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Digitale Lektüren

Digitalmuffel aufgepasst – Mit diesen Büchern wappnen Sie sich für die Digitalisierung

Digitale Lektüren

Bild: Bleiben Sie mit diesen aktuellen Büchern zum Thema Digitalisierung über alle digitalen Fortschritte informiert!

Die digitale Revolution verändert das Anlitz unserer Welt in einer Geschwindigkeit, die es in der gesamten Entwicklung der Menschheit noch nicht gegeben hat. Technologische Neuheiten sind mittlerweile nicht mehr allein in den Softwareunternehmen des Silicon Valleys und in IT-Unternehmen das Thema Nr. 1. Digitale Welten durchdringen unseren gesamten Alltag. Auch vor Digitalmuffeln machen die technischen Innovationen nicht halt. Das fängt bei der Frühstückslektüre auf dem Lieblings-Onlinemedium an, hört beim Shopping im Netz  noch lange nicht auf, zieht sich über die Speicherung unserer Daten in Clouds-Systemem, digitalen Helfern im Haushalt bis zum Internet der Dinge hin, also die durch Information und Kommunikation vernetzte Infrastruktur der Dinge, die uns im Alltag bei unseren Tätigkeiten unterstützen soll. Die Möglichkeiten, welche die Digitalisierung mit sich bringt, sind enorm – für Unternehmen, aber auch für jeden Einzelnen von uns. Gleichzeitig schüren die mit der Digitalisierung einhergehenden Veränderungen auch Ängste, da der liebgewonnene Status Quo nicht bewahrt werden kann, Arbeitsprozesse sich in Windeseile ändern, Tätigkeiten automatisiert oder von Robotern übernommen werden und sich ganz neue Arbeitsfelder auftun. Jeder einzelne von uns muss sich mit diesen täglichen Fortschritten und Innovationen auseinandersetzen.  Informationsortierung, ständige Erreichbarkeit, soziale Medien oder die Bedienung und das Verständnis von (digitaler) Software werden zu einem täglichen Muss. Schnell verliert man im digitalen Dschungel den Überblick.

Grund genug für uns, Ihnen passend zu Beginn des Bücherherbstes alle wichtigen Lektüren zum Thema Digitalisierung vorzustellen. Bleiben Sie mit diesen Büchern up-to-date und erfahren Sie, wie Sie Ihren Alltag oder Ihre berufliche Tätigkeit mit digitalen Errungenschaften erleichtern und verbessern!

Unsere Lesetipps rund um die Digitalisierung

Big Data, Cloud-Lösungen, Internet der Dinge. Was ist das eigentlich alles? Gehen Sie digital und informieren sich mit diesen neuen Titeln zu den wichtigsten Themengebieten im Bereich technische Innovationen.

Damit Sie nicht von den Entwicklungen abgehängt werden, sich selbst eine kritische Meinung bilden können und die Nase bei der Digitalisierung vorn haben, zeigen Ihnen diese Titel die Hintergründe der digitalen Revolution und ihrer neuen Anwendungsbereiche im Alltag, im Unternehmen und im Globalen auf.

Digitale Lektüren

Bild: Auch im neuen EDELWEISS+-Katalog finden Sie alle Bücher zum Thema Digitalisierung und neue Technologien.

 

Finden Sie alle vorgestellten Titel und noch viele mehr im dazu passenden Spitzenkatalog bei EDELWEISS+: „Digitale Lektüren“. Dieser Katalog ermöglicht Ihnen, aber auch Buchhändlern oder professionellen Lesern, die sich nach dem Themenbereich „Digital“ umschauen, die passenden Bücher für Kaufempfehlungen, Büchertische, Lesungen etc. zu finden. Sichten auch Sie alle aktuelle Titel zu diesem Thema in der digitalen Vorschau von EDELWEISS+! Viel Freude beim Stöbern!

Zum Spitzenkatalog

 

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen eine Auswahl an Toptiteln zum Thema Digitalisierung. Diese setzen sich auf informative oder herausstechende Weise mit dem Thema digitale Revolution auseinander. Darunter finden Sie nicht nur einen Unternehmensratgeber für die digitale Transformation im Betrieb, sondern auch eine Anleitung zum Wissen in der Zukunft, eine kritische Auseinandersetzung mit den Folgen der Digitalisierung und einen Lyrikband, der sich in dystopischem Ton mit künstlicher Intelligenz und den Auswirkungen der Technologie auf unsere Welt auseinandersetzt – auf in’s digitale Zeitalter! Viel Freude bei der Lektüre!

Digitale Lektüren

Bild: Diese „digitalen“ Lektüren versprechen Ihnen aktuelle Informationen und Inspirationen zur Bewältigung des digitalen Zeitalters!

 

Der Unternehmensratgeber

„Digitales Dilemma“ – Bert F. Hölscher

– Unternehmen zwischen Existenzsicherung und Zukunftsfähigkeit –

Digitales Dilemma

Die Digitalisierung und ihre Folgen verändern die Spielregeln der Wirtschaft grundlegend. Die digitale Revolution hat seit Jahren einschneidende Auswirkungen auf Unternehmen und deren Geschäftsprozesse. Viele Prozesse sind mittlerweile virtualisiert und auch der Kontakt zu Kunden findet immer seltener in der realen Welt statt. Virtuelle Produkte und Dienstleistungen werden immer beliebter – und zu einem Muss für Unternehmen, die in der digitalisierten Wirtschaft überleben wollen. Wer den Anschluss verpasst, der verliert Kunden und geht im schlimmsten Fall unter. Das grundsätzliche Dilemma besteht vor allem darin, dass die etablierten Unternehmen, obwohl sie mit ihrem bisherigen Geschäftsmodell erfolgreich am Markt agieren, dieses von Grund auf in Frage stellen müssen. Für Unternehmen bedeutet dies, den riskanten Spagat zwischen Existenzsicherung im Hier und Jetzt als auch die Vorbereitung einer Zukunftsfähigkeit zu bewerkstelligen. Bert F. Hölschers Werk „Digitales Dilemma“ gibt eine Antwort darauf, wie vor allem die etablierten Unternehmen, aber auch Privatmenschen die Herausforderungen der Digitalen Transformation angehen und das Digitale Dilemma erfolgreich meistern können.

 

Intelligenter Lernen nach der Digitalen Revolution

„Morgen weiß ich mehr“ – Markus Klug und Michael Lindner

– Der Entgrenzung des Menschen durch Algorithmen und Digitalisierung setzen die Autoren einen positiven Perspektivwechsel entgegen –


Morgen weiß ich mehr - Buch des Monats

Bild: „Morgen weiß ich mehr“ von Marcus Klug und Michael Lindner

Haben Sie auch das Gefühl, dass sich unsere Arbeitswelt in einem fundamentalen Umbruch befindet? Dass sich unser Verständnis vom Lernen nur noch historisch begründen lässt? Dass es gerade jetzt darauf ankommt, die Welt wieder mit einem Funkeln in den Augen zu betrachten, mit mehr Begeisterung und Leichtigkeit? Sicherlich. Wir können auch resignieren. Digitale Diktatur. Fremdbestimmung durch Algorithmen. Entgrenzung des Menschen und der Organisationen. Aufmarsch der Roboter. Und wir können die alte Platte von der Industrialisierung einfach auf Highspeed setzen. Noch mehr Beschleunigung, noch mehr Leistungsdruck, noch mehr Hamsterrad. Die Autoren Marcus Klug und Michael Lindner stellen der Existenzangst, die aus digitalem Wandel und den daraus erwachsenden Umbrüchen entsteht, einen positiven Perspektivwechsel entgegen. In ihrem intelligenten Sachbuch „Morgen weiß ich mehr“ motivieren die Autoren Sie, zum Gestalter dieses Wandels zu werden und einen wertvollen Beitrag zur Veränderung zu leisten.

 

Gesellschaftskritik 4.0

„Die Diktatur der Algorithmen“ – Ulrich Kübler

– Wenn der Computer die Herrschaft übernimmt –

Dikatur der Algorithmen

Algorithmen schleichen sich immer tiefer und intensiver in unser Leben, in die Zellen und die Gehirne ein. Die Digitalisierung stellt eine mögliche Technologiefalle dar. Der Mensch kann bei der Interaktion mit Computern gezwungen werden, neue Identitäten anzunehmen. Mit Zellen wird dies schon praktiziert. Erst wird die Zelle gezwungen, neue Identitäten anzunehmen, dann der ganze Mensch. Die Reparatur von Zellen gilt jetzt als einklagbar, ein entsprechender Nichteingriff als Straftatbestand: Dies ist die Diktatur des »Rechts«. In einem totalitären Staat könnte die Ausrichtung der Bürger zu einem standardisierten Personentyp erlaubt oder sogar angeordnet werden.

Der spannende und beunruhigende Essay „Die Diktatur der Algorithmen“ von Ulrich Kübler versucht darzulegen, womit die Leser angesichts fortschreitender Digitalisierung rechnen müssen. Komplexe Hintergründe erklärt Kübler auf gut verständliche Weise und vermittelt Lesern ein besseres und aufgeklärteres Bild über Themen wie Big Brother, die künstliche Intelligenz, Computerherrschaft und Technologiefallen.

 

„Eine Anleitung zum Glücklichsein“

„Vom Yin und Yang der der digitalen Revolution“ – Jens Thaele

– Neues Buch präsentiert die virtuose Kunst der Lösungsfindung –

Vom Yin und Yang der digitalen Revolution

Bild: Cover „Vom Yin und Yang der digitalen Revolution

Die digitale Revolution verändert unsere Welt in einer Geschwindigkeit und Dimension, die es in der gesamten Entwicklung der Menschheit zuvor noch nicht gegeben hat. Lesen Sie in Jens Thaeles Publikation „Vom Yin und Yang der digitalen Revolution“, welche ungeahnten Möglichkeiten sich daraus für Sie ergeben. Thaeles Buch vermittelt die wichtigsten Grundbegriffe und Regeln des Marktes und eine Methodik, wie Sie Ihre ganz persönlichen Anforderungen gewinnbringend umsetzen können. Lernen Sie die Vor- und Nachteile der wesentlichen Marktteilnehmer kennen und umschiffen Sie souverän die auftretenden Fallen und Denkfehler. Begeben Sie sich in den Fahrersitz und bestimmen Sie selbst über Ihre Zukunft, anstatt diese anderen zu überlassen.

„Vom Yin und Yang der digitalen Revolution“ ist eine praktische, schnelle und einfache Orientierungshilfe sowohl für Unternehmen, die den Einsatz neuer Kommunikationstechnik planen, als auch für alle Menschen, die sich über moderne ICT-Technologien und deren Anwendung, Nutzen und Auswirkungen für den Menschen informieren möchten. Das vorliegende Werk ist gleichzeitig Fachbuch, Sachbuch, Ratgeber und Publikumsbuch und vermittelt das notwendige Rüstzeug für ein erfolgreiches Handeln im Umgang mit Technologie.

 

„Dystopische Lyrik“

„Endzeit“ – Betty Quast

– Erzählt von künstlicher Intelligenz, Weltzerstörung durch Technik, riesigen Stadtlandschaften und Überwachung.

