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Das eigene Buch erfolgreich vermarkten – Wie schreibe ich die Presse an?

Jeder Self-Publishing-Autor sollte Pressearbeit betreiben

Bild: Die Presse anschreiben Copyright: PeterFranz/Pixelio

Teil II: Ihr Buch der Presse vorstellen

Eine Besprechung in der Presse ist natürlich das Ideal – aber oft auch der Ausnahmefall für einen Autor. Auch Titel großer Verlage schaffen es nur in einzelnen Fällen, aus der Masse der Neuveröffentlichungen herauszustechen. tredition verfasst für jedes Buch eine professionelle Pressemitteilung, die an über 200 Nachrichtenportale und Newsticker verbreitet werden. Darüber hinaus ist es für jeden Self-Publishing-Autor empfehlenswert, gezielt selbst aktiv zu werden und die Presse und Medien über die Buchveröffentlichung informieren – auch wenn von vorneherein keine Beziehungen zu der Presse bestehen.

  • Gute Vorbereitung ist wichtig: Je nach Genre, Thema und Leserzielgruppe eines Buches kommen ganz unterschiedliche Medien als Interessenten für eine Rezension infrage. Überregionale Tageszeitungen und Publikumsmagazine erhalten in der Regel so viele Rezensionsanfragen, dass die Chance, Aufmerksamkeit zu erregen, gering ist.
  • Gezielt vorgehen: Recherchieren Sie gezielt nach Special-Interest-Medien, für die das Thema ihres Buches besonders interessant sein könnte. Sie schreiben beispielsweise über Philosophie? Dann könnten Zeitschriften, Internetportale und Blogs, die sich mit philosophischen Fragestellungen befassen, die richtige Adresse sein.
  • Professionelles Anschreiben: Verfassen Sie ein Email-Anschreiben mit aussagekräftigem Autorenbild, einer Kurzbeschreibung des Buches sowie einer Kurzvita. Bieten Sie an, auf Wunsch für Interviews zur Verfügung zu stehen. Achten Sie darauf, dass das Anschreiben kurz und knackig die wesentlichen Informationen zu Ihnen als Autor und zum Buch zusammenfasst.
  • Erstellen Sie einen Emailverteiler mit für das Buch interessanten Zeitschriften, Blogs etc., an den Sie Ihr Anschreiben per Sammelmail versenden können.
  • Rezensionsexemplare: Fragen Sie bei Zeitschriften oder Magazinen konkret nach, ob Interesse an einer Besprechung besteht. Wir versenden gern ein Rezensionsexemplar Ihres Buches innerhalb Deutschlands kostenfrei zu.
  • Lokalkolorit: Bei Lokal- und Regionalzeitungen in Ihrem heimischen Umfeld bestehen in der Regel größere Chancen, eine Rezension oder ein Autorenporträt zu erwirken – insbesondere wenn Sie bereits seit der Geburt oder seit vielen Jahren in einer Region ansässig sind oder Ihr Werk darüber hinaus regionale Bezüge hat.
  • Kreativ werden: Das Email-Postfach von Redakteuren quillt ohnehin schon über. Denken Sie also über innovative Möglichkeiten nach, auf Ihr Buch aufmerksam zu machen. Hat Ihr Buch beispielsweise humoristischen Charakter, könnten Sie Ihr Anschreiben mit einem Scherz oder einem Cartoon einleiten. Multimediale Inhalte wie Videos, die Sie evtl. für Ihr Buch erstellt haben, sollten ebenfalls zum Einsatz kommen.
  • Soziale Netzwerke nutzen: Recherchieren Sie in den von Ihnen genutzen Netzwerken (Facebook, Twitter, Xing, LinkedIn) gezielt nach Medienkontakten, für die Ihr Buch interessant sein könnte und schreiben Sie diese an.
  • Mit Bedacht agieren: Haken Sie nicht unmittelbar nach dem Versand eines Anschreibens bei der Presse nach. Das kommt in der Regel nicht gut an und befördert eine Rezension nicht.

In Teil III unserer Serie werden wir uns mit dem weiten Feld des Social-Media-Marketing befassen. Bleiben Sie dran!

