So zitieren Sie richtig in Text und Bild

Eine korrekte Zitierweise sollte jeder Autor in seinem Buch beherzigen.Viele Autoren möchten in ihrem Buch an einer oder mehreren Stellen ein Zitat aufnehmen, beispielsweise aus dem Buch einen anderen Autors, aus einem Zeitungsinterview, einer öffentlichen Rede einer berühmten Persönlichkeit etc. Insbesondere bei Sach- und Fachbüchern ist dies häufig der Fall. Aber auch in Romanen können Zitate vorkommen, wenn Sie beispielsweise eine Zeile eines Musikstücks in der Romanhandlung zitieren.

Wie zitieren Sie richtig und wie vermeiden Sie dabei Urheberrechtsverletzungen? Das erläutern wir Ihnen in den folgenden Unterkapiteln. Dabei gehen wir auch auf die rechtlich korrekte Verwendung von Fotos und Illustrationen ein, die in der Rechtsprechung als Bildzitate bezeichnet werden.

Inhalt dieses Artikels

Definition: Was ist ein Zitat?

Ein Zitat bezeichnet die wörtliche Wiedergabe einer Äußerung aus einem veröffentlichten und oft bekannten Text. Zu unterscheiden ist zwischen wörtlichen, also direkten und nicht-wörtlichen, d.h. indirekten Zitaten.

Wenn Sie wörtlich zitieren, übernehmen Sie eine Textstelle exakt aus dem zitierten Buch mit allen orthographischen Besonderheiten (Fettungen, Kursivdruck o.ä). Das wörtliche Zitat wird mit Anführungszeichen am Anfang und Ende gekennzeichnet sowie der entsprechenden Quellenangabe.

Ein Beispiel:

„Das Urheberrecht entsteht allein dadurch, dass Sie Texte schreiben, die einen gewissen Grad an Individualität besitzen.“ (Recht für Selbstverleger und Autoren, René Jorde, tredition 2018, S. 33)

Nicht-wörtliche Zitate, auch Paraphrasen genannt, sind Inhalte aus einem anderen Text, die Sie mit eigenen Worten wiedergeben. In wissenschaftlichen Arbeiten finden sich häufig solche Paraphrasen, die meist mit einem „vgl.“ (Vergleiche) sowie der jeweiligen Quellenangabe gekennzeichnet werden.

Neben Text ist es auch möglich, Musikpassagen oder Bilder als Zitate zu verwenden, dann wird von Musik- oder Bildzitaten gesprochen.

Rechtliche Anforderungen an ein Zitat

Wie schon in unseren Ausführungen zum Urheberrecht erwähnt, ist das Zitatrecht über das Urheberrecht geregelt. Genau genommen ist das Recht zu zitieren ein Beispiel für eine sogenannte urheberrechtliche Schranke. Damit werden Vorschriften des Gesetzgebers bezeichnet, die – wie der Begriff schon sagt – das Urheberrecht in gewissen Punkten einschränken. So ist es rechtlich gesehen dem Urheber unter bestimmten Bedingungen zuzumuten, dass aus seinem Text zitiert wird.

Für Zitate gilt in Deutschland § 51 des Urheberrechtsgesetzes(UrhG). Vereinfacht formuliert, erlaubt dieser Paragraph die Vervielfältigung und Verbreitung „eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist.“ Dabei unterscheidet das Gesetz zwischen

  • Großzitaten (d.h. große Teile eines Werkes oder ein ganzes Werk, z.B. ein Gedicht
  • Kleinzitaten, d.h. ein Auszug aus einem Werk
  • und Musikzitaten, d.h. Stellen eines Musikstücks.