Endzeit

Betty Quasts erster Lyrikband „Endzeit“ ist ein episches Werk über unsere Zivilisation. Allegorisch immer wiederkehrend sind Untergangsszenarien, wobei die Autorin Motive dystopischer Literatur aufgreift: Künstliche Intelligenz, Weltzerstörung durch Technik, strikte Trennung von Arbeitern und einer hedonistischen Oberschicht, riesige Stadtlandschaften, Überwachung. Hierbei sind die Gedichte, zusammengefasst in verschiedene Untersammlungen, so aneinandergereiht, dass sie, ganz im epischen Sinne, eine Geschichte erzählen. Von der Kindheit in einer Hochhausstadt der 1970er Jahre, über das Leben in der globalisierten, ausbeuterischen Konsumgesellschaft, bis hin zur modernen Völkerwanderung samt Klimawandel. So entsteht eine archetypische Metageschichte, von einem Helden, der vom Hineingeboren- und Ausgesetz-Sein schließlich zum Handelnden wird.

 

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre !

 

 

Bert Hölscher

Volle Kraft voraus in Richtung Digitalisierung – Digitaler Pionier Bert F. Hölscher im Portrait

Bert Hölscher

Bert F. Hölscher weist Unternehmen den Weg der Digitalen Transformation.

Bert F. Hölscher gehört zu den „Digitalen Pionieren“ in Deutschland. Bereits zu Beginn der 90er führte er den Otto-Konzern erfolgreich in das digitale Zeitalter. Nach vielen Jahren als Vorstandsmitglied in den Hochburgen der Digitalisierung im Silicon Valley sowie in Tel Aviv  gründete er 2007 seine eigene Innovationsberatung sowie das Innovationsnetzwerk „open-focus“. Hölscher, der in seiner langen Laufbahn Firmen wie BMW oder Axel Springer beim Übergang ins digitale Zeitalter begleitet hat, zeigt in seinem bei tredition verlegten Buch „Digitales Dilemma“ auf, wie etablierte Unternehmen den schwierigen, aber unvermeidlichen Weg der Digitalen Transformation erfolgreich bewerkstelligen können.

Mit dem Digital Transformation Framework stellt der Autor ein Vorgehensmodell vor, welches als Navigationssystem durch die einzelnen Phasen des Transformationsprozesses dient und Unternehmen schrittweise  zu einer ganzheitlichen Transformationsstrategie führt, ohne dabei jedoch die alten Werte vollkommen aus dem Blick zu verlieren. Hölschers Buch „Digitales Dilemma“ wurde im September vom tredition-Team zum „Buch des Monats“ gekürt.

Die Digitale Transformation benötigt eine ganzheitliche Sicht auf die verschiedenen Facetten der Digitalisierung.

Die tredition-Redaktion hat Bert F. Hölscher aus diesem Grund zu einem anregenden Interview zu diesen Themen geladen.

tredition: Sie haben als Management Kosmopolit, digitaler Pionier und Innovationscoach den digitalen Wandel verschiedener großer Unternehmen wie der Otto Group, BMW oder Axel Springer mit begleitet, und alle Transformationen der Digitalisierung live miterlebt. Welche Umbrüche haben Sie persönlich als besonders drastisch, welche als besonders interessant empfunden?

Digitaler Pionier Bert F. Hölscher

Bereits zu Beginn der 90er Jahre führte Bert F. Hölscher den Otto-Konzern erfolgreich in das digitale Zeitalter.

Bert F. Hölscher: Bei der ersten Digitalisierungswelle Anfang der 90er Jahre galten wir alle ja noch als Exoten, wenn nicht sogar als Spinner. Innovation und die damit einhergehende Veränderung von Denken und Handeln flößen unseren Managern leider nach wie vor mehr Angst als Vision ein. Innovation und Gestaltungsgeist sind den deutschen Managern leider schon seit längerem als Tugend abhanden gekommen. Das liegt vielleicht auch nicht zuletzt an der vergleichsweise guten Position vieler deutscher Unternehmen im internationalen Wettbewerb. Der deutsche Manager hat sich daher zunehmend auf das Verwalten und Bewahren des aktuellen Status Quo verlagert. Ausnahmen bestätigen bekanntermaßen die Regel. Für jede revolutionäre Idee braucht es einen Visionär an der Spitze eines Unternehmens, der an die Sache glaubt und sich auch gegen Widerstände durchsetzt. Ich hatte das Glück, mit unserem damaligen Vorstandschef Dr. Michael Otto einen solchen Menschen an meiner Seite zu haben. Das war für mich bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt meiner Karriere eine der wichtigsten Erkenntnisse und Lernerfahrungen.

tredition: Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf Ihre tägliche Arbeit?

Bert Hölscher beim Webinar

Bild: Bert F. Hölscher bei einem Vortrag von zur Digitalen Transformation im Staatstheater Karlsruhe.

Bert F. Hölscher: Ich beschäftige mich tagtäglich mit der Digitalisierung. Sei es im beruflichen Umfeld oder auch im Privaten. Vor einem halben Jahr haben wir mit Alexa einen neuen virtuellen Mitbewohner bekommen, der uns inzwischen bei den ganz alltäglichen Dingen unterstützt. Beruflich fühle ich mich manchmal wie ein Wanderprediger, der den Managern den Weg ins gelobte Land weist. Ich bin aber zutiefst davon überzeugt, dass Deutschland seine internationale Wettbewerbsfähigkeit nur dann aufrecht erhalten kann, wenn die Digitalisierung jetzt mit der nötigen Ernsthaftigkeit nach vorn getrieben wird.

Die Explosion der Möglichkeiten im Privaten sowie im Beruflichen durch die zunehmende Digitalisierung sind unvorstellbar groß und einfach faszinierend.

tredition: Was fasziniert Sie besonders an der Frage, wie digitale Prozesse auf unser Leben und unsere Umwelt Einfluss nehmen und diese wandeln?

Bert F. Hölscher: Dass die Dinge, die ich als Jugendlicher in Science Fiction Filmen gesehen habe, nunmehr in rasender Geschwindigkeit Realität werden. Autonomes Autofahren, ferngesteuerte Lieferdrohnen, sprachgesteuerte Helferlein. Die Explosion der Möglichkeiten im Privaten sowie im Beruflichen durch die zunehmende Digitalisierung sind unvorstellbar groß und einfach faszinierend.

Digitales Dilemma

Bild: Cover „Digitales Dilemma“ von Bert F. Hölscher

tredition: Sie haben Ihre Erkenntnisse in Ihrem Titel „Digitales Dilemma“ festgehalten, um Unternehmen eine Strategie an die Hand zu geben. Wie ist das Buch entstanden?

Digitale Transformation

Bild: Die digitale Transformation steht laut Hölscher in Unternehmen, aber auch in unserem täglichen Alltag im Mittelpunkt.

Bert F. Hölscher: Ehrlich gesagt, habe ich vor einigen Jahren festgestellt, dass ich in Sachen Digitalisierung inzwischen ganz schön abgehängt bin. Ich war lange Zeit ganz vorne dabei und plötzlich passierten ganz viel Dinge um mich herum, die ich kaum noch verstanden habe. Da habe ich mir gesagt, das kann so nicht sein und habe mich intensiv mit den verschiedenen Facetten der Digitalisierung beschäftigt. Irgendwann wurde mir bewusst, dass es vielen anderen Managern meiner Generation wohl genauso gehen muss und sie offensichtlich noch viel mehr im Reich der digitalen Möglichkeiten verloren sein müssen. Daraufhin wollte ich ein Buch schreiben, das die Manager meiner Generation leicht verständlich an die mitunter komplex anmutenden Themen der Digitalisierung heranführt. Zudem hatte ich in der Zwischenzeit ein Vorgehensmodell entwickelt, welches den Unternehmen hilft, strukturiert zu einer ganzheitlichen Transformationsstrategie zu finden und aus den Möglichkeiten der Digitalisierung Kapital zu schlagen.

tredition: Erklären Sie unseren Lesern noch einmal in Ihren Worten, was ist das „digitale Dilemma“ eigentlich genau?

3D-Version Digitales Dilemma

Bild: Das Digitale Dilemma besteht, dass sich vor allem deutsche Unternehmen durch Verschlankungsmaßnahmen hoch effizient aufgestellt haben. Effizienz und Standardisierung stehen Innovation und Agilität aber geradezu diametral entgegen.

Bert F. Hölscher: Worum es im eigentlichen Sinne bei der Digitalen Transformation geht, ist ein fundamentaler Umbau des bestehenden Geschäftsmodells. Es geht um nicht weniger als die Neuausrichtung, wenn nicht sogar die Neuerfindung der Art und Weise, wie wir denken und handeln, wie wir Produkte entwickeln und vermarkten, wie wir mit unseren Kunden kommunizieren und wie wir unsere Mitarbeiter befähigen, diesen Transformationsprozess aktiv mitzugestalten. Vor allem die deutschen Manager müssen erkennen, dass sie ihr bestehendes Geschäftsmodell von Grund auf renovieren müssen, obwohl sie damit – zumindest bislang – noch ganz erfolgreich unterwegs sind. Das Digitale Dilemma besteht nicht zuletzt darin, dass sich vor allem die deutschen Unternehmen in den letzten Jahrzehnten durch eine Vielzahl von Verschlankungsmaßnahmen und Restrukturierungsprogrammen hoch effizient aufgestellt haben. Dieses Effizienzstreben könnte für viele Unternehmen aber zum größten Stolperstein im digitalen Wettbewerb werden. Denn der Markt fordert zukünftig ein Höchstmaß an Flexibilisierung, sowohl auf der Produkt- als auch auf der Serviceseite. Effizienz und Standardisierung stehen den für den digitalen Wettbewerb so elementar wichtigen Faktoren wie Innovation und Agilität aber geradezu diametral entgegen.

Die Digitale Transformation benötigt eine ganzheitliche Sicht auf die verschiedenen Facetten der Digitalisierung.

tredition: Sie eröffnen Unternehmern in Ihrem Buch die richtige Strategie im Umgang mit Digitalisierung. Was sind kurz zusammengefasst die wichtigsten Erkenntnisse aus Ihrem Werk?

Bert F. Hölscher bei einem Messeauftritt

Bild: Bert F. Hölscher ist auch als Key Note Sprecher auf Messen unterwegs.

Bert F. Hölscher: Die Digitale Transformation benötigt eine ganzheitliche Sicht auf die verschiedenen Facetten der Digitalisierung. Vereinzelte, unabgestimmte Digitalisierungsprojekte ohne Gesamtkonzept werden als Insellösungen nicht den erhofften Erfolg bringen. Eine über alle Bereiche und Hierarchien abgestimmte Digitalisierungsstrategie in Verbindung mit einer begleitenden Kulturveränderung sind eine unverzichtbare Voraussetzung für einen erfolgreichen Transformationsprozess. Nicht alles werden die Unternehmen gleichzeitig stemmen können. Was Unternehmen brauchen, ist ein Navigationssystem, das ihnen hilft, die begrenzten Ressourcen in die richtigen Projekte zu lenken.

tredition: Was können Unternehmen in Ihrem Werk lernen und welche Mehrwerte gibt es in Ihrem Buch?


Bert F. Hölscher: Ein grundsätzliches Verständnis der Herausforderungen sowie Erfolgsfaktoren der Digitalen Transformation. Das Buch erläutert darüber hinaus auch für den Technologie-Laien die verschiedenen Digitalisierungstreiber wie Big Data, Social Media und das Internet der Dinge und trägt hoffentlich zu einem besseren Verständnis dieser Technologien im Gesamtkontext bei. Nicht zuletzt liefert das Buch einen in der Praxis erfolgreich erprobten Leitfaden zur Entwicklung einer ganzheitlichen Transformationsstrategie.

Es braucht einen inneren Wandlungsprozess, um Neuartiges nicht als Bedrohung sondern als Chance zur Verbesserung zu begreifen.

tredition: Ist Ihr Buch auch für Privatleute interessant?

