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Ilys Bücherblog – Zum Bloggen inspiriert durchs Lieblingsbuch

Ilys Bücherblog

Bild: Ilys Bücherblog lädt ein, in fremde Welten abzutauchen.

Romantisch und fantastisch – so präsentiert sich Ilys Bücherblog direkt auf den ersten Blick. Und auch die Lieblingsbücher von Bloggerin Ilona sind bekannte Fantasy-Romane wie die Panem-Trilogie von Suzanne Collins und die „Lux- und Dark Elements“ Reihe von Jennifer L. Armentrout. Doch neben der Leidenschaft für Fantasy begeistert sich Ilona auch für viele andere Genre wie Thriller, Dystopien oder Young Adult. Eine Herzensangelegenheit sind ihr Bücher von Self-Publishern. Warum Ilona immer wieder gerne weniger bekannten Autoren eine Chance gibt und wie Sie als Autor Ihr Buch bei ihr vorstellen können, hat sie uns im Interview verraten.

 

tredition: Seit wann gibt es deinen Blog und wie kam es dazu, dass du Bloggerin geworden bist?

Ilona: Meinen Blog führe ich schon seit über einem Jahr und meine Facebook-Fanseite seit ungefähr 7 Monaten.
Die Idee zu bloggen kam damals eher sehr spontan. Ich las gerade mein Lieblingsbuch „Obsidian“ von Jennifer L. Armentrout, in dem die Protagonistin eine Buchbloggerin ist. Sie hat mir dieses Hobby also als erstes „schmackhaft“ gemacht. :) Zudem kam damals noch die Tatsache dazu, dass ich mich über Bücher weder in meinem Freundeskreis noch mit meiner Familie unterhalten konnte, da niemand von ihnen wirklich gern liest. In die Bloggerwelt eintauchen zu dürfen war für mich eine einzigartige Erfahrung und ich durfte schon sehr viele Autoren und andere begeisterte Leser kennenlernen, mit denen ich mich endlich über meine Leidenschaft austauschen konnte.

 

„Ich kann mittlerweile gar nicht mehr ohne die Selfpublishing-Bücher auskommen, weil sie mir eine riesige Vielfalt an frischen und einzigartigen Ideen bieten und Geschichten, von denen ich noch niemals gehört habe!“

 

tredition: Hast du auch im Alltag mit Bloggen und Literatur zu tun?

Ilona: Ich muss ehrlich sagen, ich hätte nie gedacht, dass es so viele Menschen geben würde, die tatsächlich meine Rezensionen und andere Blogbeiträge lesen würden. Damals war das Schreiben und Bloggen einfach ein weiteres Hobby neben dem Lesen, und ich hatte nicht vor, allzu viel Zeit darin zu investieren. Ich schrieb eben eher nur für mich allein. Mittlerweile aber verfasse ich tagtäglich Posts, äußere meine Buchempfehlungen, beantworte die vielen Kommentare, die ich bekomme, und und und … Das Bloggen ist schon längst zu einem festen Bestandteils meines Alltags geworden und ich verbringe damit im Durchschnitt 3-4 Stunden am Tag.

Bild: Ilona von Ilys Bücherblog - Wer viel liest, kann so viel mehr entdecken als nur das eigene Leben!

Bild: Ilona von Ilys Bücherblog – Wer viel liest, kann so viel mehr entdecken als nur das eigene Leben!

tredition: Was macht deinen Blog aus, was ist das Besondere daran?

Ilona: Ich versuche meinen Lesern immer eine Vielzahlt an verschiedenen Blogbeiträgen zu bieten. Aus Erfahrung weiß ich z. B., dass lange Rezensionen eher nicht so gut ankommen wie beispielsweise kurze, lustige Anekdoten oder Buchselfies. Ich möchte zudem auch, dass diejenigen, die meinem Blog folgen, auch wissen, wer sich dahinter verbirgt. Ich möchte, dass sie den Menschen sehen, wer ich bin und was mich ausmacht. Deshalb lasse ich meine Leser gern an meinem Alltag teilnehmen, in dem ich etwas über mein Privatleben preisgebe, wie z. B. wie ich meinen Samstagabend verbringe, welches Buch mich über das Wochenende begleiten darf etc. und manchmal auch, was mich momentan beschäftigt. Ich will für meine Leser präsent sein und nicht nur ein Bücherblog, denn diese gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, und man kann sich auch von überall her Buchtipps holen. Aus diesem Grund sind mir die Individualität sowie der Wiedererkennungswert sehr wichtig.

tredition: Was gefällt dir an der Kombination aus Lesen und Schreiben so gut, dass du deinen Blog gegründet hast?

