Die 10 wichtigsten Rechts-Tipps zu Ihrer Buchveröffentlichung

Rechts-Tipps zur Buchveröffentlichung

Bild: Wenn es um Ihre Buchveröffentlichung geht, gibt es einige Rechtsfallen zu umschiffen! Lesen Sie hier die wichtigsten Rechts-Tipps nach!

Sie haben Ihr Buch fertig geschrieben oder stehen mit Ihrer Buchveröffentlichung gerade in den letzten Zügen. Bevor es richtig losgehen kann, sollten Sie sich gründlich über alle rechtlichen Fragen zu Ihrer Buchveröffentlichung informieren, damit es später keine bösen Überraschungen gibt. In der folgenden Anleitung gehen wir mit Ihnen alle möglichen Szenarien durch und klären Sie über alle rechtlichen Fragen zu Ihrer Buchveröffentlichung auf.

Viele Debüt- und Erstautoren stehen nach Abschluss Ihres Manuskripts vor vielen Fragezeichen zur Buchveröffentlichung. Das eigene Buch ist fertig geschrieben, aber wie geht es nun weiter? Wie viele andere Autoren und Autorinnen haben Sie sich eventuell noch nicht mit rechtlichen Dingen wie Urheberrecht, der Versteuerung von Bucheinnahmen, Verlagsvertrag, Kündigungsfrist oder der Anmeldung bei der VG Wort befasst. Über diese Themen sollten Sie aber, wenn Sie ihr Print- oder e-Book veröffentlichen wollen, unbedingt gründlich informiert sein. Erfahren Sie in unserer Anleitung alles zu den rechtlichen Grundlagen des Buchmarkts und des Veröffentlichens und lernen Sie alles zu Ihren Rechten, wie Sie etwa ein Impressum erstellen, ob und wie Sie unter Pseudonym veröffentlichen können und welche Fristen und steuerlichen Fallstricke es zu bedenken gilt.

 

  1. Rechtliche Voraussetzungen für eine Buchveröffentlichung
  2. Urheberrecht und Verwertungsrechte
  3. Der Buchvertrag
  4. Titelschutz
  5. Kann ich unter Pseudonym veröffentlichen
  6. Impressumspflicht
  7. Die ISBN
  8. Muss ich meine Einnahmen aus Buchverkäufen versteuern?
  9. Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort)
  10. Bildrechte

1 Rechtliche Voraussetzungen für eine Buchveröffentlichung

Was gibt es rechtlich bei der Buchveröffentlichung zu beachten?

Bild: Informieren Sie sich frühzeitig über alle rechtlichen Themen rund um Ihre Buchveröffentlichung.

Bevor Sie sich an die Veröffentlichung Ihres Buches wagen, nehmen Sie Ihr Buch noch einmal genau unter die Lupe. Entspricht Ihr Werk den rechtlichen Voraussetzungen für eine Publikation? Was gibt es hier zu beachten? Ihr Inhalt sollte von Ihnen kommen – ausschließlich von Ihnen! Nach vielen Plagiatsfällen, sogar im Self-Publishing, gilt es, das eigene Werk noch kritischer zu beäugen. Sicherlich dürfen Sie andere Texte zitieren und sich von anderen Schriftstellern und Ideen inspirieren lassen! So haben es auch die großen Dichter und Denker gemacht. Was Sie nicht dürfen, ist lange oder gar mehrseitige Textauszüge oder ganze Stellen anderer Texte übernehmen. Zitieren sollte man auch nie, ohne die Quelle der Zitate oder zitierten Textstellen erkenntlich zu machen.

Ihr Werk sollte generell natürlich nicht gegen geltendes Recht verstoßen, die Grundprinzipien von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht verletzen, die Würde des Menschen achten und keine Rechte von Minderheiten verletzen oder extremistische oder jugendgefährdende Inhalte aufweisen. Achten Sie außerdem auf die Persönlichkeitsrechte anderer! Ein Werk, in dem Sie namentlich über ungeliebte Personen herziehen oder sich diese wiedererkennen können, birgt ein hohes Risiko, Anwälte auf Ihr Werk aufmerksam zu machen und sich ungeliebte Rechtsfälle ins Haus zu holen.  Selbst bei der Verwendung eines Pseudonyms kann es für eine Klage reichen, wenn sich Menschen in Ihrem Buch – auch bei Namensänderungen – wiedererkennen, verunglimpft sehen und für Ihr Umfeld erkennbar sind. Fragen Sie lieber einmal zu viel bei Ihrem Anwalt nach als zu wenig.

