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Céline von Knobelsdorff

Trauen Sie sich mehr Wissen zu – Céline von Knobelsdorffs Plädoyer für die Intuition

Céline von Knobelsdorff

Bild: Céline von Knobelsdorff vermittelt in ihrem Buch „Intuition für Rationalisten“ mehr Wissen für Mutige. Trauen Sie sich!

Die 1971 in München geborene Autorin hat bereits eine spannende Laufbahn hinter sich. Neben Tätigkeiten für Fernsehanstalten und als Creative Consultant gründete sie ihr eigenes Unternehmen »Creative Visual Knowledge« mit den Schwerpunkten Beratung, Gestaltung und PR. Darüberhinaus ist sie als  Psychologische Beraterin, Coach und Trainerin tätig. Mit „Intuition für Rationalisten“ legt sie ihr Debüt als Sachbuchautorin vor. 

Das Werk ist ein informativer Leitfaden, der sich an den scharfen Verstand richtet, aber zur Wurzel des Wissensgutes von Intuition führt. Die Autorin blickt darin über den Tellerrand eingerosteter Haltungen und Paradigmen hinaus. Was zunächst in liebevoller Kleinstarbeit auseinandergenommen wird, fügt sich wachsend und praxisorientiert in ein großes Bild über die wahre Bedeutung und den immensen Einfluss unserer Intuition im persönlichen und beruflichen Leben zusammen.

Wir haben mit Céline von Knobelsdorff über Ihr Buch, die Intuition und die sogenannten Rationalisten gesprochen.

 

Wer meint, dass alles über Intuition gesagt wurde, der irrt.

 

tredition: Sie arbeiten als Personal Coach und als Psychologische Beraterin. Entspringt das Buch Ihrer Arbeit oder hat es eine ganz andere Entstehungsgeschichte?

Céline von Knobelsdorff: Ich schreibe schon sehr lange und habe es bislang als Ausgleich betrachtet. Als ich meinen Roman fertig geschrieben hatte, legte ich ihn einer Verlegerin vor. Wir kamen ins Gespräch auch über meine Tätigkeit als Psychologische Beraterin und mein Steckenpferd: die Intuition. Prompt sagte sie: „Schreiben Sie ein Buch darüber!“ Ähnliches bekam ich von unterschiedlichen Menschen zu hören, Kursteilnehmern, Kollegen, Klienten und Freunden. Ich fing an mit einzelnen Themenskizzen, daraus entwickelte sich die Struktur zusammen mit dem wachsenden inneren Druck, alles zu Papier bringen zu wollen. Heute würde ich sagen: meine Intuition hat mir einfach keine Ruhe gelassen, und mich durch viele Unwegbarkeiten hindurch gelotst. Ich „musste“ dieses Buch einfach schreiben. 😉

tredition: Sie vermitteln in ihrem Buch „Intuition für Rationalisten“ Wissenswertes zur Intuition für rational denkende Menschen. Wer sind diese Rationalisten eigentlich und ist es heutzutage schwierig, einen Weg zur eigenen Intuition zu finden?

Céline von Knobelsdorff Intuition für Rationalisten Lesung

Bild: Céline von Knobelsdorff liest in der Buchhandlung aus ihrem Buch.

Céline von Knobelsdorff: Eine grandiose Frage: Wer sind diese Rationalisten eigentlich? In der Lesung kürzlich kamen wir ganz zum Schluss auch auf dieses Thema. Ich behaupte sehr provokant: wir alle sind Rationalisten. Denn schauen wir uns den Begriff doch mal genauer an. Rational bedeutet einfach formuliert vernünftig. Aber wer bitte hat den festgelegt, was „vernünftig“ ist? Vernünftig zu sein gibt einen Wert an, und dieser Wert ist gepaart mit Emotionen, die vertretbar sein sollen. Wir glauben, dass die Begriffe Vernunft, Ratio, Denken, Gedanken, Verstand abgekoppelt von Gefühlen funktionieren. Und das ist meiner Meinung nach ein verheerender Irrtum. Ist es möglich einen Gedanken OHNE begleitendes Gefühl zu haben? Was sind Gedanken? Es sind Bilder, die zu uns sprechen, auch wenn es Bilder von Zahlen oder Buchstaben sind. Der Trugschluss beginnt damit, dass wir uns der meisten Gefühle nicht bewusst sind, weil wir sie aus verschiedenen Gründen selektieren. Dadurch sehen wir uns darin bestätigt, dass wir unabhängig denken und fühlen können. Zugegeben gibt es besondere (Ausnahme-)Situationen, in denen wir derart fokussiert agieren, dass wir unsere Gefühle erst im Nachhinein wahrnehmen, z.B. Rennfahrer, die während eines Rennens unter extremen Stress stehen oder Menschen, die anderen bei einem Unfall geholfen haben und dies nur tun konnten, weil sie ein schockartiger Zustand dazu befähigt hat. Danach erleiden zumindest letztere oft selbst eine Art regenerativen Zusammenbruch. Es gibt andererseits auch Situationen, in denen wir durchaus von unseren Gefühlen überwältigt werden und die uns keinen klaren Gedanken fassen lassen. Das können freudige, aber auch traurige Ereignisse sein. Diese Zustände sind aber nicht unser Alltagszustand, weshalb es im Grunde für uns alle zutrifft, dass wir rational sind und gleichzeitig Gefühle haben.