Ilona: Die Kombination aus Lesen und Schreiben gefällt mir deshalb so gut, weil es eben die wichtigsten zwei Leidenschaften von mir sind, die mich mein Leben lang begleitet haben. Die Liebe zum Lesen habe ich entdeckt als ich 6 Jahre alt war und meine Eltern mich dazu ermutigt haben, Bücher selbst zu lesen und sich geweigert haben, mir welche vorzulesen. Damit hat sich damals für mich als 6-Jährige auch noch ein weiterer Traum erfüllt – ich konnte endlich meine selbst erfundenen Geschichten und Märchen aufschreiben. Auch vier Jahre später blieb das Schreiben mein liebstes Hobby. Ich schrieb eine Zeitlang neben Tagebüchern, inspiriert von den Romanen von Lucy Maud Montgomery, auch kurze Novellen und Geschichten. Danach entdeckte ich aber noch andere Hobbys und ich habe mit dem kreativen Schreiben vorerst aufgehört.

tredition: Wie gelangt ein Buch, das du rezensierst, im Normalfall in deine Hände?

Ilona: Meist werde ich von Verlagen und Autoren angeschrieben und gefragt, ob ich Lust hätte, ihre Bücher zu lesen und zu rezensieren. Ich scheue aber auch nicht davor, mal selbst an die Tür der Verlage oder Autoren anzuklopfen und ein Buch anzufragen.

tredition: Was ist dein aktuelles Lieblingsbuch?

Ilona: Mein aktuelles Lieblingsbuch ist eindeutig „Infernale“ von Sophie Jordan. Die Autorin hat einfach einen unverkennbar tollen und emotionalen Schreibstil, sowie immer wunderbare, frische Ideen für ihre Romane.

tredition: Wie müssen Autoren vorgehen, wenn Sie sich eine Rezension in deinem Blog wünschen?

Ilona: Ich freue mich immer über die Rezensionsanfragen seitens der Autoren! Eine bestimmte Vorgehensweise gibt es eigentlich nicht. Ich bekomme mal ganz lange Nachrichten, in denen die Autoren mir ihre Bücher vorstellen oder kurze, in denen ich den Link zum Verlag oder Amazon finde, wo ich mir dann das Buch näher ansehen kann. Das ist auch schon alles. Falls mir ein Buch doch nicht zusagt, frage ich immer bei anderen Bloggerkollegen nach, ob sie denn nicht Lust und Zeit hätten es zu rezensieren. Im Normalfall lasse ich mich jedoch auf die Geschichten ein und gebe ihnen eine Chance, auch wenn sie mich anfangs nicht unbedingt ansprechen. Mittlerweile bekomme ich in der Woche mehrere Rezensionsanfragen und brauche leider deshalb immer länger, um sie alle zu bearbeiten, zu lesen und zu rezensieren. Deshalb wünsche ich mir von den Autoren ein bisschen Verständnis dafür, dass ich für ihre Bücher meist ein paar Wochen brauche. Bis jetzt aber waren ausnahmslos jede Autorin und jeder Autor sehr verständnisvoll und die längere Zeitspanne des Wartens stellte nie ein Problem dar. Ich gebe auch mein Bestes! Ich würde natürlich sehr gerne zu Hause nur lesen und mich noch mehr meinem Blog widmen, aber ich habe noch andere Pflichten, ich habe Haustiere, einen Mann und eine Arbeit, um die ich mich natürlich auch noch kümmern muss. :)

tredition: Bevorzugst du spezielle Genres oder liest du alles quer Beet?

Ilona: Ich lese meistens quer Beet, da ich mich für viele Genres interessiere, wie z. B. Dystopien, Thriller, Young Adult. Nichtsdestotrotz bleibt „Fantasy“ mein Lieblingsgenre und so bald ich phantastische Bücher lese, fühle ich mich, als ob ich endlich nach Hause kommen würde. :) Das einzige Genre, das mich bis jetzt tatsächlich noch nicht begeistern konnte ist Krimi, und um diese Bücher mache ich einen weiten Bogen.

 

„Ich finde es sehr wichtig, Self-Publishing-Autoren zu unterstützen, weil ich aus Erfahrung weiß, dass ihre Bücher sich meist von der Masse abheben und etwas Besonderes sind.“

 

tredition: Machst du auch Aktionen mit anderen Bloggern gemeinsam und tauschst du dich viel aus?

Bild: Ilonas Rezension zu "Lúnligth", einem Buch von tredition-Autorin Sabine Steger.