Bert Hölscher Interview

Bild: Bert F. Hölscher beim Interview mit dem Radiosender badentv.

Bert F. Hölscher: Ja, denn die Digitalisierung betrifft uns ja in allen Lebenslagen. Parkassistenzsysteme oder mobile Bordkarten erleichtern ja bereits heute unser Leben auch im privaten Umfeld. Am Ende sind ja auch die Geschäftsleute, wenn sie zuhause angekommen sind, Privatleute. Ich würde mich freuen, wenn die Menschen die positiven Erfahrungen im privaten Umfeld auch mit in die Unternehmenswelt nehmen und eben auch dort für eine notwendige Innovation Sorge tragen.

tredition: Oftmals stehen wir der stetigen Beschleunigung durch den digitalen Wandel ohnmächtig gegenüber. Was würden Sie einem Menschen raten, der diesem Wandel eher skeptisch gegenübersteht, um dem täglichem Umgang mit dieser Entwicklung positiv anzugehen?

Bert F. Hölscher: Es braucht einen inneren Wandlungsprozess, um Neuartiges nicht als Bedrohung sondern als Chance zur Verbesserung zu begreifen. Der Menschheit ist es bislang noch nie gelungen, technologische Entwicklungen dauerhaft zu verhindern. Wer sich zum Teil der Lösung macht, wird die Früchte der Digitalisierung früher ernten als andere und sich besser in einer immer weiter digitalisierten Welt zurecht finden. Ein weiterer Rat – mein Buch lesen. Angst und Skepsis entstehen zu einem großen Teil aus Unkenntnis. Ein grundsätzliches Verständnis der Mechanismen einer digitalen Welt öffnet den Horizont und macht die Menschen offener für die kommenden Veränderungen.

tredition: Weshalb haben Sie sich bei Ihrem Buch für Self-Publishing entschieden?

Bert F. Hölscher: Bei der Veröffentlichung eines Buches zum Thema Digitalisierung erschien es mir nur konsequent, das Buch auch online über das sogenannte Self-Publishing zu verlegen. Darüber hinaus wollte ich die Erfahrung machen, ein Buchprojekt komplett, in all seinen Facetten kennenzulernen. Von der Gestaltung des Covers über den Buchsatz bis hin zur Vermarktung. Mit tredition wusste ich jederzeit einen kompetenten Partner an meiner Seite.

Wenn es gelingt, eine crowd-basierte Plattform aufzubauen, um Experten zu den verschiedenen Themen online in die Buchentwicklung einzubinden, werden traditionelle Verlage mehr und mehr ihre Existenzberechtigung verlieren.

Buch des Monats Hölscher Digitales Dilemma

Bild: Bert F. Hölscher wurde im September vom tredition-Team mit der Wahl zum „BUCH DES MONATS“ ausgezeichnet.

tredition: Wie schätzen Sie die Zukunft des Self-Publishing ein?

Bert F. Hölscher: Das Self-Publishing bietet einen unkomplizierten und kostengünstigen Einstieg in die Welt des Bücherschreibens. Es öffnet somit einer großen Zahl von Menschen die Möglichkeit Ihre Gedanken, Träume und Leidenschaften zu Papier zu bringen. Self-Publishing wird sich weiter entwickeln. Wenn es gelingt, eine crowd-basierte Plattform aufzubauen, um Experten zu den verschiedenen Themen online in die Buchentwicklung einzubinden, werden traditionelle Verlage mehr und mehr ihre Existenzberechtigung verlieren.

tredition: Wie kam es zu der Entscheidung für eine Veröffentlichung bei tredition?

Bert F. Hölscher: Nach einer ersten Online-Recherche gefiel mir der ganzheitliche Ansatz von tredition. Darüber hinaus überzeugten mich die vielfältigen Vermarktungsmöglichkeiten über tredition. Nach meinem ersten persönlichen Kontakt mit tredition war die Entscheidung gefallen.

tredition: Haben Sie vorab eine spezielle Marketingstrategie für Ihr Buch entwickelt?

Bert F. Hölscher: Nein. Zuerst wollte ich eigentlich nur ein Buch schreiben – ganz allein für mich. Dann kamen Kollegen und motivierten mich, das Buch professionell zu vermarkten. Wir haben dann einen umfangreichen Marketingplan entwickelt, den wir mit Hilfe von tredition und anderen Dienstleistern umgesetzt haben. Die Bemühungen haben sich gelohnt. Bereits am ersten Tag unserer Vermarktungskampagne wurde mein e-Book auf amazon fast dreitausend Mal runtergeladen.

tredition: Welche Maßnahmen gehen Sie konkret an und welche Aktivitäten halten Sie für besonders wirkungsvoll?

Bert F. Hölscher: Es ist wie immer – die Mischung macht’s. Wir haben ein breites Spektrum von Kampagnen entwickelt, sowohl offline als auch online. Darüber hinaus nutzen wir die Vielfalt der Social Media Kanäle und bieten kostenlose Webinare.

Bert Hölscher Autorenfoto

Bild: Nach dem Studium arbeitete er viele Jahre erfolgreich in zahlreichen Managementpositionen in den internationalen Standorten der Digitalisierung.

tredition: Haben Sie aufgrund der Kenntnisse aus Ihrer Branche besondere Tipps für angehende Autoren/innen?

Bert F. Hölscher: Nein, ich bin Ersttäter und als Autor noch ganz am Anfang des Lernprozesses. Es wäre zu früh, um gute Ratschläge zu verteilen. Das können andere sicher viel besser.

tredition: Planen Sie weitere Veröffentlichungen?

Bert F. Hölscher: Ja, als nächstes Projekt steht ein Kinderbuch gemeinsam mit meiner Tochter an. Die auf einer Fahrradtour aus der Not geborene Geschichte eines kleinen Polizisten fand ihre nie endende Fortsetzung in den allabendlichen Gutenachtgeschichten und wurde zum Dauerbrenner in unserem Kinderzimmer. Die Protagonisten wuchsen über die Jahre mit meiner Tochter mit und blieben somit immer aktuell und spannend. Über die Jahre müssen um die tausend Geschichten zusammen gekommen sein. Die wollen wir jetzt aufschreiben und mit Illustrationen meiner Tochter garnieren.

tredition: Lieber Herr Hölscher, wir danken für das spannende und und inspirierende Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Ihrem Buch!

Über den Autor

Bert F. Hölscher
, Jahrgang 1965, wurde in Düsseldorf geboren und studierte an der Universität Köln Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik. Nach dem Studium arbeitete er viele Jahre erfolgreich in zahlreichen Managementpositionen in Europa, USA, dem Nahen Osten und Südostasien. Heute lebt er zusammen mit seiner Frau und Tochter in Hamburg.

Digitales Dilemma

„Buch des Monats“ September 2017

Digitales Dilemma“

Bert F. Hölscher

Digitales DilemmaDigitales Dilemma – Unternehmen im Spannungsfeld zwischen Effizienz und Innovation

Bert F. Hölscher zeigt Unternehmen in „Digitales Dilemma“, wie der Spagat zwischen Existenzsicherung und Zukunftsfähigkeit erfolgreich gemeistert werden kann.

Die Digitalisierung und ihre Folgen verändern die Spielregeln der Wirtschaft grundlegend. Die digitale Revolution hat seit Jahren einschneidende Auswirkungen auf Unternehmen und deren Geschäftsprozesse. Viele Prozesse sind mittlerweile virtualisiert und auch der Kontakt zu Kunden findet immer seltener in der realen Welt statt. Virtuelle Produkte und Dienstleistungen werden immer beliebter – und zu einem Muss für Unternehmen, die in der digitalisierten Wirtschaft überleben wollen. Wer den Anschluss verpasst, der verliert Kunden und geht im schlimmsten Fall unter.  Das grundsätzliche Dilemma besteht vor allem darin, dass die etablierten Unternehmen, obwohl sie mit ihrem bisherigen Geschäftsmodell erfolgreich am Markt agieren, dieses von Grund auf in Frage stellen müssen. Für Unternehmen bedeutet dies, den riskanten Spagat zwischen Existenzsicherung im Hier und Jetzt als auch die Vorbereitung einer Zukunftsfähigkeit zu bewerkstelligen.

„Digitalpionier“ Bert F. Hölscher, der schon Firmen wie die Otto Group, BMW oder Axel Springer beim Übergang ins digitale Zeitalter begleitet hat, zeigt in seinem Buch auf, wie etablierte Unternehmen den schwierigen, aber unvermeidlichen Weg der Digitalen Transformation erfolgreich bewerkstelligen können. Mit dem Digital Transformation Framework stellt der Autor ein Vorgehensmodell vor, welches als Navigationssystem durch die einzelnen Phasen des Transformationsprozesses dient und Unternehmen schrittweise  zu einer ganzheitlichen Transformationsstrategie führt, ohne dabei jedoch die alten Werte vollkommen aus dem Blick zu verlieren.

Marcus Klug

Abenteuer Digitale Revolution – Mit Marcus Klug und Michael Lindner die Zukunft gestalten

Marcus Klug

Bild: Marcus Klug und Michael Lindner interessieren sich für unsere digitale Zukunft und die Möglichkeiten, die wir haben, diese aktiv mitzugestalten.

Marcus Klug und Michael Lindner haben zusammen ein Sachbuch mit dem Titel „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ geschrieben. Das Buch richtet sich insbesondere an Kopfarbeiter und Kreative, die mehr über die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung wissen wollen und die sich dabei fragen, wie wir morgen lernen und arbeiten werden. Darüber hinaus schärft das Buch anhand von außergewöhnlichen Beispielen von Einzelpersonen und Organisationen den Blick für die Möglichkeiten, die im Übergang zum digitalen Zeitalter vor uns liegen, und ermutigt zur aktiven Gestaltung: Abenteuer Digitale Zukunft. Das Buch wurde im März vom tredition-Team zum „Buch des Monats“ gekürt.

Die tredition-Redaktion hat mit Marcus Klug ein inspirierendes Interview zur Buchveröffentlichung geführt.

 

Denn vor jeder größeren kulturellen und gesellschaftlichen Veränderung steht die Transformation im Kopf, der eigentliche Lernprozess im digitalen Wandel.

tredition: Herr Klug, Sie sind als Speaker, Blogger und Autor in der digitalen Branche tätig, die sich nahezu täglich ändert. Welche Umbrüche haben Sie persönlich als besonders drastisch empfunden?

Marcus Klug: Als besonders drastisch empfinde ich hierzulande den Umgang mit dem Thema „Digitale Transformation“. Die Politik ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt nicht dazu in der Lage, langfristig zu denken oder zu regieren. Es dominiert die „Politik des Herumwurschtelns“ à la Merkel, keine echte Gestaltung, keine Visionen und kein strategisches Denken.

Dabei ist vielen Menschen überhaupt nicht klar, wie weit die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen in Bildung und Arbeit bedingt durch den digitalen Wandel in den kommenden 10 Jahren reichen werden. Es ist durchaus vorstellbar, dass die Arbeitslosenquote demnächst auf 50 Prozent steigt, wenn wir nicht vorher die richtigen Hebel in Gang setzen, um etwas gegen diese Entwicklung zu unternehmen, etwa die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens als Gegenmittel zu kommenden Aufständen und Protesten.

Videoclip Marcus Klug_Hamsterrad

Bild: Austauschbare Nummer im Getriebe der Industrie 4.0 oder kreativer Macher im Treibhaus der Zukunft?

