In unserer immer schnelllebigeren, globalisierten Welt setzt sich eine Gegentendenz immer mehr durch: Buy local-Bewegungen, Bio, Fair Trade oder vegane und regionale Ernährung zeigen einen unaufhaltsamen Trend zum regionalen und lokalen Produkt – und das nicht nur in der Lebensmittel- und Kleidungsbranche. Auch im Buchmarkt setzen Buchhändler und Leser zunehmend ihr Augenmerk auf regionale Autoren und Themen. Regionale LiteraturAuch Titel mit regionalem Bezug, etwa regionale Kriminalliteratur, Texte mit lokalem Einschlag oder Dialekt werden immer beliebter und setzen sich bei Buchhändlern und Lesern zunehmend durch. Dabei sticht natürlich der Krimi mit Lokalkolorit besonders hervor, aber auch andere Genres haben etwas zu bieten, wenn es um den Trend Regionalität geht.

Wir freuen uns über eine Reihe von Autorinnen und Autoren von tredition, die regionale Themen leben und in ihren Texten auf originelle Weise umsetzen. Im folgenden Artikel stellen wir Ihnen diese Bücher aus dem aktuellen tredition-Programm, vom Krimi bis zum Platt-Klassiker, näher vor. Vielleicht ist ja das eine oder andere Buch für Ihre Lektüre dabei – oder die eine oder andere Anregung für Ihr eigenes regionales Werk!

So vielfältig zeigt sich regionale Literatur!

  • Amrumer Familien-Erbe
  • Kein Halt Nirgendwo
  • Raub von Silber Mord für Gold
  • MATT
  • Finsterer Ginster
  • Staller und der unheimliche Fremde
  • Sendeschluss in Edinburgh
  • Kirmesblut
  • Wellen kommen, Wellen gehen von Birte Stährmann
  • Odde Alldag un sien Jungstöög

Reisen Sie mit unseren Büchern auf die Insel Amrum, nach Hamburg oder Bern und tauchen Sie ein in die Lektürewelten in Ihrer Region oder lassen Sie sich auf ein Abenteuer in einer ganz anderen Gegend ein. Regionale Literatur bietet die Möglichkeit, spannende Handlungen direkt beim Leser vor Ort zu inszenieren und damit neben einer packenden Geschichte einen weiteren Mehrwert für den Leser zu schaffen. Sie können mit diesen Büchern eine bestimmte Region und ihre Bewohner durch das passende Lokalkolorit besser kennen lernen.

Unsere Lesetipps zu regionaler Literatur:

Regionale Lektüre bzw. Krimis mit Lokalkolorit schon seit den 80er Jahren bekannt. Aber erst in der jüngsten Zeit hat ein regelrechter Boom dieses Genres eingesetzt. Auf den Leser warten hierbei fiktive Romanhelden, die in einem bekannten Umfeld agieren. Autoren bieten interessante Geschichten über die eigene Region und die eigene Stadt, so dass sich LeserInnen direkt in der Handlung wiederfinden können, da der Handlungsort bekannt ist. Für jeden Ort gibt es mittlerweile – wie beim „Tatort“  den passenden Polizisten oder Privatermittler.

Die Top-Lesetipps zum Thema Regionale Literatur

Moin Moin Amrum!

„Amrumer Familien-Erbe“ von Jan Rolfsmeier

Worum geht’s‘?

Der Amrumer Fahrradverleiher Peer Olufsen wird ermordet. Sein Bruder Gunnar ist unauffindbar, doch auf der Tatwaffe sind seine Fingerabdrücke. Für den Husumer Mordermittler Hark Petersen ist der einfältige, gutmütige Gunnar damit aber noch längst nicht der Täter. Zumindest nicht er allein. Da kämen schon eher Peers Schwester und die schönen Cousinen in Frage. Oder ging es um geplante Bauprojekte? Und wer, zum Teufel, tut hier so, als wäre der „Volvo-Mörder“ zurück?

Das Besondere am Buch:

Der unterhaltsame Krimi „Amrumer Familien-Erbe“ mit norddeutschen Hintergrund eignet sich ideal als Urlaubslektüre für alle, die spannende Krimis mit Lokalkolorit lieben. Die Landschaften laden zum Träumen ein – vielleicht wollen die Leser am Ende selbst die norddeutschen Küsten besuchen; hoffentlich jedoch, ohne dabei in einen Mord verwickelt zu werden.

Amrumer Familien-Erbe

Kein Halt Nirgendwo

Bern lässt grüßen!

„Kein Halt Nirgendwo“ von Marta Monti

Worum geht’s‘?