Intuition für Rationalisten

Bild: Buchcover „Intuition für Rationalisten“ von Céline von Knobelsdorff

Ein Buch mit dem Titel „Intuition für Gefühlsmenschen“ legt nahe, dass nur diese mit Intuition etwas anfangen können. Aber nein: hinter der Fassade der vielen Rationalisten wohnen erstaunlich intuitive Menschen, die sich in der zunehmend technisch orientierten Welt weniger zutrauen, auf ihre innere Stimme zu hören. Unsere rasante Entwicklung und die Spezialisierung haben leider die Bedeutung der Ganzheitlichkeit ziemlich überrannt, sodass heute kaum noch einer in größeren und scheinbar zufälligen Zusammenhängen denken und fühlen kann. Wir haben unseren Körper isoliert von unserem Geist und unserer Seele. Wir haben uns als Menschen abgeschnitten von den kosmischen Wurzeln und unterbinden damit auch den Zugang zum höheren Wissen der Intuition. Wir vertrauen lieber dem Internet oder dem Rat anderer, als uns nach innen zu orientieren und autarke Entscheidungen zu fällen. Oft wissen wir gar nicht mehr, welcher Stimme wir folgen sollen, weil der Verlust der Ganzheitlichkeit auch zu einer instabilen Mitte geführt hat. Viele sind orientierungslos, was aber nicht auffällt, da die Flut der Medien für ständige Unterhaltung und Ablenkung sorgt. Intuition ist unser innerer Kompass, den wir seit unserer Geburt „eingebaut“ bekommen haben und der uns in und durch ein selbstbestimmtes Leben navigiert.

Es ist sicherlich eine Herausforderung, nicht in allem mit der Masse mit zu schwimmen, sondern stattdessen, seinen eigenen authentischen Weg zu gehen. Man wird gerne beäugt, gleichzeitig vielleicht auch still bewundert und oft genug fälschlicherweise beneidet. Ich möchte mit diesem Buch jeden ermuntern, der sich in der Welt der Rationalisten nicht mehr zuhause fühlt, den Weg zu seiner individuellen Ganzheitlichkeit zu beschreiten. Hierbei wird die Intuition zu einer wichtigen Stütze.

Intuition bestimmt mein gesamtes Leben, ich kann sie aus keinem Bereich draußen halten – und will es auch nicht. Konkret im Arbeitsleben weist sie mir den Weg, was ich als nächstes tun soll.

tredition: Sie eröffnen Lesern in Ihrem Buch die richtige Strategie im Umgang mit der eigenen Intuition. Was sind kurz zusammengefasst die wichtigsten Erkenntnisse aus Ihrem Werk?

Céline von Knobelsdorff Intuition für Rationalisten

Bild: tredition-Autorin Céline von Knobelsdorff vermittelt mit ihrem Buch essenzielle Tipps für einen angemessenen Umgang mit der eigenen Intuition.

Céline von Knobelsdorff: Eine richtige Strategie gibt es für die unterschiedlichen Menschentypen leider nicht. Es gibt aber grundsätzliche Erfahrungswerte, wie der Zugang zur Intuition und das Empfangen intuitiver Botschaften gefördert und gepflegt werden kann. Wir sollten, bevor wir eine Wahl in unserem Leben treffen, die Angebote und Ratschläge genau hinterfragen; wir sollten sowohl unseren Verstand (= Kopf) anhören, als auch unsere Ängste (= Bauch) kennen und auf die Empfehlung unserer Intuition (= Herz) achten. Intuition wird gerne mit Gefühlen verwechselt, die oft genug auf Konventionen oder Erziehungsmustern basieren. Daher gehört es wesentlich zum angemessenen Umgang mit Intuition, sich selbst zu reflektieren. Um dies tun zu können, müssen wir uns für die Stille öffnen, und das gelingt nur, wenn wir uns bewusst Auszeiten hierfür suchen. Intuition löst mit ihren Wahrheiten oft genug eine Kaskade von Emotionen aus. Wer ihr folgen möchte, darf sich davon nicht zerreißen lassen, sondern sollte sich zum Ziel machen, eine eigene innere Stärke zu entwickeln, aus der er die mutige Entschlossenheit schöpft, den intuitiven Botschaften zu folgen. Ein intuitiver Mensch verpflichtet sich der Wahrhaftigkeit, und das alleine fordert ihn immer wieder selbst heraus. Führung über sich selbst (seine Gedanken und Gefühle) zu haben, sich seiner selbst bewusst zu werden, eröffnet jedem die Ebenen zum höheren Wissen, zu denen Instinkt, Intuition und Inspiration zählen. Der intuitive Mensch kontrolliert nicht, er ist lebendiges Vorbild. Er teilt sein Wissen, weil er nicht darauf besteht, dass es seines ist, sondern dass er es ebenfalls übermittelt bekommen hat. Damit akzeptiert er sich als Wesen mit spirituellen und irdischen Wurzeln und knüpft an eine urzeitliche Auffassung von Ganzheitlichkeit an.

Celine von Knobelsdorff

Bild: Die Autorin ist als Psychologische Beraterin, Coach und Trainerin tätig. „Intuition für Rationalisten“ ist ihr Sachbuchdebüt.

tredition: Wie sind Sie dazu gekommen, Ihre Erkenntnisse in Buchform festzuhalten?

Céline von Knobelsdorff: Ich sah mein geistiges Postfach einfach irgendwann überquellen: „Wenn Du das jetzt nicht aufschreibst, vergisst Du die Hälfte.“ 😉

 tredition: Welche Auswirkungen hat die Intuition auf Ihre eigene Arbeit?