Fatal ist an dieser Entwicklung auch, dass wir hier in Deutschland immer noch so tun, als ob alles in Ordnung wäre und die Wirtschaft immer weiter floriere. Dieser Schein trügt. Der Anteil an prekären Anstellungen, Projektarbeit und zeitlich befristeten Verträgen steigt weltweit seit vielen Jahren stark an, während die Sicherheiten im regulären Angestelltenverhältnis immer weiter zurückgehen: angefangen vom Kündigungsschutz bis zur Rentenvorsorge, mit Ausnahme von Beamten. Auch erleben wir bereits heute schon die Ära der Minuszinsen bei klassischen Anlagen und demnächst die Abschaffung des Bargelds.

Viele Jobs, auch akademische Berufe, werden schon bald verschwinden, wenn diese Berufe mehr mit Kontrolle, Verwaltung und Routinetätigkeiten zu tun haben und sich im Kern nicht neu ausrichten. Ein gutes Beispiel ist dafür das Management. Ich kann mich in diesem Zusammenhang noch gut an ein Interview mit Thomas Sattelberger erinnern, Querdenker und Ex-Telekom-Personalvorstand, das auch in unserem Sachbuch enthalten ist: „Raus aus dem Industriekorsett“.

Wenn man die Aufgaben eines Managers eher verwaltend und kontrollierend auslegt, dann wird der Manager bald überflüssig und kann ohne Probleme durch Hochleistungsrechner und intelligente Algorithmen ersetzt werden.

Wenn man die Aufgaben eines Managers eher verwaltend und kontrollierend auslegt, dann wird der Manager bald überflüssig und kann ohne Probleme durch Hochleistungsrechner und intelligente Algorithmen ersetzt werden. Wenn man die Aufgaben des Managers dagegen eher kreativ auslegt und er zukünftig mehr als Coach für seine Mitarbeiter fungiert, sieht das schon ganz anders aus. Genau diese Frage stellt sich demnächst in vielen akademischen Berufen: Welche Aufgabengebiete sind durch Algorithmen, Computer und Roboter ersetzbar und welche nicht? Was zeichnet den intelligenten Menschen gegenüber Maschinen im digitalen Zeitalter aus?

tredition: Welche Auswirkungen hat der digitale Wandel auf Ihre Arbeit?

Marcus Klug:  Es gibt viele Dinge, die sich in meiner Arbeit verändert haben, seit dem ich mich mit dem digitalen Wandel intensiver auseinandersetze. So fing ich beispielsweise bereits vor vielen Jahren aus Überzeugung damit an, „nur noch“ an vier Tagen die Woche als Angestellter zu arbeiten, während ich die restliche Zeit für „freie Projekte“ nutze, ein Arbeitsmodell, was ja so ähnlich auch von solchen Firmen wie Google bekannt ist: Denn neben regulären Tätigkeiten für ein bestimmtes Unternehmen sollten Kopfarbeiter, die angestellt sind, immer auch genügend Freiraum für andere Projekte haben, um sich kreativ mehr zu entfalten. Und für Selbständige bedeutet diese Art von Philosophie wiederum, mentalen Abstand zu der eigenen Arbeit zu finden. Auch einmal die Dauerbetriebsamkeit bewusst zu unterbrechen und den falschen „Erschöpfungsstolz“ als Erbe der Industrialisierungsepoche mehr abzustreifen.

Marcus Klug

Bild: Marcus Klug, Jahrgang 1977, beschäftigt sich als Redner, Blogger und Autor mit der Frage, wie Lernen und Arbeit durch den digitalen Wandel verändert werden und welche neuen Möglichkeiten und Perspektiven sich insbesondere für Menschen und Organisationen ergeben, die viel mit der Anwendung und Kommunikation von Wissen und Informationen zu tun haben.

Mittlerweile bin ich neben meiner Anstellung als Online-Redakteur und Formatentwickler (Blogs, E-Books und Web-Videos) an einem Demenzforschungsinstitut dabei, mir auf der Basis des Sachbuchs „Morgen weiß ich mehr“ ein Expertenprogramm als Redner zum Thema „Intelligenter lernen und arbeiten im digitalen Zeitalter“ aufzubauen. Dabei kommt mir auch zu Gute, dass ich bereits als Angestellter über viele Freiheiten in der Gestaltung meiner Arbeit verfüge und häufiger auch im Homeoffice-Modus tätig bin.

Mit unserem Sachbuch wollen wir auch andere Kopfarbeiter und Kreative dazu animieren, entweder als Angestellte neben dem regulären Job eigene Wissensprodukte wie unter anderem E-Books, Online-Trainings oder gar ein eigenes digitales Expertenprogramm zu entwickeln oder eben die eigene Selbständigkeit smarter zu gestalten, in dem man beispielsweise konsequenter auf die Möglichkeiten des Internets in der Automatisierung und Vereinfachung von einzelnen Arbeitsaufgaben und Prozessen setzt.

Wir wollten von Anfang an stärker den Fokus auf die positiven Seiten der Digitalisierung setzen und die Perspektive umkehren.

Dabei ist außerdem noch ganz entscheidend, dass man sich von den Extremen im Denken verabschiedet: etwa als Angestellter Knall auf Fall zu kündigen, weil man vielleicht mit dem eigenen Job unzufrieden ist. Das geht auch smarter. In zwei bis drei Jahren ist es beispielsweise durchaus möglich, mit einem Online-Business und eigenen Wissensprodukten neben einer Anstellung durchzustarten. Und man kann sich dann immer noch überlegen, ob man tatsächlich zu 100 Prozent als Solopreneur unterwegs sein möchte oder eben nicht. Heute sind bereits fernab von den Extremen viele Mischformen in der Gestaltung der eigenen Wissensarbeit denkbar. So wird etwa vor diesem Hintergrund der Anteil an Angestellten hierzulande, die nach Feierabend gründen, bereits auf mehr als 500.000 Personen geschätzt, Tendenz steigend.

tredition: Was fasziniert Sie besonders an der Frage, wie Lernen und Arbeit durch den digitalen Wandel verändert werden?

Marcus Klug: Grundvoraussetzung für eine andere Art des Arbeitens ist zunächst einmal im Übergang zum digitalen Zeitalter, dass wir uns mental als Kopfarbeiter und Kreative von der Epoche der Industrialisierung verabschieden. Die Frage, die mich dabei so fasziniert, ist die Frage danach, wie echte Transformation gelingt. Denn vor jeder größeren kulturellen und gesellschaftlichen Veränderung steht die Transformation im Kopf, der eigentliche Lernprozess im digitalen Wandel.

Profil Michael Lindner

Bild: Michael Lindner ist Dozent für die Themen Selbstmanagement, Digitale Arbeitsorganisation und Wertstrategien.

Wenn Sie industrielle Arbeit betrachten, so geht es dabei vor allem um zeitlich eng determinierte Tätigkeiten, um unterteilte, spezialisierte Arbeit, um die Trennung von Denken und Ausführen und um eine vertikal ausgerichtete Herrschaftsstruktur. Im digitalen Zeitalter können diese Rahmenbedingungen zumindest für Kopfarbeiter und Kreative so nicht mehr weiter aufrechterhalten werden, wenn Sie als Organisation innovativer sein wollen. Routinetätigkeiten, Fließbandarbeit, verwaltende und kontrollierende Aufgaben sind an dieser Stelle nicht mehr von Bedeutung und können so oder so verstärkt durch Maschinen ersetzt werden.

Von Bedeutung sind dann ganz andere Kompetenzen, etwa die Fähigkeit, innovativer bei der Lösungsfindung für Probleme zu denken, bereichsübergreifende Kooperationen und Netzwerke auszubilden oder die Gabe neben der Spezialisierung, in übergeordneten Zusammenhängen zu denken. Auch gibt es keine eng determinierten Arbeitszeiten mehr, die von außen für sie strukturiert werden, etwa der Bürojob von 9 bis 17 Uhr oder die Stempeluhr. So sind Sie auch als Angestellter zukünftig immer mehr selbstverantwortlich für die zeitliche und räumliche Gestaltung ihrer Arbeit.

Zugespitzt formuliert: Sie entscheiden, wann Sie Pause machen wollen und wann nicht. Wann Sie die Arbeit unterbrechen wollen und wann nicht. Wann Homeoffice Sinn macht und wann nicht. Was zählt ist nicht mehr die Anwesenheit, sondern die Ergebnisorientierung. Das sind wirklich radikale Veränderungen. Und das hat sehr viel mit Lernen zu tun.

tredition:  Sie haben gemeinsam mit Michael Lindner Ihre Erkenntnisse zum Wandel in Ihrem Buch „Morgen weiß ich mehr“ festgehalten. Wie kam es zu diesem Entschluss und zur gemeinsamen Kooperation?

Marcus Klug: Michael Lindner und meine Wenigkeit haben 2011 beide eine Ausbildung zum Projektmanager in Köln absolviert. In dieser Zeit kam ich auch auf die Idee, einen Blog ins Leben zu rufen, wo es schwerpunktmäßig um die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung gehen sollte, und wie sich diese Folgen in Bildung und Arbeit auswirken. Dabei gab es zu dieser Zeit viele Bücher, die hierzulande eher die negativen Folgen dieser Entwicklung fokussierten, beispielsweise Frank Schirrmacher mit dem Buch „Payback. Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen“.

Morgen weiß ich mehr - Buch des Monats

Bild: „Morgen weiß ich mehr“ von Marcus Klug und Michael Lindner

Da wir uns beide für diese Themen stark interessieren, habe ich Herrn Lindner dann 2012 angeboten, regelmäßig für den Blog Digitalistbesser.org zu schreiben. Und wir wollten von Anfang stärker den Fokus auf die positiven Seiten dieser Entwicklung setzen und die Perspektive umkehren. Deshalb auch der Titel „Digital ist besser“, angelehnt an einen Song von Tocotronic, eine Indie-Band aus Hamburg.

Der Mehrwert für Kopfarbeiter und Kreative besteht darin, mehr zur Reflexion animiert zu werden, was die Frage anbelangt, wie sich die Digitalisierung im eigenen Leben auswirkt und welche Gestaltungsmöglichkeiten damit verbunden sind.

Welche Mehrwerte gibt es in Ihrem Blog? Wo besteht die Verbindung zu Ihrem Sachbuch „Morgen weiß ich mehr“?

Marcus Klug: Ursprünglich gab es auf unserem Blog vor allem drei Themen, mit denen wir uns intensiver befasst haben. Einerseits ging es um die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung in Arbeit und Bildung, dann beschäftigten wir uns aber auch mit der Frage, wie gerade Kopfarbeiter und Kreative von dieser Entwicklung profitieren, indem sie beispielsweise eigene Wissensprodukte wie E-Books, Web-Videos und Online-Trainings gestalten und schließlich legten wir noch einen weiteren Fokus auf die Frage nach dem Selbstmanagement, wie sich das eigene Management mit der Digitalisierung verändert und welche Werkzeuge dabei helfen, die Selbstorganisation zu verbessern. Diese Themen haben wir in den letzten zwei Jahren unter der Kategorie „Morgen weiß ich mehr“ zusammengefasst – als Basis zu unserem Sachbuch.

