Autorenwissen: Ein Blick auf die deutsche Presselandschaft

„Es gibt nur eins, das schlimmer ist, als wenn Leute über einen reden, und das ist, wenn sie nicht über einen reden“, lautet ein bekanntes Zitat des irischen Schriftstellers Oscar Wilde. Das lässt sich auch auf den Bereich des Self-Publishing übertragen: Je mehr ein Autor im Gespräch ist, desto größer die Chancen, dass sein Werk wahrgenommen und gekauft wird. Dazu tragen Rezensionen in der Presse einiges bei. Aber welche Zeitungen und Zeitschriften sollten überhaupt kontaktiert werden? Wie erreicht ein Autor seine Zielgruppe am besten?

Special-Interest-Magazine

Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Der wachsenden Anzahl an Online-Nachrichtenportalen zum Trotz ist die Vielfalt an Pressetiteln in Deutschland so groß wie nie. Ganze 382 Zeitungen und 1.971 Zeitschriften sind bei der IVW – der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern – gemeldet. Alle drei Monate gibt die IVW aktuelle Daten zu den Verkaufsauflagen dieser Titel heraus. Dass die Mehrheit der Zeitungen und Publikumsmagazine mit sinkenden Auflagen zu kämpfen hat, ist kein Geheimnis.

Tatsache ist aber auch: Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren stark diversifiziert, die Zahl der Magazine im sogenannten Special-Interest-Bereich steigt – es werden also immer spezielle Themengebiete und Zielgruppen bedient – während klassische Tageszeitungen, Nachrichtenmagazine, Programm- und Frauenzeitschriften stark an Kioskkäufern und Abonnenten einbüßen. Special-Interest-Titel profitieren zumeist auch von einer vergleichsweise hohen Preisbereitschaft ihrer Zielgruppe. Zu beobachten ist auch: Immer mehr neu gegründete Zeitschriften spiegeln Freizeit- und gesellschaftliche Trends wider, die sich zunächst im Internet herauskristallisieren und von den Verlagen aufgegriffen werden.

Drei Beispiele für erfolgreiche Magazinkonzepte

Brand Eins: Originelle Cover, hochwertige Aufmachung und spannende, tiefergehende Reportagen statt nur Börsenanalysen oder Steuertipps zeichnen das 1999 gegründete Wirtschaftsmagazin aus.

Landlust: Der Zeitschriften-Shootingstar der letzten Jahre. Das Magazin rund um Landleben und Country-Style verkauft sich im Schnitt über eine Million Mal und stellt damit sogar den Spiegel in den Schatten, dessen verkaufte Auflage bei unter 900.000 Exemplaren liegt. Naturbewusste Großstädter ebenso wie ländlich geprägte Gartenliebhaber fahren gleichermaßen auf das Magazin aus dem Landwirtschaftsverlag in Münster ab.

Flow: das selbsternannte Magazin für „Paperlovers“ erschien 2013 erstmalig und entwickelt sich – zumindest bisher – äußerst erfolgreich. Flow ist auf die Trendwelle des „Do-it-Yourself“ aufgesprungen, die sich auch in dem Erfolg von Onlineportalen wie Dawanda widerspiegelt. Das ursprünglich aus den Niederlanden stammende Magazin widmet sich zwar klassischen Themen von Frauenmagazinen (Familie, Beziehung, Freunde, Bewusstes Leben etc.), punktet aber mit aufwändiger Gestaltung, Papier-Extras zum Herausnehmen und reichlich Illustrationen.

Special-Interest-Magazine für Rezensionen anzuschreiben ist oftmals erfolgsversprechender als klassische „Massentitel“ wie wöchentliche Frauenmagazine oder überregionale Tageszeitungen, die mit Anfragen förmlich überschwemmt werden. Hier ein paar Beispiele für Zeitschriften zu ausgewählten Themengebieten:

Sach- und Fachwissen:
Spektrum der Wissenschaft
Welt der Wunder
Zeit Geschichte
Zeit Wissen
P.M. Magazin
Hörzu Wissen
Geo
Geo Epoche

Psychologie und Philosophie
Psychologie Heute
Emotion
Hohe Luft

Musik:
Musikexpress
Metal Hammer
Rolling Stone

Reise:
ADAC Reisemagazin
Dumont Reisemagazin
Geo Saison
Geo Special

Sport:
11 Freunde
Alpin
Bergsteiger
Bike
Cavallo
Fisch und Fang
Golf Magazin
klettern
Outdoor
segeln
Tauchen

Wohnen und Garten:
LandIDEE
Landlust
Liebes Land
Wohnen & Garten

Bei der Frage, welche Zeitschriften Sie für eine Rezension anschreiben könnten, hilft auch ein Besuch im Bahnhofs- oder Flughafenbuchhandel. Nirgendwo sonst ist die Sortimentsvielfalt an Zeitungen und Zeitschriften so groß wie in den Presse- und Buchshops an Verkehrsknotenpunkten – etwa Press & Books, Schmitt & Hahn oder Ludwig Presse + Buch. Streifen Sie einmal an den Regalen entlang und stöbern Sie in den Magazinen, um festzustellen, welche Titel Interesse an einer Vorstellung Ihres Buches haben könnten. Im Impressum der Magazine finden Sie zumeist auch Namen und Kontaktdaten der Redakteure für den entsprechenden Themenbereich.

Insgesamt lesen laut dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) mehr als 34,7 Millionen Deutsche mehrmals wöchentlich Zeitschriften oder Illustrierte – Grund genug, auf Rezensionen in der Presse zu setzen!

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