Eine (Kurz-)Reise durch das Internet zu den Schlagworten: Selbstverlag, Self-Publishing, Verlag gründen

Wer als Autor im Internet Hilfestellung sucht, um ein eigenes Buch zu veröffentlichen, kann sich vor guten Ratschlägen kaum retten. Bei der Suche tritt auch viel Erheiterndes und Kurioses zu Tage, wie beispielsweise diverse Tipps.

„Gute“ Tipps zum Self-Publishing

Es gibt „5 Tipps, wie Sie Ihr eigenes Buch veröffentlichen“, „8 Tipps, wie Sie ein eigenes Buch veröffentlichen“ und sogar „10 Tipps, wie Sie Ihr eigenes E-Book veröffentlichen und 70% Autorenhonorar bekommen“. Aus dem letzten Angebot sei nur der Tipp 5 herausgegriffen, der rät: “Laden Sie die Buchdaten bei Amazon hoch“, ein sicherlich wichtiger Tipp, der gekrönt wird von einem „Bonustipp: Kaufen Sie ein Amazon Kindle!“. Sollten wir es hier etwa mit einem Promotion-Beitrag zu

„Eurogrube – der Ratgeber für Verbraucher“ weiß als besonderen Tipp: „Wer den Gewinn aus dem Verkauf seines Buches selbst einstreichen will, der denkt über die Gründung eines Selbstverlages nach“ und ergänzt, dass dann auch noch die Werke anderer Autoren veröffentlicht werden können. Eine fröhliche Naivität spricht aus diesen Erläuterungen, die allerdings mit der realen Verlagswelt absolut nichts gemein haben.

Wie der selbst verlegende Autor seinen Gewinn maximieren kann, wird auch erklärt, denn das Verfahren Print-on-Demand ist unter Gewinnmaximierungs-Gesichtspunkten nicht sinnvoll. „Große Verlage nutzen die Fixkostendegression bei steigender Auflage. Für digitale Güter ist der Spar-Effekt viel kleiner“, („Wie gründe ich einen Selbstverlag – Buch drucken lassen Tipps“). Also noch einmal im Klartext: Am besten ist eine Riesenauflage, denn die Fixkostendegression ist dann besonders hoch. Vermutlich verdient der Autor dann auch noch an der Altpapier-Entsorgung der nicht verkauften Exemplare. Das ist dann eine klassische Win-Win-Situation. Hier folgt an dieser Stelle nur ein einziger Tipp von tredition. Fragen Sie: „Wessen Interessen vertritt der Tippgeber!“

Umfrage zum Thema Selbstverlag und e-Book

Die Wenigsten halten etwas vom Selbstverlag und vom e-Book. Das jedenfalls ergab eine Umfrage der Leipziger Buchmesse und des Deutschen Literaturinstituts der Universität Leipzig im Jahre 2012. Befragt wurden 30 Verlage und 80 Autoren. Hier hätten durchaus wichtige Spareffekte durch den Verzicht auf die Umfrage realisiert werden können, denn natürlich halten die 30 etablierten Verlage nichts von Selbstverlagen und die 80 Autoren haben sich bei ebensolchen Verlagen gut eingerichtet. Aber vielleicht waren noch ausreichende Mittel im „Forschungsetat“, die ausgegeben werden mussten. Der erheiterte Leser dieser Ergebnisse dankt es.

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