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Starker Auftritt von „Madame Coquette und Monsieur Galant“ bei Thalia in Krefeld

Birgitt-Schweren-Wolters

Birgitt Schweren-Wolters, stellvertretende Geschäfstführerin von Thalia in Krefeld

Ob Brimborium, Torte, Nippes oder Tschüss – zahlreiche Worte unseres alltäglichen Sprachegebrauchs haben ihren Ursprung in der französischen Sprache. tredition-Autor Pierre Sommet widmet sich solchen Begrifflichkeiten in seinem jüngst erschienenen Werk „Madame Coquette und Monsieur Galant„. In Krefeld, wo der Autor bereits seit langem heimisch ist, erregt das Buch große Aufmerksamkeit. In der dortigen Thalia-Filiale wird das Werk frontal im Geschäft präsentiert und auch werblich unterstützt. Wir sprachen mit Birgitt Schweren-Wolters, stellvertretende Geschäfstführerin von Thalia in Krefeld, über die tolle Auslage des Titels und die Bedeutung von Independent-Autoren für den Buchhandel.

tredition: „Madame Coquette und Monsieur Galant“ wird bei Thalia aufmerksamkeitsstark präsentiert. Was bewog Sie zu der prominenten Auslage des Titels?
Birgitt Schweren-Wolters: Pierre Sommet hat bereits vor zwei Jahren ein erstes Buch zu diesem Thema herausgegeben, das sehr erfolgreich verkauft wurde. Da er durch seine Arbeit bei der Volkshochschule Krefeld vielen Menschen Französischunterricht gegeben hat, ist er eine stadtbekannte Person, bekannt auch durch seine humorige, charmante Art. Er hat mit uns verschiedene Verkaufsevents bestritten, die sehr viel Spaß machten, auch dem Publikum, und kommerziell sehr erfolgreich waren.

tredition: Welche Bedeutung haben Regionalia generell bei Thalia in Krefeld?
Birgitt Schweren-Wolters: Regioanaltitel haben vor Weihnachten eine sehr große Bedeutung. Viele werden als Geschenke, auch in letzter Minute, gekauft. Hier interessieren sich auf einmal Menschen für Bücher, die sonst kaum lesen. Jeder möchte aber wissen, was in seiner Stadt passiert. Wir organisieren an den vier Samstagen vor Weihnachten Signierstunden mit allen Autoren für aktuelle Regionalliteratur, die gerade erschienen ist, mitten in der Buchhandlung. Hierbei helfen auch die Zeitungsartikel, die die Leser erreichen und neugierig machen auf das neue Buch!

Blickfang im Regal

tredition: Sie werben zusätzlich mit Plakaten für das Buch. Wie ist die Resonanz der Kunden darauf?
Birgitt Schweren-Wolters: Wir hängen die Plakate in alle Eingangstüren und haben so einen Blickfang, auch wenn am Wochenende das Geschäft geschlossen ist und die Menschen auf der Straße flanieren. Auch unsere Schaufenster werden mit Plakaten und Büchern dekoriert.

Madame Coquette und Monsieur Galant

Starker Auftritt: Das Buch von Pierre Sommet hat einen prominenten Platz bei Thalia in Krefeld

tredition: Wie zufrieden sind Sie bisher mit dem Verkauf?
Birgitt Schweren-Wolters: Nach den ersten Zeitungsartikeln – Herr Sommet selbst ist auch sehr gut vernetzt –, ist die Resonanz bereits gut.

tredition: Werden Sie mit Herrn Sommet eine Buchpräsentation durchführen?
Birgitt Schweren-Wolters: Wir haben eine erste kleine Präsentation am 5. Dezember bei unserem Nikolaus-Shopping zwischen 19-22 Uhr geplant und 2-3 Auftritte jeweils samstags von 12-14 Uhr im Laden zur Signierstunde.