Im Wald wird eine Leiche entdeckt. Wer ist die junge Frau, die sich da erhängt hat? Das B&B-Team der Kripo Bern stellt fest, dass es sich nicht um Selbstmord handelt, sondern um Mord. Die bekannte Journalistin Lela Petrovic war aufgeknüpft worden, weil sie in einem Artikel die illegalen Geschäfte in Bümpliz angeprangert hatte. Von da an wurde sie gejagt. Vor allem wollten die Gangs an ihr Tagebuch, in dem sie akribisch genau das Treiben auf der KrimMall festhielt. Die Journalistin bezahlte ihre Recherche mit dem Leben, doch dank ihrer Notizen konnte den Verbrechern das Handwerk gelegt werden.

Das Besondere am Buch:

„Kein Halt Nirgendwo“ ist der gelungene Abschluss von Marta Montis Kriminaltrilogie über die Abenteuer und Ermittlungen der Berner Kripo. Ob als Journalistin oder Kneipenwirtin, ob als Mitarbeiterin beim WWF Zürich oder im Haus der Kulturen der Welt in Berlin – Marta Monti liest Leben auf – und gibt dies in einem packenden Schweizer Regionalkrimi zum Besten. Den Lesern werden ihre Figuren schnell ans Herz wachsen.

Das halbseidene Milieu erwartet Sie!

RAUB von Silber MORD für Gold von Iris Otto

Worum geht’s‘?

Eine Seniorin kommt in Iris Ottos Regionalkrimi „RAUB von Silber MORD für Gold“ Kontakt mit dem halbseidenen Milieu. Gibt es eine lukrativere Geldanlage als Gold? Nicht für die 77-jährige Rosalie, die ihr bescheidenes Vermögen vollständig in Schmuck investiert hat. Ausgerechnet als sie eine ihrer Ketten verkaufen will, wird das Juweliergeschäft in Ebbelheim am Taunus überfallen. Zu allem Überfluss muss Rosalie feststellen, dass ihr Schmuck Hehlerware ist. Schnell kommt sie in Kontakt mit dem halbseidenen Milieu und gerät ins Visier der Polizei. Der Alarm erreicht Hauptkommissar Beinert nur einen Tag vor seinem wohlverdienten Urlaub. Aber den Raubmord seiner jungen Kollegin Analyn zu überlassen, kommt für ihn nicht in Frage. Also kämpft er gegen die Zeit sowie eine wachsende Zahl Verdächtiger. Und die einzige Augenzeugin ist wie vom Erdboden verschluckt.

Das Besondere am Buch

Der Regionalkrimi „RAUB von Silber MORD für Gold“ von Iris Otto baut von Kapitel zu Kapitel immer mehr Spannung auf. Die Leser können sich auf überraschende Wendungen einstellen.

Raub von Silber Mord für Gold

Staller und der unheimliche Fremde

Ein Kriminalfall mit norddeutschem Lokalkolorit

„Staller und der unheimliche Fremde – Mike Stallers sechster Fall“ von Chris Krause

Worum geht’s‘?

Das Leben von Vivian Heber wird ordentlich auf den Kopf gestellt, als ein Fremder in ihre Wohnung eindringt, während sie sich an ihrem Arbeitsplatz befindet. Er liest ihr Tagebuch, sitzt auf ihrer Toilette und liegt in ihrem Bett. Er eignet sich ihr komplettes Leben an – und sie ahnt nichts. Ein Albtraum? Doch das ist nur der erste Teil seines Planes. Vivian hat Angst, langsam den Verstand zu verlieren. Der Polizei sind die Hände gebunden, denn einen Beweis für die Existenz dieses Fremden gibt es nicht. Nur Polizeireporter Mike Staller glaubt ihr. Dann verschwindet Vivian plötzlich spurlos …

Das Besondere am Buch:

Chris Krause verbindet in „Staller und der unheimliche Fremde“ erneut gekonnt atemberaubende Spannung mit skurrilen Typen und witzigen Dialogen. Die absurden Charaktere und die spannende Handlung halten die Leser auch im sechsten Fall von Mike Staller auf Trab und machen es schwer, das Buch vor der letzten Buchseite wegzulegen. Ein Kriminalfall, nicht nur für alle Hamburg-Fans.

Der 2. fesselnde Mühlheim-Fall

„MATT – Ein Mühlheim Krimi von Volker Jochim

Worum geht’s‘?

