Steuerwissen für Autoren: Was Sie als Freiberufler beachten müssen

Als Autor sind Sie Freiberufler und müssen sich als solcher beim Finanzamt anmelden.Spielen Sie mit dem Gedanken, Schriftsteller zu werden? Dann liegt diesem Wunsch bestimmt schon eine Idee für ein Buch zugrunde. Vielleicht spielt aber auch der Wunsch nach Selbstständigkeit eine Rolle. Die meisten Schriftsteller können zwar nicht vom Bücherschreiben alleine leben, wohl aber lässt sich eine Autorentätigkeit oft ideal als nebenberufliche Tätigkeit neben dem Hauptverdienst aufbauen und nach Wunsch sukzessive erweitern. Zugleich gibt es so manche Autoren, die neben dem Bücherschreiben weiteren freiberuflichen Tätigkeiten nachgehen, wie etwa redaktionelle und journalistische Aufgaben, Coaching- und Lehrtätigkeiten o.ä.

Wenn Sie als Autor tätig sind, auch wenn Sie nur ein Buch veröffentlichen, haben Sie gemäß des Einkommenssteuergesetzs Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit. Damit sind einige bürokratische Aufgaben verbunden. So müssen Sie das Finanzamt informieren und eine Steuererklärung erstellen. Aber keine Angst, wenn man sich erst einmal eingelesen hat, dann ist alles halb so kompliziert.

In diesem Artikel bekommen Sie zahlreiche Informationen, mit deren Hilfe Sie die bürokratischen Herausforderungen eines Autors meistern können. Dabei erklären wir Ihnen auch, unter welchen Bedingungen Sie als Autor ein Gewerbe anmelden müssen. Allerdings haben wir lediglich Empfehlungen und Erläuterungen sowie Links zusammengestellt. Eine Rechts- oder Steuerberatung können wir im Rahmen dieses Beitrags nicht leisten. Fragen Sie im Zweifelsfall daher bitte das Finanzamt oder ziehen Sie einen Steuerberater hinzu. Sollten Sie bereits alle steuerlichen Fragen geklärt haben, können Sie gern direkt Ihre Buchveröffentlichung starten.

Inhalt dieses Artikels

Steuerwissen für Autoren: Als Autor sind Sie Freiberufler

Über die Begrifflichkeiten der Selbstständigkeit und Freiberuflichkeit sowie des Gewerbes herrscht ganz allgemein eine gewisse Unklarheit. Daher seien Sie nicht beunruhigt, wenn Sie Fragezeichen auf der Stirn haben, denn damit sind Sie nicht allein. Bringen wir also Licht ins Dunkle!

Da Sie als Autor Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit haben, nämlich Ihr Autorenhonorar, gelten Sie steuerrechtlich als selbstständig. Der Gesetzgeber hat genau geregelt, welche Selbstständige den Status des Freiberuflers haben. Zu den freiberuflichen Berufen zählen, neben Autoren, zum Beispiel selbstständige Künstler, Dozenten, Rechtsanwälte, Ärzte, Übersetzer oder Berater. Die genaue Definition können Sie im Einkommensteuergesetz nachlesen.

Die Abgrenzung von Freiberuflern zu Gewerbetreibenden ist wichtig, da hiermit einige Vorteile verbunden sind. So sind Freiberufler keine Gewerbetreibenden und unterliegen damit auch nicht der Gewerbesteuer. Zudem ist keine IHK-Mitgliedschaft nötig. Diese wird fällig, sobald ein Gewerbe angemeldet wird. Auch die steuerlichen Pflichten sind für Freiberufler vereinfacht und für die Versicherung haben Sie die Möglichkeit, Mitglied in der Künstlersozialkasse zu werden.

Warum sich eine nebenberufliche Selbstständigkeit lohnen kann

Die meisten Autoren können, wie bereits erwähnt, leider nicht ihren Lebensunterhalt mit dem Schreiben bestreiten. Ein Grund mehr, zunächst nebenberuflich zu starten und damit kein finanzielles Risiko einzugehen. Dies ist jedoch auch noch mit einer Reihe weiterer Vorteile verbunden. Wenn Ihre angestellte Tätigkeit in Bezug auf die eingesetzte Arbeitszeit und das Einkommen überwiegt, müssen Sie sich nicht selbstständig versichern. Wenden Sie sich zur Klärung des Sachverhalts an Ihre Krankenkasse, meist liegt dort ein entsprechender Fragebogen vor. Das gleiche gilt übrigens auch für die Rentenversicherung.