Céline von Knobelsdorff: Intuition bestimmt mein gesamtes Leben, ich kann sie aus keinem Bereich draußen halten – und will es auch nicht. Konkret im Arbeitsleben weist sie mir den Weg, was ich als nächstes tun soll. Ich finde dann zum Beispiel bei einer ganz einfachen Recherche die richtigen Partner zur Umsetzung meiner Ideen. Außerdem gibt sie mir selbst wunderbare Anregungen bei bereits vorhandenen Projekten und sie lässt mich immer wieder spüren, ob ich mit dem Herzen dabei bin. Sie ist allerdings auch unerbittlich, wenn Zweifel oder alte Verhaltensmuster hochkommen, dass ich auf dem eingeschlagenen Weg bleibe, statt es mir so lange klein zu reden, bis ich die Freude daran verliere. Sie schützt sozusagen wertvolle Herzensentscheidungen und navigiert mich durch die seichten Gewässer der Ungeduld.

tredition: Was hat Sie besonders am Thema Intuition fasziniert?

Céline von Knobelsdorff: Gute Frage. Mich reizt grundsätzlich das nicht Offensichtliche – und Intuition hat mich sozusagen zum Meisterkurs eingeladen. 😉 Ich habe irgendwann angefangen, mich zu fragen, was diese „innere Stimme“ ist, und warum ich dennoch oft auf andere gehört habe, statt auf sie, um mich danach genau deswegen zu ärgern. Ich habe eine lange Zeit anderen mehr vertraut als mir selbst, wollte mich aber möglichst eigenständig entwickeln. Das funktionierte eben nicht. So begann ich mich selbst zu erforschen und das Phänomen dieser kraftvollen Botschaften. Einmal in ihren Bann gezogen, konnte ich nicht mehr aufhören. Ich würde sagen, Intuition hat mich ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr losgelassen.

tredition: Was waren Ihre Motivation und Ziele für das Buch, wen wollen Sie erreichen?

Céline von Knobelsdorff: Die Motivation zum Thema Intuition ein Buch zu schreiben, wurde primär angeregt durch die Aufforderungen aus meinem Umfeld. Das Schreiben selbst braucht bei mir keinen Vorsatz, ich schreibe wie aus einem inneren angenehmen Zwang heraus – es ist, glaube ich, die Schöpfungskraft, die sich hier selbst erleben will, indem ich Dinge zu Papier bringe. Das ist für mich im Kern Kreativität. Sie gehört sich selbst. Ich fühle mich während des Schreibens einfach beseelt, bereichert und zufrieden. Ich habe mir zu Beginn wenig Gedanken darüber gemacht, wen genau ich erreichen will. Da der Drang aus dem Herzen kam, alles Wissenswerte zur Intuition nieder zu schreiben, war ich, und bin es bis heute, voller Vertrauen, dass es alle diejenigen lesen werden, die damit in Resonanz stehen. Natürlich freut es mich, wenn ich möglichst viele Menschen erreichen würde, zu denen der Titel und die Botschaft des Buchs spricht. Ich werde hier immer wieder unterstützend aktiv, aber letztlich vertraue ich darauf, dass, so wie dieses Buch überhaupt zu einem fertigen Werk wurde, es nun auch seinen Weg in diese Welt findet.

tredition: Ein Slogan des Buches ist „Mehr Wissen für Mutige“! Gehört Mut dazu, weenn man der eigenen Intuition mehr Gehör verschaffen will?

Céline von Knobelsdorff Intuition für Rationalisten Lesung Unterschrift

Bild: Es kostet Mühe und Zeit, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, denn die Intuition wirbelt einigen emotionalen Staub auf.

Céline von Knobelsdorff: Absolut! Intuition wirbelt mit ihrer Klarheit jede Menge emotionalen Staub auf, der oft dazu führt, dass die Botschaft wieder in Vergessenheit gerät. Keiner wünscht sich inneres und äußeres Chaos, und es kostet Mühe und Zeit, sich mit sich selbst auseinander zu setzen und sich zu fragen, warum die Wahrheit einen gerade so umhaut, sodass man sie lieber nicht wahrhaben will. Wir betonieren unser Innenleben lieber mit vernünftigen Argumenten zu, als dass wir die Diskrepanz zeitweise aushalten lernen. Wir brauchen nicht nur Mut, uns dieser Aufgabe zu stellen, sondern auch Durchhaltevermögen. Es kostet auch Überwindung, sich den gegebenenfalls aufkommenden Fragen aus dem unmittelbaren sozialen Umfeld zu stellen und stabil zu bleiben, wenn sie unter Umständen an den Stäben der eigenen Unsicherheit rütteln. Es heißt nicht umsonst: „Hand aufs Herz und raus mit der Wahrheit“, wenn es uns leicht fiele. So bekommt die Botschaft natürlich auch einen ganz anderen Stellenwert. Etwas, wofür wir Mut aufbringen müssen, das werden wir auch pflegen und stärken wollen – insofern macht es durchaus Sinn, dass Intuition von uns fordert mutig zu sein!

tredition: Weshalb lohnt es sich, mehr Intuition zu wagen?

Céline von Knobelsdorff: Ohne Intuition sind wir steuerbare Hüllen, die unreflektiert den Angeboten und Versprechungen anderer folgen – Kompetenz und Glaubhaftigkeit werden oftmals vorschnell und leichtfertig vorausgesetzt. Ich habe früher häufig den Fehler gemacht, andere auf einen Sockel zu stellen, weil ich sie für viele Äußerlichkeiten voreilig bewunderte: berufliche Positionen, Titel, Vermögen, gesellschaftlichen Status, Verdienste etc. Den einen oder anderen lernte ich besser kennen und war erstaunt bis stellenweise erschüttert, wie es hinter den Kulissen wirklich aussah. Intuition hilft uns, statt voreiliger Schlüsse mit sorgfältiger Wahrnehmung alles zu prüfen, was uns mit besonderem Nachdruck angepriesen wird. Statt unsere persönliche Entwicklung durch Vergleiche mit anderen abhängig zu machen, sollten wir lieber unsere Intuition stärken, weil sie uns hilft, autark und selbstbewusst zu werden.

tredition: Weshalb haben Sie sich bei Ihrem Buch für Self-Publishing entschieden?