Bild: Ilonas Rezension zu „Lúnligth“, einem Buch von tredition-Autorin Sabine Steger.

Ilona: Ja, ich liebe die Zusammenarbeit mit anderen Bloggern. Letztens fanden auf meinem Blog z. B. zwei Aktionen statt, die ich mit Lena ins Leben gerufen habe. In der ersten haben wir jeweils unsere SuB, Lieblings- und Wunschbücher vorgestellt und am Tag darauf wiederum Bücher zu einem bestimmten Thema. Ich tausche mich mittlerweile mit vielen Bloggern aus und bleibe regelmäßig in Kontakt mit ihnen, z. B. über Whatsapp und Facebook.

tredition: Setzt du dich mit Self-Publishing auseinander/Inwiefern stellen Titel von Self-Publishing-Autoren eine Bereicherung für dich dar?

Ilona: Wer meinem Blog schon länger folgt, dem ist bestimmt aufgefallen, dass ich sehr viele eher unbekannte Bücher lese und rezensiere und eher weniger solche, die momentan stark gehypt werden. Ich finde es sehr wichtig, die Self-Publishing-Autoren damit zu unterstützen, weil ich aus Erfahrung weiß, dass ihre Bücher sich meist von der Masse abheben und etwas Besonderes sind. Deshalb ist es für die Autoren auch schwierig, in einem bekannten Verlag ein Zuhause für ihre Werke zu finden, die eher Bücher promoten, die sich oft untereinander ähneln. Die Leser und die potenziellen Käufer möchten natürlich keinen Schuss in den Ofen erleben und entscheiden sich für die Bücher, die sie auch sonst so lesen. Das kann ich natürlich nachvollziehen. Ich bin auch ein großer Fan der Bestsellerautorin Jennifer L. Armentrout und bin ständig auf der Suche nach ähnlichen Büchern. So kann ich (hoffentlich) nicht enttäuscht werden. Aber wer nicht riskiert, der nicht gewinnt – ich kann mittlerweile gar nicht mehr ohne die Selfpublishing-Bücher auskommen, weil sie mir eine riesige Vielfalt an frischen und einzigartigen Ideen bieten und Geschichten, von denen ich noch niemals gehört habe! Manchmal ist es eben gut, sich von Werwölfen, Vampiren und Endzeitromanen eine Auszeit zu nehmen und sich auf ein völlig neues Terrain zu begeben!

tredition: Was sagst du zur aktuellen Kontroverse um Blogrezensionen und herkömmliche Literaturkritik?

Ilona: Ich habe mich, um ehrlich zu sein, mit dieser Kontroverse noch nicht eingehend auseinander gesetzt. Ich denke jedoch, dass Blogrezensionen mittlerweile sehr populär und beliebt sind, da hier eben die Endverbraucher zu Wort kommen, die sich ein Buch gekauft, gelesen und eine eigene Meinung gebildet haben. Die herkömmliche Literaturkritik ist meiner Meinung nach oft einfach nur ein verlängerter Arm der Verlagswerbung, die darauf zielt, Bücher zu promoten um die Verkaufszahlen zu steigen.

tredition: Liebe Ilona, wir danken dir ganz herzliche für das interessante Gespräch!

Sabine Steger – eine Jungautorin mit Vorbildfunktion

Bild: tredition-Autorin Sabine Steger bei einem Fernsehinterview

Sabine Steger ist gerade einmal 18 Jahre alt und hat kürzlich ihren fesselnden 700-seitigen Fantasyschmöker „Lúnlight – Die Chroniken von Leyan“ veröffentlicht – bereits ihr zweites Buch! Mit gerade einmal 13 Jahren hat sie ihr erstes Werk herausgebracht. Mit viel Liebe zum Detail ist danach über mehrere Jahre nicht nur die eigene Welt Leyan gewachsen, sondern auch die Sprache Canej der von ihr lebendig beschriebenen Rasse der Feyj, die in Leyan leben. Ihre nahbare und ungewöhnliche Heldin Sulay ist selbst eine junge Frau, die durchaus einige Parallelen zur Autorin aufweist. Ein großer Erfolg, der sich für die Zukunft abzeichnet, ist die Umsetzung des Buches in ein Musiktheaterstück an ihrer Schule. Die talentierte Jungautorin  hat der tredition-Redaktion ein Interview gewährt und offenbart darin einen kleinen Einblick in ihr Leben als aufstrebende Autorin.