 

 

Serie: Das eigene Buch erfolgreich vermarkten – Teil VI: Die Kurzbeschreibung

Wie gehen Sie vor, wenn ein Buch auf dem Präsentationstisch im Handel Ihr Interesse weckt? Richtig! Sie ergreifen es, um den Text auf der Umschlagrückseite zu lesen. Ebenso verhält es sich im Onlinehandel: Hier wird vom Leser zunächst einmal die Kurz- bzw. Langbeschreibung zu Rate gezogen. Was verbirgt sich hinter dem Buchtitel? Welche Story ist zu erwarten? Schon die ersten Zeilen der Beschreibung eines Buches können darüber entscheiden, ob der potenzielle Leser sich für oder gegen den Kauf entscheidet. Ein Stück weit spielen dabei freilich auch der individuelle Geschmack und die Themenvorlieben des Käufers eine Rolle. Doch sollten Kurztexte bzw. Beschreibungen auf dem Buchrücken gewissen Standards genügen, die den Lesergewohnheiten entsprechen und die Voraussetzung dafür bilden, den Inhalt des Buches schnell zu erfassen.

  • Achten Sie penibel darauf, dass der Text keinerlei Rechtschreibungs- und Zeichensetzungsfehler enthält. Nichts wirkt abschreckender auf die Leser, die gerade erst im Begriff sind, sich für Ihr Buch zu interessieren.
  • Beantworten Sie im Text die wichtigsten Fragen rund um Ihr Buch:
    • Roman:
      • Übergeordnetes Thema
      • Protagonisten
      • Zeit, Zeitraum und Schauplätze
      • Andeutung der Handlungsentwicklung, um Interesse zu wecken und Spannung zu erzeugen
    • Sach- und Fachbuch:
      • Übergeordnetes Thema
      • Zentrale Themenaspekte
      • Zielgruppe
      • Zu erwartender Erkenntnisgewinn für den Leser

Bei der Art und Weise, wie die einzelnen Stichpunkte zu einem Text zusammengefügt werden, können unterschiedliche stilistische Mittel zum Einsatz kommen. So können bestimmte Sachverhalte oder Themenaspekte in Form von Fragen formuliert werden, die Interesse am Buch erzeugen oder unmittelbar in die Handlung hineinziehen. Die folgenden Umschlagtexte bzw. Auszüge daraus verdeutlichen unterschiedliche Facetten der Formulierung und des Textaufbaus.

Die Philosophen kommen von Marion Fugléwicz-BrenBeispiel 1: Die Philosophen kommen von Marion Fugléwicz-Bren:

„Philosophie ist gefragt. Festivals, Nächte der Philosophie in ganz Europa beweisen es. Wie denken zeitgenössische Philosophen? Welchen Praxisbezug, welche Möglichkeiten hat Philosophie heute, im Zeitalter digitaler Medien? Sind Werte Luxus? (…) Die immer aktuellen Sinnfragen sind es, ebenso wie die neuen Aspekte und Zugänge, die sich beharrlich und konsekutiv auftun (…) oder eben in diesem Buch, wo sie sukzessive eine gegenwärtliche Erörterung erfahren.“

Die ersten beiden Sätze implizieren: Philosophie ist ein Thema mit hohem Aktualitätswert. Die darauf folgenden Fragen lassen den Leser unmittelbar darüber nachdenken, was er zu diesen Aspekten weiß – schon ist das Interesse geweckt. Denn wer sich gänzlich nicht für Philosophie interessiert, hätte das Buch bereits aufgrund des Titels nicht näher betrachtet.

Jakobsweg im Smoking von Philipp WinterbergBeispiel 2: Jakobsweg im Smoking von Philipp Winterberg:
„Jakobsweg im Smoking? Tatsächlich: Ein dänischer Pilger hat seinen feinsten Anzug dabei, weil er glaubt, spanische Restaurants würden ihn sonst nicht hereinlassen. Andere Pilger bringen ihre Hängematte mit, (…) In kurzweiligen Episoden berichtet der Autor von den Wirrungen der Ausrüstungsbeschaffung und pilgert schließloch mit nur 3 kg im Rucksack nach Santiago de Compostela. Der Ausrüstungsratgeber ist ein Muss für jeden Pilger!“

Die Kurzbeschreibung greift direkt den Buchtitel auf, um den Leser unmittelbar „in medias res“ zu holen. Nach wenigen Sätzen ist der thematische Ansatz klar, wertvoll für den Leser ist zudem die Formulierung „kurzweilige Episoden“. Soll heißen: Dieses Buch ist zwar ein detaillierter Ausrüstungsratgeber, eine trockene Faktensammlung erwartet den Leser aber keineswegs. Der Abschluss „ein Muss für jeden Pilger!“ ist eine charmante Art der Kaufaufforderung.

