich Juden noch zu sportlichen und kulturellen Aktivitäten treffen konnten. Im Kommunismus wurde das Haus enteignet und als Krankenhaus genutzt, heute gehört es wieder der Jüdischen Gemeinde Prag.

Lisa Miková hat hier ein helles Zimmer mit Blick in einen Innenhof mit Bäumen, Wiesen und Bänken. Sie ist 97 Jahre alt und wurde als Lisa Lichtenstern in Prag geboren. Ihr Vater war Inhaber der Firma Lichten-stern & Sametz, die mit Ölen, Fetten und Kraftstoffen handelte. Das Mädchen aus einer wohlhabenden jüdischen Familie, das zweisprachig mit Deutsch und Tschechisch aufwuchs, besuchte nach dem Gymnasium eine Fachschule für Modezeichnen, Entwürfe und Reklame. Sie war talentiert, entwarf Damenkleider mit Wespentaille.

"Wir lebten in der Tschechoslowakei in einem kleinen, aber sehr, sehr demokratischen Land, waren aber von vielen weniger demokratischen Ländern umgeben - von Deutschland, von Österreich, von Ungarn und Polen", sagte sie einmal in einem Zeitzeugengespräch. Mit Hitlers "Zerschlagung der Rest-Tschechei" wurde ihre Zukunft zerstört. In Prag begann die dunkelste Zeit der Stadtgeschichte. Diese Nachrichten verbreiteten sich damals rund um den Erdball - bis nach Südamerika.

...

 
Quelle: Freie Presse

Uvítání knihy o l ise Mikové na h agiboru

01.01.2019
 
„Životní příběh paní l isy m ikové natolik zaujal německého historika a spisovatele Wernera imhofa , že o ní napsal knihu Ich bitte Sie, wir sind doch e uropäer! Na hagiboru, kde nyní paní m iková žije, se 28. listopadu za její přítomnosti uskutečnilo veřejné představení knihy a autorské čtení vybraných ukázek.“
 
Quelle: Obecni noviny, Prag, Januar 2019

Auschwitz überlebt: Buch über Lisa Miková

06.12.2018
 
„Die Menschen, die die Gräuel der Nazizeit überlebt haben, werden immer älter. Bald wird man von ihrem Leid nur noch aus zweiter Hand etwas erfahren können. Auch deswegen hat der Journalist und Historiker Werner Imhof nun ein Buch geschrieben. Im Mittelpunkt stehen die Berichte der Tschechin Lisa Miková. Sie war unter anderem in Terezín / Theresienstadt und Auschwitz. Vergangene Woche hat Imhof den Band in Prag vorgestellt. “
Das jüdische Kulturzentrum und Pflegeheim Hagibor. Es ist eine kleine Lesung, auch Lisa Miková ist da – eine 96-jährige Dame, mittlerweile im Rollstuhl. Um ihre Geschichte dreht sich das Buch, das Werner Imhof geschrieben hat. Der Journalist und Historiker trägt unter anderem eine Passage vor, in der es um Ereignisse gegen Ende des Jahres 1938 geht. Hitler hat bereits die Sudetengebiete in der Tschechoslowakei besetzt. Auch in der Familie Lichtenstern, so der Mädchenname von Lisa Miková, herrscht Angst. Einige Juden sind schon geflohen. Die Lichtensterns möchten ihre Tochter ebenfalls in Sicherheit bringen. Sie schicken die 16-jährige Lisa mit einer Freundin zusammen zu einer Cousine des Vaters nach Zagreb. Imhof schildert die Sache in seinem Buch so:

„Lisa hielt es nicht aus ohne die Eltern. Sie wechselten Briefe, und Lisa erfand einen Brief der Eltern, in dem diese angeblich mitteilten, die Kriegsgefahr habe sich verringert und sie könne heimkehren. Die Cousine wollte diesen Brief sehen, aber Lisa sagte ihr, er sei auf Tschechisch geschrieben und das verstehe sie doch nicht. Unterdessen hatte der Vater, Geschäftskontakte nutzend, organisiert, dass Lisa mit einem Transportflugzeug nach Schottland gebracht werden könnte. Aber sie war schon auf dem Rückweg. Zu Hause angekommen, bekam sie von ihrem Vater zum ersten Mal eine Ohrfeige. Danach waren alle Fluchtwege geschlossen.“

Später wirft sich Lisa Miková immer wieder vor, dass sie damals nicht geflohen ist. Wie die meisten Juden in Europa, wird auch ihre Familie von den Deutschen in Lager verschleppt. Zunächst kommen die Lichtensterns ins KZ und Ghetto Theresienstadt, später werden beide Eltern in den Gaskammern von Auschwitz ermordet. Lisa, die zu jener Zeit bereits mit František Mika verheiratet ist, überlebt die KZ und Vernichtungslager – und ihr Mann ebenfalls.

