Blogs im Porträt: Bei „books & senses“ wird Lesegenuss rezensiert

Ein literarischer Leckerbissen sollte Ihr Buch schon sein, liebe Self-Publishing-Autorinnen und Autoren, wenn Sie sich eine Rezension auf dem Blog „books & senses“ wünschen. Denn Lisa, die den Blog seit 2011 betreibt, möchte Bücher nicht nur genießen, sondern bewertet diese origineller Weise mit kleinen Pfannkuchen als Symbolen. Was Autoren und Leseratten auf „books & senses“ erwartet und weshalb Self-Publishing für Blogger immer wichtiger wird, lesen Sie im folgenden Interview mit „books & senses“-Gründerin Lisa.

tredition: Liebe Lisa, der stimmungsvolle Name Deines Blogs – „books & senses“ – lässt vermuten, dass Bücherlesen ein echter Hochgenuss für Dich ist. Wie muss ein Buch sein, damit es Dich so richtig „vom Hocker reißt“?
Lisa: In der Tat ist Lesen ein besonderes Schmankerl für mich, das ich gerne genießen will. Ganz wichtig ist dabei der Protagonist, bzw. die Protagonistin. Hier muss die Chemie stimmen. Nicht unbedingt von Anfang an, da sich einige Charaktere ja auch noch entwickeln, aber ich muss ab einem gewissen Punkt mit ihnen fiebern können und merken, dass sie mir ans Herz gewachsen sind. Ich bin auch ein großer Fan von Abwechslung in Büchern, das heißt, es darf nicht immer wieder dasselbe oder kaum etwas passieren. Die Handlung muss spannend und interessant sein und darf auch gerne die ein paar Wendungen oder Überraschungen bereithalten. Ein gutes World-Building ist auch ganz wichtig, wenn sich der Autor für eine eigene Welt entscheidet. Je genauer ich mir diese Welt vorstellen kann, desto besser. Der Rest hängt auch so ein bisschen davon ab, welche Thematik das Buch behandelt oder aus welchem Genre es stammt. Was ich in dem einen vielleicht nicht mag, passt dafür umso besser in das andere.

tredition: Wann genau hast Du angefangen zu bloggen und hat sich seither Dein Leseverhalten geändert?
Lisa: Mit dem Bloggen habe ich im Juni 2011 angefangen und seither hat sich einiges verändert. Zum einen haben enorm viele neue Bücher den Weg in mein Regal gefunden und ich habe den Begriff des SuBs (Stapel ungelesener Bücher) zum ersten Mal gehört, verstanden und selbst erlebt. Das gab es vorher bei mir nicht. Gleichzeitig lese ich aber auch mehr und werde auf Bücher aufmerksam, die ich ohne das Bloggen vielleicht nicht kennen gelernt hätte. Vor allem meine Vorliebe für englische Bücher ist mit meinem Blog größer geworden. E-Books lese ich mittlerweile auch vermehrt, weil es für unterwegs einfach toll ist. Ob das allerdings mit dem Blog zusammenhängt oder ob ich mich früher oder später sowieso dafür entschieden hätte, kann ich allerdings nicht beurteilen. Was die Genres betrifft, so habe ich schon immer Bücher aus allen möglichen Bereichen gelesen und denke nicht, dass das Bloggen da etwas geändert hat.

„Bloggen ist mehr ein Miteinander als ein Ego-Ding.“

Lisa bloggt auf books & senses

Gute Bücher im Visier: Lisa rezensiert seit 2011 auf ihrem Blog books & senses

tredition: Du führst auf Deinem Blog auch Challenges durch. Macht es für Self-Publishing-Autoren Sinn, sich hier auch selbst ins Spiel zu bringen, z.B. ihr Buch für die Challenge vorzuschlagen, wenn es thematisch passt?
Lisa: Auf jeden Fall! Wenn es um Themen-Challenges geht, dann sind Vorschläge immer willkommen. Die Teilnehmer solcher Challenges sind immer auf der Suche nach neuen Büchern, die die Kriterien erfüllen und ob der Vorschlag da von einem anderen Blogger oder einem Autor kommt, macht keinen Unterschied. Die Leseratten freuen sich immer über Ideen für neues Lesefutter!