Entscheidend ist der Zitatzweck

Ganz wichtig ist in § 51 UrhG das kleine Wörtchen „Zweck“: Es darf demnach nur zitiert werden, wenn das Zitat dazu dient, eigene Inhalte zu belegen oder zu erörtern oder sich kritisch mit dem Zitat auseinanderzusetzen. Rechtlich wird hier von einer sogenannten „Belegfunktion“ des Zitates gesprochen. Es ist also rechtlich nicht zulässig, ein Zitat zur bloßen Information der Allgemeinheit oder zur Ausschmückung zu verwenden. Hier ist wirklich Vorsicht geboten. Um es noch einmal ganz klar zu formulieren: § 51 des UrhG ist kein Freibrief dafür, beliebig andere Werke mit Quellenangabe zu zitieren. Wenn der Zitatzweck nicht erfüllt ist, begehen Sie eine Urheberrechtsverletzung. Wenn Sie in Ihrem Sachbuch also Zitate aus einem anderen Fachbuch anführen, nur um das eigene Buch ohne große Mühe mit zusätzlichen Inhalten anzufüttern, ist dies rechtswidrig. Sie dürfen den betreffenden Autor nur zitieren, wenn Sie damit Ihre eigenen Ausführungen belegen oder diesen entgegenstellen.

Ebenso vorsichtig sollten Sie vorgehen, wenn Sie in Ihrem Roman beispielsweise Zeilen eines Musikstücks erwähnen, um beispielsweise eine Szene zu erheitern – in diesem Moment schmücken Sie Ihr Buch lediglich mit dem Refrain aus. Selbst wenn die zitierten Zeilen aus dem Lied noch so kurz sind und Sie den Urheber des Musikstücks nennen, kann dies rechtliche Konsequenzen für Sie haben. Sobald Sie also fremde Textstellen, komplette Texte, Musik- oder Filmzitate in Ihr Buch aufnehmen möchten, sollten Sie stets die wichtige „Belegfunktion“ im Hinterkopf haben.

Besonderheiten bei Bildzitaten

Abgesehen von einigen Ausnahmen lebt fas jedes Buch von beeindruckenden Fotos oder Illustrationen, die das Geschriebene veranschaulichen, symbolisieren oder in irgendeiner Form optisch zum Ausdruck bringen. Insbesondere ein Foto auf dem Cover soll dazu dienen, potenzielle Leser auf das eigene Buch aufmerksam zu machen. Genauso wie wörtliche Zitate sind aber auch Fotos (= Bildzitate) urheberrechtlich geschützt.

Es sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Zitatrecht bei Bildern weitaus komplexer ist als bei Textzitaten. Dies hat folgenden Hintergrund: Wenn Sie als Autor ein Foto, das Sie nicht selbst erstellt haben, in Ihrem Buch verwenden, übernehmen Sie damit automatisch das gesamte Werk des jeweiligen Fotografen, während es bei Texten möglich ist, nur einzelne Worte oder Sätze als Ausschnitt des jeweiligen Werks zu zitieren. Rein rechtlich ist also der Urheber des Bildzitates stärker „belastet“, da sein komplettes Werk übernommen wird.

Fotos nie ohne Einwilligung verwenden

Da Fotos also ebenso wie Textzitate durch das Urheberrecht geschützt sind, benötigen Sie eine – bestmöglich schriftliche – Einwilligung, auch Lizenz genannt, zur Verwendung der gewünschten Fotos in Ihrem Buch. Das heißt: Klären Sie mit dem Fotografen die erforderlichen Nutzungsrechte für das Foto in Ihrem Buch.

Häufig, insbesondere wenn es um symbolhafte Coverabbildungen geht (Sonnenuntergang, Meeres- oder Bergpanorama, Gegenstände jeder Art etc.) bietet sich die Verwendung von Fotos aus Bilddatenbanken wie iStockphoto oder Pixabay an. Aber Vorsicht: Achten Sie exakt auf die jeweiligen Nutzungsbedingungen und Lizenzrechte, die beim jeweiligen Foto angegeben sind und lesen Sie sich die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Fotodatenbank aufmerksam durch. Es ist ebenso zu empfehlen, dass Sie den Vorgang des Herunterladens des Fotos dokumentieren, beispielsweise mit einem Screenshot. Dies ist vor allem dann zu empfehlen, wenn Sie aus einer Datenbank ein kostenloses Foto heruntergeladen haben. Nicht immer klären die Fotodatenbankenn, ob derjenige, der das Foto der Datenbank zur Verfügung gestellt hat, auch wirklich der Urheber bzw. dazu berechtigt ist. Wenn Sie alle eigenen Vorgänge entsprechend dokumentieren und sich an die Nutzungsbedingungen halten, sind Sie auf der sicheren Seite (vgl. dazu „Recht für Selbstverleger und Autoren“, René Jorde, tredition, S. 102f.).

