Sophia M. Phildius und ihr „Drin-Bleib-Monster“ – die Rettung für Eltern und Kinder in Corona-Zeiten

Sophia Phildius und Ihr Drin-Bleib-Monster

Mit ihrer gemeinsamen Buchveröffentlichung „Drin-Bleib-Monster“ zeigen Sophia M. Phildius und Claudia M. Müller Kindern, warum es gerade so wichtig ist, drinnen zu bleiben und Abstand zu halten. Das Kinderbuch, das bereits kurz nach Erscheinen als Schullektüre eingesetzt wird, gibt Kindern eine positive Einstellung, die sie aus der Corona-Krise mitnehmen können. Nicht nur deswegen entwickelte sich das Buch in kurzer Zeit zum Verkaufshit. Der Erfolg des Buches ist vor allem auf die Liebe zum Detail zurückzuführen und auf die Möglichkeit, in eine in sich geschlossene Fantasiewelt einzutauchen, welche die freiberufliche Illustratorin wundervoll inszeniert und die alle Buchseiten durchdringt.

Sophia Phildius lebt gemeinsam mit ihrem Hund Vincent in Hamburg. 4 Jahre lang hat sie während einer Erzieher-Ausbildung in verschiedenen Einrichtungen gearbeitet. Dabei hat sie ein besonderes Augenmerk auf die freie kreative Entfaltung der Kinder gelegt.

Im Autoreninterview erzählt uns Sophia M. Phildius, wie das Buch entstanden ist und welche Tipps sie Neuautoren mit auf den Weg geben kann.

Das Autoreninterview mit tredition-Autorin Sophia Phildius

1. Das Drin-Bleib-Monster – ein knuddeliges Monster als Geheimwaffe gegen Corona-Frust

tredition: Ihr Bilderbuch zum Thema Drinnenbleiben während des Coronavirus, „Drin-Bleib-Monster – Alma hat coronafrei“, ist das Buch der Stunde in diesen turbulenten Zeiten. Woher stammt die Idee, Quarantäne in COVID-19-Zeiten als knuddeliges Monster darzustellen?

Sophia Phildius: Nach dem ich am 13. März 2020 über die KiTa- und Schulschließungen in den Nachrichten las, fragte ich mich, wie Eltern das jetzt verständlich ihren Kindern erklären können. Beim Nachdenken kam mir die Idee mit dem Drin-Bleib-Monster. Zunächst schrieb und skizzierte ich das Buch grob. Als ich am 17. März das Titelbild auf Facebook veröffentlichte, konnte ich nicht ahnen, wie weit und schnell sich der Beitrag verbreiten würde.

2.Veröffentlichungsdruck und-erfolgSophia Phildius und ihr "Drin-Bleib-Monster"

tredition: Wie groß war der Druck mit diesem aktuellen Buch zeitgerecht zu erscheinen?

Sophia Phildius: Vor allem die große Resonanz setzte mich sehr unter Druck. Das Projekt war eigentlich in einem kleinen Rahmen gedacht. Viele Kinder warteten bereits täglich auf die nächste Doppelseite, und ich wollte sie nicht enttäuschen. Schnell merkte ich, dass ich für eine zeitnahe Umsetzung Hilfe brauchte. Zum Glück meldete sich die Lektorin Alexandra Fauth-Nothdurft, die das Projekt ehrenamtlich unterstützen wollte. Daraufhin fragte ich noch meine Freundin Claudia M. Müller, ob sie uns bei der Ausarbeitung meines Textentwurfes helfen möchte.

Neben den Illustrationen und dem Text kümmerte ich mich um den Aufbau einer Webseite, die zusätzlichen Materialien, Beantwortung der Nachrichten sowie um die Pressearbeit. Sehr oft arbeitete ich von früh morgens bis sehr spät in die Nacht an dem Projekt. Zeitweise brachte uns die Arbeit auch an unsere Grenzen.

tredition: Ihr Buch hat sich innerhalb kürzester Zeit nach Veröffentlichung bereits hundertfach verkauft. Das Buch scheint eine große Nachfrage zu bedienen. Wie helfen Sie geplagten Eltern inmitten der Corona-Krise?

Sophia Phildius: Das Bilderbuch wurde spontan als Reaktion auf die Situation erstellt und kann kostenlos auf der Webseite www.drin-bleib-monster.de angesehen werden. Dazu können noch Ausmalbilder, Rätsel, Aktivitäten und Bastelanleitungen frei heruntergeladen werden. Das Projekt sollte ein Beitrag zu der außergewöhnlichen Zeit sein, in der wir als Gesellschaft zusammen halten sollten. Außerdem wollte ich darauf aufmerksam machen, dass die Arbeit von Illustratoren/innen nicht unterschätzt werden sollte. In solchen Zeiten wird der Wert von Bildern und Geschichten allgemein gerne übersehen. Ich denke, dass das Buch eine Hilfe für viele Eltern ist, da man von Anfang an die Entstehung der Geschichte auf der Webseite mit erleben konnte und gleichzeitig schon früh kindgemäßes Arbeitsmaterial zur Verfügung stellte.