Kleine Geschichten, die viel sagen

Werner Imhof schildert das auf 112 Seiten. In dem schmalen Band wechseln sich die Erläuterungen und Nacherzählungen des Autors mit wörtlichen Zitaten von Lisa Miková ab. Imhof lässt zudem weitere Holocaust-Überlebende zu Wort kommen. Die hat der Historiker zwischen 2002 und 2017 kennengelernt, als er bei der Brücke/Most-Stiftung Zeitzeugengespräche betreute.

„Bevor ich das Buch angegangen bin, habe ich mit Lisa Miková kurz darüber gesprochen. Das war aber eher im theoretischen Bereich. Ich wollte nicht ihr Ghostwriter für eine Autobiografie sein, weil ich in 15 Jahren intensiver Beschäftigung mit den Zeitzeugen so viele Geschichten gehört habe, bei denen selbst kleine Begebenheiten viel über die Historie sagen. Ich erwähne in dem Buch die Geschichte, die mir Josef Salomonovič einmal erzählt hat“, so Imhof.

Der Genannte sprach mit einem Berufskollegen über dessen Einsatz als Wachmann im KZ Stutthof. Aus genau diesem Konzentrationslager war die Familie Salomonovič auf einen Todesmarsch geschickt worden. Zwar überlebten die Mutter sowie Josef und sein Bruder, der Vater aber wurde durch eine Giftspritze umgebracht. Dazu Werner Imhof:

„Josef Salomonovič traf um das Jahr 2002 diesen ehemaligen Wärter. Der brachte das auf die Formel: Man habe dort keine Menschen bewacht, da seien keine Menschen gewesen, sondern nur Juden. Solche Begebenheit sagen manchmal mehr über den Holocaust als ganze Bücher oder ganze Filme.“

Mit seinem neuen Band wendet sich der Autor auch gegen „die Holocaust-Leugner und Unverbesserlichen wie den AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland“, wie er an einer Stelle schreibt. Deswegen schildert Imhof die tatsächlichen Lebensumstände in den Lagern, die von den Deutschen nur zu einem Ziel angelegt waren: Menschen zu vernichten. Das bezieht sich auch auf das KZ und Ghetto Theresienstadt, das von der NS-Propaganda zum beschaulichen Erholungsort verklärt wurde.

„Zu Theresienstadt reicht eine Zahl, die deprimierend und vernichtend ist: Von 15.000 Kindern und Jugendlichen, die dort waren, haben 200 überlebt“, sagt Imhof.
 
Quelle: Radio Prag

Buchempfehlung

11.11.2018
 
„Das Büchlein ist auch deshalb so empfehlenswert, weil es unaufdringlich, aber kenntnisreich die neuere Geschichte unseres Nachbarlandes - für viele fast unbekannt - ausbreitet.“
Buchempfehlung Download
 
Quelle: Facebook

Preisträger Werner Imhof protestiert gegen Präsident Zeman

31.08.2016
 
„Imhof hält die Auszeichnung Zemans für unangebracht, denn der Präsident mache Stimmung gegen Flüchtlinge und deren Aufnahme in Europa, toleriere Rechtsradikalismus, beleidige Journalisten und Non-Profit-­Organisationen und zeige keinen Respekt vor EU-Abmachungen zur Flüchtlingsaufnahme. Die Reaktion der Prager Burg ließ nicht lange auf sich warten.“
Man kann diesem Mann doch nicht alles durchgehen lassen...
 
Quelle: Prager Zeitung

Historiker Werner Imhof gibt Verdienstmedaille zurück

29.08.2016
 
„Ich habe aus tiefem Respekt vor jenen, die mich dafür vorgeschlagen und sie mir verliehen haben, lange über diesen Schritt nachgedacht. Aber gerade die Hochachtung vor diesen Menschen, die von der neuen Führung des Verbandes nicht mehr repräsentiert werden, macht meine Entscheidung notwendig.“
Historiker gibt Verdienstmedaille zurück

