Schwarze Null im Buchmarkt? Und was ist mit Self-Publishing?

Mit einer „schwarzen Null“ ist der Buchhandel im Jahr 2013 mit seinem Umsatz über die Runden gekommen, schreibt der „buchreport“ und beruhigt, dass der Abwärtstrend der Vorjahre damit erst einmal gestoppt sei. Dass bei dieser Betrachtung der Umsatzentwicklung die Inflationsrate gerne vergessen wird, der Umsatz gegenüber dem Vorjahr real also um rund 1,5% zurück gegangen ist, können wir ja gerne noch einmal erwähnen, haben aber die Hoffnung aufgegeben, in den Kreisen der Berichterstatter über wirtschaftliche Entwicklungen des Buchmarktes jemals auf Verständnis zu stoßen.

Umsatz im Self-Publishing

4,4 Millionen Euro Umsatz“ errechnet Matthias Matting für alle Self-Publisher im Jahr 2013, weist jedoch zugleich auf die Unsicherheiten der Ermittlung hin. Aus dem Kontext seines Beitrages ist abzuleiten, dass er versucht hat, den Umsatz der Self-Publisher lediglich mit e-Books zu errechnen, der nach unserer Rechnung mit 0,005 % des gesamten Jahres-Umsatzes im Buchhandel von rund 9,5 Milliarden Euro nur eine kaum wahrnehmbare Nische in einer sehr versteckten Nische gefunden hat. Die e-Book-Nische im Gesamtmarkt ist mit etwa 3% immer noch wenig beeindruckend.

e-Books im Aufwind

Ob sich e-Books wirklich „im Aufwind“ befinden, wie es die PricewaterhouseCoopers AG (PwC) im Oktober 2013 erkannt haben will, bleibt abzuwarten denn bisher ging es nur sehr, sehr langsam voran. In vier Jahren soll der Anteil der e-Books laut PwC am Gesamtumsatz der Buchbranche rund 20 % betragen, also bei etwa 2 Milliarden Euro liegen. Einen Monat vor der PwC-Veröffentlichung konnte der interessierte Beobachter des Buchmarktes lesen, dass in des USA in der ersten Hälfte 2013 die e-Book-Verkäufe mit 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum rückläufig waren („Here´s a story I never wanted to write“, schrieb Nate Hoffelder im „The Digital Reader“).

Entscheidung über Veröffentlichungswege

Im Self-Publishing-Markt dominiert, wie übrigens im gesamten Buchmarkt, nach wie vor das gedruckte Buch.

Niemand sollte sich bei der Entscheidung über die Wege zur Veröffentlichung des eigenen Buches von Schlagzeilen beeinflussen lassen, die eher an lautstarkes Anpreisen zweifelhafter Angebote auf dem Fischmarkt erinnern, nicht aber an gediegene Information über Marktentwicklungen. „Osiander bilanziert erfolgreiches Jahr 2013 – Verdreifachung bei eBook-Umsatz“, jubelt Christoph Heinemann und freut sich über „ein sattes Plus von +238 Prozent für eBook-Verkäufe“ der Buchhandelskette Osiander. Später, im „Kleingedruckten“, erfahren wir dann, dass der Anteil der e-Book-Verkäufe am Gesamtumsatz 0,7 Prozent beträgt. Die Schlagzeile hätte also lauten müssen: “e-Book-Umsatz immer noch verschwindend gering- weit unter 1 Prozent“. Allerdings dürfte diese Schlagzeile nur wenig Aufmerksamkeit erringen.

Rat an die Autoren

Auch unter der Annahme, dass sich der e-Book-Markt moderat weiter entwickelt, ist der Self-Publishing-Autor weiterhin gut beraten, das Augenmerk darauf zu richten, gedruckte Bücher zu veröffentlichen, um akzeptable Umsätze zu erreichen. Die gleichzeitige Veröffentlichung des eigenen Buches als e-Book schließt diese Empfehlung ja nicht aus.

Dienstleistungsanbieter im Self-Publishing-Markt, die ausschließlich auf e-Books setzen, vernachlässigen mit ihrem beschränkten Angebot den weit überwiegenden Teil des Marktes, zum Nachteil der Autoren. In der Self-Publishing-Branche gehört die Zukunft solchen Anbietern und Autoren, die alle Veröffentlichungswege abdecken. Autoren, die bei solchen breit aufgestellten Anbietern veröffentlichen, können der weiteren Entwicklung des Buchmarktes gelassen entgegen blicken.

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