Der Mehrwert für Kopfarbeiter und Kreative, bei denen der digitale Wandel früher oder später am Schreibtisch ankommen wird, besteht darin, mehr zur Reflexion animiert zu werden, was die Frage anbelangt, wie sich die Digitalisierung im eigenen Leben auswirkt und welche Gestaltungsmöglichkeiten damit verbunden sind. Und auf der anderen Seite gibt es auf unserem Blog immer wieder auch konkrete Tipps und Kniffe, wie einzelne digitale Komponenten und Plattformen dazu beitragen, die eigene Weiterbildung und das Selbstmanagement zu verbessern. Daraus ist dann 2015 die Idee zu einem gemeinsamen Sachbuch entstanden, um in vier modular aufgebauten Kapiteln diese Dimensionen zusammenführen: 1. Zukunftsvisionen, 2. Lernen im digitalen Wandel, 3. Wissens- und Kreativarbeit und 4. Strategie mit dem Schwerpunkt auf smarte Business Konzepte und Wissensprodukte sowie Selbstmanagement und Meditation als Ergänzung.

Blog Marcus Klug

Bild: Digitalistbesser.org bildet als Blog eine Ergänzung zu der Veröffentlichung des Sachbuchs „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ von Marcus Klug und Michael Lindner.

tredition: Sie eröffnen Lesern in Ihrer Veröffentlichung die richtige Strategie im Umgang mit Digitalisierung. Was sind kurz zusammengefasst die wichtigsten Erkenntnisse aus Ihrem Werk?

Marcus Klug: Zunächst sollte man sich erst einmal vergegenwärtigen, was der Begriff der „Strategie“ überhaupt bedeutet. So können Sie beispielsweise bei Rainer Zimmermann in „Das Strategiebuch“ von 2011 dazu folgende Bemerkung dazu lesen: „Strategischer Nutzen ist immer gesteigerter Nutzen. Er verkürzt die Zeit zur Erreichung eines Ziels, minimiert Aufwand und Risiko, erhöht die Ausbeute“. Von EINER „richtigen“ Strategie kann man dabei allerdings eher nicht sprechen.

Zum 30. Geburtstag des Computer-Spiels Pacman hatte Google 2010 eine besondere Überraschung vorbereitet. Beim Geburtstag von Pacman  setzten die Programmierer anstatt eines Bildes ein kleines, voll funktionsfähiges Pacman-Spiel über die Suchleiste. So konnten die Besucher der Suchmaschine volle 48 Stunden eine Runde Pacman spielen – und das taten sie auch! Als die zusätzlichen Zeiten, welche die Nutzer weltweit auf Google verbrachten, addiert wurden, kamen 4,8 Millionen Stunden zusammen. Auf Österreich bezogen, wären das 2011 60 Prozent der Arbeitszeit gewesen.

Was ich damit sagen will: Aus strategischer Perspektive wird wahnsinnig viel Arbeitszeit völlig sinnlos verschwendet. Daher stellt sich immer die Frage: Was kann ich unternehmen, um mich weniger abzulenken und produktiver zu arbeiten? Und wenn Sie beispielsweise darüber hinaus neben ihrer Anstellung ein Online-Business mit eigenen Wissensprodukten aufbauen wollen, dann spitzt sich diese Frage noch weiter zu, weil sie eben neben Ihrem Hauptjob über relativ wenig Zeit verfügen und da ist dann ihr Kopf noch wesentlich stärker gefragt.

Daher geht es in unserem Buch vor allem um Gestaltung und Transformation, um die Frage, wie Sie zum Gestalter des digitalen Wandels werden.

Deshalb beschäftigen wir uns ja in unserem Sachbuch im „Strategie“-Teil genau mit solchen Fragen und zeigen auf systematische Weise am Beispiel von herausragenden Einzelpersonen auf, wie Sie auf smartere Art einen Newsletter gestalten können, einen Blog aufsetzen, eine Podcast-Serie ins Leben rufen, ein Online-Training veranstalten oder gar ein Membership-Portal mit möglichst hohem strategischen Nutzen umsetzen. Dafür brauchen Sie immer einen Plan, Ihren Kopf und eine Strategie!

Um derartige Ziele über mehrere Jahre quasi als Langstreckenläufer erfolgreich umzusetzen, sollten Sie sich als angehender Online-Unternehmer ebenso mit der Frage beschäftigen, wie sie all die Dinge in möglichst kurzer Zeit lernen können, die Sie heute noch nicht beherrschen, und wie Sie mit all den Ablenkungsmöglichkeiten im Internet durch Selbstmanagement und Meditation produktiver umgehen.

Auch dazu zeigen wir im Kapitel „Lernen im digitalen Wandel“ in unserem Sachbuch viele neue Möglichkeiten auf, neben der Arbeit ein eigenes Bildungscurriculum zu gestalten, sich eigene Lernziele im digitalen Wandel zu setzen, ohne beispielsweise am Wochenende teure Seminare zu besuchen oder ein weiteres Studium an einer Fernuniversität neben dem regulären Job dranzuhängen.

Daher geht es in unserem Buch vor allem um Gestaltung und Transformation, um die Frage, wie Sie zum Gestalter des digitalen Wandels werden, wie sie bewusster mit Ihren Ressourcen umgehen und weniger Verschwendung betreiben, und wie Sie zwischen Ökonomie und Ökologie die Perspektive erweitern. Das gilt selbstverständlich auch für Organisationen!

tredition: Oftmals stehen wir der stetigen Beschleunigung durch den digitalen Wandel ohnmächtig gegenüber. Was würden Sie einem Pessimisten raten, um dem täglichem Umgang mit dieser Entwicklung richtig anzugehen?

Marcus Klug: Ohnmacht hat meistens etwas mit Angst zu tun. Also lernen Sie am besten, produktiver mit Angst umzugehen. Denn der digitale Wandel wird in den nächsten 10 Jahren weitreichende Folgen in Kultur und Wirtschaft haben, ob Sie das wollen oder nicht!

Wir wissen beispielsweise aus der Forschung, dass regelmäßige Meditation zu einem produktiveren Umgang mit Angst beiträgt. Gut erforscht ist dieser Zusammenhang beispielsweise am 6-wöchigen MBSR-Programm. MBSR bedeutet „Mindfulness-Based Stress Redution“, also auf Deutsch: „Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion“.

MBSR ist ein von dem Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn in den späten 1970er Jahren in den USA entwickeltes Programm zur Stressbewältigung durch gezielte Lenkung von Aufmerksamkeit und durch Entwicklung, Einübung und Stabilisierung erweiterter Achtsamkeit. Sehr empfehlenswert, wie ich aus eigener regelmäßiger Praxis neben Langstreckenläufen nur bestätigen kann!

Forschungen haben belegt, dass dieses Programm zum Abbau von Angst beitragen kann. Ein Beispiel dazu wären Forschungen zum Umgang mit generalisierten Angststörungen. Personen mit generalisierter Angststörung wiesen nach Absolvierung eines MBSR-Programms im Kontrollgruppenvergleich weniger Angst auf. Sie reagierten auch mit weniger Angst und negativem Stress auf einen Stresstest und machten positivere Aussagen über sich selbst.

Im Übergang zum digitalen Zeitalter bricht ein goldenes Zeitalter für kreative Wissensvermittler an, die eigene Produkte gestalten und vertreiben wollen und nicht mehr an einem Verlag gebunden sein wollen.

tredition: Weshalb haben Sie sich bei Ihrem Buch für Self-Publishing entschieden?

Marcus Klug: Bevor ich mich dazu entschieden habe, hatte ich bereits zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften und Magazinen veröffentlicht, über Jahre gebloggt und als Berater und Redakteur im Agentur- und Verlagswesen gearbeitet. Hinzu kommt mein aktueller Job im Social Media-Bereich an einem Demenzforschungsinstitut, den ich jetzt bereits auch schon seit 2012 ausübe, und bei dem es vor allem darum geht, das Wissen aus der Forschung an Entscheider und Praktiker zu vermitteln, und zwar über digitale Medien wie Blogs, Podcasts, Videos und Online-Trainings.

Videoclip Marcus Klug

Bild: „Morgen weiß ich mehr“ dient vor allem dazu, Kopfarbeiter und Organisationen dazu zu inspirieren, den digitalen Wandel als Gestaltungsaufgabe wahrzunehmen.

Dabei wurde mir immer klarer, dass im Übergang zum digitalen Zeitalter ein goldenes Zeitalter für kreative Wissensvermittler anbricht, die eigene Produkte gestalten und vertreiben wollen und nicht mehr an einem Verlag gebunden sein wollen. Das setzt natürlich auch voraus, dass man ein Stück weit seine Komfortzone verlässt und unternehmerischer denkt, wenn man sich vorgenommen hat, beispielsweise ein eigenes Buch unabhängig von einem Verlag zu gestalten. Verkauf und Marketing sind dabei neben dem Inhalt ebenso zentrale Bausteine wie das Buchdesign und die Gestaltung der Verpackung.

Also habe ich mir gedacht: Konzeption, Schreiben, Wissen vermitteln und Zeichnen ist dein Ding, Designer kennst du viele aus deinem privaten Umfeld, mit PR und Marketing kennst du dich auch ganz gut aus und Social Media-Kommunikation einschließlich Podcasts und Videos machst du jetzt schon hauptberuflich seit einigen Jahren. Alles Dinge, die man als professioneller Selfpublisher braucht, in unserem Fall für die Umsetzung und den Vertrieb eines Sachbuchs zum digitalen Wandel. Ich wollte all diese Dinge bei diesem Buchprojekt allerdings in Teamarbeit umsetzen, um die viele Arbeit besser aufzuteilen, gerade wenn einem auch noch nicht in allen Bereichen bewusst ist, wie viel Arbeit im Detailbereich anfällt. Also haben sich Michael Lindner und meine Wenigkeit für dieses Projekt zusammengetan und dabei war uns bereits zu Beginn klar, dass wir einzelne Aufgaben auch auslagern bzw. weiter austesten wollten, wie weit man als Selfpublisher bereits heute von einzelnen digitalen Möglichkeiten profitiert.

Also haben wir beispielsweise für die Finanzierung unseres Buchlektorats im Vorfeld eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne auf Startnext durchgeführt, bei der wir 2.000 Euro eingenommen haben, bei der Recherche teilweise mit virtuellen Assistenten zusammengearbeitet, eine Buchvorlage von einem amerikanischen Designer für das eigene Format genutzt und modifiziert und bei dem Vertrieb auf das Angebot von tredition gesetzt, nachdem wir uns zuvor ausgiebig mit der Frage auseinandergesetzt haben, welche Angebote es in diesem Bereich gibt.

tredition: Wie schätzen Sie die Zukunft des Self-Publishing ein?

Marcus Klug: Es gibt ja weltweit immer mehr Menschen, die zu Selfpublishern werden, während viele Verlage gerade in Deutschland noch nicht wirklich agil denken und handeln, wenn es um das Erschließen von neuen Möglichkeiten und Nischen im Übergang zum digitalen Zeitalter geht. Gerade größere Verlage sind häufiger mit Tankern im Ozean zu vergleichen, denen es an der Wendigkeit und Intelligenz von Delphinen mangelt: Da wird dann ein heute so enorm erfolgreicher Thriller-Autor wie Sebastian Fitzek auch schon mal als zu „experimentell“ eingestuft, nur weil er seine Storys mit seinen Figuren und Handlungsorten nach Deutschland verlegt.