 

 

„Ich habe bereits sehr früh meine Leidenschaft fürs Lesen entdeckt und gerne im Kopf eigene Geschichten weitergesponnen.“

 

tredition: Liebe Frau Steger, Sie haben bereits mit 13 Jahren Ihr erstes Buch geschrieben. Woher kam die Inspiration in diesem frühen Alter und wie kam es dazu, dass Sie jetzt – mit 18 Jahren – als zweites Buch einen solch umfangreichen Fantasyschmöker verfasst haben?

Sabine Steger: Ich habe bereits sehr früh meine Leidenschaft fürs Lesen entdeckt und gerne im Kopf eigene Geschichten weitergesponnen. Irgendwann, mit etwa 10 Jahren, kristallisierte sich bei mir die Idee, ein eigenes Buch zu verfassen, heraus. Ich muss aber zugeben, dass ich damals nie hundertprozentig davon überzeugt war, dass aus meiner ersten Geschichte „Kanjak“ jemals ein wirkliches Buch werden würde. Mein Motto zu der Zeit war: „Es haben so viele Leute geschafft, ein Buch zu schreiben – du kannst es ja wenigstens einmal versuchen.“ Mit elf begann ich dann mit der wirklichen Schreibarbeit.
Nachdem „Kanjak“ veröffentlicht war, erinnerte ich mich an einen Traum aus der dritten Klasse zurück, den ich seitdem in Gedanken stetig weiterentwickelt hatte – aus diesem Traum ist letztendlich die Idee zu „Lúnlight“ entstanden. Die Geschichte hatte mich bis zu meinem dreizehnten Lebensjahr über viele Jahre hinweg belgeitet und für mich als Autorin wurde es nun Zeit, sie aufzuschreiben. Allerdings bestand für mich nun die Schwierigkeit, den Film, die genauen Szenen, die ich bereits im Kopf hatte, zu Papier zu bringen. Eine dem Leser vollkommen neue, unbekannte Fantasywelt mit einer eigenen Rasse, der eigenen Sprache Canej, die ich eigens für „Lúnlight“ entwickelt habe, einem eigenen Glauben und Kultur zu entwerfen war doch eine größere Hürde als „Kanjak“.
Ich wusste, dass „Lúnlight“ ein größeres Projekt werden würde – die 700 Seiten waren so jedoch nicht geplant!

tredition: Wen möchten Sie mit Ihrem Buch erreichen?

Sabine Steger: Erreichen möchte ich mit meinem Buch allen voran begeisterte Fantasy-Leser (Jugendliche, aber auch Erwachsene), die es lieben, die Realität für einen Moment lang links liegen zu lassen und vollkommen in eine Fantasiewelt abzutauchen. Durch die von mir entwickelte Sprache Canej und die selbst gezeichnete Karte am Anfang des Buches möchte ich dem Leser die Möglichkeit bieten, sich vorzustellen, dass irgendwo dort draußen tatsächlich eine Welt names Leyan existiert, in der die Hauptfiguren ihren Alltag bestreiten.

Bild: Cover "Lúnlight"

Bild: Cover „Lúnlight – die Chroniken von Leyan“

tredition: „Lúnlight – die Chroniken von Leyan“ ist bereits Ihr zweites Buch. Wie ist bisher die Resonanz aus dem Bekanntenkreis und weiterer Leser?

Sabine Steger: Um ehrlich zu sein bin ich selbst sehr positiv überrascht, da ich bisher noch keinerlei negative Resonanz zu hören bekommen habe. Zunächst scheint ein wenig Überwindung nötig, um sich an die 700 Seiten Lesestoff zu wagen, doch je weiter die Seiten voranschreiten, desto begeisterter werden auch die Leser von der Geschichte. Besonders mit den Hauptfiguren Sulay und Muyak scheinen sich viele Leser zu identifizieren.
Außerdem gefällt vielen die vielschichtige Darstellung der Protagonistin Sulay, welche mit ihrem schlagfertigen und rebellischen Mundwerk keine zu einem Ideal hinstilisierte, unnahbare Heldin ist.

 

„Mit ihrem schlagfertigen und rebellischen Mundwerk ist Sulay keine hinstilisierte, unnahbare Heldin.“

 

tredition: Was sind Sie für eine Art von Autorin? Wie kann ein Leser sich den Schreibprozess bei Ihnen neben einem gewöhnlichen Schultag vorstellen oder schreiben Sie nur in den Ferien?

