e-Books: Preiswert, nicht billig

Je geringer der Preis, desto mehr Käufer, umso größer der Erfolg? Im Self-Publishing werden Niedrigpreisstrategien gern als die Erfolgsformel schlechthin angepriesen. Die Risiken dabei – eine immer niedrigere Preisbereitschaft der Leser, ein dauerhafter Preisverfall bei e-Books und eine Wertminderung des einzelnen Buches aus Käufersicht – werden dabei unterschätzt.

Konditionen Self-Publishing

Ob gedrucktes oder elektronisches Format: Bücher bieten Unterhaltung oder Fachwissen und dieser Mehrwert für den Leser sollte sich im Verkaufspreis widerspiegeln.

Wenn Self-Publishing-Autoren zu Recht beklagen, dass ihre Werke qualitativ infrage gestellt werden, ist es inkonsequent, mit Kampfpreisen die eigenen Werke auf die „Billigrampe“ zu schieben und sich damit unter Wert zu verkaufen. „Es darf nicht im Sinne eines Self-Publishers sein, einen kompletten Roman mit 350 Seiten oder mehr für 0,99 Euro zu verschleudern (…)“, so zitiert buchreport die erfolgreiche Self-Publishing-Autorin Emily Bold. Im Interview mit dem Branchenmagazin äußert sich die Autorin zur Preissituation auf dem e-Book-Markt und den Konsequenzen für Self-Publisher. Aus Bolds Sicht ist der Preisverfall bei e-Books ein „ernsthaftes“ Problem“, nicht nur für Verlagsautoren – deren e-Books im Vergleich höher bepreist sind – sondern auch für Self-Publisher, die langfristig die Schwelle von einem Euro kaum noch gegenüber dem Käufer durchsetzen könnten.

Wohl wahr: Der feine Unterschied zwischen billig und preiswert scheint in der Wahrnehmung vieler Self-Publisher zu verschwimmen – und damit auch in der Wahrnehmung der Leser. Es ist unbestritten, dass der Verkaufspreis bei e-Books eine zentrale Rolle für den (Impuls-)Kauf spielt. Zugleich aber will kein Autor seinen Titel als Wegwerfprodukt im Markt platziert wissen. Schließlich geht es darum, mit dem eigenen Werk mehrere Stunden oder Tage Unterhaltung zu bieten oder der Leserschaft wertvolles Fachwissen zu vermitteln. Und noch kein Self-Publishing-Autor ist allein durch seine Niedrigpreispolitik berühmt geworden. Am Ende zählt immer der Inhalt.

 

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