Kairo von Matthias FabianBeispiel 3: Kairo – Alltag und Ausnahmezustand von Matthias Fabian

„Kairo 2013. Die ägyptische Revolution feiert ihren zweiten Jahrestag mit Tränengas und Straßenschlachten, eine Rebellion fegt den Präsidenten aus dem Amt und die Militärs übernehmen erneut die Macht im Land am Nil. Der Autor schildert ein Jahr Alltag und Ausnahmezustand, nimmt Sie mit auf die Straßen und Plätze von Kairo. (…) Ein Buch über das wahre Leben: mal hochbrisant politisch, mal typisch ägyptisch alltäglich.“

Je komplexer die Thematik, desto besser, die Eckdaten („Kairo 2013“) gleich am Anfang zu erwähnen. Die wertende Einordnung des Schreibstils am Ende der Beschreibung mutet wie ein Kommentar aus einer Rezension an und wirkt dadurch verkaufsfördernd.

Gefahr ohne Schatten von Anika LimbachBeispiel 4: Gefahr ohne Schatten von Anika Limbach

„Natürlich wusste Jan um die Brisanz der Informationen, nach denen er forschte, aber dass sie derart brisant waren, überraschte ihn. War er wirklich kurz davor, jemandem auf die Füße zu treten, und zwar so sehr, dass man das Risiko eines Mordes einging? (…) ‚Gefahr ohne Schatten‘ ist ein Roman über die Macht der Stromkonzerne, die Gefahren der Atomkraft, das gezielte Ausbremsen der Energiewende – und den Mut, sich zu wehren. Stoff, der aktueller ist denn je. Auch wenn das spannende Debüt der Autorin Anika Limbach fiktional ist, so beruht das Buch auf gut recherchierten Fakten und ist näher an der Realität, als es dem Leser lieb sein dürfte.

Ein Beispiel dafür, wie sich Zitate aus dem Buch mit einer knackigen Beschreibung des Themas verbinden lassen. Beides erzeugt Spannung und bringt auf den Punkt, was den Leser erwartet.

Aufschieberitis von Daniel HochBeispiel 5: Aufschieberitis von Daniel Hoch

„In diesem Buch erfahren Sie alles über Ursachen, Symptome sowie schwerwiegende Nebenwirkungen der Volkskrankheit „Aufschieberitis“. Lesen Sie, wie Sie mit der scheinbar harmlosen, aber auf weite Sicht lebensbedrohlichen Diagnose „Aufschieberitis“ umgehen. Nutzen Sie die zahlreichen Erfolgsrezepte, um die Krankheit zu besiegen und schützen Sie sich vor erneuter Ansteckung!“

Eine gelungener Appell an den inneren Schweinehund. Zudem wird hier das Spiel mit medizinischen Begrifflichkeiten vom Titel bis zum Rückentext konsequent durchgezogen – und das Beispiel zeigt die Wirkkraft persönlicher Anrede.

 

Abnehmen ohne Achterbahn von Beatrice SchmidtBeispiel 6: Abnehmen ohne Achterbahn von Beatrice Schmidt

„Dieses Werk ist ein Ratgeber zur Veränderung von Ess-und Lebensgewohnheiten und somit eine echte Unterstützung für eine nachhaltige Gewichtsreduktion voller Genuss. Das erste Kapitel umfasst eine sinnvolle und schrittweise Ernährungsumstellung, das zweite Kapitel beschäftigt sich mit dem Thema der Gewichtsreduktion und im dritten Abschnitt des Buches wird erläutert, wie denn das erreichte Körpergewicht gehalten werden kann.“

Klare Fakten kurz zusammengefasst: Bei Ratgebern und Fachbüchern kommt es darauf an, bereits in der Kurzbeschreibung möglichst viele Informationen zu vermitteln, ohne den Leser zu überfrachten.

 

 

Serie: Das eigene Buch erfolgreich vermarkten – Teil I

Jedes bei tredition veröffentlichte Werk unterstützen wir mit zahlreichen Marketingmaßnahmen von der Pressemitteilung bis zu Social Media-Aktivitäten. Aber jeder Self-Publishing-Autor weiß: Eigene Werbemaßnahmen sind unverzichtbar, um bei Lesern und Presse zusätzliche Aufmerksamkeit für das eigene Buch zu erregen und Kaufanreize zu geben.

