Im Marketing ist Kreativität gefragt – Warum eine Buchvorstellung immer im Buchladen machen?

Buchwerbung heißt: Geschichten erzählen!

Pressemeldung, Social Media-Bewerbung, Autorenlesung. Diese Marketingaktionen sind Werbeaktionen für das eigene Buch, die jeder Autor kennt und die zum Standardrepertoire im Marketing gehören. Doch jenseits dieser Marketingaktionen gibt es noch eine uendliche Palette an zusätzlichen Maßnahmen, die für das eigenen Buch denkbar sind. Die Standardmaßnahmen sind nahezu obligatorisch, sollten aber immer nur ein Teil Ihres Marketing-Plans sein. Werden Sie kreativ und denken Sie auch über ungewöhnliche Marketingmaßnahmen nach. Je ungewöhnlicher desto größer ist Ihnen sicherlich die Aufmerksamkeit! Auch bei Büchern kommt es oft auf die Geschichte hinter einem Buch oder einem Autoren an. Tredition-Autoren machen vor, wie es gehen könnte …

Unsere Autoren sind gewitzt – und nie um eine kreative Idee verlegen. Autoren wie Helge Großklaus oder Ulrich Reppenhagen etwa haben uns unabhängig von einander fast zeitgleich eine  eine ganz neue Idee präsentiert. In unserem aktuellen Blogbeitrag berichten wir über das „Schaufenster“ zum Buch und geben Ihnen Tipps, wie Sie ähnliche Marketingaktionen für Ihr eigenes Buch umsetzen können.

Kreatives Buchmarketing Variante I – Helge Großklaus veredelt die eigene Fensterbank mit seinen Veröffentlichungen

Der „kleinste Buchladen der Welt“ steht in Berlin

Künstler und Theater im Hinterhof! In der Fidicinstraße mitten in Kreuzberg in Berlin gibt es eine ganz eigene Promotionaktion eines Autors zu bestaunen. Helge Großklaus, der u.a. als Barkeeper, Verkäufer, Altenpfleger, Maskenbildner, Filmemacher, Grafiker und Lokführer tätig war, liebt Lyrik und hat schon einige Bücher in diesem Genre veröffentlicht. Mit dem Illustrator Marc Müller hat er gerade gemeinsam das Buch „Gier und Habsucht“ bei tredition herausgebracht. Bekannt als „Hinterhofdichter“ macht er seinem Namen alle Ehre und trägt seine Gedichte und Texte regelmäßig bei Poetry Slams und anderen Veranstaltungen vor Publikum vor. Auf der eigenen Fensterbank hat er den „kleinsten Buchladen der Welt“ mit seinen eigenen Veröffentlichungen angebaut. Mit diesem lädt er Passanten und Buchfans zum Verweilen und Schmökern ein. Eine gelungene Marketing-Aktion zum Abgucken fand auch das rbb-Fernsehen und berichtete über den findigen Poeten.

Schaufenster zum Buch Helge Großklaus

Helge Großklaus

Helge Großklaus, 1965 in Bad Segeberg geboren, zog 1984 nach Berlin, um eine Ausbildung als Maskenbildner in den Sand zu setzen. Seit 1986 hat er als Barkeeper, Verkäufer, Altenpfleger, Filmemacher, Grafiker, Lokführer und Autor gearbeitet. Er selbst bezeichnet sich als staatlich geprüften Universaldilettanten. Als „Helge, der Hinterhofdichter“ trägt er seine Gedichte regelmäßig vor Publikum vor.

Gier und Habsucht

Das Buch „Gier und Habsucht“ von Helge Großklaus orientiert sich vom Vorwort bis zum Schluss an der Original-Dichtung. Die Giftpfeile, die auf den gegenwärtigen amoklaufenden Kapitalismus abgeschossen werden, sind mit gelegentlichen Busch-Zitaten garniert. Alle Charaktere, die in dem bis zur letzten Seite unterhaltsamen Buch auftauchen, basieren auf der klassischen Vorlage. Großklaus‘ Satire ist eine erfrischende Fortsetzung der Max und Moritz-Geschichten, die diesmal erwachsenen Lesern jede Menge Lesevergnügen bereiten werden.

Vergammelte Werke

Die zehn Kapitel der Sammlung „Vergammelte Werke“ von Helge Großklaus drehen sich rund um die wichtigen und weniger wichtigen Fragen des Lebens, um Politik, Gesellschaft, Liebe, das Älterwerden und das Seelenheil. Der Autor stellt zudem sein Tierreich vor, lässt sich über das Dichten aus und nimmt den Leser mit auf eine gereimte Reise um die Welt. Schließlich bildet Großklaus den heiteren Lesespaß mit einigen Nachdichtungen sowie einer Verneigung vor Altmeister Robert Gernhardt im Kapitel „Bilden Sie mal einen Satz mit …“ ab.

Helge Großklaus Lesung Lesezelt

Helge Großklaus ist ein Tausendsassa. In seiner Rolle als „Hinterhofdichter“ ist er nicht nur bei Poetry Slams und im eigenen Fensterbankladen aktiv, sondern auch bei Straßenfesten oder anderen Veranstaltungen, wie etwa dem Mittelwalder Straßenfest, bei dem er dem Lesezelt durch seine Präsenz bereichert hat.