Sabine Steger: Wenn ich mich als Autorin beschreiben müsste, wäre dies wohl folgendermaßen: emotionaler Schreibstil, Detailverliebtheit in Bezug auf meine Figuren und die mit viel Herzblut entwickelte Welt Leyan.
Ich muss zugestehen, dass die Tage, die mir zum Schreiben verbleiben, deutlich weniger geworden sind, seitdem ich in der zwölften Klasse dem Abitur entgegenstrebe. Dies bedeutet für mich als Autorin, dass ich pro Tag mehr schreiben muss, um voranzukommen, da dies grundsätzlich nur an den Wochenenden oder in den Ferien möglich ist. Ich schreibe dann schonmal 7 bis 10 Stunden am Tag (circa 15 – 25 Seiten).

tredition: Wann wurde in Ihnen der Wunsch wach, Ihre Texte auch einem breitem Lesepublikum zugänglich machen zu wollen?

Sabine Steger: Scherzhaft wurde mir bereits in der ersten Klasse geraten, dass ich doch irgendwann ein Buch veröffentlichen sollte – bei mir wurde diese Idee jedoch erst mit 10 Jahren wach, nachdem mich besonders die moderne Fantasyliteratur vollkommen in ihren Bann gezogen hatte.

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Bild: Autorin Sabine Steger mit ihrem Fantasy-Roman „Lúnlight – die Chroniken von Leyan“

tredition: Mit „Lúnlight“ haben Sie einen spannenden Fantasy-Roman über das Schicksal eines jungen Mädchens geschaffen. Wie sind Sie zu Ihrem Thema gekommen? Wieviel Sabine Steger steckt in Ihrer Hauptfigur?

Sabine Steger: Zu dem Thema gekommen bin ich aufgrund eines Traumes, der mir bis heute in Erinnerung geblieben ist. Wichtig war mir auch, meine eigene, neue Rasse, die Feyj, zu erfinden, um auf keine bereits bestehenden Wesen wie beispielsweise Werwölfe oder Vampire zurückzugreifen.
Um ehrlich zu sein, steckt sehr viel von mir selbst in der Hauptperson Sulay – Leser, die mich persönlich kennen, bestätigen mir dies an der ein oder anderen Stelle im Buch. Sulay sieht mir äußerlich recht ähnlich – allerdings ist sie mutig, stärker als ich, in gewisser Weise vielleicht sogar ein Vorbild für mich selbst als die Autorin des Werkes.

tredition: Sie haben ein sehr schönes Cover für Ihren Roman. Hatten Sie eine Vorstellung, die Sie umgesetzt haben oder hat sich das Cover so entwickelt?

Sabine Steger: Zunächst freut es mich wirklich, dass das Cover bei den Lesern so gut ankommt! Ich wollte von Anfang an ein ansprechendes Cover, welches zu der Magie und der Emotionalität der Geschichte passt. Eine hundertprozentige Vorstellung hatte ich jedoch nicht – es war somit ein wirklicher Glücksfall, dass ich auf der internationalen Künstlerwebsite „deviantart“ auf das Werk „July“ der amerikanischen Künstlerin Anna Dittmann gestoßen bin.

tredition: Wie lange hat es von der Idee bis zur Veröffentlichung gedauert?

Sabine Steger: Geschrieben habe ich das Buch ab meinem 13. Lebensjahr bis kurz nach meinem 16. Geburtstag. Allerdings musste ich anschließend recht entsetzt feststellen, dass sich in diesen vier Jahren mein Schreibstil so maßgeblich weiterentwickelt hatte, dass ich die Geschichte so, wie sie mir nach so vielen Jahren harter Arbeit und überwundenen Selbstzweifeln vorlag, noch immer nicht veröffentlichen konnte. Dies stellte für mich eine ziemlich nervenaufreibende Erkenntnis dar, wollte ich die Geschichte doch nun endlich veröffentlichen.
Ich nahm mir jedoch noch einmal ein halbes Jahr Zeit, um „Lúnlight“ von vorne bis hinten neu umzuschreiben – letztenlich bin ich mit mir selbst und dem fertigen Werk zufrieden und der zeitliche Mehraufwand war es in meinen Augen wirklich wert.

 

„Ich habe ‚Lúnlight‘ in einem halben Jahr noch einmal von vorne bis hinten neu umgeschrieben.“

 

tredition: Weshalb haben Sie sich für Self-Publishing und speziell tredition entschieden? Wo sehen Sie die Vorteile von Self-Publishing?

