Die 7 häufigsten Vorurteile, Mythen und Irrtümer über Self-Publishing

Irrtümer entstehen, ganz allgemein, durch die öffentliche Berichterstattung der Medien. Und diese trägt wiederum zur allgemeinen Meinungsbildung bei. Dies trifft auch auf sämtliche Irrtümer über Self-Publishing zu. So gibt es im Internet, aber natürlich auch in klassischen Offline-Medien, unzählige Berichte dazu. Es wird darüber geurteilt, welche Qualität Self-Publishing Bücher haben, welche Autoren diesen Weg wählen und wie erfolgreich man im Self-Publishing sein kann. Diese Darstellung beeinflusst die Meinung von Lesern und (potenziellen) Self-Publishing Autoren. Lesen Sie daher nachfolgend die 7 größten Irrtümer über Self-Publishing.

Inhalt dieses Artikels

Wie Medienberichte Irrtümer über Self-Publishing hervorrufen

Die Medien skizzieren immer wieder die gleichen, stereotypen Beschreibungen von Self-Publishern:

Self-Publisher A: verkauft über Nacht sehr erfolgreich (vom Tellerwäscher zum Bestsellerautor)
Self-Publisher B: verkauft gar kein Exemplar (totaler Misserfolg)

Auch die Self-Publishing Branche wird gerne sehr einseitig dargestellt. So wird häufig darüber berichtet, dass sich Self-Publishing nach wie vor im Aufschwung befindet. Diese Aussage ist zwar korrekt, doch häufig mit einer indirekten Einladung an die Leser des betreffenden Artikels verbunden: Self-Publishing kann jeder und wenn ich nach einem bestimmten Muster vorgehe, dann werde ich damit reich!

Es versteht sich von selbst, dass es sich hierbei um eine etwas überzogene und humorvolle Darstellung des Bildes von Self-Publishing in der Öffentlichkeit handelt. Trotzdem wird das Bild der Branche in der Öffentlichkeit häufig verzerrt dargestellt. Dies geschieht über immer die gleichen Irrtümer, mit denen wir uns für diesen Artikel kritisch auseinandergesetzt haben. Zur besseren Übersicht haben wir die Irrtümer thematisch gruppiert.

Irrtümer über Self-Publishing Thema I: Verdienst, Verkauf und Marketing

Irrtum Nummer 1: Ich verdiene mehr als bei einem Verlag!

Auf den ersten Blick scheint diese Aussage korrekt zu sein, denn die Autorenprovision im Self-Publishing ist, in Prozentzahlen ausgedrückt, immer höher als bei einem Verlag. Teilweise bekommt der Autor als Self-Publisher bis zu 70 % Provision vom Nettopreis bei einem E-Book. Beim Verlag bewegen sich die Provisionen zwischen 10 und 25 %. Sie ahnen bestimmt schon, dass die Rechnung trotzdem nicht aufgeht. Denn zum einen haben Verlagsbücher in der Regel einen deutlich höheren Verkaufspreis und zum anderen sollten Sie sich nie ganz allein auf E-Books beschränken. Hiermit können Sie nämlich nur 4% des gesamten Absatzmarktes erschließen, so dass die Verkäufe, und damit auch der absolute Umsatz, deutlich geringer ausfallen. 

Bei den Printausgaben kommt noch hinzu, dass Sie als Verlagsautor ab dem ersten verkauften Buch verdienen, im Self-Publishing müssen Sie erst die Herstellungskosten erwirtschaften. Gedruckte Bücher haben es im Self-Publishing zudem schwerer, überhaupt in die Regale der Buchhändler zu gelangen. Grund hierfür sind die hohen Handelsspannen der Verlage, die ein Self-Publishing Dienstleister häufig nicht bietet. Eine gute Strategie in Hinblick auf Vertrieb und Marketing ist in vielen Fällen daher wichtiger als ein möglichst hoher Wert beim Autorenhonorar. Lesen Sie dazu auch gern unsere Ausführungen zur Erhöhung der Verkaufschancen im Buchhandel.

Wir empfehlen Ihnen weiterhin, die Angaben eines Self-Publishing Dienstleisters zu den Provisionen genau zu überprüfen. Häufig wird nämlich nicht die absolute Provision korrekt online ausgegeben. Lesen Sie dazu auch gern unsere weiteren Erläuterungen rund um die Berechnung und Darstellung von Provisionen.

