Self-Publishing im Wachstum – Auswertung einer Bowker-Studie

Hinter diese Überschrift muss mit Sicherheit kein Fragezeichen gesetzt werden, denn es geht tatsächlich stark bergauf für Self-Publisher. Jetzt liegen wieder valide Zahlen über neue Publikationen von Self-Publishern vor, allerdings beschränken sich die Angaben auf Veröffentlichungen in den USA. Bowker, der führende Anbieter in der Welt für bibliografische Informationen (Eigendarstellung von Bowker), hat die Entwicklungen des Self-Publishing-Marktes differenziert für die Jahre 2007 bis 2012 veröffentlicht.

Neue Self-Publishing-Titel

Im Jahr 2012 sind in den USA laut Bowker 391.768 neue Self-Publishing-Titel erschienen, mit einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 59 Prozent. Basis für die Ermittlung der Zahlen ist die Vergabe von ISBN-Nummern, also eine nachprüfbare Angabe. Dieses Ergebnis wird in großen Schlagzeilen von zahlreichen Gazetten verbreitet, eine nähere Analyse fehlt in der Regel.

Jedoch zeigt sich bei genauerem Hinsehen, dass die prozentuale Steigerung gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen ist, denn in 2011 betrug die Steigerung gegenüber 2010 noch 61 Prozent. Vielleicht kündigt sich hier schon eine gewisse Marktsättigung an, denn exorbitante Steigerungen der Erfolge dürften nicht auf Dauer erreichbar sein.

Dienstleister im Self-Publishing

Die Marktmacht der Dienstleister konzentriert sich auf fünf Anbieter (CreateSpace, Smashwords, Lulu, Xlibris und AuthorHouse, wobei die letzten beiden – und viele andere Anbieter – Dienstleistungsbereiche von Author Solutions sind, einer Tochtergesellschaft von Penguin Random House). Diese Handvoll Anbieter beherrschen knapp 80 Prozent des Marktes, der Rest teilt sich auf weitere 50 Anbieter auf, wobei allerdings diejenigen Dienstleister vernachlässigt werden, die im Jahr jeweils weniger als 10 Titel veröffentlicht haben.

Für manche Self-Publishing-Dienstleister geht es steil aufwärts, andere fallen zurück. So konnten die Marktführer CrateSpace und Smashwords ihre Titelanzahl um jeweils etwa 123 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern, Lulu erreichte immerhin noch einen Zuwachs von 51 Prozent und bewegt sich damit mit dem Marktumfeld (2012: CreateSpace 131.460 Titel, Smashwords 90.252 Titel und Lulu 57.531 Titel).

Die beiden folgenden Marktführer Xlibris und AuthorHouse verloren 2012 gegenüber dem Vorjahr jeweils rund 18 Prozent (2012: Xlibris 14.646 Titel, AuthorHouse 14.256 Titel). Die Penguin Random House zugehörigen Self-Publishing-Dienstleister müssen also einen relativen und absoluten Rückgang ihrer Aktivitäten verzeichnen. Die Marktmacht konzentriert sich damit weiter auf wenige Dienstleister.

Einzelne Dienstleister, deren Veröffentlichungen in den Vorjahren noch von Bowker aufgeführt waren, sind inzwischen vom Markt verschwunden ( IndyPublish.com, Small Publishers). Die Marktbereinigung dürfte noch weiter gehen, denn viele Anbieter veröffentlichen lediglich Bücher, deren Anzahl an den Fingern zweier Hände abgezählt werden kann. Damit ist ein Überleben nur schwer möglich.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.