Detektiv Henry Pieroth kehrt in dem vorliegenden Roman für seinen zweiten Fall zurück. Dieses Mal muss der ungewöhnliche Detektiv zusammen mit dem Hauptkommissar Schuhmann einen Jungen, der auf seinem Schulweg entführt wurde, finden. Es tauchen an verschiedenen Stellen Nachrichten auf, die den Verdacht erwecken, dass der Fall mit dem Höllenkreis-Mörder in Verbindung steht. Die Ermittler suchen verbissen nach einer Lösung. Am Anfang glauben sie noch, dass alles ein perfides Spiel ist. Doch der Fall nimmt schnell eine dramatische Wendung an, als der Täter Pieroth vor eine sehr persönliche Herausforderung stellt.

Das Besondere am Buch:

Volker Jochim legt mit „MATT“ den zweiten Fall des ungewöhnlichen Detektivs Henry Pieroth vor. Nach dem packenden ersten Band „Tod im Kreis“ legt der neue Mühlheim-Krimi wieder einen herausfordernden Fall für Henry Pieroth und alle Krimi-Fans vor. Der Roman hält wieder viele lokale Bezüge zu Mühlheim bereit, ist aber auch für alle überregionalen Krimifans ein Muss.

MATT

Kirmesblut

Historische Rückblenden und feuchtfröhliche Schunkeleien auf der Kirmes

„Kirmesblut – Musik für Gardner“ von Elisabeth Waterfeld

Worum geht’s‘?

Verwirrung macht sich breit, als in „Kirmesblut“ von Elisabeth Waterfeld auf einem Verkehrskreisel in dem kleinen Ort Breuna eine Leiche gefunden wird. Niemand hat eine Ahnung, warum die junge Frau sterben musste und wer hinter dieser Tat steckt. Kommissar Gardner und sein Dackel Erich übernehmen und stellen ihre Nachforschungen an. Historische Rückblenden und feuchtfröhliche Schunkeleien auf der Kirmes bilden den Hintergrund für einen Fall, der dem Ermittler viele Fragezeichen aufgibt.

Das Besondere am Buch:

„Kirmesblut“ von Elisabeth Waterfeld ist der zweite Teil des Überraschungserfolges „Weinbergmond – Ein Kasselkrimi“. Der zweite Fall des charmanten Ermittlers aus Kassel hält wieder einige spannende Lesemomente für Krimifans bereit. Die Leser begeben sich darin zusammen mit Gardner und seinem tierischen Begleiter auf eine spannende Suche nach Antworten. „Kirmesblut“ wird Liebhaber von Krimis ansprechen, aber auch Kriminalanfängern das Herz für dieses Genre erwärmen.

Mord und Totschlag in Hamburg

„Finsterer Ginster – 10 Lokalkrimis aus Bramfeld“ von Britta Sominka und Hannelore Zuschlag

Worum geht’s‘?

Der Hamburger Stadtteil Bramfeld ist ein gefährliches Pflaster – das enthüllt eine einmalige Krimisammlung, die zehn Geschichten voller Lokalkolorit und Todesfälle versammelt. Mord, tote Mönche, eine verschwundene Leiche, viel Ungeheuerliches und finstere Gestalten treiben sich in Bramfeld herum.

Das Besondere am Buch:

Die zehn Kriminalfälle aus Bramfeld sind bei einem Lokalkrimiwettbewerb des Bramfelder Kulturladens Brakula Bramfelder Kulturladen e.V. entstanden. Während des Wettbewerbs „Finsterer Ginster“ hat eine Jury die zehn gelungensten Geschichten ausgewählt, um sie in diesem einmaligen Buch zu veröffentlichen. Die Kurzgeschichten erzählen von echten und geträumten Morden, von Entführungen und historischen Ereignissen. Eines haben sie aber alle gemeinsam: Tatort Bramfeld. Britta Sominka und der Bramfelder Kulturladen haben zum 30-jährigen Jubiläum des Kulturladens eine beeindruckende Fantasie im Hamburger Viertel geweckt. Nicht nur Bramfelder finden hier ein spannendes und zum Schaudern anregendes Lesevergnügen.

Finsterer Ginster

Sendeschluss in Edinburgh

Der etwas andere Schottland-Krimi

„Sendeschluss in Edinburgh“ von Ralf Göhrig

Worum geht’s‘?

Bob Hamilton arbeitete viele Jahre für verschiedene englische Poizeibehörden, bevor er endlich wieder in seine schottische Heimat zurückkehrt. Er zieht als Leiter der schottischen Kriminalpolizei in ein Büro im Polizeihauptquartier im neogotischen Tulliallan Castle, doch hat kaum Zeit sich wieder einzuleben, bevor der erste Fall zu lösen ist. Eine bekannte Fernsehmoderation wird ermordet und es scheint alles darauf hinzuweisen, dass der Mord mit dem Brexit und der schottischen Unabhängigkeitsbewegung zusammenhängt. Jemand ist offenbar nicht zufrieden und will es alle auf makabere Weise wissen lassen.