2 Urheberrecht und Verwertungsrechte

Urheberrecht und Verwertungsrechte

Als Autor behalten Sie das Urheberrecht an Ihrem Titel und übertragen das Verwertungsrecht auf andere Partner.

Ihr Buchprojekt ist fertig. Nun möchten Sie es gern an die hoffentlich zahlreichen Leser überbringen. Sie haben bereits Verlage angeschrieben und Angebote eingeholt. Wie sieht es bei einer Veröffentlichung aber mit Ihren Autorenrechten aus? Als Autor oder Autorin behalten Sie grundsätzlich das Urheberrecht an Ihrem Inhalt. Sie können das Recht als Urheber auch nicht übertragen, sondern lediglich die Verwertungsrechte an Ihrem Text. Prüfen Sie, ob Sie mit einem Verlag im Vertrag die exklusiven Verwertungsrechte vereinbaren. Achten Sie dabei auf eine eventuelle Möglichkeit der Vertragsfreiheit.

Eine exklusive Verwertung bei einem Verlag bedeutet, dass Sie im Rahmen der Vertragslaufzeit nicht bei anderen Verlagen oder Dienstleistern veröffentlichen dürfen. Ein nicht-exklusiver Vertrag bedeutet, dass trotz Vertrag eine Veröffentlichung Ihres Textes jederzeit auch bei einem anderen Verlag oder Dienstleister möglich ist. Dann behalten Sie alle Freiheiten an Ihrem Werk. Schließen Sie also Ihren Buchvertrag nicht vorzeitig ab, sondern kontrollieren Sie in Ruhe die rechtlichen Grundlagen.

3 Der Buchvertrag

Rechtliche Konditionen, die den Autor an den Verlag binden, werden im sogenannten Buchvertrag oder Autorenvertrag festgehalten. In diesem schließt der Autor oder die Autorin mit dem Verlag einen Vertrag, der die Rechte beider Parteien festlegt. Sie sollten diesen vor der Unterzeichnung und Bindung an einen Verlag genau prüfen. Prüfen Sie zu diesem Zeitpunkt auch Ihre Kündigungsfrist. Verlage, die sie für einen langen Zeitraum an sich binden, sollten Sie meist noch einmal ganz genau unter die Lupe nehmen, bevor Sie hier einen Vertrag unterzeichnen, der Sie im Zweifelsfall nicht mehr vorzeitig entlässt.

4 Titelschutz

Bild: Prüfen Sie daher rechtzeitig, ob es Ihren Wunschtitel schon gibt.

Bild: Prüfen Sie rechtzeitig, ob es Ihren Wunschtitel schon gibt.

Sie sind gerade am Aufschreiben oder Fertigstellen Ihres Manuskripts – und auf der Suche nach einem geeigneten Titel? Oder Ihnen ist gerade eine bombastische Idee gekommen zu einem Ihrer Meinung nach umwerfenden Titel? Vor der eigentlichen Veröffentlichung sollten Sie unverzüglich prüfen, ob Sie der oder die Erste mit dieser Idee waren. Denn veröffentlichen Sie mit einem Titel, den es bereits gibt, kann es zu Problemen mit den Rechten des bereits geschützten Titels eines Fremdverlages kommen.

Prüfen Sie daher rechtzeitig, ob es Ihren Wunschtitel schon gibt. Folgende Seiten dienen bei Ihrer Titelrecherche als Hilfe: www.buchhandel.de, bei der Deutschen Nationalbibliothek, Amazon oder die Titelschutz-Rubrik des Börsenblatts.

Falls es den Titel in der gleichen oder ähnlichen Form schon gibt, sollten Sie eine Genehmigung des Rechteinhabers einholen, bevor Sie loslegen bzw. klären, ob es möglich ist, den Titel in Ihrer Variante zu verwenden. Achten Sie daher bei Ihrem Titel auch darauf, dass einzelne verwendete Wörter als Wortmarken geschützt sein können. Ob dies der Fall ist, können Sie unter dem Markenverzeichnis des Deutschen Patent- und Markenamts nachprüfen.