Celine von Knobelsdorff Intution für Rationalisten BuchlesungCéline von Knobelsdorff: Ehrlich gesagt, habe ich das nicht gleich ins Auge gefasst. Meine Ratio als Werbefachfrau und PR-Beraterin war so überzeugt vom traditionellen Weg, dass alle Hinweise aus dem Umfeld, es selbst zu verlegen, abprallten. Heute würde ich behaupten, weil ich meiner Intuition nicht gleich zu folgen bereit war, benutzte sie andere, um ihre Botschaft an mich hinzutragen und ließ den von mir eingeschlagenen Weg derart morastig werden, dass ich freiwillig umkehrte: „Ist schon gut, ich habe es nun auch eingesehen und löse mich von meiner ursprünglichen (zu) fixen Idee.“ Ich sehe heute darin etwas, was mir mal auf einem Persönlichkeitsseminar als Lebensmotto mitgegeben wurde: SELBSTÄNDIG sein. Und dazu gehört es auch, für seine „Babies“, seine Kreationen von A bis Z einzustehen. Ich gebe gerne zu, dass der Weg bis hin zum Self-Publishing ein persönlicher Reifeprozess war, den ich nicht missen möchte. Es macht eben alles einen Sinn!

tredition: Wie schätzen Sie die Zukunft des Self-Publishing ein?

Céline von Knobelsdorff: Ich wünsche mir, dass es mehr Anerkennung für Self-Publishing-Verlage, wie tredition, gibt. Ich habe auch andere kennengelernt, die bei weitem nicht mit einem solchem Herzen und mit einem überzeugenden Anspruch dabei sind. Ich wünsche mir, dass sich hier die Spreu vom Weizen trennt und die halsstarrige Haltung von Buchhändlern und Vertriebsnetzwerken einer interessierten weicht. Ich wünsche mir eine Aufwertung in der Akzeptanz, die natürlich auch mit einer entsprechenden Kompetenz im Self-Publishing einhergehen sollte. Eben mal geschwind ein Buch herausbringen, dazu mag das SP vielleicht verführen, aber wie sagte mir ein bekannter Lektor: „Lieber soll sich der Autor quälen, als der Leser!“ – Wie wahr! Der Leser spürt, ob Herzblut mit dabei war oder nicht, und dann ist es ihm letztlich egal, ob das Buch auf dem herkömmlichen Verlagsweg oder im SP das Licht der Welt erblickt hat.

tredition: Wie kam es zu der Entscheidung für eine Veröffentlichung bei tredition? 

Céline von Knobelsdorff Intution für Rationalisten Intuition

Bild: Auch bei ihrer Veröffentlichungsentscheidung vertraute Céline von Knobelsdorff ihrer eigenen Intuition.

Céline von Knobelsdorff: Ich wollte meiner Intuition auch hier mal wieder meinen Willen entgegen halten und das Buch zu einem  bestimmten Zeitpunkt herausbringen. Dafür gab es bereits einen anderen SP-Verlag. Erst schien alles recht zügig zu laufen, aber interessanterweise stolperte ich bereits beim Abgleich des Vertrags über den letzten Passus, der dem Verlag das Recht einräumte, zu jedem Zeitpunkt aus dem Projekt aussteigen zu können, wenn es sich als unrentabel herausstellt. Ich machte noch Witze darüber… Aber es kam dann genauso. Ich hatte meine Mithilfe an vielen Stellen eindringlich bekundet, da ich vom Design nicht überzeugt war. Es wirkte alles so, als müsse es innerhalb eines kalkulierten Rahmens hingezaubert werden, egal, ob es zu mir und zum Buch passt. Es fing an sich festzufahren. Die Abstände der Abstimmungen wurden immer größer, und natürlich hatte ich bereits eine Ahnung. Weil ich das Ende der Kooperation kommen sah, orientierte ich mich um. Dabei hatte ich zunächst das Gefühl hoffnungslos im Sumpf der vielen SP-Angebote unterzugehen, weil ich überhaupt keine Einschätzung von der Qualität und den Versprechungen hatte. Gerade nach der gemachten ungünstigen Erfahrung. Da half mir auch wieder meine Intuition, die mir riet, mich von allen Foren unabhängig zu machen, einfach im Internet zu stöbern und offen zu sein, was mir da begegnen würde. So landete ich auf der Webseite von tredition. Die Philosophie gefiel mir, die Seite wirkte klar und aufgeräumt, und ich spürte mit dem Herzen, dass ich hier wohl gut aufgehoben wäre. Meine Intuition hat die Wahl getroffen – und wer weiß, was sich hieraus noch alles ergeben wird.

tredition: Sie haben bereits mehrere Lesungen organisiert. Haben Sie vor der Veröffentlichung eine spezielle Marketingstrategie für Ihr Buch entwickelt?

Celine von Knobelsdorff Intution für Rationalisten Buchlesung

Bild: Alles was nach der Veröffentlichung an Ideen in Sachen Presse kam, entwickelte sich aus dem Fundus von Céline von Knobelsdorffs Erfahrungen, die stets von ihrer Intuition begleitet wurden.