Email-Symbolbild_Maik Schwertle_pixelio.de

Copyright: Maik Schwertle, pixelio

In unserer neuen Serie zur Selbstvermarktung geben wir Tipps, wie Sie im World Wide Web und dem Buchhandel Interesse für Ihr Buch wecken können. Bleiben Sie dran – alle paar Tage erwarten Sie neue wertvolle Hinweise.

Teil I: Email-Marketing und eigene Webseite

  • Link zum Buch in der E-Mail-Signatur:

Der einfachste und schnellste Weg, die Leserschaft über Ihr Buch zu informieren. Fügen Sie Ihrer Email-Signatur einen Link zum tredition-Shop hinzu. Das geht ganz einfach:

  1. Begeben Sie sich auf die Detailseite Ihres Buches (z.B. über die Suche auf der Startseite).
  2. Auf der Detailseite klicken Sie dann auf den Link „Auf diese Seite verlinken“
  3. Den nun sichtbaren Link können Sie kopieren (markieren Sie den Link und klicken Sie entweder mit Rechtsklick -> auf Kopieren oder drücken Sie STRG+C).
  4. Anschließend integrieren Sie den Link auf Ihre Homepage oder in Ihre E-Mails.

Sollten Sie noch keine Signatur haben, erfahren Sie hier, wie Sie bei Outlook mit wenigen Klicks eine Signatur erstellen können.

  • Den eigenen Bekanntenkreis informieren: Schicken Sie eine E-Mail mit diesem Link sowie ein paar Fakten zu Ihrem Buch an Ihren Bekanntenkreis und alle Ihre Kontakte, die Interesse daran haben könnten, Ihr Werk zu lesen. Bitten Sie in Ihrer E-Mail den Empfänger, diese Nachricht ebenfalls an die eigenen Kontakte weiterzuleiten.
  •  Verlinkungen auf Ihrer Webseite: Wenn Sie bereits über eine eigene Webseite verfügen, können Sie den Link zum tredition-Shop auch dort an passender Stelle integrieren.
  • Eigene Website erstellen: Erstellen Sie eine eigenen Autorenhomepage oder eine Seite zu Ihrem Buch, die Sie dann regelmäßig mit Informationen zu Ihnen als Autor/in und zu Ihrem Buch bestücken sollten. dazu ein paar Vorschläge:
  • WordPress: Das umfassendste Tool zur Erstellung einer Webseite ist unserer Meinung nach die Web-Software WordPress: Sie ermöglicht das Einbinden zahlreicher Tools wie Social-Media-, Blog- und Kommentarfunktionen, die Erstellung und Durchführung von Umfragen uvm.
  • Die Self-Publisher-Bibel bietet eine ausführliche Anleitung zur Erstellung einer Autoren-Webseite mit WordPress
  • Blogger: Im Gegensatz zu WordPress bietet der Blog-Dienst „Blogger“ von Google die Möglichkeit, Werbeanzeigen einzubinden.
  • Webseite ganz neu erstellen: Für alle, die Lust haben, sich tiefere IT-Kenntnisse zuzulegen oder bereits über solche verfügen. Das Fachmagazin Chip empfiehlt hierfür den Hosting-Anbieter Contabo.

In Teil II unserer Serie geben wir Tipps für die Vorstellung Ihres Buches gegenüber der Presse und Medienvertretern.

 

Im Gespräch mit dem Journalisten und Autor Murat Ham

Murat Ham ist Diplom-Politikwissenschaftler und Journalist und hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht, zunächst in traditionellen Verlagen, dann im Self-Publishing. Sein Werk „Fremde Heimat Deutschland – Leben zwischen Ankommen und Abschied“ war für den Karlsruher Buchpreis 2012 nominiert.

Murat Ham

Murat Ham schätzt die Flexibilität, die Self-Publishing mit sich bringt

indition: Sie haben zahlreiche Bücher bei traditionellen Verlagen veröffentlicht, unter anderem bei Bastei Lübbe. 2012 haben Sie sich für das Self-Publishing entschieden. Welche Vor- und Nachteile ergeben sich für Autoren durch Self-Publishing?

Murat Ham: Traditionelle Verlage werden von Manuskripten weiterhin überflutet und nur wenige werden angenommen. Heute aber können sich Autoren über Self-Publishing auf dem Buchmarkt beweisen. Die Autoren behalten die volle Kontrolle über alle Prozesse des Publizierens. Zum Beispiel: Lektorat, Formatierungen, Coverdesign, Entscheidung über die angebotenen Formate (Hardcover, Paperback oder auch eBook) und Zusammenarbeit mit selbst ausgewählten Grafikern.