Insbesondere für Authorpreneure, die sich mehr als Multimedia-Autoren und Unternehmer verstehen, gibt es bereits heute zahlreiche neue Möglichkeiten in der Entwicklung und Umsetzung von Selfpublishing-Formaten, die es so früher nicht gab oder die in der Umsetzung viel zu aufwendig und teuer gewesen wären. Besonders spannend finde ich dabei Crossmedia-Formate. Also gerade Formate, die noch häufig von traditionellen Verlagen hierzulande abgelehnt werden, etwa Mischformen zwischen Sachbuch und Roman („Sachroman“) oder Kreuzungen aus Fachbüchern und Ratgebern mit integrierten Videos, Podcasts und Checklisten. Auch Medien-Mixe, die über eine Cloud heruntergeladen werden können, sind mittlerweile stärker im Kommen. So hat beispielsweise die relativ bekannte deutsche Reisebloggerin Conni Biesalski (Planet Backpack) ein Buch in der Art eines Online-Kurses herausgegeben („Digital Unabhängig Frei“), das in zwei Versionen erhältlich ist (Light-Paket/Hell Yeah-Paket) und unter anderem aus einem E-Book, Video-Interviews mit Experten und einem zusätzlichen Tutorial besteht.

Wohin die Reise im Selfpublishing geht, sieht man ja aktuell auch sehr gut am Beispiel von Amazon. So bietet Amazon ja neuerdings auch Self-Publishing für Filmproduzenten an. Die können ihre Filme unter anderem über Amazon Prime vertreiben. Diese Option ist aber nicht nur für Filmemacher spannend, sondern gerade auch für Multimedia-Autoren. So können Sie beispielsweise einen eigenen Info-Film als Experte vertreiben, der beispielsweise aus Doku-Sequenzen mit Interviews besteht und zusätzlichen animierten Passagen im Videoscribing-Stil, in denen Sie beispielsweise komplexere Zusammenhänge zu einem bestimmten Thema vermitteln oder herausragende Fallbeispiele und Storys von Einzelpersonen und Organisationen erzählen, so wie wir das ja beispielsweise auch in unserem Sachbuch gemacht haben, wenn es um die Gestaltung des digitalen Wandels geht.

Der Vorteil von tredition liegt meines Erachtens vor allem darin, dass ein Teil des Buchmarketings und der Pressearbeit im Preis enthalten ist.

tredition: Wie kam es zu der Entscheidung für eine Veröffentlichung bei tredition?

Marcus Klug Buch des monats

Bild: Das Sachbuch, das im März 2017 als tredition „Buch des Monats“ ausgezeichnet wurde, schärft anhand von außergewöhnlichen Fallbeispielen von Einzelpersonen und Organisationen den Blick für die Möglichkeiten, die im Übergang zum digitalen Zeitalter vor uns liegen, und ermutigt zur aktiven Gestaltung: Abenteuer Digitale Zukunft!

Marcus Klug: Ich muss dabei zugeben, dass ich bei dieser Entscheidung zunächst skeptisch war. Nach einer längeren Recherche zum Thema „Selfpublishing“ und einem Interview mit Matthias Matting blieben für Herrn Lindner und meine Wenigkeit noch drei Optionen übrig: Vertrieb über tredition, BoD oder Amazon Create Space. Ich votierte für Amazon, während mein Partner dagegen auch weiterhin tredition präferierte.

Der Vorteil von tredition gegenüber BoD liegt meines Erachtens vor allem darin, dass ein Teil des Buchmarketings und der Pressearbeit im Preis enthalten ist. Außerdem bezahlt man nach einem Jahr nicht wieder erneut dafür, dass ein eigenes Buch weiterhin über eine derartige Plattform vertrieben und in den Shops wie unter anderem Amazon mit ISBN-Nummer in verschiedenen Formaten (E-Book, Paperback und Hardcover) angeboten wird.

Schließlich hat mich bei tredition der Service überzeugt. Sehr freundliche, kompetente und hilfsbereite MitarbeiterInnen, die alle Fragen, die sich beim Selfpublishing stellen, in den meisten Fällen sehr schnell beantworten. Und dann haben wir uns natürlich auch sehr darüber gefreut, als unser Sachbuch im März 2017 vom tredition-Team zum Buch des Monats erkoren worden ist.

tredition: Thema Marketing für Ihr Buch! Haben Sie vorab eine spezielle Marketingstrategie für Ihr Buch entwickelt?

Marcus Klug: Ursprünglich sollte es neben unserem Sachbuch noch einen zusätzlichen Band mit 16 Experten-Interviews zu den Schwerpunkten „Zukunftsvisionen“, „Lernen im digitalen Wandel“, „Wissens- und Kreativarbeit“ und „Strategie“ als Ergänzung geben. Speziell bei diesem Buch-Vorhaben ging es neben möglichst spannenden Gesprächen und Impulsen zum digitalen Wandel insbesondere auch um den Marketingaspekt.

So konnten wir für unser Buch einige in Ihrer Nische wirklich bekannte Experten gewinnen, die zum Teil auch über eine relativ große Reichweite im Social Web verfügen, etwa Thomas Sattelberger, Markus Albers, Boris Gloger, Ehrenfried Conta Gromberg und Dirk Baecker, um nur einige Namen zu nennen. Wir haben uns dann jedoch aufgrund des zusätzlichen zeitlichen Aufwands und des Finanzierungsaspekts am Ende doch für eine andere Option entschieden, nämlich einige dieser Interviews vor der Veröffentlichung unseres Sachbuchs bereits auf unserem Blog zu veröffentlichen, während andere Interviews dann wiederum exklusiv in unserem Sachbuch publiziert wurden und dann gibt es ab Mai 2017 auch noch eine 10-teilige Podcast-Serie mit dem Titel „Abenteuer Digitale Zukunft: Ihr Reiseführer durch unbekanntes Terrain“, die unter anderem über Digitalistbesser.org, Podigee und iTunes vertrieben wird.

tredition: Welche Maßnahmen gehen Sie konkret an?

Marcus Klug: Marketing ist für mich immer ein Mix. Und die Wirkung von Marketing entfaltet sich auch meistens immer erst nach einer gewissen Zeit, daher ist neben Planung, Strategie, Kommunikation und Verkauf im Marketing immer auch eine gewisse Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen gefragt, wenn man einzelne Maßnahmen durchtestet und sich anschaut, welche Maßnahmen erfolgreicher und welche weniger erfolgreich sind.

Durch das Autoren-Konto bei tredition haben Sie ja durch den Bereich Provisionen bereits eine wichtige Kennziffer für das Marketing. So sehen Sie nämlich anhand Ihres Kontos von Woche zu Woche, wie viele Exemplare Ihres Buches Sie bereits absetzen konnten und welche Maßnahme verkaufsmäßig besonders gut funktioniert hat. Andere Kennziffern können Sie beispielsweise über Google Analytics ermitteln („Conversiontracking“), in dem Sie sich beispielsweise anschauen, wie viele Besucher Ihrer Website bereits Ihren Newsletter abonnieren oder ein einzelnes Produkt von Ihnen gekauft haben. Das können Sie da alles einstellen, je nachdem, welche Kennziffer Sie weiter verfolgen wollen.

Marcus Klug in Aktion

Bild: Marcus Klug arbeitet als Autor und Speaker und betreibt den Blog www.digitalistbesser.org .

Dann gibt es die einzelnen Maßnahmen. Zunächst die „Werkzeugkiste der Dinosaurier“, so wie das Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg in Ihrem Marketing-Generator bezeichnen. Etwa Film, Funk/Radio, Fernsehen/TV, Anzeigen, Plakate. Das sind Maßnahmen, die für professionelle Selfpublisher mit der Ausnahme von Radio eher nicht in Frage kommen bzw. zu kostspielig sind. Und dann gibt es die „Werkzeugkiste der Delphine“, etwa Content-Marketing, Newsletter-Marketing, Suchmaschinen-Marketing, Social Media-Marketing, Kooperationsmarketing und Presse/Medien.

Jetzt sollten Sie sich allerdings auch genauer überlegen, welche von diesen Maßnahmen im Marketing-Mix für Sie prinzipiell in Frage kommen und welche eher nicht. Und wie es mit dem Verhältnis von Aufwand und Ertrag aussieht, ganz wesentlich!

Mein Verkaufsziel bei unserem Sachbuch liegt in der ersten Auflage bei 400 Exemplaren. Für die zweite erweiterte Auflage zu Beginn des nächsten Jahres möchte ich noch mehr Exemplare verkaufen. Dabei liegt der Fokus bei unserem Sachbuch allerdings nicht im Direktverkauf, sondern neben möglichst hochwertigem Content für unsere Leser in der Reputation als Experte, in der Erzielung eines höheren Bekanntheitsgrades und im Verkauf weiterer Produkte, die mit unserem Sachbuch zusammenhängen. In meinem Fall sind das vor allem Impulsvorträge und Keynote Speeches.

Dementsprechend auch das Marketing. Zunächst die „Plattform-Strategie“, also das regelmäßige Veröffentlichen von Beiträgen und Interviews auf unserem Blog und in einzelnen Social Media-Kanälen wie unter anderem Google+, Facebook und Twitter. Zu Beginn haben wir das mit mehreren speziellen Kanälen zu unserem Sachbuch gemacht, machen das aber mittlerweile mit Ausnahme unseres „Morgen weiß ich mehr“-Kanals auf YouTube nur noch über unsere eigenen Kanäle. Bei mir ist das mehr Facebook, bei Herrn Lindner mehr Twitter. Dann kommt unser „Morgen weiß ich mehr“-Newsletter dazu, den wir über Mailchimp vertreiben. Und es gab bereits auch schon mehrere Pressemitteilungen über verschiedene größere Verteiler, etwa eine Pressemitteilung über die Kommunikationsabteilung der Universität Witten/Herdecke.

Aktuell bin ich seit Wochen mit der Anfrage von (Fach-)Journalisten und Bloggern beschäftigt, was mögliche Buchbesprechungen, Interviews und Gastbeiträge anbelangt. Im Anschluss gibt es dann noch eventuell ein automatisiertes Webinar zu einzelnen Schwerpunkten unseres Sachbuchs, was wir in verschiedenen Kanälen anwerben werden und eine 10-teilige Podcast-Serie mit dem Titel „Abenteuer Digitale Zukunft: Ihr Reiseführer durch unbekanntes Terrain“.

Spätestens im Juli 2017 möchte ich mit allen Marketing-Maßnahmen durch sein und mich mehr auf meine eigene Website „marcusklug.de / Wissensabenteuer für die digitale Zukunft“ konzentrieren. Im Rahmen dieses Auftritts und auf der Basis unseres Sachbuchs plane ich beispielsweise gerade für Oktober/November 2017 mehrere Video-Trainings für die Weiterbildungsplattform Udemy.com. Und selbstverständlich werde ich noch in diesem Jahr weitere Aufträge als Redner akquirieren. Mein Ziel: als Experte und Speaker in zwei Jahren ein eigenes Programm zum Thema „Intelligenter lernen und arbeiten im digitalen Wandel“ mit verschiedenen Produkten zu etablieren.

Selfpublishing stellt meiner Meinung nach eine wirklich empfehlenswerte Alternative dar, vorausgesetzt, dass Sie mehr unternehmerisch denken, zumindest wenn Sie als (Fach-)Autor mit der Zeit auch gutes Geld mit eigenen Wissensprodukten als Authorpreneur verdienen wollen!

tredition: Haben Sie aufgrund der Kenntnisse aus Ihrer Branche besondere Tipps für angehende Autoren/innen?

Marcus Klug: Menschen, die gerne Wissen vermitteln und neue Kommunikationsmöglichkeiten im Internet ausprobieren, was die Verbreitung von Beiträgen, Ratgebern, Fach- und Sachbüchern anbelangt, brauchen heute nicht mehr unbedingt den klassischen Weg über einen Verlag gehen.

