Neue Wege im Buchvertrieb wagen: So kam das Buch „Notizen in der Kälte“ ins Restaurant

Buchhandel anders - Notizen in der Kälte

Bild: Plakat zur Veranstaltung im Restaurant „Freni e Frizioni“

Notizen in der Kälte – ein furchtloses Leben in St. Petersburg

Susanne Friedrich thematisiert in ihren Roman „Notizen in der Kälte“ das Erleben von Fremde, Erinnerungen an St. Petersburg und einen mutigen Lebensweg.  Ihre Geschichte enthüllt ihre Erlebnisse als Frau eines deutschen Jungunternehmers ohne Sicherheitsnetz und doppelten Boden in einem vom Tumult und Umbruch geprägten Russland der späten Neunzigerjahre. In einer Zeit, als zahlreiche Russen eine neue und bessere Zukunft im Westen suchten, entschieden sie und ihr Mann sich, den entgegengesetzten Weg zu gehen und sich in einem Land niederzulassen, das auch heute noch keine perfekte Plattform für den Aufbau einer neuen Existenz bietet. „Notizen in der Kälte“ wird Leser nicht kalt lassen, sondern ihnen Mut machen, neue Wege furchtlos zu beschreiten.

Susanne Friedrich geht nicht nur privat und in ihrem Buch eigene Wege, sondern auch mit einer außergewöhnlichen Vertriebsaktion. Warum immer im Buchladen eine Lesung veranstalten und nicht einmal in einem Restaurant, hat sich die gewitzte Autorin gedacht. Wir stellen die ganz besondere Aktion vor und sprechen sowohl mit der Autorin als auch mit Restaurantbesitzer Giovanni Moro über einen innovativen Weg, Bücher bekannt zu machen und an den Leser – oder Restaurantbesucher zu bringen.

 Buchvertrieb einmal anders – „Notizen in der Kälte“ im Restaurant

Susanne Heinze Buchlesung

Bild: Autorin Susanne Friedrich bei der Lesung im Berliner Restaurant „Freni e Frizioni“

 

In  Bezug auf das Marketing und den Vertrieb ist Susanne Friedrich einen ganz eigenwilligen Weg gegangen. Ganz nach dem Motto: ungewöhnliche Bücher erfordern auch außergewöhnliche Vertriebs- und Marketingmaßnahmen, hat sich die Autorin für eine Präsentation ihres Buches im Berliner Restaurant „Freni e Frizioni“ entschieden – und Restaurantbesitzer Giovanni Moro dafür mit einem ihrer Bücher „bestochen“. Dieser war nicht nur von dem außergewöhnlichen Buch der Ausnahme-Autorin angetan, sondern auch von ihren Bildern – und schlug ihr eine Ausstellung und Präsentation des Buches in seiner Trattoria „Freni e Frizioni“ in Berlin vor. Anstatt lange zu fackeln, stellte Susanne Friedrich passend zur Buchveröffentlichung gemeinsam mit Giovanni Moro eine Fotoausstellung ihrer Bilder aus ihrer Sammlung im Restaurant „Freni e Frizioni“ auf die Beine. Der Höhepunkt der Koopration zwischen Buchautorin und Gastronomiebetrieb war die Buchpräsentation ihres Buches „Notizen in der Kälte“ Mitte März: ein Erfolg auf der ganzen Linie. Die Gäste gingen nicht nur mit wohlgefüllten Magen, sondern mit einer wunderbaren Lektüreempfehlung doppelt zufrieden nach Hause.

Susanne Friedrich zeigt mit diesem ungewöhnlichen Vertriebsprojekt, dass auch ungewöhnliche Kooperationen im Buchvertrieb funktionieren können und es nicht immer der gewöhnliche Buchladen für eine Autorenlesung sein muss. Gerade, um bei der Masse an Neuveröffentlichungen und Autorenlesungen herauszustechen, gilt es witzige, außergewöhnliche und aufsehenerregende Werbeaktionen für das eigene Buchprojekt zu starten. So wie Susanne Friedrich dies für ihre Buchveröffentlichung „Notizen in der Kälte“ gelungen ist.

Autorin Susanne Friedrich erzählt uns im Folgenden, wie es zu dem schönen Vertriebserfolg gekommen ist.

