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„I am bookish“: Im Gespräch mit Bloggerin Caroline

Caroline

Caroline bloggt seit Ende 2010

Schon manches Buch-Highlight hat Bloggerin Caroline bereits im weiten Feld des Self-Publishing für sich entdeckt. Also aufgepasst, liebe Autorinnen und Autoren! Im folgenden Interview schildert Caroline, für welche Themenbereiche sie sich am meisten begeistert und was ihre Seite „i am bookish“ von anderen Blogs unterscheidet. Viel Freude beim Lesen!

 

tredition: Liebe Caroline, seit wann betreibst Du Deinen Blog und wie kam es dazu?
Caroline Wagenbreth:
Meinen Blog gibt es seit dem 30.12.2010. Gelesen habe ich schon immer recht viel und natürlich habe ich zu den meisten Büchern, die ich lese, danach eine Meinung im Kopf oder Punkte, die mir eben besonders gut oder besonders wenig gefallen haben. Nachdem ich immer mal Bücher gelesen hatte, über die ich mich einfach gern mal mit jemandem unterhalten hätte, der sie vielleicht auch gelesen hatte, stolperte ich online über ein oder zwei Bücherblogs, die es damals schon gab. Mir war klar, dass dies eine tolle Möglichkeit wäre, sich mit anderen Lesern auszutauschen. Nachdem ich eine ganze Weile überlegt hatte, ob ich das auch machen möchte, habe ich dann pünktlich zum Beginn des neuen Jahres den Entschluss gefasst, meine Leselaunen und Eindrücke zu gelesenen Büchern in einem Blog festzuhalten.

tredition: In welchen Genres rezensierst Du am liebsten?
Caroline
: Ich lese an sich sehr viel durcheinander, immer wonach mir gerade ist: von Romanen über Jugendbücher hin zu Krimis, ab und an auch mal die als „Chick-Lit“ verschrienen Romane oder Bücher aus dem „Young Adult“ Bereich. Eher seltener bis gar nicht wird man auf „i am bookish“ Rezensionen zu historischen Romanen, High Fantasy Büchern oder allzu abgedrehter Sciene-Fiction finden, denn solche Bücher treffen einfach nicht mein Interesse.

tredition: Wie müssen Autoren vorgehen, wenn Sie sich eine Rezension in Deinem Blog wünschen?
Caroline
: Einfach fragen, würde ich mal sagen (lacht). Ich freue mich immer sehr über Anfragen, die mich meistens per Email erreichen. Leider kann ich nicht immer jedem eine positive Zusage geben – wenn mir die Zeit fehlt oder einfach, weil sie mich nicht genug interessieren oder eben aus einem Bereich kommen, den ich schlicht und einfach nicht mag (High Fantasy zum Beispiel). Da finde ich es nur fair, wenn ich von vornherein sage, dass ich dafür nicht die richtige Leserin bin und die Rezension daher nicht objektiv schreiben könnte. An sich finde ich es nett, wenn sich Autoren daher schon vor der Anfrage „die Mühe machen“, den Blog mal ein wenig genauer anzusehen – dann kann man schon erahnen, dass manche Bücher nicht in mein Lese-Schema fallen.

„Self-Publisher trauen sich vielleicht inhaltlich mehr zu.“

tredition: Inwiefern stellen Titel von Self-Publishing-Autoren eine Bereicherung für Dich da?
Caroline
: Ich habe schon sehr gute Erfahrungen mit Self-Publishern gemacht und sogar richtige Lese-Highlights unter den Geschichten entdeckt. Meistens handelt es sich bei den angebotenen Büchern ja um e-Books, was in Ordnung ist, da ich einen e-Reader habe. An Büchern von Self-Publishern mag ich, dass sie oftmals Themen behandeln, die man nicht schon zig Mal in abgewandelter Form in anderen Büchern gelesen hat. Dadurch, dass die Autoren hier alles selbst in die Hand nehmen, trauen sie sich vielleicht auch inhaltlich einfach mehr zu, weil die Inhalte vorher nicht erst durch die Hände eines Lektoren wandern. Genau das kann manchmal aber auch zum Problem werden, beispielsweise, wenn die Rechtschreibfehler überhand nehmen.

i-am-bookish

i am bookish: In zurückhaltend elegantem Layout präsentiert Caroline ihre Rezensionen

tredition: Was fasziniert Dich am Lesen besonders?
Caroline
: Hach, das kann ich so gar nicht beantworten. Ich lese viel, seit ich lesen kann. Für mich gehört Lesen einfach immer schon dazu, daher ist das für mich gar kein „besonderes Hobby“ oder so. Es ist Bestandteil meines Lebens. Ich mag es, dass in Büchern alles möglich ist. Dass man als Leser so viel erleben kann, obwohl man nur faul irgendwo zuhause auf dem Sofa sitzt. Dass man sich gedanklich auf so viel einlassen und so viel erleben kann, was man eben im „realen Alltagsleben“ selbst nie erleben können wird. Ich finde es toll, dass Bücher einem die Möglichkeit geben, sich für einige Stunden völlig in einer Geschichte zu verlieren.

tredition: In Deinem Blog gibt es das „Lese-Bingo“. Was hat es damit genau auf sich?
Caroline
: Auf anderen Bücher-Blogs sind sogenannte Lese-Challenges ja sehr beliebt. Diese geben in einem bestimmten Zeitrahmen Lese-Aufgaben zu bestimmten Themen vor. Oftmals sind diese Challenges für meinen Geschmack aber mit zu vielen Regeln, Pflichten und teilweise sogar „Straf-Aufgaben“ versehen, wenn man ein Ziel mal nicht geschafft hat. Ich bin aus eben diesem Grund kein typischer Challenge-Leser, weil ich immer lieber nach Lust und Laune lese und mich nicht gern schon vorher festlege, was ich wann zu lesen habe. Dieses „Lesen nach Vorgabe und mit der Aussicht auf Strafen, wenn ich es nicht schaffe“ ruiniert in meinen Augen völlig den Spaß, den Bücher und das Lesen generell mit sich bringen. Das legt mich viel zu sehr fest und solche strengen Vorgaben mag ich bei meiner Lieblingsbeschäftigung Lesen einfach nicht. Das Lese-Bingo ist in meinen Augen daher eine gute Alternative, um dennoch an einer kleinen Herausforderung teilzunehmen, wenn man möchte.

tredition: Wie funktioniert das genau?
Caroline:
In diesem Lese-Bingo werden auf einem Feld voller Kästchen einige Bücherthemen vorgegeben, nach denen man seine Bücher aussuchen kann – wenn man will. Man kann aber ebenso gut einfach lesen, worauf man Lust hat, und dann rückblickend schauen, ob eins der gelesenen Bücher eine vorgegebene Kategorie erfüllt und es sich dann anrechnen. Wie beim richtigen Bingo kann man sich die gelesenen Bücher-Felder ankreuzen. Anfangs hatte das erfolgreich ausgefüllte Lese-Bingo-Feld keine wirkliche Konsequenz, weil ich es nur für mich selbst gemacht habe. Mittlerweile gibt es aber ein paar Blog-Mitstreiterinnen, sodass ich mir da vielleicht noch eine kleine Belohnung einfallen lassen werde. Es gibt recht einfach zu erfüllende Kategorien, andere sind schwerer. Im diesjährigen Lese-Bingo sind beispielsweise „Ein Buch mit einem grünen Cover“ oder „Ein Buch, das erstmalig in deinem Geburtsjahr erschienen ist“ als Rubriken vertreten. Wichtig beim Lese-Bingo war mir aber vor allem, dass es keine allzu strengen Regeln gibt, eben nicht wie bei anderen Challenges. Es ist vorteilhaft, wenn man zu einem gelesenen und fürs Lese-Bingo angerechneten Buch wenigstens eine kurze Meinung schreibt in seinem Blog – aber es ist auch nicht schlimm, wenn man das nicht tut. Das ist jedem selbst überlassen. In erster Linie soll es Spaß machen und nicht verpflichten.

„Es ist mir manchmal egal, was aktuell beliebt ist.“

tredition: Tauschst Du Dich intensiv mit anderen Buchbloggern aus?
Caroline
: Manchmal ja, manchmal weniger. Das kommt immer auf das Buch an und die Zeit, die ich habe. Mit machen Bloggern unterhalte ich mich über Kommentare unter einem Beitrag, manchmal schreiben wir auch Emails hin und her oder schreiben beispielsweise bei Facebook. Ganz toll finde ich es aber, dass ich mit manchen Bloggern mittlerweile auch über ganz andere Dinge als das Lesen und Bücher plaudern kann, das macht dann schon sehr viel Spaß.

tredition: Zu welchem Thema möchtest Du unbedingt mal ein Buch lesen?
Caroline
: Oh, die Frage kann ich nicht beantworten. Spontan fällt mir da gar nichts ein. Ich glaube, das Problem ist auch weniger, dass ein bestimmtes Thema noch nicht in einem Buch verarbeitet wurde. Ich denke, das Problem ist eher, dass man nicht weiß, dass dieses Buch vielleicht schon existiert. Manchmal stößt man ja nur durch Zufall auf die interessantesten Bücher…

tredition: Weshalb sollten Autoren und Lesefreaks Deinen Blog auf keinen Fall verpassen?
Caroline
: Ich habe auf „i am bookish“ von Beginn an versucht, das zu tun, was mich interessiert und was mir Spaß macht, und dabei versucht, auch viel von mir selbst einfließen zu lassen. Dabei ist es mir manchmal (nicht immer!) recht egal, was aktuell beliebt ist und was gerade im „Mainstream“ gelesen wird. Blogs, die tatsächlich nur Rezensionen zu aktuellen beliebten Büchern posten und an einer Blogtour nach der anderen mitmachen, mag ich nicht besonders. Aus dem Grund versuche ich auch immer mal, andere Beiträge zu bringen, die sich zwar auch mit lese-relevanten Aspekten beschäftigen, aber nicht nur, beispielsweise meine Rubrik „Die Lektüre meiner Zugnachbarn“ oder „Konzerterlebnisse“. Erfahrungsgemäß kommen die auch ganz gut an.