Nach der Genehmigung des Rechteinhabers oder ab dem Zeitpunkt, zu dem Sie herausgefunden haben, dass Ihr Wunschtitel noch nicht vergeben ist, sollten Sie, wollen Sie Ihren Titel vor Veröffentlichung schützen, umgehend Titelschutz beantragen. Das bedeutet, Sie lassen sich das Urheberrechts des Titels Ihres Werkes schützen. Ab Veröffentlichung Ihres Buches gilt der Titelschutz Ihres Titels solange der Werktitel verfügbar ist. Der Titelschutz erlischt meist nach fünf Jahren, wenn ein Titel aus dem Markt genommen wird. Dies sollte aber im Einzelfall geprüft werden. Aber für die Zeit bis zur Veröffentlichung können Sie Titelschutz unter dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels anmelden oder mit der Veröffentlichung einer Titelschutzanzeige auf Buchmarkt.de. So können Sie  risikofrei an die Bewerbung Ihres eigenen Werkes schreiten, auch wenn das Buch noch gar nicht veröffentlicht ist.

5 Kann ich unter Pseudonym veröffentlichen?

Alter-Ego

Bild: Beachten müssen Sie bei einem Pseudonymprofil das Impressum und das Drumherum wie Werbung durch eine zugehörige Homepage oder Facebook-Seite.

Sie schreiben über ein heikles Thema und wollen Ihr Buch nicht unter Ihrem Namen veröffentlichen? Vielleicht möchten Sie als anerkannter Fachbuchautor mal einen „seichten“ Kriminalschmöker verlegen und fürchten um Ihren guten Namen? Oder Sie schreiben über ein erotisches Thema und möchten nicht, dass Ihre Familie davon erfährt. Im Extremfall möchten Sie sich sogar vor Verfolgung schützen? In all diesen Fällen ist die Veröffentlichung unter einem Pseudonym anzuraten. Sie können bei den meisten Verlagen und Dienstleistern unter Pseudonym veröffentlichen. Natürlich sollte das Pseudonym keine bereits bekannten Autorenamen oder einen nicht-vorhanden Doktortitel führen. Wenn Sie sich eine eigene Namensmarke aufbauen wollen, recherchieren Sie zunächst, ob es den Namen schon gibt und überlegen Sie sich, welcher Name zu Ihrem Genre passen würde. Ein Sachbuchautor trägt einen pragmatischeren Namen als ein Kriminalromanautor, ein Fantasyautor wiederum trägt sicherlich einen exotischeren Namen als ein Autor von Kinderbüchern.

Wichtig ist hierbei zu bedenken, sowohl in den Metadaten, die zu Ihrem Buch an den Buchmarkt gehen, muss der Pseudonymname vermerkt werden, als auch im Buchinnenteil und auf dem Cover selbst. Das sind die Daten, die zu Ihrem Buch im Buchmarkt gefunden werden, und Sie wollen ja vermeiden, dass Ihr richtiger Name damit verbunden wird. Achten Sie daher auf eine konsistente Verwendung Ihres Pseudonyms bei einer Veröffentlichung.

Problematisch ist ein Pseudonymprofil dann, wenn es um das Impressum und das Drumherum wie Werbung durch eine zugehörige Homepage oder Facebook-Seite geht. Denn hier werden vom Gesetz her Klarnamen eingefordert. Sie sind beim Impressum in Ihrem Buch fein heraus, wenn ein Verlag oder Verlagsdienstleister mit seinem Namen im Impressum steht. Dann dürfen Sie dort auch Ihren Pseudonymnamen nennen. Bei einer Internetseite zu Ihrem Buch ist es leider nicht ganz so einfach. Hier besteht laut Paragraf 5 des Telemediengesetzes Impressumspflicht für „geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene Telemedien“, also Seiten, die für Verkauf, Werbung usw. genutzt werden. Dort müssen Sie also Angaben zu Ihrer Person machen, wie etwa eine existierende zustellungsfähige Anschrift hinterlegen. Wollen Sie das vermeiden, sollten Sie sich bei Dienstleistern informieren, die Ihnen Adressen zur Verfügung stellen.

6 Impressumspflicht

Impressum

Bild: Jedes Buch benötigt ein Impressum, das die Pflichtangaben zu Ihrem Buch beinhaltet.

Wo wir gerade beim Thema Impressum sind: Sie möchten Ihr langgehegtes Buchprojekt veröffentlichen, sind sich aber nicht sicher, ob Ihr Buch ein Impressum benötigt? Die Antwort heiß:, Ihr Buch kommt um das Impressum nicht herum. In Deutschland herrscht Impressumspflicht, d. h. jedes Buch muss ein Impressum beinhalten. Dieses wird meist auf den ersten Buchseiten, auf einer linken Seite, angelegt.

Das Impressum Ihres Buches muss die Pflichtangaben zu Ihrem Buch beinhalten. Dazu gehören etwa der Autorenname, das Erscheinungsdatum, der Verlagsname usw. Die vollständigen Daten finden sich im Landespressegesetz Ihres Bundeslands. Hier können Sie ein Beispielimpressum aufrufen und danach Ihr eigenes Impressum mit Ihren individuellen Daten gestalten.