3. „Drin-Bleib-Monster“ – Das Buch

Drin-Bleib-Monster von Sophia M. Phildius und Claudia M. Müller

Sophia M. Phildius und Claudia M. Müller präsentieren mit „Drín-Bleib-Monster“ ein bezauberndes Bilderbuch als Begleiter für Kinder während der Corona-Zeit.

4. Den richtigen Umgang mit Covid-19 auf spielerische Art erklären

tredition: Wie können Eltern es schaffen, altersgerecht über das Virus zu sprechen?

Sophia Phildius und ihr "Drin-Bleib-Monster" Sophia Phildius: Es gibt nicht den einen Weg, um dies seinen Kind zu erklären. Ich denke, man muss sich als Erstes selbst seiner Gedanken, Gefühle und auch Unsicherheiten bewusst sein. Kinder spüren das ganz schnell. Man kann sich ein Buch oder andere Materialien als Einstieg zur Hilfe nehmen. Aber letztendlich sollte man mit seinen eigenen Worten darüber sprechen, um auf die persönliche Situation zwischen sich und dem Kind einzugehen. Man findet auch viele Hilfestellungen und Tipps online und kann sich mit anderen Eltern darüber auf Social Media Plattformen austauschen. Persönlich denke ich, dass es auch normal ist, dass wir Erwachsene in einer neuen Situation unsicher sind und nicht auf alles eine Antwort haben.

tredition: Was ist Ihr persönlich schönstes Erlebnis in Corona-Zeiten?

Sophia Phildius: Die Corona-Zeit wird für mich vor allem mit dem Drin-Bleib-Monster in Erinnerung bleiben. Für mich war es sehr überraschend, dass das Buch so viele Kinder erreichte. Ganz besonders habe mich über persönliche Zuschriften mit Rückmeldungen der Kinder gefreut. Leider konnte ich bisher noch keine eigene Lesung durchführen und so direkt erleben, wie die Reaktion der Kinder ist. Das würde ich gerne noch nachholen.

5. Der Weg zur Buchautorin

tredition: Wie sind Sie dazu gekommen, ein Bilderbuch zu schreiben und zu illustrieren?Sophia Phildius und ihr "Drin-Bleib-Monster"

Sophia Phildius: Schon in meiner Kindheit dachte ich mir gerne Geschichten aus, die ich auch visualisierte. Gerade bei Bilderbüchern, Graphic Novels, Comics usw. lassen sich Text und Bild gar nicht voneinander trennen, da sie zusammen erst die ganze Geschichte erzählen. Bei mir kommen Bild und Wort zusammen in den Kopf, und ich kann nicht mehr sagen, was davon zuerst da war. Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht, warum es gerade in diesen Bereichen eine künstliche Trennung von Bild und Wort gibt, obwohl sie zu einer Einheit verschmelzen sollen.

tredition: Ihre Zeichnungen wirken sehr professionell. Welchen Weg sind Sie gegangen?

Sophia Phildius: Nach dem Abitur studierte ich Kommunikationsdesign und war anschließend in der Werbung tätig. Dies konnte ich langfristig nicht mit meinen Werten vereinbaren. Daraufhin machte ich parallel eine Erzieherausbildung in verschiedenen Einrichtungen. In dieser Zeit kam ich sehr wenig zum Zeichnen und spürte, dass mir ein großer Teil meines Lebens fehlte. Seit Sommer studiere ich nun im Master Illustration an der HAW in Hamburg und bin sehr glücklich darüber.

tredition: Welche Botschaft an die kleinen Leser liegt Ihnen besonders am Herzen?

Sophia Phildius: Mit dem Bilderbuch möchte ich den Lesern und Leserinnen Charaktere zur Seite stellen, mit denen sie sich identifizieren können und sie durch diese schwierige Situation begleiten. Das Drin-Bleib-Monster symbolisiert einen guten Freund, den man in dieser schwierigen Zeit braucht. Ich wünsche Eltern und Kindern auch einfach, dass sie Spaß mit der Geschichte haben und vielleicht sogar selbst kreativ werden.

6. Das Drin-Bleib-Monster – eine durchschlagende Erfolgsgeschichte

tredition: Das Buch wird bereits in vielen Instituten eingesetzt. Alma und das Drin-Bleib-Monster erfreuen nicht nur die kleinen Leser/innen und ihre Eltern. Erzieher/ innen, Lehrer/innen, Therapeut/innen und andere Fachkräfte nutzen das Buch bereits bei ihrer Arbeit und empfehlen es weiter. Wie sind die Reaktionen auf Ihr Buch?

Sophia Phildius und ihr "Drin-Bleib-Monster" Sophia Phildius: Direkt am Anfang kamen viele Reaktionen von den Fachkräften, die das Buch in ihre praktische Arbeit einbanden. Zunächst fand es vor allem Anklang bei Erzieher/innen und Therapeut/innen. Für die pädagogische Arbeit gibt es das Buch als PDF auf der Plattform des Bundesprogrammes der Sprach-Kitas zum Herunterladen. Immer mehr Lehrkräfte nutzten das Buch und das Material auf ihren digitalen Klassenboards. Inzwischen wird es auch für die Wiederaufnahme der Präsenzlehre aufgegriffen. Erst heute setzte ich eine Version des Buches für sehbeeinträchtigte Schüler um und stellte es der Schule zur Verfügung. Für mich war auch der Einsatz in der Psychotherapie sowie in Kliniken sehr überraschend. Ich kann gar nicht mehr nachvollziehen, wie viele Menschen das Buch schon erreicht und Freude gebracht hat. Das bedeutet mir sehr viel.