Buchcover - "Das Friedrich-Lied" von Henning Isenberg

Henning Isenberg: „Ein Roman ueber die Macht“

Das bei tredition erschienene, zweibändige Epos „Das Friedrichs-Lied“ von Henning Isenberg führt eindrücklich vor Augen, dass sich vor historischem Kontext zeitlose Thematiken entfalten lassen.

Henning Isenberg„Einen Roman über die Macht zu verfassen“, das war dem Autr ein Anliegen. „Das Friedrichs-Lied“ basiert auf einer wahren historischen Begebenheit, die sich im 13. Jahrhundert zugetragen hat. Protagonist ist der junge Friedrich, der in einen mörderischen Konflikt mit seinem Großonkel Engelbert, dem Erzbischof von Köln, geriet. Im Gespräch mit tredition erläutert Isenberg, woher seine Faszination für historische Themen rührt und wie er bei der „Mammut-Recherche“ für seinen Roman vorgegangen ist. Anderen Autoren gibt Isenberg wertvolle Tipps für das Buchmarketing.

tredition: Lieber Herr Isenberg, Sie sind beruflich als Berater tätig, also in einem eher analytischen Bereich. Wie ergab sich Ihre Faszination für historische Themen?
Henning Isenberg:
Ich bin als Systemischer Berater und Coach tätig. Für mich wird damit ein Strang meiner Recherche schon durch meine Arbeit bedient, was heißen soll, dass ich im Friedrich-Lied neben der Historie, den Mythen, dem Kirchenkonflikt und der Story um meinen Helden einen psychologischen Komplex, nämlich den Vaterkonflikt, ohne zusätzliche Recherche einbauen konnte. Die erste Berührung mit „Geschichte“ war meine erste Berührung mit dem Lesen. Für das Lesen lernen – ich hatte absolut keine Lust dazu – hat mich meine Tante mit Prinz Eisenherz-Heften geködert. Etwa mit vierzehn Jahren begann mich die Artus-Saga zu interessieren und ich habe mich wie der berühmte Bücherwurm von Geoffrey Ashe bis Marion Zimmer-Bradley durch alles hindurchgefressen, was ich in die Finger bekommen konnte. Die Faszination für Historie und Mythologie ist geblieben.

Das Friedrichs-Lied Teil 1

Bild: Cover „Das Friedrichs-Lied Band 1“

tredition: Ihr erster Roman „Das Friedrich-Lied“ thematisiert einen der berühmtesten Kriminalfälle des 13. Jahrhunderts. Wie ergab sich die Idee für einen Roman zu diesem Thema?
Henning Isenberg: Mein Nachname entspricht dem des Helden. Früher, wenn wir mit meinen Eltern an der Burgruine vorbeifuhren, sagte mein Vater immer: Guckt, da oben haben unsere Vorfahren gelebt. In den 80er Jahren habe ich dann ein WDR-Zeitzeichen über die Geschehnisse gehört und mir das Manuskript bestellt, damals musste man das Ganze noch per Post mit beigelegter Briefmarke und Umschlag anfordern. Erst 1996 habe ich das vergilbte Manuskript wieder aus der Schublade gezogen. Die Idee also war nicht spontan in dem Sinne, sondern eher „evolutionär“.

tredition: Die Recherche war sicherlich sehr aufwändig. Wie sind Sie dabei vorgegangen?
Henning Isenberg: Ausgegangen bin ich von dem Zeitzeichen-Script, d.h. der zentralen Story. Dann gab es zwei grundlegende Werke von Esser und Eversberg, die Chronik der Erzbischöfe von Köln, weitere Beiträge regionaler Forschungen sowie die herrschende Geschichtsschreibung, usw. Ich sage immer, ich habe mir einen Stamm historischer regionaler und allgemeiner Daten und Ereignisse hintereinander gereiht und dann habe ich begonnen, die Form der Geschichte in diesen Stamm hineinzuschnitzen, bis das Friedrichslied da war. Für die Mythologie war die Traumdeutung C.G. Jungs und Parzival-Interpretation seiner Tochter maßgeblich. Dies habe ich dann sozusagen in die Entwicklung Friedrichs hineingewoben.

tredition: Was haben Sie beim Schreiben und der Veröffentlichung der beiden Bände als größte Herausforderung empfunden?
Henning Isenberg: Etwa 2006 dachte ich, ich kriege die Fäden nicht mehr zusammengebunden und der Roman wird mir zu „schwer“. Außerdem fehlte mir die Zeit. Ich habe das Buch dann etwa ein Jahr liegen lassen und überlegt, wie ich es fertig bringe. Nach einer Schreibwerkstatt habe ich es dann von 2009 bis 2010 in jeder freien Minute – meist in den Ferien, da es sich am Stück besser arbeiten lässt – fertig geschrieben. Also, das Durchhalten und zu Ende bringen war die größte Herausforderung. Und dann kam die Verlagssuche. Das A und O. Auch hier habe ich viel gelernt.

Das Friedrichs-Lied Teil 2

Bild: Cover „Das Friedrichs-Lied Band 2“

tredition: Welche Vorteile hat für Sie Self-Publishing?
Henning Isenberg: Als ich mit dem Werk fertig war, „lag es eine Weile herum“. Ich musste viel drumherum erledigen – Verlages-/Agentenrecherche, Exposé, Lang- und Kurzbeschreibung etc. Es kam dann so ein Gefühl auf, dass ich dieses Kapitel abschließen wollte. Dazu gehörte, „Das Friedrichs-Lied“ herauszubringen, was ich dann Dank tredition machen konnte. Die Veröffentlichung bei tredition ist meines Erachtens gut, wenn man sein Buch veröffentlichen will und die Auflage eine untergeordnete Rolle spielt.

tredition: Über welche Resonanz eines Lesers haben Sie sich besonders gefreut und weshalb?
Henning Isenberg: Erst vor kurzem, sagte mir jemand, dass er sich durch die Reifung Friedrichs mit seiner eigenen Entwicklung beschäftigt habe. Das ist genau das, was die Absicht des Romans ist. Dann habe ich auf einer Lesung einen alten Freund zurückgewonnen. Er war von der Zeitgeschichte und der regionalen Geschichte begeistert. Er liest jetzt meinen Folgeroman als First Reader. Eine sehr schöne Sache. Insgesamt gab es viel schönes Feedback von Menschen, die sich wirklich auf den Roman eingelassen haben und schätzten, dass er nicht auf kurzfristige Effekte abzielt. Ich würde „Das Friedrichs-Lied“ sprachlich und stilistisch ehr als einen literarischen Roman klassischer Prägung bezeichnen. Es gibt zum Beispiel nicht diesen von vielen gewünschten Knall-Bum-Peng-ich-bin-drin-Einstieg.

tredition: Wie werben Sie für Ihr Buch?
Henning Isenberg: Neben der Qualität des Buches, ist das Marketing das wichtigste und auch komplizierteste Thema, wenn man keinen Publikumsverlag im Rücken hat. Der Büchermarkt ist absolut durchstrukturiert und folgt klaren Gesetzmäßigkeiten; so ist der Weg in die „Charts“ der Bücherwelt näherungsweise ausgeschlossen. Also bin ich im zweiten Markt unterwegs und habe 2014 zwei Lesereisen mit insgesamt zehn Lesungen gemacht. Die Pressearbeit im Zuge der Lesungen war, denke ich, wichtig. Zudem gibt es „Das Friedrichs-Lied“ im Internet unter www.friedrich-lied.de sowie bei Facebook. In Literaturseiten und in Foren ist mein Buch ebenfalls eingetragen und ich habe mindesten 3.000 Lesezeichen drucken lassen, die ich entsprechend verteilt habe bzw. verteile (Buchhandel, Apotheken, an Lesende in der Bahn, etc.). Wenn man das Marketing selbst macht, ist es im Verhältnis zum Ergebnis sehr aufwändig. Beispiele sind die Internetseite oder das Werben bei Google-Adwords. Im Self-Publishing ist die Mund-zu-Mund-Propaganda und das eigene Netzwerk der wirksamste Weg, weil die Menschen interessiert, was dieser Mensch, den man kennt, da so fabriziert hat.

tredition: Welche Tipps können Sie anderen Self-Publishern geben, z.B. für das Schreiben oder das Marketing?
Henning Isenberg: Lesbarkeit und Konzeption sind Grundvoraussetzungen für die Veröffentlichung. Wenn der Autor eine eigene ihn betreffende Botschaft hat oder etwas Persönliches verarbeitet, dann schreibt er tendenziell an einem „Herzblut-Projekt“. Ich denke, hier sollte er sich ausleben; trotzdem die Schlankheit (meint, nur, das was Sinn ergibt und notwendig ist) im Auge behalten. Möchte sich der Autor auf dem „professionellen“ Weg ausprobieren, sollte er, denke ich, sein Genre und dessen Zutaten kennen. Extrem wichtig ist der Textanfang; fast niemand verzeiht heute mehr einen anstrengenden Beginn, wie in einem alten Mann-, Tolstoi- oder Kafka-Klassiker. Auch im Verlauf wichtig: Jede Szene braucht eine unerwartete Wendung. Daher ist die Konzeption so wichtig, um eine Story aufzuspannen und Referenz-Anker auszuwerfen, um später Fäden wieder aufnehmen zu können. Am Ende, so meine ich, sollten alle Fäden wieder schön aufgesammelt und in einem funktionierenden Finale gebündelt werden.

Literaturcommunities nutzen – Teil II Goodreads

Goodreads_Homepage

Goodreads ist auch für deutschsprachige Autoren eine attraktive Plattform

Im Juni haben wir Ihnen einige Tipps und Tricks präsentiert, wie Sie Lovelybooks zur Erhöhung der Aufmerksamkeit für Ihr Buch und für Marketingaktivitäten nutzen können. Heute erklären wir, wie sich die englischsprachige Lesercommunity Goodreads dafür nutzen lässt. Denn obacht! Auf Goodreads tummeln sich bereits viele Leser aus dem deutschsprachigen Raum. Es lohnt sich also auch für hiesige Self-Publisher auf Goodreads aktiv zu werden.

