Buchhändler-Umfrage: Wie ist die Haltung gegenüber Self-Publishing?

Die Meinung des Buchhandels kommt im Diskurs über Self-Publishing oft zu kurz. Eine Buchhändler-Umfrage beleuchtet die Haltung der Sortimenter gegenüber dem jungen Marktsegment.

Kleine Auflagen, unbekannte Autoren, Zweifel an der inhaltlichen Qualität – Buchhandlungen können viele Gründe dafür anführen, Titel aus Self-Publishing-Verlagen zu verschmähen. indition startete im Februar dieses Jahres eine Umfrage unter 872 Buchhandlungen in Deutschland. Ziel war es herauszufinden, welche Haltung der Buchhandel gegenüber Self-Publishing hat und unter welchen Bedingungen, Titel dieses Marktsegmentes ein Platz in den Regalen eingeräumt wird. Exakt 121 Buchhändlerinnen und Buchhändler stellten sich unseren Fragen – ein Indiz für die offenbar geringe Bereitschaft, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Insgesamt lassen sich zwei übergeordnete Erkenntnisse aus den Umfrageergebnissen ablesen: Die Motivation des Buchhandels, Self-Publishing-Titel buchstäblich „in ihre Regale zu stellen“, ist größer als vielfach angenommen. Zugleich wird die Bedeutung, die Self-Publishing bereits auf dem deutschen Buchmarkt hat, deutlich unterschätzt – dementsprechend wenig Relevanz messen die Befragten dem Self-Publishing mit Blick auf die nächsten Jahre bei. Die wichtigste Erkenntnis für traditionelle Verlage lautet: Mehr als die Hälfte der befragten Buchhändler würde Self-Publishing-Titel in ihr Sortiment aufnehmen, wenn diese aus einem etablierten Verlagshaus kommen.

Buchhändlerumfrage zum Self-Publishing

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchhändlerumfrage zum Self-Publishing

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchhändlerumfrage zum Self-Publishing

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie der stationäre Buchhandel gegenüber Self-Publishing eingestellt ist, wird für Autoren, Verlage und Dienstleister auch in Zukunft große Bedeutung haben. Wie im Buchmarkt insgesamt so wird auch im Self-Publishing die Bedeutung des e-Books überschätzt und vielfach falsch dargestellt. 97 Prozent des Umsatzes im Self-Publishing entfallen auf Paperbacks und Hardcover und lediglich drei Prozent auf e-Books.

Eingedenk des niedrigen Verkaufspreisniveaus im e-Book-Bereich ist es weder für Autoren noch Verlage wirtschaftlich sinnvoll, allein auf das elektronische Ausgabeformat zu setzen. Zugleich ist davon auszugehen, dass in Zukunft immer mehr Buchhändler die Mehrwerte des Self-Publishing für sich erkennen: Ein neues wachsendes Segment, junge talentierte Autoren und zusätzliche Umsatzchancen mit starken Marken im Hintergrund.

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