Die Künstlersozialkasse: Absicherung für selbstständige Autoren

Die Künstlersozialkasse wurde gegründet, um Publizisten im Alter und Krankheitsfall abzusichern.Hegen Sie Pläne, sich als Buchautor, Texter oder Redakteur selbstständig zu machen, um auf diese Weise Ihrer schriftstellerischen Tätigkeit mehr Zeit zu widmen? Dann ist es ganz wichtig, dass Sie sich mit den Themen finanzieller Absicherung und Vorsorge gut auseinandersetzen. Denn als Selbstständiger sind Sie nicht nur selbst für die Abgabe von Steuern, sondern auch für die Zahlung der Sozialversicherungen verantwortlich. Kalkulieren Sie also sehr genau Ihre voraussichtlichen monatlichen Kosten und Einnahmen durch und nutzen Sie die Chance, sich intensiv zum Thema Selbstständigkeit beraten zu lassen.

So betreibt beispielsweise das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie betreibt ein Existenzgründungsportal, wo sie u.a. Tipps zur Finanzierung und weiteres Informationsmaterial finden. Auch eine Gründerberatung in Ihrem regionalen Umfeld kann hilfreich sein, etwa bei Ihrer Kommune oder Institutionen wie der IHK oder der Arbeitsagentur.

Speziell für Künstler und Freiberufler bietet die sogenannte Künstlersozialkasse die Möglichkeit, sich finanziell abzusichern. Wie das funktioniert, erläutern wir Ihnen im Folgenden. Wenn Sie Ihre Autorentätigkeit nebenberuflich betreiben, lesen Sie bitte auch gern unseren Beitrag „Steuerwissen für Autoren: Was Sie als Freiberufler beachten müssen“.

Inhalt dieses Artikels

Was ist die Künstlersozialkasse (KSK)?

Ein nicht zu unterschätzende, monatlicher Kostenaufwand erwartet Sie als Selbstständiger, denn Sie haben ja keinen Arbeitgeber, der anteilig für Ihre Sozialversicherungen zahlt. Für viele Selbstständige ist die Krankenversicherung ein erheblicher Kostenpunkt, denn je nach Tarif können monatlich um die 800 Euro fällig werden. Die Rentenversicherung vernachlässigen viele Freiberufler komplett, da sie die monatlichen Kosten kaum tragen können. Für Künstler und viele Freiberufler gibt es daher seit 1983 die Künstlersozialkasse (KSK) zur finanziellen Absicherung und der Vermeidung von Altersarmut. Als Geschäftsbereich der Unfallversicherung Bund und Bahn sorgt die KSK dafür, dass selbständige Publizisten und Künstler einen vergleichbaren Schutz in der gesetzlichen Sozialversicherung erhalten wie Arbeitnehmer.

Die KSK ist übrigens selbst kein Leistungsträger, sondern koordiniert die Abführung der Beiträge für ihre Mitglieder zu einer Krankenversicherung freier Wahl und zur gesetzlichen Renten- und Pflegeversicherung. Auch als selbstständiger Autor haben Sie die Möglichkeit, sich in die KSK aufnehmen zu lassen.

Vor- und Nachteile der Künstlersozialkasse

Im Regelfall müssen Selbstständige die Sozialversicherung zu 100% alleine tragen, da der Arbeitgeberanteil wegfällt. Hier springt die KSK ein und übernimmt diesen Anteil, so dass Versicherte nur noch die Hälfte der Beiträge zahlen müssen. Die andere Hälfte wird vom Bund (40%) und aus den Beträgen von Unternehmen, die künstlerische und publizistische Leistungen beauftragen (10%), übernommen. Tredition zahlt daher auch regelmäßig 4,2% der an Künstler und Publizisten gezahlten Honorare an die KSK. Die Beiträge der Versicherten sind an das Einkommen gebunden, freiwillig versicherte Selbstständige zahlen dagegen einen Mindestbeitrag von aktuell etwa 160 Euro.

Beiträge steigen mit Honorar

Mit steigendem Honorar erhöht sich natürlich auch der absolute Betrag, den man in die Rentenversicherung einzahlen muss. Dies wird von einigen Publizisten als Nachteil gesehen. Zudem ist der Antragsprozess etwas mühsam, da man zahlreiche Dokumente vorlegen muss. Wenn man einmal über die KSK versichert ist, dann kommt man so schnell nicht wieder raus, solange man publizistisch tätig ist. Denn für freischaffende Publizisten und Künstler besteht eine Versicherungspflicht. Ausnahmen gibt es nur, sofern Sie noch andere Tätigkeiten ausüben, beispielsweise eine selbständige Arbeit, die nicht künstlerischer oder publizistischer Natur ist oder wenn Sie zusätzlich wieder als Arbeitnehmer beginnen zu arbeiten und die Einkünfte hieraus bestimmte Werte übersteigen.