tredition: Welchen Stellenwert haben bei Thalia in Krefeld aufstrebende Autoren, die nicht unter bekannter Verlagsmarke veröffentlichen? Teilen Sie die Einschätzung, dass solche Autoren dem Buchhandel heute neue Umsatzchancen jenseits des Mainstreams bieten?
Birgitt Schweren-Wolters: Es müssen wirklich interessante, ausgefallene Themen sein und solche, die für die Stadt eine Rolle spielen. Die Autoren sollten entweder gute Kontakte zur Presse haben oder aus einer Gruppe oder einem Vereinsleben heraus kommen, um gleich einen kleinen „Fanclub“ mitzubringen. Ansonsten lohnen sich keine Abendveranstaltungen oder Präsentationen, wo mindestens 3-4 Personen ihren Einsatz haben müssten. Wenn die Bücher nur irgendwo im Laden ausliegen, ist die Chance auf einen Verkauf gleich Null. Ein Buch muss eine ISBN haben, einen fairen Preis, eine Rechnungstellung, die unser Stammdatensystem versteht und darf nicht bereits in der Zeitung stehen, wenn das Buch noch nicht im Laden ist. Im Falle von Herrn Sommet haben wir den Vorgängertitel sehr erfolgreich verkauft; der Autor ist ein absoluter Garant für einen weiteren Erfolg, an dem er tatkräftig und aktiv mitarbeitet.

Mehr Informationen zum Buch gibt es hier.

t3n: Self-Publishing-Titel im Buchhandel

t3nWie können Self-Publishing-Titel im Buchhandel erfolgreich vermarktet werden? Das war eines der Themen, die die Branche auf der Frankfurter Buchmesse beschäftigten. Der Branchendienst t3n befragte Sönke Schulz, Geschäftsführer von tredition, zum Thema.

 

Im Gespräch mit Jan Hoffmann: Wie zeitgemäß sind Verlagsvorschauen?

Zwei Mal im Jahr bindet das Wälzen von Verlagsvorschauen im Buchhandel viel Kapazität, die für die Kundenpflege fehlt. Ist das Handelsmarketing der Verlage noch zeitgemäß? Jan Hoffmann, Inhaber einer Buchhandlung in Eutin, deckt zeitfressende Arbeitsprozesse auf.

Jan Hoffmann im Gespräch über Verlagsvorschauen

Jan Hoffmann lässt einen Teil seiner Warengruppen vom Großhändler Libri bewirtschaften.

indition: Im Verlagswesen herrscht traditioneller Weise die Politik vor, halbjährlich neue Buchprogramme auf den Markt zu bringen. Wie beurteilen Sie dieses Modell aus der Sicht des Einkäufers?

Jan Hoffmann: Grundsätzlich habe ich damit kein Problem. Für die meisten Warengruppen ist das ein akzeptabler Zyklus. Viele Titel müssen Verlage ja im Voraus planen. Bei belletristischen Titeln oder Kinderbüchern und wenig aktualitätsbezogenen Sachbüchern (wie z.B. Ratgeber) ist es völlig irrelevant, ob sie mit vier oder sechs Monaten Vorlauf kommen. Wichtig ist dabei, Spitzentitel zum richtigen Zeitpunkt ins Regal zu bringen, beispielsweise zwei bis drei Wochen vor Beginn der Urlaubssaison. Bei Titeln mit hohem Aktualitätsdruck, die sich zum Beispiel auf politische und gesellschaftliche Ereignisse beziehen, müssen Verlage aber schnell agieren und die Titel zeitnah auf den Markt bringen, um die Verkaufschancen zu maximieren.

Weniger ist mehr

indition: Inwiefern stellt es ein Kapazitätsproblem für Sie da, dass die Verlagsvorschauen der großen Belletristik- und Sachbuchverlage einen enorm großen Umfang haben?