7 Die ISBN

Die sogenannte ISBN ist die Internationale Standard Buch-Nummer, die Ihr Buch eindeutig identifizierbar macht. Nicht jedes Buch hat eine ISBN, da keine Pflicht für eine ISBN – ob Print- oder digitale Ausgabe – besteht. Generell dient eine ISBN aber dazu, Ihr Buch im Buchhandel auffindbar und bestellbar zu machen. Verlage vergeben an Ihre Autoren generell ISBNs, Sie können aber auch eine eigene ISBN über die Agentur für Buchmarktstandards in der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH erwerben. Eine separate ISBN gehört in jedes einzelne Buchformat. Ihr Hardcover weißt also eine ISBN auf, das Paperback eine andere und das e-Book wiederum eine dritte ISBN, welche Ihr Buch in genau dem besagten Buchformat kennzeichnet und identifiziert.

8 Muss ich meine Einnahmen aus Buchverkäufen versteuern?

Buchverkäufe versteuern

Bild: Wenn es um die Versteuerung Ihrer Buchprovisionen geht, sollten Sie sich umbedingt mit Ihrem Steuerberater zusammensetzen.

Generell müssen Sie jedes Einkommen bei Ihrem Finanzamt melden und versteuern. Denn die meisten Autoren haben kein festes, unbefristetes Arbeitsverhältnis beim Verlag, sondern sind in der Regel selbstständig. Laut Einkommenssteuerrecht gehören Einkünfte aus schriftstellerischer Tätigkeit zu den Einkünften aus selbstständiger Arbeit. Die Einkünfte aus selbstständig ausgeübter schriftstellerischer Tätigkeit unterliegen dabei nicht der Gewerbesteuer. Die genaue Abgrenzung zwischen selbstständiger Arbeit und gewerblicher Tätigkeit eines Autors ist aber strittig. Hierzu sollten Sie sich genau mit Ihrem Steuerberater absprechen und beraten lassen, was auf Ihren Fall zutrifft. Wenn Sie selbstständig tätig sind und als Schriftsteller dauerhaft Ihren Lebensunterhalt finanzieren, können Sie sich bei der Künstlersozialkasse (KSK) versichern lassen, die dafür zuständig ist, Renten-, Pflege und Krankenkassenbeiträge zu zahlen. Informieren Sie sich auch darüber auf der Internetseite der Künstlersozialkasse.

9 Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort)

Die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) nimmt die Nutzungsrechte und Vergütungsansprüche ihrer Mitglieder wahr und verwaltet die Tantiemen aus der Zweitverwertung von Sprachwerken. Jeder Autor hat das Anrecht, über die VG Wort einen finanziellen Ausgleich für das geistige Eigentum zu erhalten. Dieser wird durch die Zahlungen von Bibliotheken etc. gespeist und durch die VG Wort an die Autoren weitergegeben. Sie können von diesen Zahlungen profitieren, wenn Sie Ihr Werk direkt bei der VG Wort melden, indem Sie einen Wahrnehmungsvertrag mit der VG Wort schließen. Den Antrag finden Sie hier. Die Höhe der Vergütung ist abhängig vom Umfang des Buches. Für Autoren von Sach- und Fachbüchern liegt die Ausschüttung bei ca. 400,00 € – einmalig pro Titel.

10 Bildrechte

Die meisten Rechtsfälle im Buchhandel erfolgen mit Sicherheit aufgrund der unerlaubten Benutzung von Bildmaterial im Buchinnenteil oder auf dem Umschlag eines veröffentlichten Werkes. Sichern Sie sich frühzeitig ab! Benutzen Sie keine Bilder, weder für Buchinnenteil noch für Ihr Cover, für die Sie keine Rechte haben. Verwenden Sie am besten eigene Bilder oder nutzen Sie eine der bekannten Bilddatenbanken wie iStockphoto oder fotolia, die Ihnen eine enorme Auswahl an Bildern zur Verfügung stellen – oft ist dies nur mit geringen Kosten verbunden. Wenn Sie andere Bilder verwenden wollen, holen Sie auf jeden Fall vor Veröffentlichung die Bildrechte bei den Rechteinhabern ein und geben Sie die Urheber der Bilder in Ihrem Impressum oder an anderer Stelle in Ihrem Werk an.

Wenn nun mit Ihrem Werk alles „rechtens“ ist und Sie auf der sicheren Seite stehen, kann es losgehen mit der Veröffentlichung. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

 

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