Céline von Knobelsdorff: Nein. Ich habe keinen PR-Plan geschmiedet. Das ist meiner begrenzten Zeit geschuldet. Ich habe das Buch mitunter deshalb geschrieben, damit ich als psychologische Beraterin im Umgang mit Unternehmern etwas anbieten kann, was meine Kompetenz nachlesbar macht. Eine „ausführliche Visitenkarte“ sozusagen. Alles was nach der Veröffentlichung an Ideen in Sachen PR kam, entwickelte sich aus dem Fundus meiner Erfahrungen, folgte aber den Impulsen meiner Intuition. Nicht alles, was möglich gewesen wäre, habe ich verfolgt. Ich habe mich auf das konzentriert, was machbar war und habe darauf geachtet, hierfür alles zu bedenken. Es ist schließlich eine Frage des Budgets, nicht nur monetär, sondern an Zeit und persönlicher Nachbereitung. Es gab und gibt immer wieder Anlässe, mein Buch Instituten oder wichtigen Personen vorzustellen, und denen folge ich ohne konkret zu wissen, was sich daraus ergibt. Ich plane allerdings weitere Lesungen, wenn die Sommer- und Urlaubszeit vorbei ist. Irgendwie weiß ich, dass das Buch sich seinen Weg bahnen wird.

tredition: Welche Maßnahmen gehen Sie konkret an?

Céline von Knobelsdorff: Für  die Lesungen, aber auch für die Buchhändler haben wir neben Postern, Postkarten mit Zitaten aus dem Buch produziert. Jetzt aktuell noch verschiedene Stempelmotive und Aufkleber. Es ist wichtig, wenn Veranstaltungen ins Haus stehen, etwas parat zu haben. Und es macht einen guten Eindruck, wenn es Dinge kostenfrei gibt, Dinge, die an die Botschaft erinnern und tagtäglich Freude bereiten. Dafür sollte der Interessent nicht immer etwas bezahlen müssen. Freude zu teilen ist bereits ein Gewinn und ich möchte diese Energie unter die Menschen bringen. Wie kann es anders sein, dass die entsprechende Resonanz zu mir zurück kommt?

tredition: Haben Sie aufgrund der Kenntnisse aus Ihrer Branche besondere Tipps für angehende Autoren/innen?

Céline von Knobelsdorff Intuition für Rationalisten Intuition Wissen

Bild: Für die Lesungen, aber auch für die Buchhändler hat die Autorin neben Postern, auch Postkarten mit Zitaten aus dem Buch angefertigt.

Céline von Knobelsdorff: Weniger ist mehr. Ich würde in jedem Fall mit regionalen Kontakten beginnen. Wessen Augen leuchten, wenn er von seinem Werk erzählt, der weckt auf sehr natürliche Weise Begehrlichkeiten. Bitte nicht gleich aufgeben, wenn es ein paar Anläufe braucht. Kleinigkeiten rund ums Werk anzufertigen, die sich als Mitnahmeartikel eignen – das muss nicht immer viel Geld kosten. Ich fragte mich immer, was mir selbst Freude macht, was ich gerne mitnehme, sammle und es mir zuhause an einen Platz lege oder stelle, an dem ich öfters vorbeikomme und es sehe. Lieber nur eine Lesung, diese aber mit Liebe und Sorgfalt durchführen, als zu viel auf einmal anstoßen und sich nachher ärgern, wenn man nicht alles bedacht hat. Die Menschen spüren, ob hinter den Maßnahmen Geltungssucht steckt oder die Freude über die Vorstellung des eigenen Werks. Wichtig ist dabei: offen für Anregungen bleiben, auchd wenn es sich vielleicht wie Kritik anhört, eine Nacht darüber schlafen und dann neu entscheiden, wie man mit der Information umgeht. Manches Mal regt sie einen zu neuen Ideen an.

tredition: Planen Sie weitere Buchtitel?

Céline von Knobelsdorff: Da bin ich schon weiter. 😉 Der Roman ist bereits fertig, muss aber noch überarbeitet werden, am Cover sind wir gerade dran. Und es gibt bereits zwei weitere Themenbücher, zu dem ich etliche Kapitel verfasst habe. Einmal geht es um Beziehungen, in der mir eigenen Art hinterfrage ich: Wo fängt Beziehung eigentlich an und was macht eine gute Beziehung aus? Das andere Werk beschäftigt sich mit der Schwangerschaft und Elternschaft und hat den vorläufigen Arbeitstitel: Reif für die 9 Monate+ ? Ich hoffe, ich komme bald wieder zum Schreiben, mein inneres Postfach ist nämlich schon wieder ziemlich voll… ;-))

tredition: Liebe Frau von Knobelsdorff, herzlichen Dank für das spannende Gespräch!

Autor Maik Jungfleisch im Interview: Auf das richtige Gefühl kommt es an

Maik-Jungfleisch

tredition-Autor Maik Jungfleisch

Wenn ein junger Debütautor Fanpost per Instagram bekommt und Buchhandlungen sein Buch auslegen, um junge Leser zu begeistern, dann kann das nur eins heißen: Es dreht sich um ein Buch, das seine Leserschaft fesselt und fasziniert, verfasst von einem sympathischen Autor, der das richtige Gespür für seine Zielgruppe hat. tredition-Autor Maik Jungfleisch über seinen Jugendroman „Das hölzerne Sonnengelb“ – das BUCH DES MONATS Oktober – , die Leidenschaft fürs Schreiben und die Vorzüge des Self-Publishing.

 

tredition: Lieber Herr Jungfleisch, Ihr bei tredition erschienener Roman „Das hölzerne Sonnengelb“ wurde erst vor einem Monat veröffentlicht und hat es bereits in den örtlichen Buchhandel geschafft! Wie kam es dazu?

Maik Jungfleisch: Ja, darüber freue ich mich in der Tat sehr! In dem besagten Buchshop wurde mein Roman binnen kurzer Zeit vielfach bestellt. Daher lag die Entscheidung nahe, das Buch auch auszulegen, um dem Kundenwunsch insbesondere jüngerer Leser zu entsprechen. Ich nenne das einfach Glück und bedanke mich dafür.

tredition: „Das hölzerne Sonnengelb“ ist Ihr Debütroman. Wie ist bisher die Resonanz aus dem Bekanntenkreis und weiterer Leser?