Daten und Fakten

  • Goodreads ist 2006 von dem US-Amerikaner Otis Chandler gegründet worden, in den darauffolgenden Jahren hat sich die Mitgliederzahl der Lesercommunity rasant entwickelt. Eigenen Angaben zufolge zählt Goodreads heute 40 Mio. Mitglieder und 43 Millionen Rezensionen von Büchern.
  • Auf der Webseite von Goodreads beschreibt Otis Chandler, wie er auf die Idee zu einer Lesercommunity kam: “Eines Nachmittags stöberte ich zur Inspiration am Buchregal eines Freundes entlang und dachte plötzlich: Wenn ich auf der Suche nach neuem Lesestoff bin, suche ich eher bei einem Freund nach Ideen als bei irgendeiner x-beliebigen Person oder einer Bestsellerliste.“ Auf diesen Gedanken hin entwickelte er die Plattform Goodreads.
  • 2013 haben Otis Chandler und seine Frau und Mitgründerin Elizabeth Khuri Chandler Goodreads an den Onlinehändler Amazon verkauft.

Wie registriert man sich als Autor?

  1. Als erstes müssen Sie sich auf Goodreads als generelles Mitglied registrieren, entweder mit der eigenen E-Mail-Adresse oder mit den Facebook-Zugangsdaten, falls Sie ein Facebook-Profil haben.
  2. Wenn Sie bei Goodreads bereits registriert sind, loggen Sie sich einfach ein.
  3. Suchen Sie in der Goodreads-Suchmaske nach Ihrem Buch oder Ihrem Nachnamen und rufen Sie das Suchergebnis auf.
  4. Klicken Sie jetzt auf Ihren Autorennamen, der unter dem Buchtitel angezeigt wird. So gelangen Sie auf Ihr Autorenprofil bei Goodreads.
  5. Am Ende der Seite klicken Sie auf „Is this you? Let us know.“ um Goodreads darüber zu informieren, dass Sie der Autor sind. Anschließend erhalten Sie von Goodreads eine Bestätigung, dass das Autorenprofil mit Ihrem normalen Mitgliedsprofil bei Goodreads „fusioniert“ wird. Zudem enthält die E-Mail von Goodreads weitere Informationen zur Verwaltung des Autorenprofils.

Als Autor Goodreads nutzen

Ähnlich wie bei Lovelybooks lässt sich auch bei Goodreads das Autorenprofil individuell gestalten:

  • Foto und Lebenslauf
  • einer Liste der eigenen Lieblingsbücher bzw. gerade gelesenen Bücher
  • der Möglichkeit, in einem eigenen Blog redaktionelle Beiträge zu schreiben und damit eine Fangmeinde aufzubauen und zu binden
  • Ankündigung von Lesungen, Signierstunden und weiteren Events
  • Leseproben einstellen
  • Gewinnspiele veranstalten
  • Videos posten

Buch-Promotion

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wichtigsten sind:

Teilnahme an Diskussionen

Stöbern Sie einfach einmal ein bisschen auf Goodreads, um Gruppen zu Themen und Büchern zu finden, die Sie spannend finden und bei denen Sie Lust und Interesse haben, etwas beizutragen und sich dadurch ins Gespräch zu bringen und bei anderen Goodreads-Mitgliedern bekannt zu machen.

Giveaways

Das bedeutet, Exemplare des eigenen Buches an Goodreads-Community-Mitglieder zu verlosen, um auf diese Weise möglichst viele Bewertungen zu erhalten und Aufmerksamkeit zu generieren

  • Jeder Autor kann dabei individuell festlegen, wie viele Bücher über welchen Zeitraum verlost werden sollen.
  • Vorteile dabei: Sie als Autor haben wenig Aufwand, da sich Goodreads um die Auswahl der Gewinner kümmert. Diese werden danach ausgewählt, ob sie sich auf Goodreads bereits für Bücher aus dem gleichen Genre oder zum ähnlichen Thema interessiert haben.
  • Eine detaillierte und sehr lesenswerte Anleitung zur Durchführung einer Giveaway-Aktion hat Corinna Rindlisbacher von ebokks verfasst.
  • Wichtig: Goodreads empfiehlt, eine Giveaway-Aktion über den Zeitraum eines Monats laufen zu lassen und mindestens zehn Bücher zu verlosen.
  • Erfahrungswerten von Goodreads gemäß bewerten etwa 60% derjenigen, die ein Giveaway gewinnen, auch hinterher das Buch.
  • Goodreads empfiehlt sogar, die Giveaway-Aktion bereits vor der Veröffentlichung des Buches zu starten und die Bücher dann exakt zum Veröffentlichungstermin zu verschicken. Das steigert die Spannung schon im Vorhinein.
  • Denken Sie daran, für die Verlosung rechtzeitig Eigenexemplare bei tredition zu bestellen, die Lieferung von Paperbacks dauert etwa 5 Werktage

Ask the Author

Wenn Sie auf Ihrem Autorenprofil unter „Ask the author“ den Button von „Off“ auf „On“ stellen, können Leser Ihnen direkt auf Ihrem Profil Fragen stellen. Die einzelnen Fragen sehen zunächst nur Sie als Autor. Erst, wenn Sie sich entscheiden, auf eine Frage zu antworten, erscheinen Frage und Antwort auf Ihrem Profil. Es liegt also in Ihrer Hand als Autor, welche Fragen und Informationen veröffentlicht werden sollen.

Tipps von Goodreads: Was Sie vermeiden sollten

Reagieren Sie eher nicht auf negative Rezensionen. Damit schrecken Sie höchstwahrscheinlich nur neue Leser ab und erhalten keine neuen positiven Rezensionen oder Kommentare.

Kontaktieren Sie nicht alle Leser, die Ihr Buch auf Ihre Bücherliste setzen. Das ist zwar gut gemeint, nervt die Leser aber eher und Sie werden als „Spammer“ wahrgenommen.

Versuchen Sie nicht wahhlos, sich mit jedem auf Goodreads zu verknüpfen. Stellen Sie Freundschaftanfragen z.B. eher an Mitglieder einer Gruppe, zu der Sie auch gehören o.ä.

Treten Sie keinen Gruppen bei mit dem ausschließlichen Ziel, Ihr Buch ins Gespräch zu bringen, sondern agieren Sie in Gruppen als Leser!

Presse: Die auflagenstaerksten Publikumsmagazine in Deutschland

Zeitschriften

Bild: Zeitschriftenlesen gehört nach wie vor zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen

Rezensionen in der Presse sind eine der wichtigsten Marketinginstrumente, um das eigene Buch einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Im ersten Schritt ist es empfehlenswert, die lokalen und regionalen Printmedien zu kontaktieren und sich als „Autor/Autorin vor Ort“ zu präsentieren. Denn regionale Medien sind in der Regel aufgeschlossen gegenüber Themen und Berichten, mit denen sie ihren Status als „Spezialisten ihrer Region“ unter Beweis stellen können.

Natürlich wünscht sich jeder Autor darüber hinaus auch die Chance auf Rezensionen in auflagen- und reichweitenstarken Magazinen, die deutschlandweit gelesen werden. tredition schafft mit der für jedes Buch individuell verfassten Pressemitteilung gute Voraussetzungen dafür, dass Journalisten unterschiedlichster Medien auf ihr Buch aufmerksam werden. Auf dem Wege von Newstickern und Nachrichtenportalen werden mehrere tausend Pressevertreter erreicht. Zusätzlich sollten Sie, liebe Autorinnen und Autoren, jede Chance nutzen, ausgewählte Medien zu kontaktieren, die zum Genre und Thema Ihres Buches passen. Und denken Sie daran: Journalisten, die eine Rezension Ihres Buches planen, erhalten von tredition natürlich ein kostenloses Rezensionsexemplar!

Der folgende Überblick zeigt die auflagenstärksten Magazine aus verschiedenen Themenbereichen, beruhend auf den aktuellen Auflagenzahlen des zweiten Quartals 2015 (Quelle: PZ Online).

  • Wöchentliche Frauenzeitschriften
  • Bild der Frau
  • FREIZEIT REVUE
  • NEUE POST
  • FREIZEITWOCHE
  • DAS NEUE BLATT
  • tina
  • die aktuelle
  • FREIZEIT SPASS
  • FRAU IM TREND
  • FRAU IM SPIEGEL
  • Gesamtverkauf II/2015 in Ex.
  • 820.978
  • 617.687
  • 763.020
  • 437.066
  • 424.175
  • 389.539
  • 370.624
  • 359.095
  • 262.391
  • 248.830
  • Aktuelle Zeitschriften und Magazine
  • Bild am Sonntag
  • Der Spiegel
  • Stern
  • BUNTE
  • FOCUS
  • Readers Digest
  • Gala
  • SUPERillu
  • InTouch
  • Men’s Health
  • Gesamtverkauf II/2015 in Ex.
  • 1.087.784
  • 822.761
  • 736.325
  • 514.945
  • 501.504
  • 362.299
  • 307.871
  • 299.537
  • 203.008
  • 183.352
  • Wissensmagazine
  • GEO
  • Welt der Wunder
  • P.M. Magazin
  • National Geographic Deutschland
  • Öko-Test Magazin
  • ZEIT Wissen
  • Psychologie heute
  • Hörzu Wissen
  • Spektrum der Wissenschaft
  • Wunderwelt Wissen
  • Gesamtverkauf II/2015 in Ex.
  • 242.561
  • 203.276
  • 181.984
  • 151.378
  • 112.690
  • 99.249
  • 76.177
  • 75.633
  • 65.250
  • 57.129
  • Wirtschaftspresse
  • Capital
  • Wirtschaftswoche
  • FOCUS-MONEY
  • Handelsblatt
  • manager magazin
  • Euro
  • brand eins
  • Euro am Sonntag
  • Impulse
  • Der Handel
  • Gesamtverkauf II/2015 in Ex.
  • 140.687
  • 135.234
  • 125.462
  • 122.939
  • 107.142
  • 103.028
  • 101.484
  • 79.452
  • 72.037
  • 66.798
  • Esszeitschriften
  • meine Familie & ich
  • kochen & genießen
  • ESSEN & TRINKEN
  • ESSEN & TRINKEN FÜR JEDEN TAG
  • LECKER
  • ARD Buffet
  • Lust auf Genuss
  • Eat Smarter
  • REZEPTE pur
  • tina Koch& Back-Ideen
  • Gesamtverkauf II/2015 in Ex.
  • 359.039
  • 175.481
  • 159.787
  • 157.064
  • 147.282
  • 146.026
  • 145.887
  • 120.868
  • 93.758
  • 92.477

Tipp: Wenn Sie die Redaktionen ausgewählter Publikumsmagazine anschreiben, sollten Sie vorher möglichst konkrete Ansprechpartner in den Redaktionen recherchieren, die für Rezensionen oder passende Themenbereiche zuständig sind. Informieren Sie sich dazu beispielsweise im Impressum der jeweiligen Zeitschriften. Das Anschreiben per Email oder per Post sollte kurz und knackig sein und die wichtigsten Informationen zu Ihrem Buch enthalten. Schön ist es, wenn der Text ein bisschen neugierg auf Ihr Buch macht und konkret herausstellt, was Ihr Buch gegenüber anderen Büchern aus diesem Genre auszeichnet. Viel Erfolg!