Sabine Steger: Leider muss an dieser Stelle angeführt werden, dass es für deutsche Jungautoren ohne bekannten Namen schwierig ist, von einem „großen“ Verlag angenommen zu werden. Oftmals sind die Kontingente bereits bis auf 5 Jahre besetzt, der Verlag greift lieber auf seine festen Autoren zurück oder aber die Verlagsgruppe befindet sich unter „amerikanischer Hand“. Dies bedeutet, dass hauptsächlich Übersetzungen von amerikanischen Bestsellern übersetzt und veröffentlicht werden, was für den Verlag natürlich rentabler ist als das Veröffentlichen einer noch vollkommen unbekannten Geschichte.
Der Verlag „tredition“ hat mich speziell mit seinem Angebot gelockt, das eigene Buch in drei Formaten (Paperback, Hardcover und ebook) zu veröffentlichen. Auch gefällt mir die freundliche, kompetente und vor allem individuelle Unterstützung – bei einem größeren Verlag wäre dies vielleicht nicht auf einer solchen Basis möglich gewesen.
Vorteilhaft finde ich auch die Tatsache, dass der Verlag viele Freiheiten in Bezug auf die Gestaltung des Innenteils und des Covers lässt. Natürlich bedeutet dies für einen Autor auch ein erhebliches Maß an mehr Arbeit – es steckt jedoch letztendlich im fertigen Buch noch so viel mehr als „nur“ die geschriebene Geschichte.

 

„In jedem fertigen Buch eines Selfpublishers steckt viel mehr als ’nur‘ die geschriebene Geschichte!“

 

tredition: Würden Sie gerne in Ihrer Fantasy-Welt leben oder bevorzugen Sie das reale Leben?

Sabine Steger: (lacht) Das ist wahrlich eine interessante Frage! Ich persönlich könnte es mir sehr gut vorstellen, in der von mir geschaffenen, naturverbundenen und magiedurchzogenen Welt Leyan zu leben. Mir gefällt die Achtung, welche die Feyj vor der Natur und ihren Bräuchen haben, ich mag ihre Definition von Ehre und der Wertschätzung des Gegenübers. Außerdem würde ich gerne einmal einen niedlichen „Vanya-Fuchs“ oder einen „Dunja-Hasen“ aus der Nähe sehen!
Allerdings würde meine Schreibarbeit deutlich unter dem Mangel an Elektrizität und Technik leiden – als Autorin bin ich auf meinen PC angewiesen wie ein Feyj auf sein Schwert.

Haben Sie jetzt nach der Veröffentlichung irgendwelche Tipps für angehende Autoren, die noch davor stehen, ihr Buch herauszubringen?

Sabine Steger: Es ist schwer, konkrete Tipps zu geben, da der Schreibprozess eines jeden Autors wohl anders aussieht.
Während meiner Lesungen möchte ich jedoch besonders der jungen Leserschaft vermitteln, dass man auch in jungem Alter viel erreichen kann, wenn man sich mit Herzblut und Ausdauer seinem Ziel widmet. Ich möchte motivieren und vielleicht sogar eine Inspirationsquelle für diejenigen darstellen, die es bisher noch nicht gewagt haben, ihren ganz persönlichen Traum in Angriff zu nehmen.
Für das Schreiben an sich ist es wichtig, sich zunächst einen roten Faden zu überlegen und sich anschließend – auch wenn die Umsetzung zugegebenermaßen zuweilen äußerst schwer fällt – möglichst wenig Druck zu machen. Als Künstler lebt man nun einmal davon, dass einem die Ideen „zufliegen“. Sich während eines Krea-Tiefs zum Schreiben zu zwingen bringt nichts als Frust.
Bei der Verlagssuche sollte man beachten, ob die verfasste Geschichte überhaupt ins Verlagsprogramm passt und sich auch einmal den kleineren Verlagen zuwenden, da die großen Publikumsverlage auf ein eingesandtes Manuskript oftmals erst drei bis acht Monate später antworten können.

tredition: Sie haben Ihren ersten Fernsehauftritt bereits hinter sich – erstaunlich für so eine junge Autorin! Wie gehen Sie vor, um Ihr Buch bekannter zu machen?

Sabine Steger im Interview

Bild: Sabine Steger spricht mit TV Touring über ihren Fantasyschmöker „Lúnlight“

Sabine Steger: Um ehrlich zu sein war ich selbst überrascht, auf welches Interesse ich als Jungautorin in meiner Region gestoßen bin. Presse, Funk und sogar das Fernsehen berichten gerne über „Leute aus der Region“. An dieser Stelle möchte ich auch noch meine Schule, das FLSH Schloss Gaibach, erwähnen, die viele meiner Lesungen mitorganisiert und ermöglicht hat.
Aber auch meine „Fans“ helfen mir zum Beispiel durch Mundpropaganda oder das Verteilen von Flyern, dass das Buch im Umkreis noch ein wenig bekannter wird.
Eine besondere Chance eröffnete mir die Musiktheaterleiterin meiner Schule mit dem Angebot, in den nächsten beiden Jahren aus „Lúnlight“ ein Musiktheaterstück zu machen. Ich bin schon sehr gespannt auf die kommende Zusammenarbeit und danke bereits jetzt allen, die sich an dieser Herausforderung beteiligen möchten!