Wenn Sie beispielsweise als Experte einen Fachbeitrag publizieren, dann bekommen Sie teilweise überhaupt kein Geld mehr dafür. Erst wenn Sie sich aus dem alten Verlagsmodell mental ausklinken und Ihre Produkte auch rechtlich selbständig aufsetzen, sind Sie flexibel genug, Ihre Wissensprodukte im heutigen Markt sinnvoll zu bewegen. Und um zu einem Schreibprofi zu werden, müssen Sie heute auch nicht mehr unbedingt Artikel für Zeitschriften und Magazine schreiben, je nachdem, welches Ziel Sie damit verfolgen.

Sie beginnen beispielsweise mit einem Blog und fangen an, regelmäßig zu schreiben, etwa von Woche zu Woche. Dann schreiben Sie parallel dazu Gastbeiträge auf anderen Blogs und größeren digitalen Plattformen, um mehr Reichweite und Bekanntheit aufzubauen. Und schließlich schreiben Sie längere Texte: kürzere E-Books und Ratgeber etwa. Dann kommt vielleicht der Marathon: das Sachbuch. Im Falle unseres Sachbuchs „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ sind wir diesen Marathon über zwei Jahre zu zweit gelaufen: Michael Lindner und meine Wenigkeit.

Marcus Klug_Autorenbild

Bild: Der Blick auf die Umwelt: Wie sehen die kulturellen und gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung aus?

Und Selfpublishing stellt meiner Meinung nach auf diesem Weg eine wirklich empfehlenswerte Alternative dar, vorausgesetzt, dass Sie mehr unternehmerisch denken, zumindest wenn Sie als (Fach-)Autor mit der Zeit auch gutes Geld mit eigenen Wissensprodukten als Authorpreneur verdienen wollen!

tredition: Planen Sie weitere Veröffentlichungen?

Marcus Klug: Wir werden im ersten Quartal des nächsten Jahres eine aktualisierte, erweiterte zweite Auflage unseres Sachbuchs veröffentlichen – wahrscheinlich wieder über tredition. Dabei betrachten wir die erste Auflage unseres Sachbuchs als „offenen Prozess“. So haben wir bereits über Amazon einige sehr positive Rezensionen zu unserem Buch erhalten, aber auch bereits viel Feedback zu der Frage bekommen, was sich an den Inhalten unseres Buches noch weiter optimieren lässt. Dazu haben wir einen speziellen Fragebogen entwickelt. Und dieser Prozess wird selbstverständlich in den nächsten Monaten noch weiter fortgesetzt!

In der zweiten, erweiterten Auflage unseres Sachbuchs im nächsten Jahr wird es auch einige neue Interviews und Beiträge geben, die wir in unserem Buch ergänzen werden. Ein spannendes Thema ist in diesem Zusammenhang beispielsweise die Frage, wie Formen der Zusammenarbeit in Unternehmen zukünftig aussehen sollten, damit der Gestaltungsaspekt neben der zunehmenden Digitalisierung wesentlich mehr zur Geltung gebracht werden kann. Dazu werden wir ein Experten-Interview führen.

Auch wird es einen zusätzlichen längeren Beitrag in unserem Sachbuch geben, wo einmal auf systematischere Weise beschrieben wird, an welchen Stellen sich der digitale Wandel in verschiedenen wissensintensiveren Branchen wie unter anderem in der Banken- und Versicherungsbranche, im Presse- und Verlagswesen oder auch im Bereich der Unternehmensberatung konkret bemerkbar macht.

Und selbstverständlich wird auch das Kapitel „Zukunftsvisionen“ als Einstieg in unser Sachbuch komplett überarbeitet!

Auf der anderen Seite stehen bei mir neben diesem Sachbuch noch weitere Wissensprodukte für dieses Jahr an. Geplant sind beispielsweise mehrere Video-Kurse für die Weiterbildungsplattform Udemy.com. So plane ich für Oktober/November 2017 einen Master-Kurs mit dem Titel „Abenteuer Digitale Zukunft: Der Weg zum Wissensmacher“, gefolgt von weiteren Einzelmodulen wie unter anderem „Abenteuer Digitale Zukunft: Das Mindset zum digitalen Wandel“. Diese Kurse sollen neben Impulsen und praktischen Tipps für Kopfarbeiter und Kreative, die eigene digitale Wissensprodukte umsetzen wollen, auch ein besonderes thrillerartiges Storytelling mit zusätzlichen animierten Zeichnungen im Noir Comic-Stil beinhalten. Mehr wird dazu wird an dieser Stelle allerdings noch nicht verraten.

Wenn Sie sich für diese Veröffentlichungen und weitere multimediale Impulse zum Lernen und Arbeiten im digitalen Wandel interessieren, kann ich Ihnen nur empfehlen, sich in den „Morgen weiß ich mehr“-Newsletter einzutragen!

tredition: Lieber Herr Klug, wir danken Ihnen herzlich für das informative und inspirierende Gespräch und wünschen Ihnen für Ihr erstes Buch und folgende Werke viel Erfolg!

 

Über die Autoren

Marcus Klug, geboren 1977, ist Redner, Blogger und Autor. Neben seiner Tätigkeit als Blogger und Formatentwickler für das Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) an der Universität Witten/Herdecke hat er zusammen mit Michael Lindner das Sachbuch „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ verfasst, das im März 2017 „Buch des Monats“ wurde. Das Sachbuch bildet die Basis für ein eigenes Expertenprogramm als Speaker: „Wissensabenteuer für die digitale Zukunft“. Mehr Infos unter: www.marcusklug.de

Michael Lindner ist Dozent für die Themen Selbstmanagement, Informationsmanagement, Wirtschaftsethik und Corporate Social Responsibility. Er gibt Workshops und Seminare und unterstützt Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen in Fragen. Mehr Infos unter: www.michael-lindner.org

 

Jens Thaele auf indie-publishing

Vom Yin und Yang von Jens Thaele

Bild: Cover „Vom Yin und Yang der digitalen Revolution“

indie-publishingtredition-Autor Jens Thaele befasst sich in seinem Handbuch „Vom Yin und Yang der digitalen Revolution“ praxisnah mit der richtigen Strategie im Umgang mit Technologie und der Digitalisierung. Auf Indie-Publishing erklärt der Berater und Autor, warum die Buchmesse in Leipzig aktuell ein so voller Erfolg ist und wie dies mit der Digitalisierung zusammenhängt. In einem ausführlichen Artikel stellt er die Messe vor und erläutert, warum man als Besucher von der Messe profitieren kann.

Morgen weiß ich mehr - Buch des Monats

„Buch des Monats“ März 2017

Morgen weiß ich mehr“

Marcus Klug und Michael Lindner

Morgen weiß ich mehr - Buch des Monats März 2017

Bild: „Morgen weiß ich mehr“ von Marcus Klug und Michael Lindner ist das „Buch des Monats“ März 2017 bei tredition.

Morgen weiß ich mehr – Intelligenter lernen und arbeiten im digitalen Zeitalter

Marcus Klug und Michael Lindner setzen der Entgrenzung des Menschen durch Algorithmen und Digitalisierung den positiven Perspektivwechsel mit der Chance auf (Mit)Gestaltung des Wandels entgegen – das tredition-Team hat den intelligenten Buchtitel zum „Buch des Monats März 2017“ auserkoren.

Haben Sie auch das Gefühl, dass sich unsere Arbeitswelt in einem fundamentalen Umbruch befindet? Dass sich unser Verständnis vom Lernen nur noch historisch begründen lässt? Dass es gerade jetzt darauf ankommt, die Welt wieder mit einem Funkeln in den Augen zu betrachten, mit mehr Begeisterung und Leichtigkeit? Sicherlich. Wir können auch resignieren. Digitale Diktatur. Fremdbestimmung durch Algorithmen. Entgrenzung des Menschen und der Organisationen. Aufmarsch der Roboter. Und wir können die alte Platte von der Industrialisierung einfach auf Highspeed setzen. Noch mehr Beschleunigung, noch mehr Leistungsdruck, noch mehr Hamsterrad.

Die Autoren Marcus Klug und Michael Lindner stellen der Existenzangst, die aus digitalem Wandel und den daraus erwachsenden Umbrüchen entsteht, einen positiven Perspektivwechsel entgegen. In ihrem intelligenten Sachbuch „Morgen weiß ich mehr“ motivieren die Autoren Marcus Klug und Michael Lindner Sie, zum Gestalter dieses Wandels zu werden und einen wertvollen Beitrag zur Veränderung zu leisten. Dazu präsentieren die Autoren die Beispiele herausragender Personen und Organisationen, die schon heute damit begonnen haben, den Wandel zu gestalten. Klug und Lindner weisen auf mögliche Fallstricke und musterhafte Entwicklungen hin. „Morgen weiß ich mehr“ erweckt Lust, Neuland zu wagen.

Auf ins gemeinsame Wissensabenteuer: das Abenteuer Digitale Zukunft kann kommen!

Edelweiss+ Verlagsvorschau

„Effizient buchhandeln“ – tredition bringt Ihr Buch in die digitale Vorschau von Edelweiss+

Edelweiss - die digitale Verlagsvorschaue

Bild: Edelweiss – die digitale Verlagsvorschau startet in Deutschland durch.
Foto: Edelweiss+

Die USA sind Deutschland, wenn es um Verlagstrends geht, oftmals weit mehr als einen Flügelschlag voraus. Das gilt vor allem für neue Technologien. Was die digitale Welt für Verlage zu bieten hat, offenbart dem deutschen Verlagsbetrieb momentan vor allem ein amerikanischer Anbieter digitaler Verlagsvorschauen: Edelweiss+. Als Schnittstelle zwischen Verlag und Buchhandel hat sich dieser innerhalb von 8 Jahren bei allen namhaften US-Verlagen zur wichtigsten Vorschauplattform etabliert. Seit kurzem erobert Edelweiss+ auch den deutschen Markt. tredition zeigt sich federführend und bringt als erster Self-Publishing-Dienstleister alle verlagseigenen Bücher in den digitalen Katalog – ohne Zusatzkosten für Autoren. Erfahren Sie, wie Sie nicht nur von diesem einzigartigen Schaufenster für Ihr Buch profitieren, sondern auch, warum eine Präsenz in der digitalen Verlagsvorschau Ihre Verkäufe ankurbeln kann.

 tredition nutzt die digitale Verlagsvorschau von Edelweiss+

„digital vorschauen – effizienter buchhandeln“

Edelweiss+ Logo

Bild: Logo des Vorschau-Anbieters Edelweiss+

Der amerikanische Anbieter Above the Treeline hat mit der digitalen Verlagsvorschau in Form des Onlinekataloges Edelweiss+ den Buchmarkt in den USA revolutioniert. Firmenchef John Rubin hatte 2008 den ersten Online-Katalog mit Bestellmöglichkeit für den Buchhandel ins Leben gerufen. Die namhaften US-Verlage wie HarperCollins, Macmillan, Simon & Schuster und Random House haben schnell mitgezogen und ihre klassischen Verlagsvorschauen durch die digitale Version ersetzt – und damit für den Durchbruch der Edelweiss-Katalogsoftware gesorgt. Die verlagsübergreifende digitale Vorschau ist aus der US-Verlagswelt seitdem nicht mehr wegzudenken.

2015 hat der amerikanische Anbieter, in Kooperation mit Harenberg Kommunikation, seinen Markteintritt auf dem deutschen Markt vollzogen – und scheint in Folge auch die deutsche Verlagsbranche zu erobern. tredition greift ab sofort für die eigenen Titel auf den Service der Vorschau-Plattform zurück und ist damit der erste Self-Publishing-Anbieter, der seinen Autoren/innen die Präsenz im digitalen Katalog von Edelweiss+ ermöglicht. tredition-Geschäftsführer Sönke Schulz äußert sich optimistisch zu dem Potenzial, welches hinter der digitalen Technologie von Edelweiss+ steckt: „Wir halten Edelweiss+ mit seinen umfangreichen Möglichkeiten, Titel zu präsentieren, immer wieder neu zusammenzustellen und zu verkaufen, für ein umsatzsteigerndes Instrument für unsere Verlagskunden und unsere eigenen Autoren.“

Analoge oder digitale Verlagsvorschau – was steckt dahinter?