Helge Großklaus

Helge Großklaus

Kreatives Buchmarketing Variante II – Ulrich Reppenhagen stellt seine Bücher im Fensterbrett des toskanischen Palazzo vor

Der Romanschauplatz als Podium für die Buchwerbung

Die zweite Promoaktion entführt uns in die Toskana. Ganz unabhängig von Helge Großklaus ist dort Ulrich Reppenhagen auf die Idee gekommen, in das Fenster eines italienischen Palazzo in seiner benachbarten Kleinstadt in der Toskana seinen Titel „Der Wald hat tausend Augen“ zu stellen und so für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen. Bei dem Ort für seine Werbung hat er nicht aufs Geratewohl einen schönen italienischen Palazzo ausgesucht, sondern das Covermotiv seines Romans. Es handelt sich um den ‘Palazzo Galletti‘ in Monte San Savino, im italienischen Arezzo. Er stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist ein reiner Renaissance-Bau. Heute befindet sich dort eine Musikschule und die kommunale Bibliothek. Im Roman kommt dieser Palazzo mehrmals vor und hat allegorischen Charakter für die Handlung.

Monte San Savino selbst ist eine im Kern vollständig erhaltene Renaissancestadt einschließlich mittelalterlicher Bauten. Die Stadt ist, unter anderem Namen, aber wiedererkennbar, ein Handlungsort in Reppenhagens Roman. Der Palazzo findet mehrfach Erwähnung auf den zwei Zeitebenen, in denen der Roman spielt, in der Kriegszeit und in den 90er Jahren. Welcher Schauplatz könnte sich also besser eignen, um als „Schaufenster“ für eine ungewöhnliche Marketingaktion zu dienen.

Ulrich Reppenhagen

Ulrich Reppenhagen hat in Berlin Publizistik, Jura und Politologie studiert. Nach einem Germanistik-und Geschichtsstudium in Hamburg unterrichtete er an einem Gymnasium. Heute lebt er abwechselnd in Hamburg und in seiner Wahlheimat Italien.
Besonders interessiert an der Geschichte Italiens im 20. Jahrhundert, beschäftigt er sich mit dem politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel in der Toskana im letzten Jahrhundert. Vor diesem Hintergrund spielen zwei seiner Romane.

Der Wald hat tausend Augen

Ein Freundespaar will in Ulrich Reppenhagens „Der Wald hat tausend Augen“ ein Ferienhaus in der Toskana kaufen und erfährt nach und nach mehr über dessen tragische Vergangenheit. Sein historischer Roman liefert den Lesern einerseits viele kaum bekannte Informationen rund um die Rolle der Deutschen in der Toskana im Zweiten Weltkrieg und ist andererseits ein Roman über die Liebe und deren Herausforderungen. Wer nach ernsthafter schwuler Literatur mit interessantem, historischen Hintergrund sucht, ist bei Reppenhagens „Der Wald hat tausend Augen“ an der richtigen Lektüreadresse.

Kreative Marketingideen – unsere Tipps für’s Gelingen

Werbung funktionieren nicht losgelöst von den restlichen Werbemaßnahmen für das eigene Buch. Grundsätzlich sollten Sie vor Beginn der Marketing-Maßnahmen generell eine Übersicht, einen sogenannten Marketingplan, zu den geplanten Aktivitäten erstellen. Nicht immer ist eine Werbemaßahme für jedes Buch geeignet. Ein Fachbuch erfordert zum Beispiel andere Marketingmaßnahmen als ein belletristischer Roman oder ein Kurzgeschichtenband. Sie sollten sich daher vorab Gedanken darüber machen, ob und welche Maßnahmen außerhalb der üblichen Maßnahmen für Ihr Buch sinnvoll sind und inwieweit eine Maßnahme wie die oben beschriebene in diese Strategien einzubinden ist.

Haben Sie sich schon einmal darüber Gedanken gemacht, welche Zielgruppe eigentlich Ihr Buch liest? Dies sollten Sie unbedingt vor allen Marketingbestrebungen genau überdenken. Fragen Sie sich daher auch, wo Ihre Leser aktiv sind. Ist Ihre Zielgruppe eher das typische Lesungspublikum oder ist sie vielleicht eher online zu Hause. Wie könnte man Ihre Leser am besten ansprechen? Machen Sie auch Brainstorming. Vielleicht fällt Ihnen dabei die Idee zu einer ungewöhnlichen Marketingaktion in den Schoß. Und sprechen Sie mit anderen Autoren und Ihren Lesern. Vielleicht finden Sie auch so die geeignete Werbeaktion zu Ihrem Buch.

Agieren Sie schlussendlich crossmedial, also auf verschiedenen Kanälen, und verknüpfen Sie ihre einzelnen Marketingstrategien miteinander. Wenn Sie also eine ungewöhnliche Marketingmaßnahme erdacht und umgesetzt haben, machen Sie Fotos der Aktion und posten Sie diese über die zugehörigen Seiten auf den sozialen Netzwerken, also auf Ihrer Facebook- und Twitter-Seite, berichten Sie darüber in einem Autorenforum oder schreiben Sie einen Artikel in Ihrem Blog. So stellen Sie sicher, dass Sie alle Ihre Marketinganstrengungen optimal verzahnen!