Fotos nicht verändern

Ganz wichtig ist auch: Ein Bildzitat, also das von Ihnen in Ihrem Buch verwendete Bild, dürfen Sie nicht verändern. Eine Verkleinerung im normalen Ausmaß ist zwar nicht problematisch, wohl aber ein Beschnitt oder eine Farbveränderung. Dies ist im Rahmen des Zitatrechts nicht zulässig. Möchten Sie aus stilistischen Gründen unbedingt eine Veränderung des Bildes vornehmen, müssen Sie dies mit dem Fotografen abklären und sich eine Genehmigung dafür einholen.

Eigene Fotos

Sie sind Urheber von Fotos, die Sie selbst gemacht haben – ebenso wie Sie Urheber Ihres eigenen Buches sind. Allerdings können Sie Rechte Dritter verletzen, falls Sie Personen fotografiert haben. Es ist also sehr wichtig, dass Sie in diesem Falle die Erlaubnis der abgebildeten Personen zur Veröffentlichung des Fotos in Ihrem Buch einholen.

Der Gesetzgeber gewährt hier allerdings ein paar Ausnahmen, die es erlauben, ein Foto ohne die Einverständniserklärung der Abgebildeten zu veröffentlichen, zum Beispiel Fotos von öffentlichen Großveranstaltungen, bei denen nicht einzelne Personen im Fokus stehen oder Passanten auf Abbildungen von Gebäuden, Denkmälern etc.

Obacht ist auch geboten, wenn Sie einen Gegenstand/ein Objekt fotografiert haben, das selbst womöglich urheberrechtlich geschützt ist, etwa ein Gemälde. In diesem Falle sollten Sie mit dem jeweiligen Museum/Inhaber etc. die Rechtslage klären (vgl. „Recht für Selbstverleger und Autoren“, René Jorde, tredition, S. 104). Übrigens: Unabhängig davon, ob Sie Fotos aus Bilddatenbanken oder eigene Fotos verwenden, können Sie diese für die Coverillustration gern in eine unserer zahlreichen Umschlagvorlagen integrieren. Testen Sie einmal ganz unverbindlich unseren Umschlagdesigner.

Fazit

Wenn Sie ein Buch schreiben und darin aus einem anderen Buch zitieren möchten, ist zwischen wörtlichen und nicht wörtlichen Zitaten zu unterscheiden. In jedem Fall müssen Sie darauf achten, die im Urheberrecht geforderte Belegfunktion des Zitates einzuhalten. Das von Ihnen verwendete Zitat sollte also in Ihren eigenen Text integriert sein und diesen ergänzend erläutern, bekräftigen, zum Verständnis Ihres Textes beitragen etc.

Bei der Verwendung von Fotos, im Fachjargon Bildzitaten, müssen Sie sich eine Lizenz zur Verwendung vom Fotografen einholen oder aber Sie verwenden Fotos aus Bilddatenbanken, die für den Zweck einer Buchveröffentlichung freigegeben sind. Achtung: Bitte die jeweiligen Lizenzrechte zum Foto und die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Fotodatenbank genau lesen.

Bei eigenen Fotos achten Sie bitte darauf, keine Persönlichkeitsrechte zu verletzten, indem Sie einzelne Personen ohne deren Einwilligung abbilden.

Wenn Sie sich für weitere rechtliche Themen rund um die Buchveröffentlichung interessieren, lesen Sie gern auch unsere „Rechtstipps rund um die Buchveröffentlichung“ und unsere Informationen rund um die rechtlichen Voraussetzungen einer Buchveröffentlichung bei tredition sowie den Buchvertrag, den Sie mit tredition im Rahmen einer Buchveröffentlichung abschließen.