Bild: Buchhändler können tagesaktuell auf Ihre Bücher zurückgreifen!

Bild: Buchhändler können tagesaktuell auf Ihre Bücher zurückgreifen!

Die Vorteile der digitalen Verlagsvorschau liegen auf der Hand, auch wenn sich das Konzept der digitalen Vorschau in Deutschland nur langsam durchsetzt. Klassische Vorschauen können die Bedürfnisse von Buchhändlern – wenn es etwa um Büchertische, saisonale Bücherangebote oder aktuelle Leseranfragen geht – nicht immer zeitnah bedienen. Verlagsvertreter kommen mit den verlagseigenen Katalogen in der Regel einmal im halben Jahr vorbei. Zusätzlich sind diese Printvorschauen ein enormer Kostenfaktor für Verlage. Bei Buchhändlern verursacht die Durchsicht der Kataloge gleichfalls einen hohen Kosten-, da Arbeitsaufwand. Klare Argumente gegen eine klassische Verlagsvorschau.

Ein digitaler Katalog hingegen verspricht eine tagesaktuelle Schnittstelle zum Buchhandel. Digitale Daten in einer verlagsübergreifenden Plattform bieten die gleichen Informationen wie eine klassische Verlagsschau – diese allerdings auf einen Klick, zu jedem Zeitpunkt. Aber nicht nur das, ein Online-Katalog bietet neben allen Metadaten zum Buch, die der herkömmliche Katalog eines Barsortiments bietet, noch viele weitere Informationen wie individuelle Leseempfehlungen, Links zum Buch, Rezensionen  – und diese tagesaktuell bereitgestellt. Buchhändler können Neuerscheinungen oder Backlisttitel verlagsübergreifend aufrufen. Der digitale Katalog eröffnet Buchhändlern zudem nicht nur viele Zusatzinformationen zum Buch, sondern auch den Zugriff auf mediale Inhalte wie Videos, Leseproben, Presseartikel u. v. m. Alle vom Verlag übertragenen Informationen zum Buch sind sofort verfügbar. Ein unschlagbarer Zugewinn für Buchhandel als auch Autoren ist zudem die Übertragung von sogenannten Verkaufsargumenten zum Buch, die der Buchhändler abfragen – und seinen Lesern und Leserinnen dadurch passgenau das richtige Buch vermitteln kann.

metadaten

Bild: Ein Blick in das Schaufenster zumBuch auf Edelweiss+.

Die Qualität der Verschlagwortung wird hier zum zentralen Dreh- und Angelpunkt für Verlage und Autoren. Um diese zusätzlichen Informationen zu Ihrem Buch bereitzustellen, arbeiten wir zurzeit zudem unter Hochdruck daran, Ihnen die Möglichkeit zu geben, direkt über unsere Plattform bei der Veröffentlichung und auch darüber hinaus diese Zusatzinformationen sowie mediale Daten zu Ihrem Buch an die digitale Plattform Edelweiss+ zu speisen. Buchhändler suchen sich dann aus diesen Daten die besten Titel für die Weitergabe an Leser heraus. Das bedeutet, je gezielter und passgenauer die Informationen zum Buch auf Buchhändler und Leser zugeschnitten sind, desto erfolgsträchtiger wirkt sich dies auf Ihren Buchabsatz aus.

Im Buchhandel hat sich die Plattform bereits bewährt. Laut buchreport nutzen etwa 1.700 Buchhändler Edelweiss+ inzwischen regelmäßig. Im Vordergrund steht dabei nicht allein die Recherche aktueller Titel, sondern auch die Möglichkeit, die Titel gezielt zu ordern. Die Software funktioniert gleichzeitig als Bestellabwicklungstool, welches die Bestellung direkt an das passende Barsortiment übergibt. Laut Aussage des Erfinders John Rubin werden 95% aller in einer US-Buchhandlung über den Ladentisch gegangenen Bücher direkt über die Edelweiss+-Software bestellt. Ein durchschlagender Erfolg, der sich auch in den Absatzzahlen der Autoren bemerkbar macht.

So profitieren Sie als Autor von der Verlagsvorschau

tredition gibt Ihnen als erster Self-Publishing-Anbieter die einmalige Chance durch die Listung Ihrer Bücher im Edelweiss+-Katalog in einen direkten Dialog mit dem Buchhandel und professionellen Lesern (Presse, Blogger, Community-Betreiber etc.) zu treten – und das ohne Zusatzkosten!

Ein Blick in den Titelkatalog von Edelweiss*.

Ein Blick in den Titelkatalog von Edelweiss*.

 

 

 

 

Ihre Vorteile durch Edelweiss+

  • tredition übernimmt für Autoren kostenfrei die Titellistung aller Ausgabeformate direkt bei der Veröffentlichung (entspricht einem Gegenwert von 60 Euro für die Titellistung in allen Buchformaten)!
  • Ihre Titel stehen Buchhändlern kostenfrei zur Recherche zur Verfügung.
  • Auch sogenannte professionelle Leser, wie Pressevertreter, Journalisten, Blogger etc., sind kostenfrei an den Katalog angeschlossen.
  • Sie erreichen zudem Endverbraucher, denn jeder Leser kann sich kostenfrei bei Edelweiss+ registrieren.
  • Die gesteigerte Präsenz und Auffindbarkeit Ihrer Titel für Buchhandel, Presse und Leser führt dazu, dass Ihre Verkläufe nachhaltig angekurbelt werden.

Wann geht’s los?

Ab April bringt tredition Ihren Titel in die Online-Verlagsvorschau von Edelweiss+! Wir freuen uns über eine effiziente neue Möglichkeit, Ihr Buch mithilfe der Edelweiss+-Software im Buchhandel bekannt zu machen und zu vertreiben! Seien Sie dabei und profitieren Sie von der Präsenz Ihrer Titel im zukünftig wichtigsten Katalog des Buchhandels!

„Vom Yin und Yang der digitalen Revolution“ in der funkschau

Vom Yin und Yang von Jens Thaele

Bild: Cover „Vom Yin und Yang der digitalen Revolution“

FunkschauEin jeder kennt es aus dem privaten und beruflichen Umfeld: Die rasante digitale Entwicklung stellt immer wieder neuen und große Anforderungen an den Alltag. Jens Thaele widmet sich in seinem bei tredition erschienenen Buch „Vom Yin und Yang der digitalen Revolution“ den Strategien und Konzepten, die Privatpersonen und Unternehmer dienlich sind, um die digitale Revolution zu meistern. Im Rahmen eines Expertenkommentars in der Sonderausgabe „Made in Germany“ der Funkschau schildert Thaele einige seiner Empfehlungen.

e-Book-Studie: Sind elektronische Bücher ein tragfähiges Geschäftsmodell?

Der Self-Publishing Anbieter tredition kommt in einer e-Book-Studiezu dem Ergebnis, dass Self-Publishing-Geschäftsmodelle, die sich ausschließlich auf e-Books fokussieren, auch auf lange Sicht wirtschaftlich nicht tragfähig sind. Bei einem Ertrag von 11,44 € pro lieferbarem e-Book-Titel pro Jahr kann der Aufwand für IT-Infrastruktur und Autorenbetreuung nicht gedeckt werden. Eine Konsolidierung unter den Anbietern, die ausschließlich e-Book Self-Publishing anbieten, ist zu erwarten.

 

Entwicklung Umsatz pro lieferbarem e-Book Titel

Vorsicht geboten: eBooks sind wirtschaftlich nur als Ergänzung zu Print sinnvoll

In einer per Oktober 2012 durchgeführten Marktanalyse hat tredition die Angebote von bookrix, neobooks, epubli und tredition selbst untersucht. Die vier Anbieter hatten per 31.10.2012 zusammen 1.478 lieferbare eBooks im Programm. Der durchschnittliche Nettoverkaufspreis dieser e-Books beträgt 4,22 €. Bei einem Handelsrabatt für e-Book-Shops von 35 % und Auslieferungskosten von 10 % erwirtschaften die Anbieter eine Verlagsmarge von 2,32 €. Im Durchschnitt reichen die vier Self-Publishing-Anbieter davon 1,80 € an ihre Autoren weiter, so dass ihnen ein Ertrag von 0,52 € pro verkauftem eBook bleibt. Für die Deckung der Personalkosten eines Mitarbeiters i.H.v. 36.000 € sind bei diesem Geschäftsmodell rund 70.000 verkaufte e-Books pro Jahr notwendig.

e-Books: Eine Frage des Ertrages

In ihrer e-Book-Studie Studie „Marktübersicht E-Publishing“ geht die auf Medien spezialisierte Unternehmensberatung Kirchner + Robrecht (Berlin) von 12,78 Mio. verkauften e-Books im deutschsprachigen Raum für den Zeitraum 2012-2013 aus. Die Zahl der lieferbaren e-Books beträgt laut „libreka“ (e-Book-Shop des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels) 591.548 verschiedene Titel (Stand 22.11.2012). Das bedeutet, dass pro lieferbarem Titel lediglich 22 Exemplare in 2013 verkauft werden und somit die Self-Publishing-Dienstleister bei 0,52 € pro verkauftem eBook einen Ertrag von 11,44 € pro lieferbarem Titel pro Jahr erwirtschaften. Bei diesem Ertrag muss ein eBook Self-Publishing-Anbieter 3.215 Titel im Programm haben, um das Gehalt eines Mitarbeiters tragen zu können. Diese benötigte Titelzahl ist mehr als doppelt so groß als die vier untersuchten Anbieter zusammen über eBook-Shops anbieten (eigene Shops ausgeschlossen).

e-Book-Studie: Print bleibt unverzichtbar

tredition kommt in seiner e-Book-Studie zu dem Ergebnis, dass Self-Publishing-Geschäftsmodelle, die sich allein auf eBooks fokussieren, auch auf lange Sicht nicht wirtschaftlich sind und erwartet eine Konsolidierung im Bereich der Unternehmen, die nur eBook Self-Publishing anbieten. Für das benötigte Titelvolumen sind hohe Kosten für die Autorengewinnung und Betreuung erforderlich. Das Geschäftsmodell ist bei kleinen Stückzahlen defizitär und verhält sich bei Kosten und Umsätzen in etwa linear, so dass es auch bei wachsendem Titelvolumen nicht tragbar ist. Die Analyse kommt weiter zu dem Schluss, dass Self‑Publishing nur wirtschaftlich sinnvoll ist, wenn die Inhalte der Autoren auch als print-Werke veröffentlicht und vermarktet werden. tredition veröffentlicht daher jedes Werk als Paperback, Hardcover und eBook – gepaart mit der aktiven Vermarktung der Werke.

Focus: Digitale Umwälzung – die Buchbranche im Wandel

Das Konzept von tredition im FocusAus der Bedrohung eine Chance machen: Die Digitalisierung stellt die Verlagswelt vor die größten Herausforderungen seit Jahrzehnten. Das elektronische Buchformat konkurriert mit dem gedruckten, für Autorem vervielfachen sich die Möglichkeiten, ein Buch zu veröffentlichen. Das ruft Self-Publishing-Dienstleister wie tredition auf den Plan.