Ausgeklickt – Ist der e-Book-Hype vorbei?

e-book-Markt

Das e-Book – Große Erwartungen – wenig Erfolg?

Die digitale Plattform readfy für werbefinanziertes kostenloses Lesen wird von der KfW Bankengruppe mit einer Investition von 500.000 Euro finanziert – vermeldete kürzlich das Branchenmagazin Börsenblatt. Diese Finanzspritze soll in Marketingmaßnahmen, in ein werbefreies Bezahlmodel der e-book-Flatrate und den Ausbau des e-Book-Portfolios fließen. Amazon entwickelt unterdessen einen Marktplatz für den Weiterverkauf von ­E-Books. Klare Zeichen in Richtung Zugpferd digitales Leseformat? Gilt es für Autoren also auch, die Weichen in diese Richtung zu stellen und allein auf das e-Book zu setzen? Im Gegenteil – die großen Erwartungen an das e-Book haben sich bislang nicht erfüllt. Es verdichten sich die Anzeichen dafür, dass der große e-Book-Hype vorbei ist …

 

 

Self-Publishing ist viel mehr als die reine e-Book-Veröffentlichung

Self-Publishing wird in der Medienberichterstattung oft vor allem mit der Veröffentlichung eines e-Books gleichgesetzt. Dabei entsteht der Eindruck, dass e-Books weitaus beliebter – und verkaufsträchtiger –  seien als gedruckte Bücher. Eine flächendeckende Distribution für gedruckte Bücher aufzubauen ist sehr aufwändig. Daher bieten viele Self-Publishing-Anbieter nur eBooks an.Für Aufhorchen in der Branche haben aber aktuelle Zahlen des Börsenvereins zum e-Book-Markt gesorgt. Das Branchenmagazin meldet in Kooperation mit GfK Entertainment vierteljährlich die Entwicklung auf dem e-Book-Markt.

 

e-book-Studie liefert ernüchternde Zahlen zum e-Book-Markt

Umsatzgrafik Bösenblatt

Quelle: Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Der Börsenverein hat am 16. Februar vermeldet, dass der Umsatzanteil von e-Books am Publikumsmarkt nur noch leicht steigt. 2015 ist der Umsatzanteil der digitalen Bücher am Publikumsmarkt nur leicht auf 4,5 Prozent gestiegen. 2014 lag der Umsatzanteil bei 4,3 Prozent. Die Kurve ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 4,7% gestiegen. 2014 lag die Steigerungsrate noch bei 7,6%.

Der Anteil der e-Book-Käufer an der Gesamtbevölkerung ab 10 Jahren lag bei 5,7 %, die Anzahl der e-Book-Käufer am Publikumsmarkt betrug damit 3,9 % – ist damit im Vergleich zu 2014 gleichgeblieben. Stagnation wohin das Auge reicht.

Trotz Medienhype um das e-Book und Investitionen in digitale Verlagsmodelle, bedeuten diese Zahlen, dass der Anteil und die Anzahl der e-Book-Käufer am Publikumsmarkt stagnieren. Nach wie vor liegt außerdem der Anteil der e-Books an den Einnahmen im deutschen Buchmarkt im einstelligen Bereich.  Von einer Substitution des Print-Formats durch das e-Book keine Rede, auch ist es dem e-Book nicht gelungen, Wachstumszahlen im Buchhandel anzukurbeln.

Ein Trend setzt sich fort …

Der Trend, der sich verfestigt: Die Titelzahlen verfügbarer e-Books sowie der e-Book-Absatz (60,16 Mio. Ex. 2014-2015) nehmen zu, aufgrund niedriger Verkaufspreise und Flatrate-Modelle wächst aber der Gesamtumsatz mit e-Books nicht so stark wie Titelzahl und Absatz. Auf jedes e-Book wird deshalb künftig immer weniger Umsatz entfallen. Dies gilt umso mehr für den Self-Publishing-Markt, da die Preisbereitschaft sowie das Verkaufspreisniveau hier noch niedriger liegen als bei Titeln aus traditionellen Verlagen.

Eine Analyse des e-Book-Dienstleisters readbox, der für große Verlage ebenso wie für Self-Publishing-Dienstleister e-Books produziert und vertreibt, hat zudem gezeigt, dass sich ein e-Book in Deutschland pro Jahr im Schnitt nicht mehr als rund 26 Mal verkauft. Kalkuliert man die die neidrigen Verkaufspreise für e-Books in die Rechnung mit ein, wird offensichtlich, dass der Verdienst für den Autor hier nur äußerst mager ausfällt.

Flatrate-Modelle, Leih- und Secondhandmodelle verschärfen die Lage

Wir kennen Flatrate-Modelle vor allem aus dem Bereich Demand-Fernsehen. Mittlerweile gibt es auch einige Modelle im Buchmmarkt. readfye, Skoobe oder  KindleUnlimited  sind hier zu nennen. Diese Anbietet haben Flatratemodelle auch für das Bücherlesen, insbesondere für e-Book-Formate eingeführt.

Die Krux dabei ist, Lese-Flatrates steigern zwar die Aufmerksamkeit für Bücher, aber fördern auch die Entwichlung, dass durch solche Flatmodelle insgesamt weniger Verkäufe eines Titels getätigt werden. Der Umsatz stagniert oder sinkt. Weiter zuspitzen könnte sich die Lage durch die Einführung sogenannter Leihmodelle oder Weiterverkauf von gebrauchten e-Books, wie jüngst von Amazon geplant.

Konsequenzen für Autoren

Das e-book hat sich bislang nicht als der Heilsbringer entpuppt, für den es lange gehalten wurde. Welche Konsequenz gilt es daraus zu ziehen? Die Veröffentlichung des eigenen Buches allein als digitales Format ist zu wenig. Das eigene Buch sollten Self-Publisher nicht allein als e-Book, sondern immer in allen drei Formaten (Print und e-Book) veröffentlichen, um sich keine Umsatzpotenziale und Leser selbst wegzunehmen.

Bei tredition machen wir es Ihnen sehr einfach: Sie können ein e-Book, Taschenbuch und Hardcover in einem Veröffentlichungsschritt ohne Mehrkosten veröffentlichen.

 

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