Denken Sie aber bitte unbedingt daran, Ihre nebenberufliche Tätigkeit als Autor mit Ihrem Arbeitgeber abzuklären. In den meisten Fällen stellt dies kein Problem dar, verschweigen Sie Ihre Arbeit als Schriftsteller, kann man Sie jedoch dazu verpflichten, die Arbeit einzustellen.

Wann bin ich Gewerbetreibender?

Grundsätzlich müssen Sie als Autor kein Gewerbe anmelden. Es gibt allerdings einige Ausnahmen, die den Gang zum Gewerbeamt unumgänglich machen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie Ihre Bücher über einen eigenen Onlineshop selbst verkaufen. Wenn Sie aber zum Beispiel im Rahmen einer Lesung ein paar Bücher zum Verkauf anbieten, dann ist in der Regel keine Gewerbeanmeldung nötig. Klären Sie dies aber bitte mit einem Steuerberater oder dem Finanzamt ab.

Auch weitere Einnahmequellen in Zusammenhang mit Ihrer schriftstellerischen Tätigkeit unterliegen der Gewerbesteuer. Dazu zählen zum Beispiel der Verkauf von Werbeartikeln oder die Gründung eines eigenen Verlags.

Mit der Anmeldung eines Gewerbes sind einige Pflichten verbunden. Neben der Zahlung der Gewerbesteuer zählen hierzu die Mitgliedschaft bei der IHK, ein Eintrag ins Handelsregister sowie die Pflicht zur doppelten Buchführung. Da allerdings nur wenige Autoren ein Gewerbe anmelden müssen, gehen wir auf diese Themen an dieser Stelle nicht weiter ein.

Anmeldung der freiberuflichen Tätigkeit und Steuerpflichten

Wir wissen nun, dass Sie als Autor aller Voraussicht nach als Freiberufler tätig sind und diese Form der Selbstständigkeit eine Reihe von Vorteilen bietet. Trotzdem müssen Sie selbst tätig werden, Kontakt zum Finanzamt aufnehmen und Ihre Steuererklärung organisieren.

Wie werde ich nun offiziell Freiberufler?

Eine offizielle Anmeldung beim Finanzamt ist nicht nötig. Es reicht ein formloses Schreiben, welches Sie spätestens vier Wochen nach Aufnahme der freiberuflichen Tätigkeit an das Finanzamt schicken müssen. Sie erhalten dann einen sogenannten Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den Sie ebenfalls ausgefüllt an das Finanzamt zurückschicken. Im Anschluss wird Ihnen das Finanzamt eine Steuernummer zuteilen. Wenn Sie nebenberuflich tätig sind, dann kann es sein, dass Sie für Ihre hauptberufliche Tätigkeit eine separate Steuernummer erhalten.

Die Steuererklärung: Kein Hexenwerk

In der Regel zahlen Sie die Steuern für das erste Jahr Ihrer Freiberuflichkeit erst im Folgejahr, nachdem Sie die Steuererklärung erstellt und einen Bescheid erhalten haben. Vergessen Sie daher auf keinen Fall, diese Ausgaben einzukalkulieren und legen Sie sich einen entsprechenden Betrag zurück. Wenn Sie 25-30% des Einkommens zugrunde legen, sind Sie auf der sicheren Seite. Es kann aber auch sein, dass das Finanzamt eine Hochrechnung Ihres Umsatzes verlangt. In diesem Fall werden dann Vorauszahlungen festgesetzt. Doch keine Angst, zu viel gezahlte Steuern bekommen Sie in jedem Fall zurück.

Als Freiberufler haben Sie, im Gegensatz zu einem Angestellten, die Pflicht, eine Steuererklärung zu erstellen. Diese muss für ein Steuerjahr außerdem elektronisch bis spätestens zum 31. Juli des Folgejahres vorliegen. Sollten Sie diese Frist nicht einhalten können, dann beantragen Sie bitte rechtzeitig eine Fristverlängerung. Ansonsten droht eine Geldstrafe.

