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Weshalb Autoren nicht allein auf das e-Book setzen sollten

buch oder ebook?
Foto: Contratswerkstatt/Fotolia

Wenn ein großer deutscher Publikumsverlag ein „reines Digitalprogramm“ startet – wie es vergangene Woche im Branchenmagazin Börsenblatt zu lesen war – dann sollte das doch ein Anzeichen dafür sein, dass das e-Book für Verlage und Autoren ein gewinnbringendes, umsatzstarkes Format darstellt, für das es sich lohnt, auch einmal auf das gedruckte Pendant zu verzichten. Oder?

Auch von Self-Publishing-Autoren ist nicht selten zu hören, dass sie ihren Fokus auf das e-Book setzen, schließlich sind nicht wenige Autoren mit einem Kindle-Bestseller populär geworden. Und nicht zu vergessen: e-Book-Flatrates sind stark im Kommen; noch ein Zug, auf den Autoren dringend aufspringen sollten. Dies zumindest mag man auf den ersten Blick vermuten.

Schauen wir uns einmal die Faktenlage an: Welche Bedeutung hat das e-Book im deutschen Buchmarkt insgesamt und speziell im Self-Publishing? Wie viel lässt sich mit einem e-Book überhaupt verdienen?

Erst vergangene Woche hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die Bilanz zur Entwicklung des Buchmarktes 2014 vorgelegt. Demnach erhöhte sich der Umsatz mit e-Books am Publikumsmarkt (ohne Schul- und Fachbücher) von 2013 auf 2014 um 7,6 Prozent. Das ist eine Wachstumsrate, die im Vergleich zu den Vorjahren geradezu erschreckend niedrig ausfällt: Von 2012 auf 2013 lag die Wachstumsrate noch bei 60,5 Prozent und von 2011 auf 2012 sogar bei 191,4 %. Von einem dynamischen e-Book-Markt kann also aktuell nicht die Rede sein.

Nach wie vor liegt außerdem der Anteil der e-Books an den Einnahmen im deutschen Buchmarkt im einstelligen Bereich: 4,3 Prozent des Buchumsatzes in Deutschland entfielen 2014 auf e-Books.

Es zeichnet sich folgender Trend ab: Die Anzahl verfügbarer e-Books sowie der e-Book-Absatz (24,8 Mio. Ex. in 2014) steigt kontinuierlich, aufgrund niedriger Verkaufspreise und Flatrate-Modelle wächst aber der Gesamtumsatz mit e-Books nicht so stark wie Titelzahl und Absatz. Auf jedes e-Book wird deshalb künftig immer weniger Umsatz entfallen. Dies gilt umso mehr für den Self-Publishing-Markt, da die Preisbereitschaft sowie das Verkaufspreisniveau hier noch niedriger liegen als bei Titeln aus traditionellen Verlagen.

Eine Analyse des e-Book-Dienstleisters readbox, der für große Verlage ebenso wie für Self-Publishing-Dienstleister e-Books produziert und vertreibt, ergab außerdem, dass sich ein e-Book in Deutschland pro Jahr im Schnitt nicht mehr als rund 24 Mal verkauft. Jeder Self-Publisher kann sich ausrechnen, dass angesichts solcher Absatzzahlen und bei Verkaufspreisen zwischen zwei bis fünf Euro für ein e-Book ein äußerst bescheidener Ertrag unter dem Stricht steht.

Flatrates: Sichtbarkeit ja, aber…

Viele Autoren stehen gleichzeitig vor der Frage, ob und inwiefern Flatrate-Modelle dem eigenen Erfolg zuträglich sein können. Neben bereits bekannten Anbietern wie Readfy, Skoobe und der Onleihe startete jüngst auch der spanische Anbieter 24symbols in Deutschland: Für den Zugriff auf ca. 100.000 e-Books müssen die Kunden bei 24symbols nur zwischen 5,99 Euro und 8,99 Euro zahlen. Welche Vor- und Nachteile haben solche Flatrate-Modelle für Autoren?

Pro:

  • Höhere Sichtbarkeit, Steigerung des Bekanntheitsgrades und größere Chance, von Lesern entdeckt zu werden
  • Positiver Effekt für die Kaufbereitschaft generell: gemäß einer Studie von Nielsen Books mit Bezug auf den britischen und den US-Buchmarkt geben Flatrate-Nutzer auch mehr Geld für gedruckte Bücher aus; Studien auf dem deutschen Markt fehlen allerdings dazu
  • Hohe Preisbereitschaft: die besagte Nielsen-Umfrage ergab ebenfalls, dass Flatrate-Kunden bereit sind, bis zu 17 Dollar/Monat für ein Abo zu bezahlen – marktüblich sind derzeit ca. 10 Dollar/Monat

Contra:

  • Die Möglichkeit, ein e-Book auf Leihbasis kostengünstig zu lesen, birgt natürlich das Risiko, insgesamt weniger Umsatz mit einem Titel zu erzielen
  • Der grundsätzlich positive Effekt einer höheren Sichtbarkeit von Titeln wird ad absurdum geführt, wenn es an attraktiver Darstellung mangelt. Leseempfehlungen für e-Books hinken in der Qualität der Darstellung derjenigen bei Online-Videotheken hinterher. Trailer, die interaktive Vorstellung von Protagonisten eines Romans, Autoreninterviews o.ä. wären Zusatzinhalte, die dazu beitragen könnten, ein e-Book dem potenziellen Leser schmackhaft zu machen
  • Bis dato hat sich das Modell Flatrate noch nicht als Geschäftsmodell erwiesen, dass alleinstehend funktioniert: Noch keiner der bisherigen Flatrate-Anbieter scheint sich in der Gewinnzone zu bewegen. Im Gegenteil: Skoobe veröffentlichte beispielsweise per 2013 einen angelaufenen Verlust von sechs Mio. Euro. Ebenso ist bei PaperC noch kein Erreichen der Gewinnschwelle wahrnehmbar.

Es wäre vermessen, die Bedeutung von Flatrates für Autoren, Dienstleister und Verlage bereits jetzt schon definitiv zu evaluieren, doch vorzeitige Euphorie wäre wohl fehl am Platze.

Vor dem Hintergrund all dieser Entwicklungen ist es jedem Autor dringend zu empfehlen, das eigene Buch nicht alleine im elektronischen Format zu veröffentlichen und die weiteren Marktentwicklungen genau zu beobachten. Wir halten Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden, liebe Autoren und Blog-Leser!

Kreative Köpfe: "TECHNISCH KREATIV"

Technisch Kreativ: Neue Unterstützung für Self-Publisher

Gabriele Schmid

tredition-Autorin Gabriele Schmid und

Corina Witte-Pflanz

Corina Witte-Pflanz sind gemeinsam „Technisch Kreativ“

Vom Buchsatz über die Covergestaltung bis zur e-Book-Erstellung: Angehende Self-Publisher stehen vor der Herausforderung, ihr Buchprojekt rundum professionell umzusetzen. Das ist schließlich eine der wichtigsten Voraussetzungen, Leser zu gewinnen und zu binden. Immer mehr Autorinnen und Autoren nehmen dabei Hilfe von Experten in Anspruch. Was könnte einem Autoren Besseres passieren als dabei auf jemanden zu stoßen, der selbst Erfahrung mit eigenen Buchveröffentlichungen im Self-Publishing hat und zusätzlich mit Rat und Tat bei allen Fragen rund um Layout, Formatierung, EDV, e-Book-Erstellung und Co zur Seite stehen kann?

tredition-Autorin Gabriele Schmid und Grafikerin Corina Witte-Pflanz sind ab sofort als schlagkräftiges Duo unter dem Namen „Technisch Kreativ“ für Autoren aktiv! Gemeinsam bieten sie technische und kreative Services rund um die Buchveröffentlichung. Im Interview mit tredition erläutern die beiden Unternehmerinnen, welche Services sie Autoren anbieten und weshalb ihnen genau das große Freude bereitet!

tredition: Liebe Frau Schmid, Sie sind Autorin mehrerer Romane und auch als Coach für Autoren tätig. Welche Dienste bieten Sie im Einzelnen an und wie kam es dazu?
Gabriele Schmid:
Schon während meiner Elternzeit mit meinem zweiten Sohn habe ich im Jahr 2005 einen kleinen PC-Service gegründet. Als Datenbank-Ingenieurin und EDV-Administratorin war ich bei Freunden und Bekannten schon immer Anlaufstation „Nummer 1“ wenn es um Fragen rund um den PC ging. Nach der Elternzeit musste ich dieses „Standbein“ wieder begraben, da ich bei meinem Arbeitgeber federführend ein großes Datenbank-Projekt übernommen hatte, das meine ganze Aufmerksamkeit beansprucht hat.

Nachdem ich 2013 mein Hobby Autorin zum Full-Time-Job gemacht hatte und durch Schulungen bzw. Begegnungen mit anderen Autorinnen automatisch wieder in die Rolle des „EDV-Helpdesks“ gerutscht bin, habe ich mich Anfang 2015 entschlossen, dieses zweite Standbein wieder aufleben zu lassen.

Ein Anruf bei Corina Witte-Pflanz – die meine eigenen Cover entwirft, meine Homepage, Flyer und sämtliche Werbemittel gestaltet – genügte, um sie mit ins Boot zu bekommen.