Cover: Das hölzerne Sonnengelb

Bild: Cover „Das hölzerne Sonnengelb“

Maik Jungfleisch: Viele Bekannte und Freunde waren anfangs überrascht, da ich es bis zur Veröffentlichung geheim hielt. Aber wirklich gewundert hat es keinen, da ich mich seit meiner Kindheit für das Schreiben fasziniere. Die Resonanz ist daher allseits sehr positiv. Von einer 12-Jährigen Leserin beispielsweise bekam ich auf Instagram eine private Nachricht, dass sie sich unbedingt mein Buch kaufen möchte. Das freute mich ungemein.

 

„Wenn ich schreibe, tauche ich in eine andere Welt.“

 

tredition: Was sind Sie für eine Art von Autor? Wie kam ein Leser sich den Schreibprozess bei Ihnen an einem gewöhnlichen Arbeitstag vorstellen?

Maik Jungfleisch: Ich lege sehr viel Wert auf Details. Denn gerade diese machen den Unterschied. Wenn ich schreibe – für gewöhnlich abends und nachts – tauche ich in eine andere Welt. Die Rollläden sind geschlossen, ich sitze auf meinem Schreibtischstuhl und schließe die Augen. Die Geschichte wird zuerst im Kopf gelebt, zumindest Szene für Szene. Habe ich ein gutes Gefühl, so schreibe ich das Erdachte nieder.

tredition: Wann wurde in Ihnen der Wunsch wach, Ihre Texte auch einem breitem Lesepublikum zugänglich machen zu wollen?

Maik Jungfleisch: Der Wunsch wurde vor drei Jahren wacher denn je, jedoch ließ damals die Zeit das Schreiben nicht zu. Bedingt durch ein Studium blieb oftmals wenig bis gar keine Zeit. Da sich dies nun änderte, widme ich mich vollends der Schreiberei.

tredition: Mit „Das hölzerne Sonnengelb“ haben Sie einen packenden Kinder- und Jugendroman über das Schicksal und Freundschaft vorgelegt. Wie sind Sie zu Ihrem Thema gekommen; warum gerade die Zielgruppe junge Leser?

Maik Jungfleisch: Dass mein erster Roman ein Kinder-und Jugendroman wird, stand jederzeit außer Frage. Auch die Thematik war von Beginn an klar. Die Kindheit bestimmt oftmals das weitere Leben. Da werden wir geprägt. Ein jeder Mensch hat eine Kindheit verdient, an die man sich gerne erinnert. Leider hat das Schicksal da ein Wörtchen mitzureden. Die Protagonistin in meinem Buch hat es nicht einfach. Sie wird mit der Ungerechtigkeit und vermeintlicher Freundschaft konfrontiert. Sie gibt jedoch nicht auf und wird die wahre Bedeutung von Freundschaft und Gerechtigkeit zu spüren bekommen. Zwei Eigenschaften, die im weiteren Leben von Bedeutung sind.

tredition: Wie lange hat es von der Idee bis zur Veröffentlichung gedauert?

Maik Jungfleisch: Ziemlich genau ein halbes Jahr. Auch als die Geschichte schon stand und geschrieben wurde, änderte ich Etliches wieder und fügte etwas hinzu. Es sind eben die Details, die über die Wirkkraft einer Geschichte entscheiden.

 

„Self-Publishing bedeutet Freiheit und Flexibilität.“

 

tredition: Weshalb haben Sie sich für Self-Publishing und speziell tredition entschieden? Was sind für Sie die Vorteile von Self-Publishing?

Maik Jungfleisch: Self-Publishing bedeutet Freiheit und Flexibilität. Zwei Bedingungen, die maßgebend für mich sind. Ich konnte meine Ideen verwirklichen, ohne dass ein Verlag seinen Rotstift ansetzt. Sämtliche Entscheidungen lagen bei mir, es wurde so umgesetzt, wie ich mir das vorstellte. tredition bekam von mir den Zuschlag, da sich Qualität letztlich immer durchsetzt. Ein seriöses Unternehmen, das kompetent, freundlich und kundenorientiert geführt wird. An dieser Stelle bedanke ich mich nochmals für die Zusammenarbeit.

Das hoelzerne Sonnengelb im Buchhandel

Prominent auf dem Stapel platziert: „Das hölzerne Sonnengelb“ liegt beispielsweise im Buchshop des Globus Warenhauses im saarländischen Völklingen aus

tredition: Wie werben Sie für Ihr Buch?

Maik Jungfleisch: Als ich die Nachricht erhielt, dass das Buch nun veröffentlicht wurde, schaltete ich sofort meine zuvor bereits erschaffene Homepage (www.maikjungfleisch.com) und die Profile in diversen sozialen Netzwerken frei. Dort betreibe ich aktiv Marketing für das Buch. Beispielsweise habe ich auf Twitter ein Foto gepostet, sobald es im Buchhandel auslag. Glücklicherweise gibt es auch noch die klassische Mundpropaganda, deren Wirkkraft ebenfalls nicht zu unterschätzen ist.

tredition: Darf sich die Leserschaft auf weitere Romane von Ihnen freuen?

Maik Jungfleisch: Definitiv. Mein zweiter Roman ist bereits in Arbeit. Nächstes Jahr wird es soweit sein.

tredition: Für die ganz Neugierigen: Können Sie bereits etwas zum Thema verraten?