„Schatz, ich will ein Buch von Dir“

Bloggerin Bianca

Bianca Guerrieri betreibt seit März 2013 ihren Blog und ist auch auf Lovelybooks aktiv

Fröhliches Pink zeichnet das Layout des Buchblogs von Bianca Guerrieri aus. Verehrte Herren der Schöpfung, davon sollten Sie sich genauso wenig abschrecken lassen wie von dem Namen des Blogs „Schatz, ich will ein Buch von Dir“. Denn das ist voll und ganz ernst gemeint: Bloggerin Bianca sieht mit Freude jedem ihr dargebotenen Buch entgegen und rezensiert bunt durch die Genrelandschaft. Weshalb sie auf ehrliche Bewertungen Wert legt, welches Potenzial Sie mit Self-Publishing verbindet und welche Bücher sie so richtig vom Hocker reißen, erzählt sie im Interview mit tredition.

trediton: Liebe Bianca, seit wann betreibst Du Deinen Blog und wie kamst Du auf diesen sehr witzigen Namen?
Bianca:
Meinen Blog gibt es seit März 2013. Den Namen hatte ich schon länger im Kopf. Auf der Frankfurter Buchmesse 2011 hatte ich einen Button gesehen, auf dem „Ich will ein Buch von dir!“ stand. Das fand ich total witzig damals, und als ich einen Namen für meinen Blog suchte, fiel mir der Spruch wieder ein. Der Titel passt auch einfach zu mir, weil ich ein sehr humorvoller Mensch bin.

tredition: In welchen Genres rezensierst Du am liebsten?
Bianca:
Ich lese wirklich alles querbeet – Hauptsache, der Inhalt macht mich neugierig: Sachbücher, (Auto-)Biographien, Chick Lit, Liebesromane, Jugendbücher, Dystopien, Reiseberichte, humorvolle Bücher etc. Die einzigen Genres, mit denen ich (noch) nicht warm geworden bin, sind Thriller und historische Romane.

tredition: Wie müssen Autoren vorgehen, wenn Sie sich eine Rezension in Deinem Blog wünschen?
Bianca:
Einfach fragen! Es gefällt mir natürlich, wenn ich merke, dass sich derjenige mit meinem Blog bereits beschäftigt hat. Generell freue ich mich über jede Anfrage. Aber natürlich gibt es auch bei mir mal einen Grund, eine Anfrage abzulehnen, z.B. weil mich der Klappentext überhaupt nicht anspricht. Außerdem rezensiere ich keine e-Books, da ich keinen Reader habe. Da möchte ich dann auch nicht mit aller Gewalt von jemandem umgestimmt werden, dass ich es ja auch auf dem Laptop lesen könnte…

tredition: Inwiefern stellen Titel von Self-Publishing-Autoren eine Bereicherung für Dich da?
Bianca:
Dank Self-Publishing können unbekanntere bzw. neue Autoren ihre Werke veröffentlichen, auch wenn sie (noch) nicht bei einem großen Verlag unter Vertrag genommen wurden. Das hat für mich als Leser den Vorteil, dass ich so in den Genuss von Werken komme, die der Öffentlichkeit sonst vielleicht vorenthalten worden wären. Ich finde es zudem toll, dass man so auch mehr in Kontakt mit den Autoren selbst tritt, da sie ja meist direkt anfragen und die Rezensenten persönlich betreuen, statt es über einen Verlag oder eine Literaturplattform laufen zu lassen.

Schatz ich will ein Buch von Dir

Mit „Driving Phil Clune“ von Susanne Fuß hat Bianca erst vor kurzem ein bei tredition erschienenes Buch rezensiert.

tredition: Was fasziniert Dich am Lesen besonders?
Bianca:
Hm, das kann ich gar nicht so genau sagen, ich habe einfach schon immer gerne gelesen. Man kann in fremde Welten eintauchen und den Alltag abschalten. Lesen bildet und erweitert den Horizont. Ich mag es nur nicht, unter Druck zu lesen, deshalb mache ich z.B. nicht bei Challenges mit. Auch während meines Studiums, als ich gezwungenermaßen viel Fachliteratur lesen musste, hatte ich lange Zeit gar keine Lust, in meiner Freizeit auch noch zu lesen. Aber nach Ende des Studiums kam diese Leselust dann zum Glück zurück, und seitdem hab ich in jeder freien Minute ein Buch in der Hand.

tredition: Wie muss ein Buch sein, damit es Dich so richtig vom Hocker reißt?
Bianca:
Puh, schwierige Frage. Das kommt wirklich aufs Genre an. Generell bin ich ein emotionaler Mensch und lasse mich deshalb natürlich von Gefühlen stark mitreißen – es darf allerdings nicht zu kitschig sein. Ich glaube aber, dass ich mich als Kind bzw. Jugendliche noch mehr begeistern konnte als jetzt als Erwachsene. Da war vieles noch so neu, z.B. auch die ersten Berührungen mit Fantasyromanen. Mein All-time-Favourite ist und bleibt die „Harry Potter“-Reihe, die ich damals als Teenager gelesen habe, und ich weiß noch ganz genau, wie ich die ersten Bände in einem Rutsch im Garten meiner Eltern verschlungen habe und danach jedes Jahr sehnsüchtig auf den nächsten Band gewartet habe (und auf den Brief aus Hogwarts!). Und wie furchtbar traurig ich war, als der letzte Band ausgelesen war (und noch immer kein Brief aus Hogwarts angekommen war…).

tredition: Tauschst Du Dich intensiv mit anderen Buchbloggern aus?
Bianca:
Ich stöbere gerne in anderen Bücherblogs und bin in diversen Communities wie z.B. LovelyBooks unterwegs. Außerdem habe ich schon zweimal an Bloggerworkshops teilgenommen, was sehr interessant und fruchtbar war. Dadurch kommt natürlich auch der eine oder andere Kontakt zustande. Ich finde den Austausch mit anderen Bloggern spannend, aber ich habe auch gemerkt, dass manche das Bloggen als eine Art Wettbewerb betrachten um die meisten Klicks, die meisten Leser, die meisten Kommentare etc. Ich sehe das etwas entspannter. Für mich ist das Bloggen eine Möglichkeit, mich noch einmal intensiver mit den Inhalten der von mir gelesenen Bücher zu beschäftigen und mich mit anderen Interessierten darüber auszutauschen.

tredition: Weshalb sollten Autoren und Lesefreaks Deinen Blog auf keinen Fall verpassen?
Bianca:
Mein Blögchen ist klein, aber fein und wird von mir mit viel Herzblut betrieben. Meine Rezensionen sind fair, aber ehrlich – Gefälligkeitsrezensionen gibt es bei mir nicht, aber ich versuche auch immer, meine Kritikpunkte verständlich darzulegen. Da ich mich nicht auf bestimmte Genres festlege, ist für jeden was dabei. Gewinnspiele gibt es auch ab und zu. Und zu guter Letzt: Hey, mein Blog ist pink! Aber Männer sind natürlich trotzdem als Leser herzlich willkommen! (lacht)

Literaturcommunities nutzen – Teil I Lovelybooks

Nicht weniger als eine halbe Million Rezensionen warten auf Lovelybooks.de darauf, von Bücherwürmen gelesen zu werden. Neuerscheinungen aus allen Genres vom Krimi über Fantasy bis zum historischen Roman werden bewertet, kommentiert und – im Idealfall – weiterempfohlen. Für Autoren und insbesondere Self-Publisher bieten Literaturcommunities wie Lovelybooks, aNobii oder Goodreads zahlreiche Möglichkeiten, das eigene Buch im wahrsten Sinne des Wortes ins Gespräch zu bringen. Was zeichnet die einzelnen Communities aus und wie können Sie als Autor diese für das eigene Marketing nutzen? Das möchten wir Ihnen gerne in unserem Blog erläutern. Los geht’s heute mit Lovelybooks:

Daten und Fakten

  • Bereits Ende 2006 gegründet und betrieben von der aboutbooks GmbH, einem Tochterunternehmen der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. LovelyBooks arbeitet eigenen Angaben zufolge mit über 200 Buchverlagen und 3.000 Autoren zusammen.
  • Wichtig für Self-Publisher: Obwohl zu Holtzbrinck auch einige Buchverlage gehören, bekommen diese oder deren Autoren auf dem Portal keine Sonderbehandlung.

So funktioniert’s:

  • Leser erhalten nach Registrierung Leseempfehlungen, können sich Leser mit gleichem Literaturgeschmack anzeigen lassen und mit diesen über Bücher diskutieren.
  • Jeder kann sich seine eigene digitale Bibliothek einrichten, Bücher bewerten und rezensieren.

Als Autor auf Lovelybooks mitmachen:

Als Autor kann man Lovelybooks nutzen, um eine größere Lesernähe und intensiven Austausch mit den Lesern herzustellen.

Autorenprofil: Jeder Autor, der sich bei Lovelybooks registriert, bekommt automatsch ein Autorenprofil, das mit den eigenen Büchern und deren Lesern verknüpft ist.

Interaktive AGabi Schmid auf Lovelybooksutorenseite: Über diese können Sie mit Lesern in Kontakt treten und deren Feedback zu Ihren Büchern oder neuen Projekten aufnehmen.

