Self-Publishing im Fachverlag – oft mit hohen Kosten für Autoren

Ziel des Verlagswesens ist es, die veröffentlichten Werke gewinnbringend für die Verlage und die Autoren an den Markt zu bringen. Was im Bereich der Belletristik gut funktionieren kann, ist im Gebiet der Fachbücher weitaus schwieriger zu realisieren, da die hier Zahl interessierter potentieller Kunden im Vergleich zum breiten Kundenkreis anderer Literaturgebiete sehr gering ist. Aber es gibt mehrere „Stellschrauben“, mit deren Hilfe die Verlage den wirtschaftlichen Erfolg steuern können. Ob am Ende auch die Autoren davon profitieren, ist mit großen Fragezeichen zu versehen.

Druckkostenzuschuss beim Fachverlag

Da wissenschaftliches Engagement und Wirtschaftlichkeit des Fachverlages in Einklang gebracht werden müssen, bietet es sich an, eine Entscheidung zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Verringerung des Risikos zu Lasten der Autoren treffen. Ein Druckkostenzuschuss lässt die Kalkulation des Fachverlages gleich in solchem Maße in günstigerem Licht erscheinen, dass ein finanzieller Verlust zumindest für den Verlag auszuschließen ist. Damit ist sichergestellt, dass die Kosten beispielsweise für Grafik, Material oder Druck gedeckt sind.

Diese Druckkostenzuschüsse liegen nach Darstellung des Stipendienmagazins der Universität Hamburg zwischen 1000 Euro und 3000 Euro je Auftrag. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass die Druckkostenzuschüsse ganz oder teilweise von Stiftungen oder wissenschaftlichen Einrichtungen übernommen werden, jedoch mit sinkendem Engagement dieser Einrichtungen, weil es zunehmend günstigere Möglichkeiten zur Veröffentlichung wissenschaftlicher Werke gibt. Ganz ohne Druckkostenzuschuss werden wissenschaftliche Werke bei tredition veröffentlicht.

Veröffentlichung ohne Autorenhonorar

Angesichts der engen Kalkulation der Fachverlage ist eine weitere Möglichkeit der Verbesserung der Kostensituation naheliegend. Im Regelfall erhalten die Autoren wissenschaftlicher Werke kein Honorar. Lediglich im Ausnahmefall werden Autoren am Erfolg beteiligt sein, dann, wenn mehrere hundert Exemplare eines wissenschaftlichen Werkes verkauft werden. Die Zahl der Veröffentlichungen mit derartigen Verkaufserfolgen dürfte allerdings überschaubar sein. Auch hier sind die Angebote mehrerer Dienstleister im Self-Publishing-Bereich für die Autoren vorteilhafter als diejenigen herkömmlicher Verlage.

Self-Publishing – die Leistungen der Autoren

Weiterhin machen auch herkömmliche Fachverlage davon Gebrauch, Leistungen vor der Veröffentlichung der Werke von Autoren abzufordern. So ist es nicht unüblich, dass Verlage für das umfangreiche Aufgabenspektrum im Zuge der Veröffentlichung die Autoren wie im Self-Publishing heranziehen, so dass die üblicherweise die vom Verlag zu leistenden Arbeiten wie Lektorat, Layout der Buchseiten und des Covers oder Formatierung und Rechtschreibung des Textes doch von den Autoren übernommen werden müssen. Es handelt sich hier um Self-Publishing in Reinform, wird jedoch nur selten so genannt.

Insgesamt zeigt dieser kurze Überblick über die Dienstleistungen und Kalkulation mancher herkömmlicher Fachverlage, dass Autoren wissenschaftlicher Werke oft sehr gut bei Self-Publisher-Dienstleistern aufgehoben sind. Ein Vergleich der Angebote lohnt sich immer!

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.