7. Tipps und Tricks für die Buchwerbung

tredition: Wie gehen Sie beim Marketing Ihres Buches vor? Im Moment läuft ja auch im Buchhandel vieles anders, Lesungen sind nicht möglich. Welchen Weg gehen Sie, um Ihr Buch an die LeserInnen zu bringen und welche Maßnahmen sind Ihrer Meinung nach am sinnvollsten, welche eher weniger?

Sophia Phildius: Das Bilderbuch hat einen außergewöhnlichen Hintergrund und hat in dem Moment einfach ein Bedürfnis gestillt. Das Bilderbuch ist kostenlos im Netz anzusehen und war nicht für den Buchmarkt gedacht. Nur auf die große Nachfrage der Leser und Leserinnen hin veröffentlichte ich das Buch bei tredition. Deswegen kann ich nicht viel zu einer gezielten Marketingstrategie sagen.

Aber egal was man tut, die Idee, das Konzept und die Umsetzung müssen erst einmal stimmig sein. Daher würde ich nur empfehlen, mit einem Buch an den Markt zu gehen, wenn man wirklich davon überzeugt ist.

tredition: Haben Sie Tipps oder Ratschläge, die Sie Neuautoren ans Herz legen können, was die Buchwerbung betrifft?

Sophia Phildius: Vor allem sollte man die Zeit, die man in die Werbung investieren muss, nicht unterschätzen. Dazu kommt auch der persönliche Kontakt zu den Lesern und Leserinnen. Von dem Projekt konnte ich lernen, dass gerade das zusätzliche Material vielen gefallen hat. Eine Möglichkeit wäre es für Neueinsteiger kostenlose Teilangebote zusätzlich zur Verfügung zu stellen. Der direkte Kontakt, egal ob analog oder digital, bleibt weiterhin einer der wichtigsten Aspekte für die Buchwerbung.

6. Das Drin-Bleib-Monster – im Self-Publishing richtig aufgehoben

tredition: Warum haben Sie sich für das Self-Publishing entschieden und warum gerade für tredition?

Sophia Phildius: Das Buch sollte eigentlich nur online zum kostenlosen Ansehen erscheinen, und es war keine Veröffentlichung in gedruckter Form geplant. Jedoch fragten viele Fachkräfte, die in der Praxis noch nicht so gut mit digitalen Medien arbeiten können, nach einem richtigen Buch. Aber auch Privatpersonen wünschten sich ein Buch als Erinnerung an diese besondere Zeit. Erst nach langem hin und her entschied ich mich für den Druck. tredition wählte ich aus, da von Anfang an ein sehr freundlicher und kompetenter Service mit direkten Ansprechpartner/innen zur Verfügung stand.

tredition: Wie blicken Sie auf den Buchmarkt? Kann die Buchbranche in Zukunft wieder mehr Leser verzeichnen oder sind Sie da eher pessimistisch?

Sophia Phildius: Bücher sind Bestandteil unserer Kultur und werden es auch bleiben. Aber man sollte die digitalen Medien nicht vernachlässigen und vielleicht auch neue Ideen und Wege versuchen einzuschlagen. Vielleicht erfindet man sogar neue Formate. Aber trotzdem hat das gedruckte Buch immer noch seinen Charme. Besonders freut man sich doch über ein schön gestaltetes Druckwerk, das wir in den Händen halten können und gerne darin blättern. Ich denke, Bücher mit ansprechenden Bildern und Illustrationen, reizen immer noch zum Kauf.

tredition: In Ihren Werken spürt man Ihre Liebe zu Details und die Freude an der Kreation einer ganz eigenen Fantasiewelt. Ist das „Drin-Bleib-Monster“ nur der Auftakt zu einer Karriere als Fantasyautorin? Planen Sie bereits ein neues Buch?

Sophia Phildius: In meinem Studium beschäftige ich mich vor allem mit der wissenschaftlichen und informativen Illustration. Das Drin-Bleib-Monster ist für mich eine altersgerechte Aufarbeitung der Situation. Zurzeit arbeite ich bereits an einem Bilderbuchauftrag über Nutztierhaltung. Ich kann mir auch vorstellen weitere Monster-Bücher zu schreiben und zu illustrieren. Fantasiereiche Geschichten lese ich privat gerne, und vielleicht kann ich in der Richtung zu einem späteren Zeitpunkt auch etwas realisieren. Ich bin dankbar, wenn ich die Möglichkeit habe, im kreativen Bereich arbeiten zu können und bin gespannt, was die Zukunft noch bereit hält.

tredition: Wir danken Ihnen für das spannende Gespräch, Frau Phildius!

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.