e-Book-Studie: Sind elektronische Bücher ein tragfähiges Geschäftsmodell?

Der Self-Publishing Anbieter tredition kommt in einer e-Book-Studiezu dem Ergebnis, dass Self-Publishing-Geschäftsmodelle, die sich ausschließlich auf e-Books fokussieren, auch auf lange Sicht wirtschaftlich nicht tragfähig sind. Bei einem Ertrag von 11,44 € pro lieferbarem e-Book-Titel pro Jahr kann der Aufwand für IT-Infrastruktur und Autorenbetreuung nicht gedeckt werden. Eine Konsolidierung unter den Anbietern, die ausschließlich e-Book Self-Publishing anbieten, ist zu erwarten.

 

Entwicklung Umsatz pro lieferbarem e-Book Titel

Vorsicht geboten: eBooks sind wirtschaftlich nur als Ergänzung zu Print sinnvoll

In einer per Oktober 2012 durchgeführten Marktanalyse hat tredition die Angebote von bookrix, neobooks, epubli und tredition selbst untersucht. Die vier Anbieter hatten per 31.10.2012 zusammen 1.478 lieferbare eBooks im Programm. Der durchschnittliche Nettoverkaufspreis dieser e-Books beträgt 4,22 €. Bei einem Handelsrabatt für e-Book-Shops von 35 % und Auslieferungskosten von 10 % erwirtschaften die Anbieter eine Verlagsmarge von 2,32 €. Im Durchschnitt reichen die vier Self-Publishing-Anbieter davon 1,80 € an ihre Autoren weiter, so dass ihnen ein Ertrag von 0,52 € pro verkauftem eBook bleibt. Für die Deckung der Personalkosten eines Mitarbeiters i.H.v. 36.000 € sind bei diesem Geschäftsmodell rund 70.000 verkaufte e-Books pro Jahr notwendig.

e-Books: Eine Frage des Ertrages

In ihrer e-Book-Studie Studie „Marktübersicht E-Publishing“ geht die auf Medien spezialisierte Unternehmensberatung Kirchner + Robrecht (Berlin) von 12,78 Mio. verkauften e-Books im deutschsprachigen Raum für den Zeitraum 2012-2013 aus. Die Zahl der lieferbaren e-Books beträgt laut „libreka“ (e-Book-Shop des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels) 591.548 verschiedene Titel (Stand 22.11.2012). Das bedeutet, dass pro lieferbarem Titel lediglich 22 Exemplare in 2013 verkauft werden und somit die Self-Publishing-Dienstleister bei 0,52 € pro verkauftem eBook einen Ertrag von 11,44 € pro lieferbarem Titel pro Jahr erwirtschaften. Bei diesem Ertrag muss ein eBook Self-Publishing-Anbieter 3.215 Titel im Programm haben, um das Gehalt eines Mitarbeiters tragen zu können. Diese benötigte Titelzahl ist mehr als doppelt so groß als die vier untersuchten Anbieter zusammen über eBook-Shops anbieten (eigene Shops ausgeschlossen).

e-Book-Studie: Print bleibt unverzichtbar

tredition kommt in seiner e-Book-Studie zu dem Ergebnis, dass Self-Publishing-Geschäftsmodelle, die sich allein auf eBooks fokussieren, auch auf lange Sicht nicht wirtschaftlich sind und erwartet eine Konsolidierung im Bereich der Unternehmen, die nur eBook Self-Publishing anbieten. Für das benötigte Titelvolumen sind hohe Kosten für die Autorengewinnung und Betreuung erforderlich. Das Geschäftsmodell ist bei kleinen Stückzahlen defizitär und verhält sich bei Kosten und Umsätzen in etwa linear, so dass es auch bei wachsendem Titelvolumen nicht tragbar ist. Die Analyse kommt weiter zu dem Schluss, dass Self‑Publishing nur wirtschaftlich sinnvoll ist, wenn die Inhalte der Autoren auch als print-Werke veröffentlicht und vermarktet werden. tredition veröffentlicht daher jedes Werk als Paperback, Hardcover und eBook – gepaart mit der aktiven Vermarktung der Werke.

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