Zusammen bieten wir nun einen Service rund ums Self-Publishing an. Egal, ob Cover, Manuskript-Layout, eBook-Formatierung und -Konvertierung, Beratung rund um die Veröffentlichung und schließlich die Einstellung beim gewünschten Distributor. Bei uns bekommt jeder ein faires Angebot und eine gute Arbeit geliefert.

tredition: Wie sollten Autoren vorgehen, wenn sie ihre Dienste in Anspruch nehmen möchten?Technisch Kreativ
Gabriele Schmid:
Corina ist gerade dran, meine Homepage www.pcs-schmid.de an meine Autorenseite anzugleichen und in Kürze ins Netz zustellen. Danach sind wir über ein Kontaktformular zu erreichen. Zusätzlich sind wir natürlich jetzt schon über unsere Homepage www.ooografik.de oder www.pcs-books.de und die Mailadressen sowie Telefon erreichbar.

tredition: In welchen Bereichen der PC-Arbeit besteht Ihrer Erfahrung nach für Autoren der größte Beratungsbedarf?
Gabriele Schmid:
Teilweise sind die Self-Publishing-eBooks kunterbunt formatiert – dies hinterlässt beim Leser nicht unbedingt einen nachhaltigen Eindruck – auch wenn das Buch gut war. Viele AutorInnen sind auch edv-technisch nicht so geschult, dass sie problemlos eine gute Formatierung und damit die Grundlage für die eBook-Konvertierung und/oder den Buchdruck gestalten können.

Mit macht es unheimlichen Spaß – einen Text auch noch grafisch etwas aufzuarbeiten, in Abstimmung mit den AutorInnen auch noch mit Kapitel- und Szenengrafiken zu versehen, mit Schriftarten zu spielen und dem Autor ein unverwechselbares Layout präsentieren zu können.

Dazu gehören dann natürlich auch noch ein Cover und die Kapitelgrafiken, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und dann kommt Corina Witte-Pflanz ins Spiel.

tredition: Liebe Frau Witte-Pflanz: Wie gehen Sie beim Design von Buchcovern vor? Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf, setzen also spontan Ideen um oder ist das eher ein langer Denkprozess?
Corina Witte-Pflanz:
Ein Buchcover ist eine visuelle Kurzform, eine Art Werbeplakat für den Inhalts eines Buches und sollte im besten Fall zum Kauf eines Buches verführen und zur Geschichte passen ohne dabei den Autor/den Verlag und den Käufer aus dem Auge zu verlieren. Deshalb würde ich sagen, dass das Design von Buchcovern immer eine Art Mischung aus Spontan-Ideen & Denkprozess ist.

Jeder Autor/Verlag hat Vorstellungen, bevor er zu mir kommt, angefangen bei der Bildsprache, der Farbgebung bis hin zur Schrift und dem geht meistens schon ein längerer Prozess voraus, da man ja während dem Schreiben eines Buches, viele Bilder im Kopf hat.

Wenn ich dann im Kontakt mit dem Autor/Verlag alle seine Vorstellungen besprochen habe, kommen mir meist schon erste Ideen für das Design des Buchcovers. Während meiner Entwurfsphase entsteht dann oft so eine Art Flow, ähnlich wie beim Schreiben, in dem die eine Idee wieder einen neue Tür zu nächsten Idee aufstößt und das ist nicht planbar. Oft bin ich selbst überrascht, was dabei entsteht und manchmal hat es mit der ersten Idee im Kopf nichts zu tun, aber diese hat als Impuls und Türöffner gedient.

Wichtig ist mir auf jeden Fall die Wünsche des Autors umzusetzen, aber immer auch neue Interpretationen miteinzubringen, ohne dabei den Leser, den zukünftigen Käufer, aus dem Auge zu verlieren.

Touché von Gabriele Schmid

Der jüngste Roman von Gabriele Schmid

tredition: Frau Schmid, was fasziniert Sie an der Coaching- und Print-/Webdesign-Tätigkeit im Gegensatz zur eigenen Schreibtätigkeit?
Gabriele Schmid:
Sie bringt mich aus meiner Fantasiewelt in die Wirklichkeit zurück. Ich helfe gerne anderen Menschen, die sich gerade mit der Veröffentlichung etwas schwer tun.

Bei uns bekommt der Kunde eine Rundum-Beratung: Angefangen von der Frage, was ist Self-Publishing überhaupt? Welche Distributoren gibt es? Veröffentliche ich nur ein eBook oder auch ein gedrucktes Buch?

Zusätzlich biete ich ab Mitte des Jahres Schulungen für das Autorenprogramm Papyrus an, das meiner Erfahrung nach die meisten nur oberflächlich nutzen. Dabei ist Papyrus ein Programm, das die/den AutorIn in jeglicher Hinsicht unterstützen kann.

tredition: Wie beurteilen Sie die Cover- und Layout-Qualität im Self-Publishing-Bereich?
Gabriele Schmid:
Oh, das ist selbstverständlich Geschmackssache und jeder Autor ist von seinem Cover begeistert, so soll es auch sein. Unser Ziel ist: Jeder bekommt das Produkt, mit dem er schlussendlich zufrieden ist!