Self-Publishing – „Irrungen, Wirrungen“ (Theodor Fontane)

Ein Blick in die zahlenmäßig jetzt unüberschaubaren Veröffentlichungen zum Thema Self-Publishing zeigt, dass es trotz vieler kenntnisreicher Artikel und Bücher über diesen Sektor immer noch eine Reihe von Autoren gibt, an denen die Entwicklung im Self-Publishing-Markt offensichtlich vorbeigelaufen ist, was aber kein Hinderungsgrund ist, sich über Self-Publishing zu Wort zu melden.

„Literarische Ergüsse“ im Self-Publishing

Die Zeit“ berichtet über Self-Publishing mit einer gewissen Süffisanz und charakterisiert die Schriften der Autoren in diesem Marktsegment als „von überschaubarer Qualität“. Aber „das Internet, in das das Volk seine literarischen Ergüsse kippt, (ist) ja bekanntlich geduldig“. Als wesentliches Manko wird erkannt, dass den Autoren im Self-Publishing nicht gesagt wird, wie sie „überhaupt zu relevanten Reichweiten“ kommen sollen. „Im Printbereich übernehmen die Verlage diese mühsame Aufgabe“. Abgesehen davon, dass hier offensichtlich Self-Publishing mit eBooks gleich gesetzt wird und noch nicht erkannt worden ist, dass es zahlreiche Anbieter, darunter auch tredition, gibt, die Anbieter für Print-Bücher sind, wäre es ja zweckmäßig, den Autoren zu verraten, wie sie es bewerkstelligen, dass ihre Werke bei konventionellen Verlagen veröffentlicht werden.

Die Strafarbeit für die Autorin Astrid Herbold: 100 mal schreiben „Die Qualität eines Buches ist unabhängig von der Form der Veröffentlichung“.

„Tipps und Tricks für Selfpublisher“

Chip Online“ veröffentlicht am 4.9.2013 einen Artikel von Christian Lanzerath mit dem Titel „E-Books: Tipps und Tricks für Selfpublisher“ und erfreut die Leser mit der Erkenntnis: „Wo vorher noch ein Verlag zwischen Autor und Leser gestanden und zu Recht seinen Anteil am Erlös verlangt hat, tritt nun der Verfasser eines E-Books direkt in Kontakt mit seinen (potentiellen) Lesern“. Der direkte Kontakt zwischen Autor und Leser ist eine Wunschvorstellung, die nur dann realisiert werden kann, wenn ein Autor Bücher über einen eigenen Vertrieb verkaufen will, die er zudem in Eigenregie hergestellt hat. Da dürfte es schwierig sein, überhaupt eine nennenswerte Zahl von Kunden zu finden.

Die Strafarbeit: 100 mal schreiben „Die Dienstleister im Self-Publishing erfüllen wichtige Aufgaben, damit Autoren erfolgreich Leser finden“.

„Auch in Zukunft wird es für ein Buch ein Qualitätssiegel sein, in einem Verlag zu erscheinen“

schreibt Andreas Eschbach, Autor, in seinem Blog über das Self-Publishing und hat damit die gleichen „Erkenntnisse“ wie Astrid Herbold in der „Zeit“, die auch nur weiß, dass sich Self-Publishing und Qualität einander ausschließen. Andreas Eschbach müsste die gleiche Strafarbeit schreiben wie die „Zeit“-Autorin, aber bei ihm wird noch deutlicher als bei der „Zeit“-Autorin, dass er bisher noch nicht von den vielen kenntnisreichen Beiträgen zum Self-Publishing profitiert hat. Für ihn sind Self-Publishing und eBooks deckungsgleich.

Die Strafarbeit für ihn lautet: 100 mal schreiben „Der Weg zur Veröffentlichung eines Buches ist unabhängig von der Form der Veröffentlichung“.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.