Leserunden: Autoren haben die Möglichkeit, selbst eine „Leserunde“ auf Lovelybooks zu starten. Dabei tauschen sich die Leser gemeinsam über das jeweilige Buch aus, wobei verschiedene Unterthemen zur Sprache kommen (Protagonisten, Handlungsverlauf etc.). Der Vorteil dabei: Sie haben als Autor die Chance, Leser kennenzulernen und aktiv mit ihnen zu kommunizieren.

Buchverlosungen: Das bietet sich beispielsweise an, um ein neues Buch ins Gespräch zu bringen und die Leser darauf aufmerksam zu machen. Am besten flankieren Sie ein Gewinnspiel mit Werbung auf ihren sozialen Netzwerken, um die Reichweite zu erhöhen und möglichst viele Leser zu erreichen.

Viele tredition-Autoren haben bereits Leserunden auf Lovelybooks veranstaltet, beispielsweise Gabriele Schmid, die ihren Liebesroman „Sternschnuppen-Regen“ auf diese Weise promotete und die Leserunde mit einem Gewinnspiel verknüpft hat. Die Leserunde kündigte sie auf Lovelybooks folgendermaßen an: „Ich suche LeserInnen, die sich für Liebesromane und für Serien begeistern, daher gibt es 10 eBooks zu gewinnen, die am 01. Mai um kurz vor Mitternacht verlost werden – die Leserunde beginnen wir gemeinsam, wenn alle GewinnerInnen die eBooks erhalten haben – ich gebe dann den Startschuss dazu.“

Nachdem alle teilnehmenden Leserinnen und Leser das Buch erhalten hatten, wurde das Buch in mehreren Kapitelabschnitten rezensiert. Zudem nutzte Autorin Gabriele Schmid den Kontakt zur Leserschaft, um deren Meinung zum Personenverzeichnis im Roman zu erfragen. Lovelybooks ist also auch hilfreich, um über das Leser-Feedback Ideen und Anregungen für das eigene Schreiben und Arbeiten am Buch zu bekommen.

Netzwerk aufbauen: Motivieren Sie zunächst Freunde und Bekannte, Rezensionen zu Ihrem Buch zu verfassen. Indem Sie selbst eine eigene digitale Bibliothek aufbauen, ergeben sich auch Kontakte zu weiteren Lovleybooks-Mitgliedern. Je mehr Sie selbst aktiv andere Bücher bewerten oder weiterempfehlen, desto größer auch die Chance, Aufmerksamkeit für das eigene Buch zu gewinnen. Aber Vorsicht: Nicht zu plump für das eigene Buch trommeln!

Vielleser erreichen: Auf Lovelybooks sind vor allem Vielleser und auch Buchblogger aktiv, deren Meinung und Weiterempfehlung einen entsprechenden Multiplikatoreffekt hat. Bewegen Sie sich am besten in regelmäßigen Abständen auf Lovelybooks, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wer viel rezensiert und für Ihr Genre einen wertvollen Kontakt darstellt.

Social Media: Alle Inhalte, die es auf Lovelybooks zu Ihren Büchern gibt, können bei Google gefunden und in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Google+ geteilt werden. Und: Je häufiger Ihr Buch bei LovelyBooks besprochen wird, desto zahlreicher wird es als Leseempfehlung an verschiedenen Stellen auf der Plattform platziert.

Daniel Lenz über den neuen Indie-Katalog von buchreport: „Die Entscheider im Buchhandel erreichen“

Ein Roman mit starkem regionalem Bezug, hohem Aktualtätswert oder ein Sachbuch verfasst von einem regional bekannten Autor – bessere Verkaufsargumente kann es für eine Buchhandlung kaum geben. Self-Publishing-Titel erfüllen allzu oft diese Merkmale und bieten dem Buchhandel deshalb nicht nur zusätzliche Verkaufschancen, sondern bereichern auch das Sortiment. Bei stetig steigender Zahl an Self-Publishing-Novitäten wird es für den Buchhandel allerdings immer wichtiger, umfassende Titelverzeichnisse und Recherchemöglichkeiten zur Verfügung zu haben – natürlich auch im Interesse der Self-Publishing-Autoren. Vielversprechend ist hierbei der neue Indie-Katalog des Branchenfachmagazins „buchreport„, mit dem eine Brücke zwischen Self-Publishing-Autoren und Buchhandel geschlagen werden soll.

Die Planung: Der in der Branche etablierte „Novitätenkatalog“ des buchreport, in dem zwei Mal jährlich aktuelle Neuerscheinungen präsentiert werden, öffnet sich ab sofort sukzessive auch dem Segment des Self-Publishing. Für Autoren ist dies nicht nur aus verkäuferischer Sicht interessant, sondern auch im Hinblick auf den Kontakt zu Agenten und Verlagen. Daniel Lenz, Leiter Produktentwicklung und Stellvertretender Chefredakteur des buchreport, erklärt im Interview mit tredition, was sich genau hinter dem „Indie-Katalog“ verbirgt und welche Chancen damit für Self-Pubilsher verbunden sind. Übrigens:Wir bei  tredition freuen uns sehr darüber, dass auch einige unserer Autoren im neuen Indie-Katalog Erwähnung finden werden, der im Juli 2015 erscheint. Man darf gespannt sein!

Daniel Lenz, buchreport

In seiner Funktion als Leiter der Produktentwicklung bei buchreport hat Daniel Lenz auch die Federführung für den neuen Indie-Katalog.

tredition: Seit wann gibt es eigentlich den sogenannten Novitätenkatalog des buchreport und wie viele Empfänger im Buchhandel erreicht er?
Daniel Lenz: Der Novitätenkatalog wird bereits seit 2008 von uns publiziert. Zwei Mal im Jahr geben wir einen Überblick über wichtige Neuerscheinungen. Der Katalog erscheint als Beilage des buchreport.magazins, das eine Auflage von 4.300 Exemplaren hat. Mit der neuen Ausgabe werden wir aber außerdem eine kostenlose digitale Version anbieten, wodurch die Verbreitung noch einmal deutlich ausgeweitet wird. Schließlich gibt es unter http://buchreport.evorschau.de auch  eine Onlinefassung des Katalogs als Datenbank.

tredition: Erstmals werden dieses Jahr Neuerscheinungen von Self-Publishern mit aufgenommen. Was gab den Anlass für diese Neuerung?
Daniel Lenz: Wir haben den Novitätenkatalog in den vergangenen Jahren bereits immer stärker auf Independent-Verlage hin ausgerichtet, die oft geringe Chancen haben, mit ihren Titeln in den stationären Buchhandel zu gelangen. Der Katalog bietet ihnen vor diesem Hintergrund eine Bühne, um die wichtigsten Titel zu präsentieren. Doch inzwischen sind nicht nur die kleinen Verlage die Indies, sondern auch die unabhängigen Autoren, eben die Selfpublisher (die in den USA auch immer „Indies“ genannt werden), die eine ähnliche Ausgangssituation haben: Sie finden oft kein Gehör im Buchhandel. Und genau dort, an der Schnittstelle zwischen Selfpublishern und Buchhandel, sehen wir unsere Funktion. Wir möchten dem Buchhandel zeigen, dass es inzwischen unter den Selfpublishern sehr viele interessante Titel gibt. Konsequenterweise haben wir den Novitätenkatalog umbenannt in „Indie-Katalog“.

„Agenten, Verlage und Journalisten gehören ebenso zu den Nutzern des Katalogs.“

tredition: Welche Chancen sind damit für Self-Publisher verbunden?
Daniel Lenz: Self-Publisher, deren Titel im Indie-Katalog präsentiert werden, erreichen einerseits die Entscheider im Buchhandel, die mit dem Katalog direkt die Titel bestellen können. Darüber hinaus erreichen wir aber auch andere Multiplikatoren. Agenten, Verlage und Journalisten gehören ebenso zu den Nutzern des Katalogs.  In den USA haben unsere Kollegen von „Publishers Weekly“ bereits vor Jahren Self-Publishern ein ähnliches Angebot gemacht. Dort heißt der Katalog „PW Select“ und wird ebenfalls von den wichtigsten Multiplikatoren gelesen. Mit dieser Bühne sind sogar Self-Publisher-Titel  schon an Filmproduktionsfirbuchreport Indie-Katalogmen vermittelt worden.

tredition: Der Novitätenkatalog wird auch einen redaktionellen Part haben. Welche welche Themen kommen darin zur Sprache?
Daniel Lenz: Der erste Indie-Katalog ist ein erster Aufschlag. Darin präsentieren wir einen Schwerpunkt zum Thema Self-Publishing. Ab dem zweiten Katalog sollen die Indie-Themen noch weiter ausgeweitet werden. Derzeit planen wir mit drei bis vier Artikeln für den ersten Katalog. Thematisch geht es um Autoren (auch von tredition), die erfolgreich mit Buchhändlern kooperieren. Außerdem um Self-Publisher, die von Verlagen entdeckt und so zu Hybridautoren wurden. Im Schwerpunkt enthalten sind auch Rezensionen von Self-Publishing-Titeln, die von der buchreport-Redaktion selbst erstellt werden.

„Jedem Markt tut Vielfalt gut.“

tredition: Der buchreport selbst berichtet in zunehmendem Maße über Self-Publishing-Themen. Was waren für Sie bei der redaktionellen Arbeit die wichtigsten Erkenntnisse in diesem Jahr?
Daniel Lenz: Self-Publishing ist längst zur Selbstverständlichkeit in der Branche geworden. Verlage halten gezielt Ausschau nach interessanten Autoren und Titeln, um diese ins eigene Programm zu nehmen. Der Dialog zum Buchhandel ist noch kaum ausgeprägt, daran arbeiten wir. Was in diesem Jahr auffällt, ist einerseits die zunehmende Professionalisierung der Self-Publisher, die sich beim Lektorat und der Vermarktung häufig professionelle Hilfe holen. Zum anderen könnte der Markt durch den Einstieg von Tolino noch einmal eine neue Dynamik erfahren. Jedem Markt tut Vielfalt gut, insofern freuen wir uns über diesen Schritt.

tredition: Wie wird Self-Publishing ihrer Meinung nach inzwischen von Verlagen und Buchhandel wahrgenommen und beurteilt?
Daniel Lenz: Spätestens seit dem Erfolg von „Fifty Shades“ wird Self-Publishing von den Verlagen ernst genommen. Besonders die größeren Häuser locken gezielt Self-Publisher, um neue Imprints zu starten. Im Buchhandel fehlt es noch an einer ähnlich stark ausgeprägten Offenheit, aber ich bin optimistisch, dass es gelingen wird, dies zu ändern. Umfragen haben zumindest gezeigt, dass Buchhändler besonders bei regionalen Titeln daran interessiert sind, Self-Publishing-Bücher ins Sortiment zu nehmen.