Sabine Steger liest vor den sechsten Klassen ihrer Schule.

Sabine Steger liest vor den sechsten Klassen ihrer Schule.

tredition: Sie haben kürzlich eine sehr erfolgreiche Veranstaltung in Ihrer Schule durchgeführt. Sogar auf der Seite des Bayerischen Rundfunk gibt es einen Beitrag über Ihre Lesung. Wie kam es dazu und was ist die Resonanz Ihrer Zuhörer?

Sabine Steger: Die am 04.02 im Konstitutionssaal des Gaibacher Schlösschens abgehaltene Lesung war auch für mich etwas ganz Besonderes. Anwesend waren vor allem geladene Gäste, wie die Vertreter von Büchereien, Buchhandlungen und Schulen im Umkreis, die Lehrerschaft und SMV. Geladen war ebenfalls ein Teil der Politikprominenz des Landkreises.
Zunächst war ich selbstverständlich sehr aufgeregt, da es sich um größtenteils erwachsenes Publikum handelte und zudem noch der Bayrische Rundfunk und das Fernsehen anwesend war, doch während des nach der Lesung stattfindenen Umtrunks wurde mir durch die Reaktion der Zuhörer bewusst, dass sowohl mein Auftreten als auch die Geschichte an sich guten Anklang gefunden haben – es wurden auch gleich ein paar neue Termine für zukünftige Lesungen ausgemacht.

tredition: Dürfen wir uns auf weitere Bücher freuen?

Sabine Steger: Geplant und in Arbeit ist bereits ein Nachfolgeband (voraussichtlich „Lúnrise – Die Chroniken von Leyan“), der jedoch vermutlich auch den Abschluss der Reihe darstellen wird. Wann ich mit der Arbeit fertig werde, kann ich jedoch selbst noch nicht genau sagen, da die anstehenden Abiturprüfungen erst einmal meine ganze Kraft und Ausdauer erfordern werden.

tredition: Liebe Frau Steger, vielen Dank für die ausführlichen Antworten auf unsere Fragen! Wir wünschen Ihnen alles Gute für die Zukunft und das bevorstehende Abitur!

Fantasy-Autorin Siri Lindberg im Interview: „Okay, ich muss das jetzt tun!“

tredition: Frau Lindberg, wir freuen uns, Sie seit Juli zum Autorenkreis von tredition zählen zu dürfen! Den ersten Teil Ihrer Fantasy-Trilogie „Nachtlilien“ hat der Piper Verlag herausgegeben. Was bewog Sie, die beiden weiteren Bände von tredition verlegen zu lassen?

Fantasy-Autorin Siri Lindberg

Schätzt den kreativen Freiraum, den Self-Publishing bietet: Autorin Siri Lindberg (Foto: Erol Gurian)

Siri Lindberg: Obwohl der Roman in der gebundenen Ausgabe zwei Auflagen erlebt hat, hat Piper sich nach anfänglicher Zusage gegen eine Fortsetzung entschieden. Also verschwanden meine Planungen dafür in der Schublade. Doch die Figuren ließen mir keine Ruhe, ich wollte unbedingt wieder über sie schreiben, und die Fans haben mir selbst Jahre nach Erscheinen des Buches rührende Mails geschrieben. Irgendwann sagte ich: „Okay, ich muss das jetzt tun!“ und legte los. Nur macht natürlich kein etablierter Verlag eine Fortsetzung, deren erster Band anderswo erschienen ist. Das heißt, mir war klar, dass ich das als Independent-Projekt stemmen werde. Das war zeitaufwendig, aber spaßig, und in tredition habe ich einen guten Partner für die Hardcover-Ausgaben gefunden (hier war für mich eine professionelle Arbeitsweise und ein erschwinglicher Ladenpreis entscheidend).

Lilienwinter von Siri Lindberg bei tredition

Die Fangemeinde ließ nicht locker – und so schrieb Siri Lindberg Band 2…

tredition: Welche Vorteile hat Self-Publishing aus Ihrer Sicht gegenüber der Publikation in einem traditionellen Verlag?