Irrtum Nummer 2: Mein Buch sollte für einen hohen Absatz möglichst günstig sein.

Den Fehler, möglichst günstig zu sein, sollte man in keiner Branche machen. Das gilt auch für das Self-Publishing, obwohl sich das Gerücht hier besonders hartnäckig hält und damit einer der zentralen Irrtümer über Self-Publishing hartnäckig bestehen bleibt. Stark rabattierte Bücher sprechen jedoch eine bestimmte Zielgruppe an. Diese kauft mehr oder weniger wahllos günstige Bücher, um sie irgendwann einmal zu lesen. Eine Bindung zu diesen Lesern bauen Sie nicht auf, da die Kaufentscheidung wenig mit Ihnen als Autor oder Ihrem Buch zu tun hat. 

Zudem wird “billig” oftmals auch mit einer minderen Qualität hinsichtlich des Inhalts gleichgesetzt. Ein Leser, der sich für Ihr Genre oder Thema interessiert, achtet eher auf Inhalt und Layout als auf den Preis. Orientieren Sie sich bei der Entscheidung für einen Verkaufspreis daher an ähnlichen, qualitativ hochwertigen Büchern in Ihrem Segment und verkaufen Sie sich nicht unter Wert.

Irrtum Nummer 3: Mit dem richtigen Marketing verkauft sich mein Buch auf jeden Fall.

Wenn sich ein Buch im Self-Publishing schlecht verkauft, dann denken viele Autoren, dass zu wenig Marketing der Grund dafür sein muss. Natürlich ist ein gutes Marketing für den Absatz unerlässlich. Jedoch nützt das beste Marketing nichts, wenn die Qualität des Buches schlecht ist. Dies kann zum einen das Cover sowie den Inhalt und zum anderen den Schreibstil betreffen. Auch ein zu hoher oder niedriger Verkaufspreis kann ein Grund für schlechte Verkaufszahlen sein.

Unterschätzen Sie daher die Wichtigkeit eines professionellen, wirklich gut geschriebenen Buches nicht. In speziell dafür ausgerichteten Schreibschulen lassen sich Schreibtechniken erlernen und verbessern. Zudem sollten Cover, Titel, Klappentext und Buchsatz professionell und zielgruppenkonform erstellt werden.

Auf der anderen Seite ist das Marketing natürlich unerlässlich, um Ihr Buch überhaupt erst bekannt zu machen. Es ist schwer zu sagen, welchen genauen Einfluss Maßnahmen des Autorenmarketings haben, jedoch sollten Sie verschiedene Kanäle, online sowie offline, nutzen. Im Internet helfen eine Autorenseite bei tredition oder Amazon, ein Autorenprofil bei Facebook oder gar eine eigene Autorenhomepage. Aber auch offline können Sie Kontakt zur lokalen Presse, zu Buchhandlungen oder Bibliotheken knüpfen und Lesungen organisieren. Oder Sie fangen ganz klein an und bewerben Ihr Buch im Freundes- und Bekanntenkreis. Jede Maßnahmme zählt und bringt Sie ein Stück weiter auf dem Weg, Ihr Buch bekannt zu machen und Interesse dafür zu wecken.

Irrtümer über Self-Publishing Thema II: Das Selbstverständnis als Autor

Irrtum Nummer 4: Wenn ich mein Buch einmal im Self-Publishing verkaufe, habe ich bei Verlagen keine Chance mehr.

Wissen Sie, wie Bestsellerautoren wie Nele Neuhaus oder E.L. James ihre ersten Leser gefunden haben? Richtig, durch Self-Publishing. Insbesondere für Neulinge ist Self-Publishing ein guter Weg, um Bücher zu testen und sich einen ersten Leserkreis aufzubauen. Teilweise verläuft der Weg heute auch umgekehrt, so dass Verlagsautoren ins Self-Publishing wechseln, da sie sich von ihrem Verlag allein gelassen fühlen und die Freiheiten des Self-Publishing in Anspruch nehmen möchten. 