Alle wichtigen Informationen zum Indie-Katalog von buchreport finden Sie, liebe Autorinnen und Autoren, direkt bei buchreport online.

tredition-Autor Eike Rappmund: „Investiert in Eure Fanbase“

Mehrfach schon war Eike Rappmund mit seinem „Handbuch Manipulation“ auf den e-Book-Bestsellerlisten von Amazon vertreten. Die gedruckten Ausgaben seines Buches stößt auf nicht minder große Nachfrage. Wer das Denken lieber anderen überlässt, dem wird Rappmunds Buch allerdings nicht gefallen. Denn auf spannende und humorvolle Art legt der Autor dar, dass wir Menschen allesamt gar nicht anders können, als jeden Tag zu manipulieren und manipuliert zu werden. Fachdisziplinen wie die Hirnforschung, Sozialpsychologie und Rhetorik stellen dies unter Beweis. Über ganz alltägliche „Manipulationen“ sprach Eike Rappmund mit uns im Interview. Ihnen, liebe Autorinnen und Autoren, gibt Eike Rappmund, wertvolle Tipps für das eigene Marketing mit auf den Weg. Stichwort: Fangemeinde hegen und pflegen! Frohe Lektüre!

tredition: Lieber Eike, das Cover Deines Buches lässt fast einen schaurigen Thriller vermuten. Ist Dein Buch nichts für Leser mit schwachen Nerven?
Eike Rappmund: Doch gerade für die. „Nerv“ kommt ja aus dem griechisch und bedeutet übersetzt: Faden. Und manchmal hängt in einem Leben ja eine ganze Menge an nur einem dünnen Faden. Wenn man also vorhaben sollte, diesen Faden wieder zu einem starken Seil zu knüpfen, dann ist mein Buch genau richtig dafür. tredition: Kannst Du kurz erläutern, was der Leser nach der Lektüre des „Handbuch Manipulation“ so „drauf hat“?
Eike Rappmund: Manipulation ist auch ein griechisches Wort und heißt sinngemäß übersetzt so viel wie: „Etwas in der Hand haben“, oder wenn man sich ans Latein anlehnen will, dann eben: „Eine Hand voll haben“. Und genau das haben meine Leser nach dem Buch. Sie haben Ihr Geschick, sich durch ihr Leben zu manövrieren, es viel tiefer als zuvor zu verstehen und es selbst zielstrebig zu führen, wieder voll in der Hand. Für was sie das dann auch immer nutzen. Aber die Wahl hat ja immerhin jeder.

Handbuch Manipulation von Eike Rappmund

Bei tredition als Paperback, Hardcover und e-Book erschienen

tredition: Was wären Beispiele für verbale und nonverbale Manipulation, die einem Laien gar nicht so bewusst ist?
Eike Rappmund: Ein Beispiel. Ok. Ich hab begleitend zum Handbuch Manipulation einmal ein kleines e-Book geschrieben in dem ich ausschließlich auf die Wirkung eines Handschlags eingegangen bin. Der klassische, alltägliche Handschlag über den nie jemand nachdenkt. Man glaubt es nicht, wie viel Wirkung der entfaltet und entfalten kann, wenn man bewusst mit ihm umzugehen weiß. Wahrnehmen und die Wirkprinzipien verstehen, wie sie tief in unserer Hirnmechanik rattern, sind Grundvoraussetzungen, nicht nur für ein selbstbestimmtes Leben. Versteht man aber die Zusammenhänge, dann wird das Leben zum Abenteuer und man fühlt sich wieder selbstwirksam und in seinem Leben zuhause.

Wie man seine Wirkung verbal wieder bewusst in die Hand nehmen kann, könnte zum Beispiel auch sein, einmal wahrzunehmen, wie man denn etwas sagt. Alleine die Tonalität, also die Lautstärke, Sprechgeschwindigkeit, Deutlichkeit, oder die Energie, mit der man etwas sagt, kann eine extreme Wirkung entfalten.

 „Ich erkenne nach ein paar Minuten Gespräch, wer sein Geschick in der Hand hat.“

tredition: Du bist Experte für Gesprächsführung und Kommunikationsfachmann: Angenommen Du sprichst einige Minuten mit drei Personen. Kannst Du danach beurteilen, welche dieser Personen gut oder weniger gut Manipulationstechniken beherrscht – und wie schnell kannst Du andererseits andere Personen „manipulieren“?
Eike Rappmund:
„Andere Personen manipulieren“ funktioniert in meiner Welt nicht. Ich kann mein Geschick nur selbst in die Hand nehmen. Dafür braucht es ein wenig Bewusstheit, Verständnis, Wille und einen kleinen Schuss Mut. Wenn ich allerdings um die Wirkprinzipien und die Funktionsrituale unseres Gehirns ein wenig Bescheid weiß, dann kann ich diese natürlich nutzen, um meine Ziele zu erreichen, oder meine Bedürfnisse zu befriedigen. Jeder Flirt basiert auf dieser Grundlage. Keiner würde dabei auf die Idee kommen, den Anderen mit einem vorwurfsvollen Blick abzustrafen, nur weil er mit einem Strauß Blumen in der Hand vor einem steht. Das Wort „Manipulation“ ist wie wohl kaum ein anderes Wort: „psychoenergetisch“. Es wirkt halt. Und zeigt uns meist unbarmherzig, wo wir keine Verantwortung für unser Leben übernehmen.

Zurück zur Frage: Ja. Das könnte ich wohl. Ich erkenne nach ein paar Minuten Gespräch schnell, wer da mehr oder weniger bewusst sein Geschick in der Hand hat, und wer sich eher treiben lässt. Wie gut es mir gelingt, mein Geschick zu führen bzw. andere dafür mit ins Boot zu bekommen, hängt von vielen Faktoren ab. Meistens bin ich aber zufrieden mit mir.

tredition: Dein Buch richtet sich an „professionelle Manipulateure und schockierte Manipulierte“ – müssen wir uns allesamt Sorgen machen, immerzu manipuliert zu werden – oder kann das auch positiv sein?
Eike Rappmund: Ich würde sagen: „die Sorge ist positiv!“ Zu glauben, wir würden auch nur einen Tag erleben ohne irgendeiner Manipulation zu begegnen ist ein Irrglaube. Menschen manipulieren und werden manipuliert. Die Frage ist eher: mit wie viel Bewusstheit führen wir unser Leben? Wenn die Sorge es vermag, uns an dieser oder jener Stelle wachzurütteln, ist das eine tolle Sorge. Wenn man der aktuellen Skepsis folgt, die sich da zum Beispiel gegen die gängigen Berichterstattungen in Presse und TV formiert, ist das aus meiner Perspektive, eine wirklich positive Wirkung dieser Sorge.

Erfolgsstrategie: „Testleser“ auf Facebook

tredition: Weshalb hast Du Dich für Self-Publishing und tredition entschieden?
Eike Rappmund: Wie Du ja sicher nun siehst, bin ich ein Mensch, der es gerne selbst in die Hand nimmt und sein Geschick auch gerne selbst verantwortet. Ich mag es, ein Projekt von der Vision bis über die Umsetzung hinaus zu gestalten, zu formen, zu begleiten, anzutreiben und auch manchmal daran zu verzweifeln. Das bringt Erfahrung und Lebensqualität. Es macht einfach Spaß. Vieles von diesem Prozess hätte ich delegieren müssen, an einen Verlag, wenn ich nicht als „Indie“ hätte schreiben wollen. Und das ist für mich nicht denkbar. Auch wenn ich manchmal in Richtung den großen Verlagen und meinen Kollegen da schiele, es treibt mich an, durchzuhalten und besser zu werden.

tredition war damals für mich die erste Wahl. Vor allem hat mich Eure sympathische und persönliche Betreuung angesprochen. Ich mag es, als Mensch wahrgenommen und nicht als Nummer verwaltet zu werden. Und ich bin von Eurer Arbeit überzeugt. Ihr macht vieles wohl sehr richtig, sonst hätte mein Buch auch wohl nicht den Erfolg erreichen können. Immerhin war ich bereits ein paar Mal eBook-Bestseller bei Amazon in ein paar Sparten.

tredition: Was hast Du beim Schreiben und der Buchveröffentlichung als größte Herausforderung empfunden?
Eike Rappmund: Meine fehlende Erfahrung mit dem mir doch recht neuen Markt um ein daraufhin gut abgestelltes Marketingkonzept zu gestalten. Ich habe verdammt viel Lehrgeld auf dem Weg bisher gelassen. Aber es war bisher jeden Cent wert. Ich habe mittlerweile vieles an Strategien ausprobiert. Einiges lief erfolgreich, anderes ging den Bach runter. Aber wenn ich jetzt zurück schaue, kann ich doch auf einer recht soliden, konzeptionellen Basis meine weiteren Projekte gestalten. Dennoch: Es vergeht kein Tag an dem ich nicht dazu lerne. Als letztes Experiment habe ich meine Fanbase in Facebook dazu eingeladen, aktiv als „Testleser“ den Inhalt meines Buches mitzugestalten. Das ist eine überragende Erfahrung. Unglaublich wie viele sich da spontan, kreativ und konstruktiv

bereitwillig einbringen. Ich bin immer noch begeistert. Das haben andere „Foren“ nicht ansatzweise bewegen können. Ich hab die besten Leser! An dieser Stelle einmal: Ein ganz herzliches Danke an all, die meine Bücher und e-Books lesen.

tredition: Worauf kommt es beim Marketing für das eigene Buch an? Welche Tipps kannst Du anderen Autoren diesbezüglich geben?
Eike Rappmund: Als erstes: einen guten Lektor. Als zweites: Einen guten Lektor. Als drittes: Euch. Als viertes: jemanden wie Matthias Matting (selfpublishingbibel.de) und natürlich auch jemanden wie mich (lacht), der sich mit den digitalen Medien auskennt. Als Indie wird man ja vor allem mit dem Marketing in der digitalen Welt zu tun haben. Wenn man das Budget hat, auch mit einer guten PR-Agentur. Aber jemanden zu kennen, der einen heil und ohne große finanzielle Verluste die ersten Schritte auf Spur bringen kann, ist das schon Gold wert. Ein konkreter Tipp noch zum Schluss: Investiert in Eure Fanbase! Das ist zumindest mein Dreh und Angelpunkt. Und der macht nicht nur Spaß, sondern lohnt sich auch. In ganz vielerlei Hinsicht.