 

Suanne Friedrich

Bild: Autorin Susanne Friedrich

Zur Autorin

Die Autorin Susanne Friedrich wurde 1965 in Indien geboren und verbrachte ihre Kindheit in Südostasien (Indien und Singapur). Nach dem Abitur zog es sie nach London, wo sie durch ihren späteren Beruf im Export Verkauf & Marketing Europa ausgiebig bereisen konnte. Weitere Auslandsjahre in Paris folgten. 1997 zog sie mit ihrem damaligen Mann und sechs Monate alten Sohn nach Sankt Petersburg. Aus angedachten zwei Jahren wurden zehn. Von ihren dortigen Erfahrungen erzählt sie in „Notizen in der Kälte“. In Sankt Petersburg begann sie, kreativ tätig zu werden: zunächst mit Fotausstellungen und später mit Illustrationen. Nach dem Fotobildband „Peter’s City“ wurde klar, dass ihr Schwerpunkt sich aufs Schreiben verlagern würde. Susanne Friedrich schreibt, illustriert und fotografiert: Aktuell schreibt sie an ihrem vierten Buch.

 

Warum eine Buchvorstellung immer im Buchladen machen?

Susanne Friedrich: Ich kenne Herrn Moro und sein Restaurant seit ich nach Berlin kam und bin gerne und oft dort. Daher habe ich ihm ein Exemplar der Neuausgabe geschenkt, über die er sich sehr gefreut hat. Nachdem er angefangen hatte zu lesen, fragte er, ob ich hierfür auch Lesungen mache. Als ich bejahte, schlug er mir sofort vor, eine Lesung bei ihm zu machen und – damit diese Zeitreise auch bildlich wird, die dazu passende Bilderausstellung.

Susanne Friedrich: Ein kleines Geschenk und seine große Wirkung, könnte man sagen.

Jetzt nach der Veranstaltung kann ich ein positives Resumé ziehen.

Die Lesung war gut besucht, wir mussten sogar noch Platz schaffen. Das Publikum war gemischt – Teenager bis hin zu Senioren, bekannte und sehr viele neue Gesichter, darunter auch russisch-stämmige Deutsche.

Die ca. 45 Minuten lange Lesung wurde sehr gut angenommen und im Anschluss darauf herrschte reger Austausch. Viele Hörer blieben im Anschluss und tauschten sich untereinander aus.

Ich bin sehr zufrieden mit der Veranstaltung, besonders in diesem schönen Rahmen. Bücher habe ich ebenfalls gut verkauft und wie immer hat sich gezeigt: man muss aktiv am Buchverkauf teilnehmen.

Lesungen und der Kontakt zum Publikum gehören dazu. Frei nach dem Motto: wer nicht wirbt, der stirbt.

 

 Interview mit Giovanni Moro, Geschäftsfüher bei Freni & Frizioni

Freni e Frizioni

Geschäftsführer Giovanni Moro hat mit der tredition-Redaktion über die ganz besondere Kooperation zwischen Autorin und Gastronomiebetrieb gesprochen.

tredition: Lieber Herr Moro, wie ist es zu der Bildausstellung und der geplanten Veranstaltung mit Susanne Heinze gekommen?

Giovanni Moro: Susanne hat mir das Buch geschenkt – mit Widmung! Es hat mir auf Anhieb gefallen. So kam mir die Idee zur Ausstellung und Lesung.

tredition: Kommt es öfter vor, dass es solche Kooperationen mit Autoren/innen gibt?

Giovanni Moro: Nein – aber Ausstellungen von Künstlern mache ich oft und gerne. Ich bin selber eine ständige Ausstellung ;-))

tredition: Mit welchen Worten würden Sie einem Neugierigen einen Besuch bei Ihnen schmackhaft machen?

Giovanni Moro: Mache ich prinzipiell nicht- das ist deren Entscheidung.

tredition: Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf am meisten?

Giovanni Moro: Alles!

tredition: Was ist Ihre Einschätzung, wie werden die Bilder und das Buch aufgenommen?

Die Bilder werden sehr positiv aufgenommen. Alles weitere zeigt die Lesung!

tredition: Was empfehlen Sie angehenden Autoren?

Guten Rotwein!

tredition: Lieber Herr Moro, wir danken für das Gespräch und wünschen Ihnen für Ihr Restaurant weiterhin viel Erfolg! Grazie e tanti saluti da Amburgo!

 

1 Antwort
  1. Wolf-Ulrich Cropp says:

    In einem Restaurant, Kneipe, Hotel u.s.w. (mit eigenen Fotos oder Fotos) aus seiner Neuerscheinung lesen, ist eine Möglichkeit sein Werk anzubieten, jedoch nichts neues. Mache ich seit Jahren.
    Wolf-Ulrich Cropp, Autor (Alaska-Fieber)

    Antworten

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