Jan Hoffmann: Wenn man die Verlagsvorschauen von Random House, die in vier bis fünf Paketen angeliefert werden, aufeinanderstapelt, entsteht ein Papierblock von mindestens vierzig Zentimeter Länge. Da merkt man schon, wir sehr den Verlagen daran gelegen ist, dass aus diesen gewichtigen Informationen auch Einkäufe resultieren. Es wäre durchaus wünschenswert, dass die Verlagsvorschauen schmaler werden. Wir müssen jede Saison vier bis fünf Meter Vorschauen durcharbeiten. Das versuchen wir zu kanalisieren, indem wir uns auf die zentralen, bei uns verkaufsstarken Themen konzentrieren.

indition: Wie viele Mitarbeiter sind bei Ihnen mit den Verlagsvorschauen und dem Wareneinkauf beschäftigt?

Jan Hoffmann: 5 von insgesamt 15 Mitarbeitern. Dabei ist jeder auf einen bestimmten Bereich spezialisiert. Als Inhaber führen meine Frau und ich eine Schlusskontrolle durch, um einen Überblick der anstehenden Themen zu bekommen, was auch für die Schaufenster- und Tischpräsentation wichtig ist.

Die Kräfte bündeln

indition: Durch den Einkauf werden also viele Kapazitäten gebunden…

Jan Hoffmann: Das ist richtig. Wir haben für Entlastung gesorgt, indem wir mittlerweile etwa 20 Warengruppen komplett vom Großhändler Libri bewirtschaften lassen. Im Umsatz schlägt sich das sehr positiv nieder; zudem haben seither unsere Verkäufe über Onlinekanäle (ebay, Amazon) deutlich angezogen. Libri reagiert auch zeitnah bei Titeln mit hohem Aktualitätsbezug.

indition: Wie viel Arbeitszeit entfällt Vertreterbesuche?

Jan Hoffmann: Wir nehmen an mehrtätigen Vertreterbörsen teil, bei denen gebündelt Ware von mehreren Verlagen bestellt werden kann. Wir versuchen konzentriert auf diese Termine hinzuarbeiten und nehmen mit Teams von je zwei bis vier Mitarbeitern etwa 20 bis 30 Termine bei einer Vertreterbörse wahr. Der Vorteil ist: Dort sind wir diejenigen, die bestimmen können, wie viel Zeit ein Termin einnimmt. Kommt ein Vertreter zu uns ins Haus, bestimmt er in der Regel stärker die Anwesenheit als wir. Zudem kaufen wir auf den Börsen gezielter ein.

„Man muss ein halbes Jahr mit den Büchern leben“

indition: Wie viel Aufwand bringt die Vorbereitung dieser Termine inklusive dem Durchwälzen der Verlagsvorschauen mit sich?

Jan Hoffmann: Zwischen dem Eintreffen der Verlagsvorschauen und den Vertreterbörsen liegen in der Regel drei bis sechs Wochen. In dieser Zeit fallen täglich zwei bis drei Arbeitsstunden für die Einkaufsplanung und Auftragserfassung an, die für die Kundenpflege entfällt. Da man mit den dann bestellten Büchern ein halbes Jahr leben muss, ist dieser Zeitaufwand aber nötig.

indition: Welche Einkaufsmodalitäten wären für Sie optimal, um kurzfristig auf Nachfrage und Trendthemen reagieren zu können?

Jan Hoffmann: Es wäre wichtig, dass die Verlage Bestelldaten zur Verfügung stellen, die in die elektronischen Warenwirtschaftssysteme einzulesen sind. Da es kein genormtes Format gibt, ist das derzeit nicht möglich. Wir würden uns damit aber viele Stunden Arbeitszeit ersparen. Statt eine Datei importieren zu können, müssen alle Daten manuell eingegeben werden. Auf die lang- und kurzfristige Nachfrage reagieren wir durch regelmäßiges Nachbestellen. Bei Trendthemen wäre es wünschenswert, dass die Verlage öfter Titel unaufgefordert schicken, mit einer akzeptablen Zahlungskondition und Rückgaberecht.

Jan Hoffmann betreibt in der Kreisstadt Eutin (Schleswig-Holstein) gemeinsam mit seiner Frau Martina eine 230 qm große Buchhandlung in der dritten Generation. Zudem engagiert er sich im Zusammenschluss norddeutscher Buchhändler, der Nordbuch-Gruppe.