Mehr zu Eike Rappmund lesen Sie auf Amazon und Facebook.

Blogs im Porträt: Bei „books & senses“ wird Lesegenuss rezensiert

Ein literarischer Leckerbissen sollte Ihr Buch schon sein, liebe Self-Publishing-Autorinnen und Autoren, wenn Sie sich eine Rezension auf dem Blog „books & senses“ wünschen. Denn Lisa, die den Blog seit 2011 betreibt, möchte Bücher nicht nur genießen, sondern bewertet diese origineller Weise mit kleinen Pfannkuchen als Symbolen. Was Autoren und Leseratten auf „books & senses“ erwartet und weshalb Self-Publishing für Blogger immer wichtiger wird, lesen Sie im folgenden Interview mit „books & senses“-Gründerin Lisa.

tredition: Liebe Lisa, der stimmungsvolle Name Deines Blogs – „books & senses“ – lässt vermuten, dass Bücherlesen ein echter Hochgenuss für Dich ist. Wie muss ein Buch sein, damit es Dich so richtig „vom Hocker reißt“?
Lisa: In der Tat ist Lesen ein besonderes Schmankerl für mich, das ich gerne genießen will. Ganz wichtig ist dabei der Protagonist, bzw. die Protagonistin. Hier muss die Chemie stimmen. Nicht unbedingt von Anfang an, da sich einige Charaktere ja auch noch entwickeln, aber ich muss ab einem gewissen Punkt mit ihnen fiebern können und merken, dass sie mir ans Herz gewachsen sind. Ich bin auch ein großer Fan von Abwechslung in Büchern, das heißt, es darf nicht immer wieder dasselbe oder kaum etwas passieren. Die Handlung muss spannend und interessant sein und darf auch gerne die ein paar Wendungen oder Überraschungen bereithalten. Ein gutes World-Building ist auch ganz wichtig, wenn sich der Autor für eine eigene Welt entscheidet. Je genauer ich mir diese Welt vorstellen kann, desto besser. Der Rest hängt auch so ein bisschen davon ab, welche Thematik das Buch behandelt oder aus welchem Genre es stammt. Was ich in dem einen vielleicht nicht mag, passt dafür umso besser in das andere.

tredition: Wann genau hast Du angefangen zu bloggen und hat sich seither Dein Leseverhalten geändert?
Lisa: Mit dem Bloggen habe ich im Juni 2011 angefangen und seither hat sich einiges verändert. Zum einen haben enorm viele neue Bücher den Weg in mein Regal gefunden und ich habe den Begriff des SuBs (Stapel ungelesener Bücher) zum ersten Mal gehört, verstanden und selbst erlebt. Das gab es vorher bei mir nicht. Gleichzeitig lese ich aber auch mehr und werde auf Bücher aufmerksam, die ich ohne das Bloggen vielleicht nicht kennen gelernt hätte. Vor allem meine Vorliebe für englische Bücher ist mit meinem Blog größer geworden. E-Books lese ich mittlerweile auch vermehrt, weil es für unterwegs einfach toll ist. Ob das allerdings mit dem Blog zusammenhängt oder ob ich mich früher oder später sowieso dafür entschieden hätte, kann ich allerdings nicht beurteilen. Was die Genres betrifft, so habe ich schon immer Bücher aus allen möglichen Bereichen gelesen und denke nicht, dass das Bloggen da etwas geändert hat.

„Bloggen ist mehr ein Miteinander als ein Ego-Ding.“

Lisa bloggt auf books & senses

Gute Bücher im Visier: Lisa rezensiert seit 2011 auf ihrem Blog books & senses

tredition: Du führst auf Deinem Blog auch Challenges durch. Macht es für Self-Publishing-Autoren Sinn, sich hier auch selbst ins Spiel zu bringen, z.B. ihr Buch für die Challenge vorzuschlagen, wenn es thematisch passt?
Lisa: Auf jeden Fall! Wenn es um Themen-Challenges geht, dann sind Vorschläge immer willkommen. Die Teilnehmer solcher Challenges sind immer auf der Suche nach neuen Büchern, die die Kriterien erfüllen und ob der Vorschlag da von einem anderen Blogger oder einem Autor kommt, macht keinen Unterschied. Die Leseratten freuen sich immer über Ideen für neues Lesefutter!

tredition: Tauschst Dich gern mit anderen Bloggern aus? Warst Du beispielsweise auf der Leipziger Buchmesse?
Lisa: Der Austausch mit anderen Bloggern ist eigentlich eine der tollsten „Nebenerscheinungen“ vom Bloggen. Ich entdecke auf anderen Blogs immer wieder neue Bücher, die dann auch den Weg in mein Regal finden. Manchmal werden mir auch Bücher vorgeschlagen, weil einige meinen Geschmack gut kennen und einen ähnlichen haben. Das Bloggen ist dahingehend mehr ein Miteinander als ein Ego-Ding. Mit einigen Bloggern schreibe ich auch privat regelmäßig und dann tauschen wir uns über alles aus, was mit Büchern zu tun hat. Auf der Leipziger Buchmesse war ich leider nicht, dafür bin ich aber immer auf der Frankfurter Buchmesse, wo ich mich mit anderen Bloggern treffe und beim Wuseln von Stand zu Stand auch über Bücher spreche. Sich persönlich auszutauschen ist ebenfalls eine tolle Erfahrung.

tredition: Self-Publishing ist ein wachsender Trend auf dem Buchmarkt. Inwiefern erachtest Du das aus Bloggersicht als spannend?
Lisa: Buchblogger wie ich sind immer auf der Suche nach aufregenden, neuen Geschichten. Gerne auch aus der Feder deutscher Autoren. Da mittlerweile aber viele englische Titel eingekauft werden und dafür weniger deutsche Bücher das Licht der Welt erblicken, ist es gar nicht so einfach, neue deutsche Autoren zu entdecken. Zumindest empfinde ich das so. Wenn ich durch die Jugendbuchabteilung in der Buchhandlung gehe, entdecke ich meist englische Namen, aber vergleichsweise wenige deutsche. Self-Publishing deutscher Autoren bietet daher die Möglichkeit, meine dahingehenden Lücken im Regal zu füllen. Man kann dabei verborgene Schätze finden, die aufgrund des fehlenden renommierten Logos auf dem Cover unentdeckt bleiben.

„Im Self-Publishing kann man verborgene Schätze finden.“

tredition: Wie kamst Du auf die sehr witzige Idee, Bücher mit Pancakes zu bewerten?
Lisa: Wenn ich mich recht erinnere, dann habe ich an dem Morgen, als ich mein Bewertungssystem konzipiert habe, Pancakes gegessen. Und da diese super lecker waren habe ich mich wohl dazu entschieden, sie als mein Bewertungssystem zu nutzen. Zudem hatte niemand anderes dieses System und ich wollte etwas Eigenes haben. Mittlerweile würde ich mich vielleicht für etwas anderes entscheiden, aber die Pancakes waren seit Tag 1 dabei und auch wenn sich das Design schon zig Mal verändert hat, so sind die Pancakes doch immer geblieben. Zum Glück bleiben virtuelle Pancakes auch immer schön frisch. ;)

tredition: Welche Projekte planst Du dieses Jahr für Deinen Blog?

Lisa: Wie oben schon erwähnt bin ich zwar einerseits Fan von englischen Büchern, andererseits würde ich gerne mehr deutsche Autoren entdecken. Das klingt widersprüchlich, aber das books_senseseine beeinflusst auch das andere. Deswegen würde ich neben meiner Englisch-Challenge gerne noch eine weitere Challenge starten, in der es um deutsche Autoren geht. Es gibt bestimmt schon ein paar Challenges in dieser Richtung, aber vielleicht kann ich mir ja noch etwas Neues einfallen lassen. Vielleicht ja auch etwas mit Self-Publishing als Thema? Denn soweit ich das mitbekommen habe, bekommen Blogger auch von Challenges nie genug. ;) Einfach lesen reicht uns nicht.

Des Weiteren will ich dieses Jahr wieder meinen Bloggeburtstag feiern, was letztes Jahr wegen Zeitmangel leider nicht geklappt hat. Außerdem nehme ich an der Blogger schenken Lesefreude Aktion zum Welttag des Buches teil. Ein paar andere Aktionen sind noch in Planung, aber ich brauche noch etwas Zeit für die Ausarbeitung. Momentan bin ich mit vielen Dingen parallel beschäftigt und komme deshalb nur im Schneckentempo voran.

tredition: Zu guter Letzt: Weshalb sollten Self-Publishing-Autoren und alle Bücherfans Deinen Blog keinesfalls aus den Augen lassen?
Lisa: Wie bei den Büchern, so bin ich auch bei meinem Blog ein Fan von Abwechslung. Wenn es um die Gestaltung von Posts, Bildern oder Aktionen geht, lasse ich mir immer gerne etwas Neues einfallen, damit es keinem Langweilig wird – weder mir noch meinen Lesern. Dazu gehört auch das Vorstellen neuer Bücher und allem, was dazugehört. Ich würde mal behaupten, es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken und ich freue mich über jeden, der gemeinsam mit mir Suchen und Finden möchte.