Zudem haben Autoren beim Self-Publishing mehr Freiheiten. Sie können außergewöhnliche Themen abseits des Mainstreams veröffentlichen, die sich an ein Nischenpublikum richten. Oft verbleiben alle Rechte beim Autor, der zumeist auch einen deutlich höheren Anteil der Verkaufserlöse erhält. Manche Verlage zahlen ein garantiertes Honorar als Vorschuss. Das fällt beim Self-Publishing komplett weg und die Autoren müssen ihre Bücher selbst aktiv bewerben. Die Welt wartet nicht auf eine hochgeladene eBook-Datei. Eigenes Marketing der Autoren für ihre Bücher ist beim Self-Publishing erfolgsentscheidend.

Neue Vertriebswege schaffen Freiräume

indition: Wie offen sind Autoren, die bei traditionellen Verlagen ihre Bücher herausgeben, für Self-Publishing?

Murat Ham: Professionelle Autoren und Journalisten wissen meist genau, wie sie schreiben müssen, um Geld zu verdienen. Mein Kollege und Bestsellerautor Akif Pirinçci („Felidae“) nimmt mittlerweile auch Self-Publishing in Anspruch – und er ist weiterhin erfolgreich. Das heißt: Sehr gute Autoren sind entweder Self-Publisher – oder sie haben einen Vertrag bei traditionellen Verlagen. Pauschale Kategorien sind nicht aussagekräftig. Außerdem können beim Self-Publishing bessere Tantieme erreicht werden.

indition: Wie wird sich der Self-Publishing-Markt entwickeln?

Murat Ham: Die Ausdifferenzierung der Vertriebswege ermöglicht dem Einzelnen viel mehr Freiräume beim Publizieren. Heute kann es reichen, eine Datei auf eine jeweilige Plattform hochzuladen. Die Konvertierung des Manuskriptes in ein e-Book, das Einstellen des Buches auf andere Verkaufsplattformen und die Vergabe einer ISBN-Nummer übernimmt der jeweilige Anbieter in der Regel gegen eine entsprechende Beteiligung am Verkaufspreis.

indition: Welches Risiko bedeutet für Autoren das zum Teil schlechte Image des Self-Publishing?

Murat Ham: Aufgrund der niedrigen Markteintrittsbarrieren gibt es im Self-Publishing qualitativ hochwertige Texte genauso wie schlechte Stoffe. Traditionelle Verlage schauen deshalb nach wie vor oft auf Autoren herab, die ihre Bücher selbst herausgeben. In Zukunft wird es im Self-Publishing mehr Qualitätskontrollen geben, wovon vor allem die Leser profitieren werden. Davon abgesehen hängt die Qualität einer Publikation nicht davon ab, ob der Autor bei einem traditionellen Verlag publiziert oder nicht. Spätestens seit Amazon mit seiner Plattform Kindle Direct Publishing in den Markt eingestiegen ist, wurde ein Imagewechsel angestoßen.

Tipp von Murat Ham: Vermarktung ist entscheidend

indition: Welchen Einfluss hat Self-Publishing auf die Buchbranche?

Murat Ham: Self-Publishing gilt nicht nur für eine kleine Gruppe von Autoren, sondern wir können von einem fortlaufenden Trend sprechen. Diese Erkenntnis habe ich auch in vielen Gesprächen mit Experten in New York, Los Angeles, Zürich, Berlin und Istanbul gewonnen: Zum Beispiel mit Autoren wie Mark Coker, André Hille und Wolfgang Tischer. Der Erfolg von Self-Publishing-Plattformen steht genauso für die wachsende Bedeutung des Segmentes wie das Bemühen traditioneller Verlage, sich im Self-Publishing zu etablieren. Ein Beispiel dafür ist die Onlineplattform neobooks.com der Verlagsgruppe Droemer Knaur, auf der Autoren ihre Texte online vorstellen und von der Benutzer-Community bewerten lassen können.

Die Tatsache, dass e-Books künftig ihren selbstverständlichen Platz im Alltag einnehmen und mobile Endgeräte stetig für das Lesen optimiert werden, ist dem Self-Publishing ebenfalls zuträglich. Ich sehe langfristig ein Nebeneinander beider Publikationsformen. Aber manche bisher üblichen Modelle werden wir bald überlebt haben, zum Beispiel den häufigen Ansatz, einen Druckkostenzuschuss von den Autoren zu verlangen.