Das Besondere am Buch:

Der Krimi ist ein riesiges Lesevergnügen für alle, die Krimis mit politischem Hintergrund faszinierend finden und Schottland mögen. Edinburgh ist ein eindrucksvoller Hintergrund für die Handlung, welche die Leser an die Seiten fesseln wird.

Zwischen Stuttgart und Barcelona

„Wellen kommen, Wellen gehen“ von Birte Stährmann

Worum geht’s‘?

1953, Stuttgart/ Barcelona: Die junge Fremdsprachenkorrespondentin Elisabeth bricht aus der Enge Deutschlands auf in das vom Franco-Regime durch Repressalien geprägte Barcelona. Dennoch findet die Romanheldin in dieser Stadt eine bisher nie gekannte Freiheit. Bald kommen sie und ihr katalanischer Kollege Emanuel sich näher und verlieben sich ineinander. Doch die Liebe steht unter schlechten Vorzeichen, Emanuel ist verheiratet und hat eine kleine Tochter. Erst im Jahr 1993 scheint sich der Traum von Liebe für Elisabeth erfüllen zu können, als sie erneut in die Ferne aufbricht.

Das Besondere am Buch:

Die Erfolgsautorin Birte Stährmann erzählt in ihrem neuen Werk eine Geschichte über Neubeginn, die Suche nach Freiheit und das Leben in der Nachkriegszeit bis hin in die Moderne. Die Abenteuer der charmanten Protagonistin werden durch ansprechende Beschreibungen der lokalen Architektur und Kultur lebendig und erwecken in den Lesern die Sehnsucht nach Barcelona, Stuttgart und der Liebe.

Wellen kommen, Wellen gehen von Birte Stährmann

Odde Alldag un sien Jungstöög

Der regionale Platt-Klassiker

„Odde Alldag un sien Jungstöög“ von Georg Droste

Worum geht’s‘?

Das erste Ottjen-Alldag-Buch des am Anfang des 20. Jahrhunderts verstorbenen Autoren Georg Droste ist ein herzerfrischender Jungenroman, der auf Platt-Deutsch geschrieben ist. Trotz seines Alters ist es dieser Roman auch heute noch wert, gelesen zu werden, vor allem im weiten Platt-Deutschland. Die vorliegende Odde-Alldag-‚Übersetzung‘ soll zu einem besseren Verständnis beisteuern.

Das Besondere am Buch:

Zugleich soll der regionale Platt-Klassiker „Odde Alldag un sien Jungstöög“ von Georg Droste Dithmarschern Lesestoff für die Pflege der heimischen Platt-Mundart an die Hand geben. Dazu trägt diese Odde-Alldag-‚Übersetzung‘ bei. Für alle Plattdeutsch-Fans liefert „Odde Alldag un sien Jungstöög“ von Georg Droste jede Menge Unterhaltung und Grund zum Schmunzeln.

Herrschaftsstrukturen im NS-Staat auf lokaler Ebene analysiert

„Verfolgung und Verstrickung“ von Wolfgang Kellner

Worum geht’s‘?

Manche Opfer des ehemaligen NS-Staates sind fast vergessen. „Verfolgung und Verstrickung“ beschäftigt sich mit diesen Opfern, etwa den Kommunisten, den sogenannten „Asozialen“ und den Zwangssterilisierten. Die Auswirkungen des NS-Staates auf diese Menschen und ihre Umgebung untersucht Wolfgang Kellner anhand einer Kleinstadt genauer. Der Autor offenbart die Verstrickungen der lokalen Akteure bei der „Säuberung des Volkskörpers“ in der Region Leer (Ostfriesland), bei der Okkupation der Niederlande und Polens. Er schildert an diesem Beispiel die Überwachung und Denunziation auf lokaler Ebene und lenkt den Blick auf fast vergessene Opfer des NS-Staates, die oft niemand namentlich erwähnt.

Das Besondere am Buch:

Das detailreiche Buch „Verfolgung und Verstrickung“ setzt sich mit dem NS-Terror und informellen Netzwerke in einer Kleinstadt auseinander. Die Leser erfahren darin, wie der Weg in den NS-Staat bereits im Kaiserreich begann. Menschen, die sich für unsere jüngere Geschichte interessieren und mehr über die Hintergründe der Maschinerie des NS-Staates erfahren möchten, finden in Kellners Buch eine gründliche Analyse, die zeigt wie Hitlers Pläne durch viele Helfer erst in die Tat umgesetzt werden konnten.