tredition: Tauschst Dich gern mit anderen Bloggern aus? Warst Du beispielsweise auf der Leipziger Buchmesse?
Lisa: Der Austausch mit anderen Bloggern ist eigentlich eine der tollsten „Nebenerscheinungen“ vom Bloggen. Ich entdecke auf anderen Blogs immer wieder neue Bücher, die dann auch den Weg in mein Regal finden. Manchmal werden mir auch Bücher vorgeschlagen, weil einige meinen Geschmack gut kennen und einen ähnlichen haben. Das Bloggen ist dahingehend mehr ein Miteinander als ein Ego-Ding. Mit einigen Bloggern schreibe ich auch privat regelmäßig und dann tauschen wir uns über alles aus, was mit Büchern zu tun hat. Auf der Leipziger Buchmesse war ich leider nicht, dafür bin ich aber immer auf der Frankfurter Buchmesse, wo ich mich mit anderen Bloggern treffe und beim Wuseln von Stand zu Stand auch über Bücher spreche. Sich persönlich auszutauschen ist ebenfalls eine tolle Erfahrung.

tredition: Self-Publishing ist ein wachsender Trend auf dem Buchmarkt. Inwiefern erachtest Du das aus Bloggersicht als spannend?
Lisa: Buchblogger wie ich sind immer auf der Suche nach aufregenden, neuen Geschichten. Gerne auch aus der Feder deutscher Autoren. Da mittlerweile aber viele englische Titel eingekauft werden und dafür weniger deutsche Bücher das Licht der Welt erblicken, ist es gar nicht so einfach, neue deutsche Autoren zu entdecken. Zumindest empfinde ich das so. Wenn ich durch die Jugendbuchabteilung in der Buchhandlung gehe, entdecke ich meist englische Namen, aber vergleichsweise wenige deutsche. Self-Publishing deutscher Autoren bietet daher die Möglichkeit, meine dahingehenden Lücken im Regal zu füllen. Man kann dabei verborgene Schätze finden, die aufgrund des fehlenden renommierten Logos auf dem Cover unentdeckt bleiben.

„Im Self-Publishing kann man verborgene Schätze finden.“

tredition: Wie kamst Du auf die sehr witzige Idee, Bücher mit Pancakes zu bewerten?
Lisa: Wenn ich mich recht erinnere, dann habe ich an dem Morgen, als ich mein Bewertungssystem konzipiert habe, Pancakes gegessen. Und da diese super lecker waren habe ich mich wohl dazu entschieden, sie als mein Bewertungssystem zu nutzen. Zudem hatte niemand anderes dieses System und ich wollte etwas Eigenes haben. Mittlerweile würde ich mich vielleicht für etwas anderes entscheiden, aber die Pancakes waren seit Tag 1 dabei und auch wenn sich das Design schon zig Mal verändert hat, so sind die Pancakes doch immer geblieben. Zum Glück bleiben virtuelle Pancakes auch immer schön frisch. 😉

tredition: Welche Projekte planst Du dieses Jahr für Deinen Blog?

Lisa: Wie oben schon erwähnt bin ich zwar einerseits Fan von englischen Büchern, andererseits würde ich gerne mehr deutsche Autoren entdecken. Das klingt widersprüchlich, aber das books_senseseine beeinflusst auch das andere. Deswegen würde ich neben meiner Englisch-Challenge gerne noch eine weitere Challenge starten, in der es um deutsche Autoren geht. Es gibt bestimmt schon ein paar Challenges in dieser Richtung, aber vielleicht kann ich mir ja noch etwas Neues einfallen lassen. Vielleicht ja auch etwas mit Self-Publishing als Thema? Denn soweit ich das mitbekommen habe, bekommen Blogger auch von Challenges nie genug. 😉 Einfach lesen reicht uns nicht.

Des Weiteren will ich dieses Jahr wieder meinen Bloggeburtstag feiern, was letztes Jahr wegen Zeitmangel leider nicht geklappt hat. Außerdem nehme ich an der Blogger schenken Lesefreude Aktion zum Welttag des Buches teil. Ein paar andere Aktionen sind noch in Planung, aber ich brauche noch etwas Zeit für die Ausarbeitung. Momentan bin ich mit vielen Dingen parallel beschäftigt und komme deshalb nur im Schneckentempo voran.

tredition: Zu guter Letzt: Weshalb sollten Self-Publishing-Autoren und alle Bücherfans Deinen Blog keinesfalls aus den Augen lassen?
Lisa: Wie bei den Büchern, so bin ich auch bei meinem Blog ein Fan von Abwechslung. Wenn es um die Gestaltung von Posts, Bildern oder Aktionen geht, lasse ich mir immer gerne etwas Neues einfallen, damit es keinem Langweilig wird – weder mir noch meinen Lesern. Dazu gehört auch das Vorstellen neuer Bücher und allem, was dazugehört. Ich würde mal behaupten, es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken und ich freue mich über jeden, der gemeinsam mit mir Suchen und Finden möchte.

 

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