Maik Jungfleisch: Ich möchte nicht zu viel verraten, aber so viel sei gesagt: ein Mädchen schwärmt und liebt. Ob sie tatsächlich den Jungen ihrer Träume für sich gewinnt, ist fraglich. Das Mädchen erlebt eine Achterbahn der Gefühle, schwebt auf Wolke Sieben und wird einen Moment später wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Inmitten der Schwärmerei erfährt sie beiläufig, dass ihr Schwarm sie nicht lieben kann. Wieso? Abwarten und lesen!

tredition: Welche Tipps können Sie anderen Self-Publishern geben, z.B. für das Schreiben oder das Marketing?

Maik Jungfleisch: Der meiner Meinung nach wichtigste Tipp ist das Gefühl. Wenn man schreibt, muss man die Geschichte fühlen und gedanklich mehrfach durchleben. Spürt man nichts, wird die Geschichte auch den Leser nicht faszinieren. Im Marketing ist es unverzichtbar, sich ins Gespräch zu bringen und Präsenz zu zeigen. Gerade heute sind dafür soziale Medien wichtiger denn je.

tredition-Autor Eike Rappmund: „Investiert in Eure Fanbase“

Mehrfach schon war Eike Rappmund mit seinem „Handbuch Manipulation“ auf den e-Book-Bestsellerlisten von Amazon vertreten. Die gedruckten Ausgaben seines Buches stößt auf nicht minder große Nachfrage. Wer das Denken lieber anderen überlässt, dem wird Rappmunds Buch allerdings nicht gefallen. Denn auf spannende und humorvolle Art legt der Autor dar, dass wir Menschen allesamt gar nicht anders können, als jeden Tag zu manipulieren und manipuliert zu werden. Fachdisziplinen wie die Hirnforschung, Sozialpsychologie und Rhetorik stellen dies unter Beweis. Über ganz alltägliche „Manipulationen“ sprach Eike Rappmund mit uns im Interview. Ihnen, liebe Autorinnen und Autoren, gibt Eike Rappmund, wertvolle Tipps für das eigene Marketing mit auf den Weg. Stichwort: Fangemeinde hegen und pflegen! Frohe Lektüre!

tredition: Lieber Eike, das Cover Deines Buches lässt fast einen schaurigen Thriller vermuten. Ist Dein Buch nichts für Leser mit schwachen Nerven?
Eike Rappmund: Doch gerade für die. „Nerv“ kommt ja aus dem griechisch und bedeutet übersetzt: Faden. Und manchmal hängt in einem Leben ja eine ganze Menge an nur einem dünnen Faden. Wenn man also vorhaben sollte, diesen Faden wieder zu einem starken Seil zu knüpfen, dann ist mein Buch genau richtig dafür. tredition: Kannst Du kurz erläutern, was der Leser nach der Lektüre des „Handbuch Manipulation“ so „drauf hat“?
Eike Rappmund: Manipulation ist auch ein griechisches Wort und heißt sinngemäß übersetzt so viel wie: „Etwas in der Hand haben“, oder wenn man sich ans Latein anlehnen will, dann eben: „Eine Hand voll haben“. Und genau das haben meine Leser nach dem Buch. Sie haben Ihr Geschick, sich durch ihr Leben zu manövrieren, es viel tiefer als zuvor zu verstehen und es selbst zielstrebig zu führen, wieder voll in der Hand. Für was sie das dann auch immer nutzen. Aber die Wahl hat ja immerhin jeder.

Handbuch Manipulation von Eike Rappmund

Bei tredition als Paperback, Hardcover und e-Book erschienen

tredition: Was wären Beispiele für verbale und nonverbale Manipulation, die einem Laien gar nicht so bewusst ist?
Eike Rappmund: Ein Beispiel. Ok. Ich hab begleitend zum Handbuch Manipulation einmal ein kleines e-Book geschrieben in dem ich ausschließlich auf die Wirkung eines Handschlags eingegangen bin. Der klassische, alltägliche Handschlag über den nie jemand nachdenkt. Man glaubt es nicht, wie viel Wirkung der entfaltet und entfalten kann, wenn man bewusst mit ihm umzugehen weiß. Wahrnehmen und die Wirkprinzipien verstehen, wie sie tief in unserer Hirnmechanik rattern, sind Grundvoraussetzungen, nicht nur für ein selbstbestimmtes Leben. Versteht man aber die Zusammenhänge, dann wird das Leben zum Abenteuer und man fühlt sich wieder selbstwirksam und in seinem Leben zuhause.

Wie man seine Wirkung verbal wieder bewusst in die Hand nehmen kann, könnte zum Beispiel auch sein, einmal wahrzunehmen, wie man denn etwas sagt. Alleine die Tonalität, also die Lautstärke, Sprechgeschwindigkeit, Deutlichkeit, oder die Energie, mit der man etwas sagt, kann eine extreme Wirkung entfalten.

 „Ich erkenne nach ein paar Minuten Gespräch, wer sein Geschick in der Hand hat.“

tredition: Du bist Experte für Gesprächsführung und Kommunikationsfachmann: Angenommen Du sprichst einige Minuten mit drei Personen. Kannst Du danach beurteilen, welche dieser Personen gut oder weniger gut Manipulationstechniken beherrscht – und wie schnell kannst Du andererseits andere Personen „manipulieren“?
Eike Rappmund:
„Andere Personen manipulieren“ funktioniert in meiner Welt nicht. Ich kann mein Geschick nur selbst in die Hand nehmen. Dafür braucht es ein wenig Bewusstheit, Verständnis, Wille und einen kleinen Schuss Mut. Wenn ich allerdings um die Wirkprinzipien und die Funktionsrituale unseres Gehirns ein wenig Bescheid weiß, dann kann ich diese natürlich nutzen, um meine Ziele zu erreichen, oder meine Bedürfnisse zu befriedigen. Jeder Flirt basiert auf dieser Grundlage. Keiner würde dabei auf die Idee kommen, den Anderen mit einem vorwurfsvollen Blick abzustrafen, nur weil er mit einem Strauß Blumen in der Hand vor einem steht. Das Wort „Manipulation“ ist wie wohl kaum ein anderes Wort: „psychoenergetisch“. Es wirkt halt. Und zeigt uns meist unbarmherzig, wo wir keine Verantwortung für unser Leben übernehmen.