Die Steuersoftware – Ihr Freund und Helfer

Für die elektronische Steuererklärung gibt es günstige und einfach zu bedienende Programme. Beliebt sind zum Beispiel die WISO-Software, Quicksteuer oder Smartsteuer. Diese Programme fragen mittels eines Interviews von Ihnen relevante Daten ab und führen Sie so durch die Steuererklärung. Zu den Vorteilen von Freiberuflern gehört, dass sie keine doppelte Buchführung machen und auch keine Bilanz erstellen müssen. Als Alternative erstellen Sie, angeleitet durch Ihre Steuersoftware, eine sogenannte Einnahmenüberschussrechnung (EÜR). Zudem müssen Sie die Anlage S (Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit) ausfüllen, doch auch hier hilft die Software.

Vorteile der Kleinunternehmerregelung

Wenn Sie nebenberuflich als Autor tätig sind, dann können Sie die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. In diesem Fall dürfen Sie im aktuellen Jahr nicht mehr als 17.500 Euro und im Folgejahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro verdienen. So lange Sie mit Ihren Büchern pro Jahr also nicht mehr als 17.500 Euro umsetzen, greift die Regel; dies ist bei den meisten Self-Publishing-Autoren der Fall. Die Regelung ist mit einer Reihe von Vorteilen verbunden. So müssen Sie zum Beispiel keine Umsatzsteuer auf Ihren Rechnungen ausweisen. Umgekehrt bekommen Sie die Vorsteuer für Ausgaben, also zum Beispiel die Mehrwertsteuer für ihren neuen Laptop, auch nicht erstattet. Da sich die Ausgaben für schreibende Freiberufler allerdings in Grenzen halten, fällt dies nicht weiter ins Gewicht.

Auch eine quartalsweise Umsatzsteuervoranmeldung entfällt für Kleinunternehmer. Je nach Finanzamt kann es jedoch vorkommen, dass Sie zu einer Meldung aufgefordert werden, diese ist mit dem Betrag null dann jedoch schnell erledigt.

Steuerwissen für Autoren: Was kann ich von der Steuer absetzen?

Ihre Selbstständigkeit hat den Vorteil, dass Sie alle Ausgaben für Ihre Tätigkeit als Autor von der Steuer absetzen können. Fragen Sie sich in Zukunft daher bei allen Anschaffungen, ob Sie sie für Ihre Tätigkeit benötigen oder nicht. Das fängt beim Anspitzer an und hört beim Laptop auf.

Klassische Ausgaben für Freiberufler sind:

  • Schreibmaterial: Stifte, Blöcke, Klebestift, Korrekturstift, etc.
  • Einrichtung des Arbeitszimmers: Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Drucker, Leselampe, Laptop/PC inklusive Zubehör
  • Arbeitszimmer: Anteilige Miete für ein separates Arbeitszimmer, Büromiete
  • Telekommunikation: Internet- und Telefongebühr*, Handy*, Telefon*, Tablet, GEZ
  • Porto
  • Kosten für die Weiterbildung: z.B. ein Kurs im Kreativen Schreiben inkl. Fahrtkosten und ggf. einer Verpflegungspauschale
  • Rentenversicherung**
  • Krankenversicherung**

*Diese Kosten werden in der Regel anteilig anerkannt, da das Finanzamt davon ausgeht, dass die Nutzung teilweise privat erfolgt

**Für nebenberuflich Selbstständige gibt es hier Grenzen

Hinweis: Die Anerkennung der Ausgaben obliegt Ihrem zuständigen Finanzamt. Es kann immer sein, dass Sie sich erklären müssen oder die ein oder andere Ausgabe nicht anerkannt wird. In diesem Fall können Sie aber Widerspruch einlegen.

Für die Abschreibung gilt: Alle Ausgaben mit einem Maximalbetrag von 952 Euro brutto können im gleichen Jahr abgesetzt werden, Anschaffungen mit höheren Kosten bekommen eine Nutzungsdauer zugewiesen und werden über mehrere Jahre abgeschrieben.

Ganz wichtig für alle nebenberuflichen Autoren: Die Ausgaben für Ihren Hauptjob machen Sie in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend, für Ihre Tätigkeit als Autor geben Sie die Kosten als Ausgaben an. Hierbei hilft, wie immer, Ihre Steuersoftware.

Wenn die Steuererklärung für Sie immer noch ein Hexenwerk ist oder Sie schlichtweg keine Lust und Zeit haben, tiefer in die Thematik einzusteigen, dann legen wir Ihnen einen Steuerberater ans Herz. Dieser kann insbesondere am Anfang Ihrer Selbstständigkeit helfen. Allerdings müssen Sie mit Kosten von monatlich etwa 50 bis 100 Euro rechnen. Diese können Sie aber, ebenso wie die Kosten für eine Steuersoftware (die jedoch nur zwischen 15 und 30 Euro kostet), von der Steuer absetzen. Zudem helfen Bücher wie der Crashkurs Steuern, Ihnen den Zugang zum Thema erleichtern.