Bisherige Erfolge im Self-Publishing zeigen vor allem eines: Autoren, die ihre Bücher selbst vermarkten, können genauso Bestseller platzieren, wie es traditionelle Verlage tun. Beispiele dafür sind die US-Autoren Hugh Howey und Amanda Hocking, die auf dem Wege des Self-Publishing zu Bestsellerautoren avancierten.

 

Börsenblatt: tredition erweitert sein Team

Neue Mitarbeiter bei tredition im BörsenblattDrei neue Mitarbeiterinnen sind seit Herbst 2012 bei tredition an Bord. Die personelle Aufstockung ermöglicht eine Inhouse-Vermarktung aller bei tredition veröffentlichten Bücher – ein Service, der im deutschen Self-Publishing-Markt einzigartig ist. Unter anderem wird jedes Buch von tredition mit einer Pressemitteilung werblich unterstützt.

Das eigene Buch vermarkten wie ein Profi

Eigene Literatur zu veröffentlichen ist einfach, ein Buch vermarkten noch viel wichtiger! Als einziger Self-Publishing-Dienstleister Deutschlands vermarktet die tredition GmbH ab sofort sämtliche Werke ihrer Autoren. „Damit liefern wir einen Service, den außer uns nur herkömmliche Verlage für ihre bekanntesten Autoren anbieten“, so Sönke Schulz, Geschäftsführer der tredition GmbH. Für den Ausbau des Marketings ist tredition im Oktober um drei weitere Mitarbeiter gewachsen.

Das eigene Buch vermarkten wie ein Profi

tredition bewirbt Buchnovitäten auf Facebook

„Das fehlende Marketing wird ja bei Self-Publishing-Anbietern immer wieder kritisiert. Wir ändern das jetzt, unterstützen so unsere Autoren noch mehr und setzen damit nicht nur unsere Konkurrenz, sondern auch die herkömmlichen Verlage unter Druck“, so Sönke Schulz. „Diese müssen sich langsam die Frage gefallen lassen, warum Autoren überhaupt noch zu ihnen gehen sollten“, sagt Sönke Schulz. „Ich denke, der Umstand, dass 27 Prozent unserer mehr als 1.000 Autoren vom herkömmlichen Verlag zu uns gekommen sind, spricht in diesem Zusammenhang Bände.“

Marketing wie im klassischen Verlag

tredition bietet seinen Autoren professionelles Marketing im Rahmen eines Rund-um-Servicepaketes: Dazu gehört unter anderem die Buchvorstellung in Form von Pressemitteilungen und deren Versendung an relevante Nachrichten- und Newsportale. Ebenso werden die Werke auf diversen Buchvorstellungsplattformen präsentiert. Darüber hinaus gibt es auf tredition.de eine Rubrik mit detaillierten Porträts der Autoren. Ein weiteres Marketing-Tool ist die Suchmaschinenoptimierung von tredition-Titeln, um diese im Internet besser auffindbar zu machen. Zusätzlich bewirbt tredition seine Titel über Facebook und Twitter und stellt Redakteuren Rezensionsexemplare zur Verfügung.

Sönke Schulz: „Diese neue Vermarktungsleistung ist nur ein Teil unseres Paketes. Unsere Autoren profitieren gleichzeitig davon, dass ihre Bücher in sämtlichen Medientypen von Paperback über Hardcover bis zum eBook sowie über alle relevanten Verkaufskanäle vom stationären Buchhandel bis hin zu den Online-Stores vertrieben werden. So wird jeder potenzielle Leser erreicht.“

Die Umsetzung dieses neuen Vermarktungsservices fällt in den Aufgabenbereich von drei neuen Mitarbeiterinnen bei tredition: Während Nadine Otto (Kundenbetreuung & TREDITION CLASSICS) zuvor bei Springer Science + Business Media sowie Rowohlt tätig war, heißen die Zwischenstationen von Anna Fleck (Kundenbetreuung & Distribution) unter anderem Rosenheimer Verlag sowie Compact Verlag. Als dritte im Bunde verstärkt Gudrun Göller (Marketing) das Team von tredition. Sie blickt auf die Gründung einer deutschsprachigen Zeitung in Polen zurück.