Zurück zur Frage: Ja. Das könnte ich wohl. Ich erkenne nach ein paar Minuten Gespräch schnell, wer da mehr oder weniger bewusst sein Geschick in der Hand hat, und wer sich eher treiben lässt. Wie gut es mir gelingt, mein Geschick zu führen bzw. andere dafür mit ins Boot zu bekommen, hängt von vielen Faktoren ab. Meistens bin ich aber zufrieden mit mir.

tredition: Dein Buch richtet sich an „professionelle Manipulateure und schockierte Manipulierte“ – müssen wir uns allesamt Sorgen machen, immerzu manipuliert zu werden – oder kann das auch positiv sein?
Eike Rappmund: Ich würde sagen: „die Sorge ist positiv!“ Zu glauben, wir würden auch nur einen Tag erleben ohne irgendeiner Manipulation zu begegnen ist ein Irrglaube. Menschen manipulieren und werden manipuliert. Die Frage ist eher: mit wie viel Bewusstheit führen wir unser Leben? Wenn die Sorge es vermag, uns an dieser oder jener Stelle wachzurütteln, ist das eine tolle Sorge. Wenn man der aktuellen Skepsis folgt, die sich da zum Beispiel gegen die gängigen Berichterstattungen in Presse und TV formiert, ist das aus meiner Perspektive, eine wirklich positive Wirkung dieser Sorge.

Erfolgsstrategie: „Testleser“ auf Facebook

tredition: Weshalb hast Du Dich für Self-Publishing und tredition entschieden?
Eike Rappmund: Wie Du ja sicher nun siehst, bin ich ein Mensch, der es gerne selbst in die Hand nimmt und sein Geschick auch gerne selbst verantwortet. Ich mag es, ein Projekt von der Vision bis über die Umsetzung hinaus zu gestalten, zu formen, zu begleiten, anzutreiben und auch manchmal daran zu verzweifeln. Das bringt Erfahrung und Lebensqualität. Es macht einfach Spaß. Vieles von diesem Prozess hätte ich delegieren müssen, an einen Verlag, wenn ich nicht als „Indie“ hätte schreiben wollen. Und das ist für mich nicht denkbar. Auch wenn ich manchmal in Richtung den großen Verlagen und meinen Kollegen da schiele, es treibt mich an, durchzuhalten und besser zu werden.

tredition war damals für mich die erste Wahl. Vor allem hat mich Eure sympathische und persönliche Betreuung angesprochen. Ich mag es, als Mensch wahrgenommen und nicht als Nummer verwaltet zu werden. Und ich bin von Eurer Arbeit überzeugt. Ihr macht vieles wohl sehr richtig, sonst hätte mein Buch auch wohl nicht den Erfolg erreichen können. Immerhin war ich bereits ein paar Mal eBook-Bestseller bei Amazon in ein paar Sparten.

tredition: Was hast Du beim Schreiben und der Buchveröffentlichung als größte Herausforderung empfunden?
Eike Rappmund: Meine fehlende Erfahrung mit dem mir doch recht neuen Markt um ein daraufhin gut abgestelltes Marketingkonzept zu gestalten. Ich habe verdammt viel Lehrgeld auf dem Weg bisher gelassen. Aber es war bisher jeden Cent wert. Ich habe mittlerweile vieles an Strategien ausprobiert. Einiges lief erfolgreich, anderes ging den Bach runter. Aber wenn ich jetzt zurück schaue, kann ich doch auf einer recht soliden, konzeptionellen Basis meine weiteren Projekte gestalten. Dennoch: Es vergeht kein Tag an dem ich nicht dazu lerne. Als letztes Experiment habe ich meine Fanbase in Facebook dazu eingeladen, aktiv als „Testleser“ den Inhalt meines Buches mitzugestalten. Das ist eine überragende Erfahrung. Unglaublich wie viele sich da spontan, kreativ und konstruktiv

bereitwillig einbringen. Ich bin immer noch begeistert. Das haben andere „Foren“ nicht ansatzweise bewegen können. Ich hab die besten Leser! An dieser Stelle einmal: Ein ganz herzliches Danke an all, die meine Bücher und e-Books lesen.

tredition: Worauf kommt es beim Marketing für das eigene Buch an? Welche Tipps kannst Du anderen Autoren diesbezüglich geben?
Eike Rappmund: Als erstes: einen guten Lektor. Als zweites: Einen guten Lektor. Als drittes: Euch. Als viertes: jemanden wie Matthias Matting (selfpublishingbibel.de) und natürlich auch jemanden wie mich (lacht), der sich mit den digitalen Medien auskennt. Als Indie wird man ja vor allem mit dem Marketing in der digitalen Welt zu tun haben. Wenn man das Budget hat, auch mit einer guten PR-Agentur. Aber jemanden zu kennen, der einen heil und ohne große finanzielle Verluste die ersten Schritte auf Spur bringen kann, ist das schon Gold wert. Ein konkreter Tipp noch zum Schluss: Investiert in Eure Fanbase! Das ist zumindest mein Dreh und Angelpunkt. Und der macht nicht nur Spaß, sondern lohnt sich auch. In ganz vielerlei Hinsicht.

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