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Ohne Fluchtpunkt 2

In der Tauschgesellschaft, 13 Augenblicke des Bodenlosen

Winfried Klose
Romane & Erzählungen

Die dreizehn Erzählungen, Augenblicke des Bodenlosen, sind Blicke auf ein falsches Leben. Die Protagonisten der einzelnen Texte sind meist der Schicht der Bildungsbürger zuzuordnen. Einige der Figuren sind dabei, sich von der Ideologie der Leistung und materiellen Sicherheit loszusagen, stehen für einen Moment an einem Wendepunkt: einer eigenen Wahl, einem verdrängten Lebenswunsch, einer erkannten Schuld. … Sie scheitern meist an Normen der globalen Tauschgesellschaft, die in einzelne der Warenform scheinbar enthobene Bereiche, wie Kunst, Musik, Ethik, … vordringen, alle Werte einebnen, ebenso Sprache, Psyche und Zusammenleben der Menschen tangieren und sie an der Entfaltung zu selbstverantwortlichen Subjekten hindern. – Mit ihrem Scheitern in entscheidenden Situationen wird die Identität einzelner Figuren in Frage gestellt. Vor der gleichen Frage steht der Leser. Gelingt es ihm, in der Welt der Erzählungen Fuß zu fassen, sieht er sich mehr oder weniger beschädigten, gleichwohl achtbaren Individualitäten gegenübergestellt. Da einzelne Episoden im Widerspruch zueinander stehen, keineswegs einer zu einem Ziel führenden Handlung folgen, vermag der Leser eigene Mutmaßungen über ein Davonkommen oder Scheitern der Protagonisten anzustellen.