Möchten Sie in diesem Kontext einmal kalkulieren, wie viel Sie voraussichtlich als Autorenhonorar für Ihr Buch bei tredition erhalten? Dann nutzen Sie dafür gern unseren Preisrechner.

Voraussetzungen für eine Aufnahme in die Künstlersozialkasse

Wer hauptberuflich als Schriftsteller tätig ist und über der Geringfügigkeitsgrenze von 3.900 Euro Einnahmen im Jahr liegt, der hat gute Chancen auf eine Aufnahme. Liegt man mehrere Jahre in Folge unter dieser Grenze, kann es sein, dass man aus der KSK ausgeschlossen wird. Eine Ausnahme gilt für Einsteiger, so dass es in den ersten drei Jahren nach Aufnahme der schriftstellerischen Tätigkeit möglich ist, weniger als 3.900 Euro pro Jahr zu verdienen. Wichtig ist auch, dass eine mögliche weitere selbstständige Tätigkeit die Grenze von 450 Euro Gewinn nicht überschreitet, so dass die schriftstellerische Tätigkeit in jedem Fall der Hauptberuf ist.

Zudem darf man nicht mehr als einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen, da die Tätigkeit dann hauptsächlich nicht mehr publizistisch, sondern unternehmerisch ist. Sollten Sie noch studieren oder parallel zu Ihrer schriftstellerischen Tätigkeit ein Studium aufnehmen, so kann es auch dann möglich sein, sich weiterhin über die KSK zu versichern. Dies wird im Einzelfall von der KSK geprüft.

Wie kommen die Beiträge für die Künstlersozialkasse zustande?

Am Jahresende wird man von der KSK zu einer Schätzung des Einkommens für das Folgejahr aufgefordert. Wenn sich im Verlauf des Jahres Änderungen ergeben, sollten diese nachgemeldet werden, so dass die Beiträge dann nach oben oder unten angepasst werden können. Eine rückwirkende Erhöhung oder Senkung der Beiträge ist allerdings nicht möglich. Jedes Jahr kontrolliert die KSK bei etwa 5% der Versicherten, ob das Einkommen korrekt geschätzt wurde oder ggf. Änderungen gemeldet wurden. Abweichungen in geringem Maße sind aber erlaubt.

Aktuell liegen die Sätze bei 18,6% für die Rentenversicherung und 14,6% für die Krankenversicherung. Hier kommen noch 3,05% bzw. 3,3% (für Kinderlose) Pflegeversicherung dazu. Als Mitglied der KSK zahlen Sie dann nur die Hälfte dieser Prozentsätze bezogen auf Ihr Jahresarbeitseinkommen (Betriebseinnahmen minus -ausgaben).

Kann ich mit einem Gewerbe in die Künstlersozialkasse?

Mit dieser Frage müssen Sie sich auseinandersetzen, sofern Sie als Schriftsteller ein Gewerbe betreiben. Ein Gewerbe müssen Sie dann anmelden, wenn Sie beispielsweise Ihre Bücher oder passende Werbeartikel über einen eigenen Shop verkaufen. Dies würde dann eine weitere Selbstständigkeit darstellen, deren Einnahmen 450 Euro pro Monat nicht übersteigen dürfen, um in die KSK aufgenommen zu werden.

Wichtig zu wissen ist generell: Ein Gewerbe ist keine Voraussetzung für die Aufnahme in die KSK und schließt diese auch nicht aus. Die KSK kann auch nicht beurteilen, ob ein Gewerbe für Ihre Tätigkeit notwendig ist. Hierzu müssen Sie sich bitte an das für Sie zuständige Gewerbeamt wenden.

Fazit

Wenn Sie erwägen, sich mit Ihrer schriftstellerischen Tätigkeit selbstständig zu machen – diese also nicht nur nebenberuflich auszuüben – sollten Sie sich nicht nur frühzeitig mit Fragen der finanziellen Absicherung befassen, sondern auch die Künstlersozialkasse früh kontaktieren, um alle Ihre eventuellen Fragen zu klären. Wenn Sie die Kriterien einer Aufnahme in die KSK erfüllen, stellt diese eine wertvolle Form der Absicherung für Sie als selbstständigen Publizisten dar.

Übrigens: Wenn Sie über die Künstlersozialkasse bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, können Sie auch durch Ihre Krankenkasse prüfen lassen, ob für Ihren Ehepartner und Ihre Kinder eine kostenlose Familienversicherung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung bestehen kann.

Die Überlegung, ob eine komplett selbstständige Autorentätigkeit für Sie infrage kommt, ist eng damit verbunden, wie erfolgreich sich Ihre Bücher verkaufen. Informieren Sie sich gern einmal darüber, unter welchen Voraussetzungen sich der Buchverkauf erfolgreich gestaltet und steigern lässt.