 

Die Ernährungsexpertin: tredition-Autorin Beatrice Schmidt im Interview

Beatrice-Schmidt_Web_200Vielseitigkeit ist eine Eigenschaft, die tredition-Autorin Beatrice Schmidt zweifelsohne auszeichnet: Nach einem BWL- und Marketingstudium absolvierte sie eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin mit dem Schwerpunkt der Prävention von ernährungsbedingten Erkrankungen. Seither führt sie nicht nur eine eigene Beratungspraxis, sondern bündelte ihr Fachwissen auch in zwei Ratgebern, die sich erfolgreich im Buchmarkt etabliert haben. Im Gespräch mit tredition gibt Beatrice Schmidt Anregungen für eigene Marketingaktivitäten als Self-Publisher.

tredition: Liebe Beatrice, bereits zwei Ernährungsratgeber hast Du bei tredition herausgegeben. Wie kam die Idee auf, Deine berufliche Expertise als Ernährungsberaterin auch in Buchform „weiterzutragen“?

Beatrice Schmidt: Interessanterweise hatte ich nie vor, Bücher zu schreiben. Im Jahr 2012 sprach mich eine sehr imposante und interessante Dame (Susan Heat) an, mit der ich über eines der vielen sozialen Netzwerke in Verbindung stehe. Ich hatte ihr kurz zuvor eine Zusammenfassung zu einem bestimmten Ernährungsthema zukommen lassen. Sie war so angetan von der Art meines Schreibstils, dass sie mich anrief und fragte, ob ich das alles selber formuliert hätte. Als ich ihr sagt, dass es selbstverständlich meine Formulierungen sind, riet sie mir dazu unbedingt ein Buch zu schreiben. Sie meinte, ich hätte eine echte Begabung dafür ein trockenes Thema spannend zu vermitteln. Gesagt habe ich: „Ich denke darüber nach, es ist eine interessante Idee!“. Gedacht habe ich: „Das ist doch total verrückt, ich kann doch keine Bücher schreiben, ohne mein Rechtschreibprogramm bekomme ich doch kaum eine Seite ohne Rechschreibfehler zu Papier. Und überhaupt, wer will schon noch einen Ernährungsratgeber? Davon gibt es doch wirklich schon genug!“

Doch der Gedanke ließ mich nicht los und so fing ich an mich näher mit dem Thema zu befassen und mein ersten kleinen Ratgeber „Ich stell dann mal um“ in die Tat umzusetzen. Knapp anderthalb Jahre später kam dann schon das zweite Buch „Abnehmen ohne Achterbahn“.

tredition: Der Entschluss ein Buch zu schreiben, ist das eine, die Umsetzung das andere. Wie bist Du bei Deinen beiden Werken vorgegangen? Welchen Zeitraum hat das Schreiben in Anspruch genommen?

Beatrice Schmidt: Für mich stand das Thema sehr schnell fest. Es musste die Ernährungsumstellung sein. Zum einen ist dies mein berufliches Steckenpferd und zum anderen ergab eine grundlegende Recherche des Büchermarktes, dass es diesbezüglich nur wenig gute Literatur gibt. Danach habe ich mich ans Schreiben gemacht. Dies ging beim ersten Buch sehr schnell, da ich mit dem Thema nahezu täglich zu tun hatte und ich „nur“ all mein Wissen dazu zusammenfassen musste. Hinzu kommt, dass ich ganz bewusst auf zu detaillierte Erklärungen verzichtete. Beim zweiten Buch hat es, obwohl der erste Ratgeber in überarbeiteter Form ein Bestandteil davon ist, dann schon deutlich länger gedauert alles zu Papier zu bekommen. Für mich ist es wichtig, dass mein Gegenüber bzw. meine LeserInnen mich verstehen. So verzichte ich auf Fach- und Fremdwörter und, wenn ich dann doch mal eines verwende, erkläre ich es im nächsten Satz auch gleich. Über den Schreibstil habe ich mir recht wenig Gedanken gemacht, ich habe einfach angefangen so zu schreiben, wie ich denke und rede. Und entstanden sind zwei praxisnahe und sehr gut verständliche Ernährungsratgeber, die immer wieder gern gelesen werden.

„Meine Ratgeber sind Mitmachbücher. Das kommt gut an.“

Abnehmen ohne Achterbahn_200

Im Juli 2014 bei tredition erschienen

Ich stell dann mal um

Das Debüt, erschienen im April 2013

tredition: Vor Deiner Tätigkeit als Ernährungsberaterin hast Du ein Marketing-/BWL-Studium vollzogen. Inwiefern kam Dir das bei der Vorbereitung und Kalkulation Deiner Buchprojekte zugute?

Beatrice Schmidt: Auf das Wissen meines Erststudiums greife ich bei nahezu allen meinen geschäftlichen Tätigkeiten zurück. Insbesondere bei der Kalkulation der Buchpreise ist mir mein Wissen zu Gute gekommen. Aber was viel wichtiger ist: Speziell die Marketing-Kenntnisse helfen mir bei der Vermarktung und beim Verkauf meiner Bücher.

tredition: Welche Resonanz von Lesern hast Du bisher auf Deine Bücher bekommen?

Beatrice Schmidt: Bisher habe ich fast nur positives Feedback von meinen LeserInnen erhalten. Es gibt selbstverständlich immer Menschen, denen das, was man tut und schreibt nicht gefällt. Jedoch war es nie mein Anspruch und wird es auch niemals sein, es jedem Recht zu machen. Besonders oft wird in den Rezensionen oder auch in den persönlichen Briefen an mich erwähnt, dass ich witzig schreibe (und das bei einem Fachbuch), aufkläre ohne zu belehren und immer ohne erhobenen Zeigefinger auskomme. Außerdem finden die LeserInnen es gut, dass meine Ratgeber „Mitmachbücher“ sind. Das heißt, man liest sie nicht und dann ist es gut, sondern man arbeitet sich Stück für Stück durch, setzt das um was in den Büchern steht und geht erst in den nächsten Umsetzungsschritt, wenn der vorherigen abgeschlossen ist. Das kommt gut an und das ist auch genau das was ich erreichen wollte.

tredition: Wie betreibst Du Marketing für Deine Bücher?

Beatrice Schmidt: In erster Linie vermarkte ich meine Bücher im Internet. Ich bin auf vielen sozialen Netzwerken aktiv und betreibe einen eigenen Blog. Außerdem halte ich Vorträge zu Fachthemen und sehe zu, dass ich so oft wie möglich in der Zeitung zu sehen bin. Ein Interview mit mir in einer etwas größeren Regionalzeitung in Niederbayern Anfang Januar 2014 hat beispielsweise dafür gesorgt, dass ich mit meinem Ratgeber „Ich stell dann mal um“ im Amazon-Ranking auf Platz 3 katapultiert wurde. Dort bin ich noch heute unter dem Suchbegriff „Ernährungsumstellung“ zu finden. Auch schreibe ich Fachartikel für andere Blogs, Zeitschriften und Magazine. Diese Artikel stelle ich (bei kleineren Anbietern) in der Regel kostenfrei zur Verfügung und als Gegenleistung wird Werbung für meine Ratgeber eingebaut. Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

tredition: Weshalb hast Du Dich für Self-Publishing und tredition entschieden?

Beatrice Schmidt: Als mein erster Ratgeber fertig war, habe ich das Skript diversen Verlagen eingereicht, die dafür werben, dass sie Autoren suchen. Die Reaktionen waren überall die gleichen: „Wir möchten sehr gerne Ihr tolles Buch verlegen, bitte zahlen Sie den horrenden Betrag von xy als Druckkostenzuschuss und schon ist Ihr Buch überall erhältlich.“ Ich empfand diese Angebot als eine absolute Frechheit, weil ich dachte: „Entweder Ihr findet mein Buch toll und wollte es verlegen und bezahlt mich gefälligst dafür, dass ich es zur Verfügung stelle oder ihr lasst es.“ So habe ich nach Alternativen gesucht. Die Gewinnspanne bei den großen Verlagen war mir deutlich zu niedrig, weil ich finde, dass meine Arbeit mehr wert ist als 2 bis 50 Cent pro Buch. So bin ich auf Self-Publishing gekommen und ganz schnell bei tredition gelandet. Ich mag die schnelle und unkomplizierte Abwicklung sehr gern und auch die kurzen Kommunikationswege.

„Autoren müssen in den Medien präsent sein.“

tredition: Welche Tipps würdest Du anderen angehenden Autoren geben, die vor der Buchveröffentlichung stehen?

Beatrice Schmidt: Legt einfach los, fangt an zu schreiben und lasst die Öffentlichkeit daran teilhaben. Bereits während ihr das Buch schreibt, beginnt die Vermarktung. Baut große soziale Netzwerke auf, denen ihr mitteilt, wie weit ihr mit dem Buch seid (nicht unbedingt täglich, aber doch wöchentlich oder alle vierzehn Tage), nehmt Kontakt mit der örtlichen Presse auf und schreibt. Lasst Euch nicht von Eurer Idee abbringen und legt los. Sobald ihr fertig seid, lasst das Buch unbedingt Korrektur lesen. Es gibt in meinen Augen nichts Schlimmeres als ein Buch voller Fehler.

Macht Euch keine großen Hoffnungen auf extrem hohe Buchverkäufe. Die Leute müssen Euch erst einmal kennen lernen und wissen, dass es Euch gibt. Gerade am Anfang läuft es vielleicht recht schleppend. Das könnt Ihr ändern, indem Ihr präsent seid. Präsent in der Zeitung, im Internet und vielleicht auch im Radio und im Fernsehen, wenn Ihr es schafft hier entsprechende Kontakte aufzubauen und vernünftig zu nutzen.

tredition: Wird es vielleicht bald ein weiteres Buch von Dir geben?

Beatrice Schmidt: Ich arbeite an einem nächsten Buch, werde mir aber noch ein bisschen Zeit dafür lassen. Auch sind schon Themen für weitere Bücher in meinem Kopf. Jedoch möchte ich aktuell ganz viel Zeit mit meinen Kindern verbringen und mich in erster Linier um die Vermarktung der ersten beiden Ratgeber kümmern. Sobald mein „Abnehmen ohne Achterbahn“ ebenso zu einem Selbstläufer geworden ist, wie mein „Ich stell dann mal um“, schreibe ich sicher weiter.