Und was ist mit der Gewerbesteuer?

Wenn Sie ein Gewerbe angemeldet haben, müssen Sie zusätzlich zur Einkommensteuer und ggf. der Umsatzsteuer noch Gewerbesteuer entrichten. Ihren Antrag stellen Sie beim Gewerbeamt (in den meisten Städten ist dies deckungsgleich mit dem Ordnungsamt). Dieses leitet Ihren Gewerbeschein dann an das zuständige Finanzamt weiter. Gewerbesteuer müssen Sie allerdings erst ab einem Umsatz von mehr als 24.500 Euro pro Jahr zahlen. Als Gewerbetreibender können Sie übrigens auch die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, da Sie in dem Fall ja keine Gewerbesteuer zahlen. Zur Abgabe einer Gewerbesteuererklärung am Jahresende sind Sie aber trotzdem verpflichtet.

Steuerwissen für Autoren: Hauptberuflich als Autor tätig sein

Entscheiden Sie sich dafür, sich als hauptberuflich als Autor selbstständig zu machen, sollten Sie dies steuerrechtlich gründlich durchdenken und gut planen. Denn Ihr Lebensunterhalt ist dann das Schreiben! Als Autor bekommen Sie in Abgrenzung zum Angestellten Ihr Honorar in vollem Umfang ausbezahlt. Man könnte das monatliche Honorar mit dem Bruttogehalt eines Angestellten vergleichen. Als Selbstständiger sind Sie aber für die Abgabe von Steuern und die Zahlung der Sozialversicherungen selbst verantwortlich.

Wie oben ausgeführt, kommen zur normalen Einkommensteuer ggf. noch Umsatzsteuer und Gewerbesteuer hinzu.  Bei den Sozialversicherungen müssen Sie sowohl den Arbeitnehmer-, als auch den Arbeitgeberanteil zahlen. Schließlich haben Sie ja keinen Arbeitgeber, der die eine Hälfte übernimmt. Der Vergleich mit dem Bruttogehalt ist also nicht ganz richtig. Denn Ihr Honorar muss durch eine ggf. größere Steuerlast durch Gewerbe- und Umsatzsteuer und den vollen Betrag der Krankenversicherung höher als ein Bruttogehalt sein. Nur so kommen Sie am Ende auf einen vergleichbaren Nettobetrag. Dafür können Sie als Selbstständiger im Gegensatz zu einem Angestellten durch bestimmte Ausgaben Ihre Steuern senken.

Selbstständige haben weniger Ansprüche als Angestellte

Man zerlegt den Begriff gerne in die beiden Wörter “selbst” und “ständig”. Das bedeutet nicht nur, dass ein Selbstständiger häufig mehr arbeitet, er muss sich im Gegensatz zu einem Angestellten um viele Dinge selbst kümmern. Neben Steuern und Sozialversicherungen sollten Sie überlegen, ob eine Arbeitslosenversicherung, ein Rechtsschutz sowie eine Berufshaftpflicht oder eine Unfallversicherung für Sie in Frage kommen. Die Rentenversicherung ist für Selbstständige freiwillig. Sie müssen daher für sich klären, ob Sie privat vorsorgen und/oder freiwillig Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen. Zudem besteht für Sie natürlich kein gesetzlicher Kündigungsschutz. Weiterhin können Sie keinen bezahlten Urlaub oder eine Bezahlung im Krankheitsfall in Anspruch nehmen. Anders gesagt: Sie verdienen nur das, was Sie erwirtschaften. Für Künstler und viele Freiberufler gibt es seit 1983 die Künstlersozialkasse (KSK) zur finanziellen Absicherung und der Vermeidung von Altersarmut. Auch Sie als Schriftsteller haben die Möglichkeit, sich in die KSK aufnehmen zu lassen.

Vor dem Start in eine Selbstständigkeit als Autor sollten Sie sich ausführlich steuerrechtlich beraten lassen und einen Business Plan aufstellen. Nur so stellen Sie sicher, dass Sie nicht unüberlegt und vorschnell eine Selbstständigkeit eingehen, die nicht als Hauptverdienst ausreicht.