Editorial: Wenn talentierte Autoren anklopfen

Berichten über Strategien, talentierte Autoren zu entdecken: Sönke Schulz und Sandra Latußeck

Seit 2006 Spezialisten für Self-Publishing: Die tredition-Geschäftsführer Sönke Schulz und Sandra Latußeck

Wie viele unverlangt eingesandte Manuskripte landen jährlich im Briefkasten nur eines deutschen Verlages? Bis zu 5.000 zählt der Suhrkamp Verlag, nicht weniger als 10.000 sind es allein bei den S. Fischer Verlagen. Diese Buchprojekte ausführlich zu sichten, ist völlig undenkbar und selbst das Querlesen der eingereichten Texte samt Rückantwort an die (potenziell) talentierten Autoren rauben Verlagen wertvolle Kapazitäten.

Dem Trend folgen

Während die große Mehrheit der Manuskripte auf dem Ablagestapel der Lektorate landet oder sofort abgelehnt wird, bleibt den talentierten Autoren die Möglichkeit, über Self-Publishing ihr Buch auf den Markt zu bringen – und dieser Weg wird zunehmend oft eingeschlagen. Bereits jetzt beträgt der Anteil des Self-Publishing gemessen an den Neuerscheinungen rund 19 Prozent am gesamten Buchmarkt in Deutschland. Getreu eines Zitates des Werbeberaters Karl-Heinz Karius – „Talent ist nur der Fahrplan für die Reise. Das Ticket muss man selber lösen“ – versuchen talentierte Autoren ihr Glück ohne einen renommierten Verlag. Weshalb aber sollte nicht der Verlag selbst dem Autor „das Ticket“ zur Verfügung stellen, um unmittelbar am wachsenden Segment des Self-Publishing teilzuhaben?

Talentierte Autoren stehen für Qualität

Wie Verlage den Kostenfaktor der Manuskriptbearbeitung in ein gewinnbringendes Geschäft umwandeln können, erläutern wir in dieser Ausgabe von indition. Dabei stellen wir ein Geschäftsmodell vor, das Self-Publishing und traditionelles Verlagswesen miteinander verknüpft. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Der berechtigte Anspruch der Verlage, das eigene Programm stets um talentierte Autoren und qualitativ hochwertige ebenso wie potenziell umsatzstarke Titel zu bereichern, ist Kern des auf den folgenden Seiten erläuterten Konzeptes.

Self-Publishing ist kein mediales und gesellschaftliches Einzelphänomen. Anhand von Beispielen wie Youtube, Casting-Shows im Fernsehen oder Onlinemarktplätzen für Handgemachtes zeigen wir auf, wie Verlage von Trends und Erfolgen in anderen Medienbereichen und Branchen lernen können. Darüber hinaus nimmt indition dieses Mal die Perspektive eines Autors ein, der sich nach der Herausgabe mehrerer Bücher bei traditionellen Verlagen dem Self-Publishing zugewendet hat.

Stets ist es indition auch ein Anliegen, die Strukturen und Prinzipien des Buchmarktes kritisch zu durchleuchten. Dieses Mal steht die Buchpreisbindung und deren Auswirkungen für die Marktteilnehmer im Blickpunkt des Interesses.

Auf Ihr Feedback und einen konstruktiven Austausch über schlagkräftige Strategien und Geschäftsmodelle im Buchmarkt freuen wir uns.

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