Siri Lindberg: Man kann Projekte verwirklichen, ohne auf die Wünsche eines Verlages Rücksicht nehmen zu müssen. Und man hat alles selbst in der Hand, das heißt Cover, Layout und so weiter entsprechen zu hundert Prozent meinen Wünschen. Im Bereich e-Book macht es mir zudem großen Spaß, meine Projekte selbst zu verwalten. Trotzdem weiß ich jetzt, nachdem ich das alles einmal selbst gemacht habe, die Leistungen eines Verlages für den Autor umso mehr zu schätzen. Nur fühle ich mich nicht mehr ganz so abhängig davon wie zuvor.

tredition: Wie war es für Sie, Cover und Buchsatz selbst zu gestalten? Haben Sie dafür mit einem Grafiker zusammengearbeitet?

Siri Lindberg: Das Cover von „Lilienwinter“ habe ich von einer jungen talentierten Grafikerin machen lassen, allerdings gab es danach Abstimmungsschwierigkeiten, so dass ich mich am Cover von „Winterdrachen“ selbst versucht habe. Die Gestaltung des Innenteils fiel mir nicht weiter schwer, es war aber viel Detailarbeit, bis alles passte. Zum Glück sind Verlage wie tredition auf „Amateur-Buchmacher“ eingestellt; die Anleitungen und telefonischen Hilfestellungen fand ich sehr nützlich.

tredition: Welche Marketingmaßnahmen unternehmen Sie für Ihre Bücher?

Siri Lindberg: Ich kontaktiere gerade Buchbloggerinnen, denen „Nachtlilien“ gefallen hat, und biete ihnen Rezensionsexemplare an. Natürlich habe ich auch über meine Homepages und Facebook einige Leserinnen darauf aufmerksam gemacht, dass es jetzt eine Fortsetzung gibt. Im August startet eine „Blog-Tour“ zum Buch mit fünf verschiedenen Stationen, das haben Fans des Buches für  mich organisiert und ich beteilige mich gerade an den Planungen.

tredition: Können Sie von Ihren Buchverkäufen leben?

Siri Lindberg: Ja, ich lebe schon seit sieben Jahren ausschließlich vom Bücherschreiben (vorher habe ich hauptberuflich als Journalistin gearbeitet und nur nebenbei Bücher veröffentlicht). Allerdings habe ich bisher unter meinem richtigen Namen und einem Pseudonym nur für etablierte Verlage wie Beltz & Gelberg, arsEdition und cbj geschrieben. Bei diesem Self-Publishing-Experiment würde ich mich sehr freuen, wenn es die Kosten wieder einspielt, aber das Geldverdienen stand nicht im Vordergrund.

Winterdrachen von Siri Lindberg bei tredition

… und Band 3 der Trilogie Nachtlilien

tredition: Ihre Trilogie ist sehr inhaltsdicht und im positivsten Sinne komplex. Die Ideenfindung und das Schreiben dürften eine dementsprechend große Herausforderung gewesen sein oder?

Siri Lindberg: Ich hatte vorher schon zwei Fantasy-Trilogien für Jugendliche bei einem österreichischen Verlag veröffentlicht und hatte dort die Anfängerfehler, zum Beispiel bei der Welterschaffung und beim Plot, schon hinter mich gebracht. „Nachtlilien“ war für mich eine Herausforderung, weil es mein erster Roman für Erwachsene war, aber ansonsten war es wunderbar und weiter kein Problem, es zu entwickeln und zu schreiben. Nur an wenigen Stellen meckerten meine Testleser, dass mir der Ton zu jugendlich geraten war.

tredition: Sie sind auch Autorin von Sach- und Kinderbüchern. Was bewog Sie, in den Fantasy-Bereich zu „wechseln“? Und welches Genre bevorzugen Sie aus schriftstellerischer Sicht am meisten?

Siri Lindberg: Am liebsten schreibe ich All Age-Romane, die sind ganz „mein Ding“. Die Fantasy war zuerst da, die Kinderbücher kamen erst danach. Ich mag Fantasy noch immer sehr, obwohl ich nie ein hartgesottener Fan sein werde, der alles liest, was auf den Markt kommt. Dafür sind mir viele Plots zu schablonenhaft.

tredition: Ganz spannend ist natürlich: Schreiben Sie bereits an einem weiteren Buch, auf das sich Ihre Leser freuen können?

Siri Lindberg: Klar. Ich schreibe ja praktisch ständig, da ich das hauptberuflich mache. Da ich zwei Verträge für neue Jugendromane habe, muss ich mich ranhalten und in die Tasten hauen, damit ich die Abgabetermine schaffe. Viel darf ich über die neuen Romane leider noch nicht verraten.

tredition: Herzlichen Dank für das Interview, Frau Lindberg!