Zudem stehen Fachbuchautoren aufgrund der Brisanz und Aktualität ihres Themas häufig vor der Herausforderung, schnell veröffentlichen zu müssen. Verlage haben hingegen lange Vorlaufzeiten, so dass das Buch erst nach einem Jahr oder noch später in den Regalen landet. In der Zwischenzeit hat das Thema dann vielleicht an Brisanz verloren oder andere Autoren haben sich der Materie gewidmet. Der Vorteil im Self-Publishing liegt darin, dass Sie Ihr Buch nahezu sofort auf Knopfdruck veröffentlichen können. Es handelt sich hier um einen der größten Irrtümer über Self-Publishing, wenngleich zahlreiche Gegenbeispiele diesen all zu leicht entkräften.

Irrtum Nummer 5: Als Self-Publisher bin ich kein richtiger Autor.

Dies ist eng an Irrtum Nummer 4 geknüpft. Vor einigen Jahren hatte das Self-Publishing noch den Ruf, qualitativ minderwertige Titel hervorzubringen. Doch diese Zeiten sind zum Glück vorbei, was die Tatsache zeigt, dass Verlagsautoren teilweise ins Self-Publishing wechseln, weil sie die Vorteile und Freiheiten zu schätzen wissen.

Irrtümer über Self-Publishing Thema III: Qualität und Arbeitsweise

Irrtum Nummer 6: Als Self-Publisher muss ich den gesamten Prozess allein gestalten

Zum Glück werden Sie auch im Self-Publishing nicht allein gelassen. Viele Dienstleister bieten Software-Tools und praktische Hilfe bei der Erstellung von Buchumschlägen oder dem Buchsatz an. Prüfen Sie unbedingt, ob solche Leistungen im Veröffentlichungspreis inklusive sind oder zusätzliche Kosten nach sich ziehen.

Wir bei tredition helfen Ihnen dabei, die Qualität Ihres Buches noch weiter zu verbessern. So unterstützen wir Sie zum Beispiel im Marketing, bei der Prüfung auf Mängel (hinsichtlich Orthographie, Satz, Gestaltungsfehler, formaler Richtigkeit) sowie der Covergestaltung. Außerdem können Sie unseren Umschlagdesigner für die Anfertigung eines hochwertigen Buchcovers nutzen. Auf diese Weise erstellen wir gemeinsam ein Buch mit einer professionellen Gesamterscheinung.

Irrtum Nummer 7: Lektorat und Korrektorat brauche ich im Self-Publishing nicht.

Sie fühlen sich in der deutschen Sprache sicher und beherrschen Grammatik und Orthografie im Schlaf? Das ist beim Schreiben eines Buches sehr hilfreich, doch trotzdem ist es schwer bis unmöglich, das Lektorat bzw. Korrektorat für sein eigenes Buch zu übernehmen. Zum einen stellt sich unweigerlich im Laufe des Schreibprozesses eine Art Betriebsblindheit ein, so dass Sie Fehler leicht übersehen. Zum anderen geht es nicht nur um die Korrektur von Rechtschreibfehlern, sondern auch um die Überprüfung von Figuren sowie der Handlung auf Logik und Spannung. 

Sicherlich sind Lektorat und Korrektorat eine Investition, die Sie als Autor eingehen müssen, bevor Sie mit Ihrem Buch einen einzigen Cent verdient haben. Sie sollen diesen Schritt aber trotzdem gehen oder zumindest Freunde oder Bekannte als Testleser gewinnen und sie um ein ehrliches Feedback bitten. Ist Ihr Buch erstmal auf dem Markt, können Sie nichts mehr an negativen Rezensionen oder geringen Verkäufen ändern. Bei tredition haben Sie die Möglichkeit, sowohl ein Korrektorat als auch ein Lektorat optional zu buchen.

Die Lösung: Irrtümer über Self-Publishing kennen und professionell sein

Natürlich ist es möglich, im Self-Publishing erfolgreich zu sein und zahlreiche Bücher zu veröffentlichen und zu verkaufen. Doch wie in jedem Business sind dafür eine Menge Disziplin sowie Professionalität erforderlich. Self-Publishing ist also kein Selbstläufer, was man schon an der Bedeutung des Wortes erkennt: “Selbst veröffentlichen”. Es liegt also an Ihnen, Ihr Buch inhaltlich, stilistisch und optisch professionell zu gestalten und anschließend zu bewerben. Trotzdem können Sie natürlich die Leistungen von tredition in Anspruch nehmen, denn bei uns können Sie die Vorzüge des Self-Publishing genießen und zugleich von der Service- und Produktqualität eines Verlages profitieren.