29. August 2016 11:04
Der in Tschechien beheimatete deutsche Historiker Werner Imhof gibt die Verdienstmedaille des tschechischen Verbandes der Freiheitskämpfer zurück. In einem offen Brief benennt er die Gründe dafür.
Als mir am 12. 2. 2011 von dem von mir hoch geachteten Auschwitz-Überlebenden Michal Salomonovič die Verdienstmedaille des „Český svaz bojovníků za svobodu“ (Tschechischer Verband der Freiheitskämpfer, in dem die meisten tschechischen Holocaust-Überlebenden organisiert sind) verliehen wurde, war ich sehr gerührt. Ich habe es als große Ehre empfunden, diese Medaille als erst zweiter Deutscher nach dem Leiter der Gedenkstätte Flossenbürg, Jörg Skriebeleit, zu erhalten. Gewürdigt wurde damit vor allem, dass ich rund 700 Begegnungen mit tschechischen Zeitzeugen des Holocaust organisiert und pädagogisch begleitet hatte. Ihnen vor allem galt mein Engagement. Gewürdigt wurden meine Verdienste als Historiker und Journalist um die historische Aufklärung, die ich durch die Arbeit als Nordböhmenkorrespondent und vor allem vor allem im Dienst der „Brücke/Most-Stiftung zur Förderung der deutsch-tschechischen Verständigung und Zusammenarbeit“ erworben habe, als Pressereferent, durch diese Zeitzeugengespräche, durch tschechisch-deutsche Seminare für Schüler/innen und Lehrende aus beiden Ländern, durch Vorträge, von mir geleitete Workshops und durch Gedenkstättenführungen zur deutsch-tschechischen Geschichte in beiden Ländern, unter anderem in Theresienstadt, und als Übersetzer verschiedener Holocaust-Biografien aus dem Tschechischen.
Eine neue Führung des Tschechischen Vebandes der Freiheitskämpfer hat diese Verdienstmedaille nun dem derzeitige tschechischen Präsidenten Miloš Zeman verliehen.
Wenn er diese Medaille verdient, dann verdiene ich sie nicht. Wenn es „Verdienste“ für das Land sind, in dem ich lebe, das ich liebe, für das ich mich engagiere – die Tschechische Republik – betrunken an Bischöfen, die mir die Hand reichen wollen, vorbeizutorkeln, Pegida-Delegationen zu empfangen und herzlich zu begrüßen, Rechtsradikale wie Herrn Sládek oder Konvi
ka in seiner Nähe zu dulden, dazu aufzurufen, Waffen zu tragen, Journalisten und verdienstvolle NGOs zu beleidigen, die Nähe zu Autokraten wie Putin und Xi Jinping zu suchen, gegen alle EU-Vereinbarungen dazu aufzufrufen, keinerlei Flüchtlinge aufzunehmen (das ist ein Schlag ins Gesicht aller Holocaust-Überlebenden, die im Exil überlebt haben und entspricht der damaligen Schweizer Haltung: Zahngold aus Auschwitz? Gern! Asyl? Nein!) – dann kann und will ich da nicht mithalten.
Meiner Meinung nach tritt Miloš Zeman die von Tomáš Garrigue Masaryk und Václav Havel begründete wundervolle Tradition, das weltweite Ansehen der Tschechischen Republik, symbolisiert in Jahreszahlen wie 1968 – Prager Frühling, 1977 – Charta 77, oder 1989 – Samtene Revolution, das zuvor Václav Klaus als Präsident in meinen Augen bereits schwer beschädigt hatte, und nun durch Auftritte bei Wahlkampfveranstaltungen der deutschen AfD beschmutzt, vollends in die Tonne. Ich gebe deshalb die Verdienstmedaille, die ich nicht mit Zeman gemeinsam tragen möchte, zurück.
Ich habe aus tiefem Respekt vor jenen, die mich dafür vorgeschlagen und sie mir verliehen haben, lange über diesen Schritt nachgedacht. Aber gerade die Hochachtung vor diesen Menschen, die von der neuen Führung des Verbandes nicht mehr repräsentiert werden, macht meine Entscheidung notwendig. (vs)
 
Quelle: Oberpfalz TV

Frauen mit Brille? Ins Gas!

27.01.2010
 
„Transport im Viehwaggon, Fleischgeruch in der Luft, Selektion mit Doktor Mengele: Holocaust-Überlebende Lisa Miková erinnert sich an das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. “
Wunderbarer Artikel von Oliver Das Gupta in der Süddeutschen Zeitung über Lisa Miková.
 
Quelle: Süddeutsche Zeitung

Oral History

13.11.2008
 
„Die Arbeit mit Zeitzeugen birgt Risiken, erfordert sorgfältige und aufwändige Vorbereitung. Aber der Aufwand lohnt. Ein kritischer Überblick. “
Ein Versuch, meine in über 700 Zeitzeugengesprächen gewonnenen Erfahrungen weiterzugeben.
 
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung

 

Videos

TV-Beitrag zur Lesung in Theresienstadt

24.01.2019
 
ab 7:06 ...
 
 

Geschichte verbindet - Projekt unter Koordination von Werner Imhof

 
Eines der vielen Zeitzeugenprojekte, die Werner Imhof durchgeführt hat - Lisa Miková war immer dabei.