Beiträge

Maria Almana_Texthandwerkerin

Unterstützung beim Schreiben, Lektorat oder PR gesucht? Texthandwerkerin Maria Al-Mana führt Sie durch den Schreibdschungel

Maria Almana_Texthandwerkerin

Bild: „Die Texthandwerkerin“ Maria Al-Mana hilft AutorInnen durch den Dschungel des Schreibens und Veröffentlichens.

Haben Sie sich im Dschungel des Buchschreibens verirrt? Scheitern Sie an der Textkorrektur Ihres Manuskripts oder bräuchten Sie jemanden, der Ihr Manuskript einmal von vorne bis hinten richtig auf Inkonsistenzen oder Rechtschreibfehler kontrolliert, um es inhaltlich, konzeptionell und stilistisch in Topform zu bringen? Oder brauchen Sie Unterstützung in Sachen PR? Nach Monaten oder gar Jahren des Schreibens ist die Distanz zum eigenen Text naturgemäß gering. tredition arbeitet seit jeher mit vielen Experten für Bücher zusammen – allesamt Profis in ihrem Metier, die in den vergangenen Jahren bereits für zahlreiche Autoren von tredition gearbeitet haben und deren Buchprojekte erfolgreich auf der Zielgeraden begleiteten – ob im Bereich Korrektorat oder Lektorat, Illustration oder wenn es um die Hilfestellung beim Veröffentlichen oder im Marketing geht. Wir freuen uns, heute eine dieser Expertinnen als Interviewgast zu präsentieren: Maria Al-Mana. Die „Texthandwerkerin“ kann auf jahrelange Erfahrung in PR und als Redakteurin für Print und online zurückgreifen. Als Autorencoach, Lektorin und Ghostwriterin legt sie ihren Fokus auf  Bücher und Online-Redaktion.

Ich habe schon viele Listen zum Pro und Contra Self-Publishing versus „klassischer Verlag“ geschrieben, am Ende gewinnt immer das Self-Publishing. Das ist ein Prozess, den zur Zeit nicht wenige Autor/innen durchleben, manchmal mit großem Erstaunen: Self-Publishing ist eben KEIN Trostpflaster – ganz im Gegenteil!

 

Erfahren Sie im Interview alles über:

  • Maria Al-Manas Hilfeleistungen für Ihr Buch
  • Alles über Al-Manas Autorencoaching
  • Wie Sie mit der Texthandwerkerin Kontakt aufnehmen
  • Die Bedeutung von Self-Publishing
  • Die Vorgaben für Ihr Buch bei Abgabe an die Expertin
  • Guerilla-Marketing
  • Tipps für Ihre Buchveröffentlichung

Das Interview

Von der Redakteurin zur Full-Service-Dienstleisterin für Autoren

Wer es einmal gewagt hat, will die Freiheit des Self-Publishing oft nicht mehr missen.

tredition: Liebe Frau Al-Mana, Sie nennen sich Texthandwerkerin. Erzählen Sie uns etwas zu sich, wie kam es zu diesem schönen Titel?

Homepage Maria Al-Mana

Bild: Auf Ihrer Homepage bietet Maria Al-Mana Autorenleistungen von Coaching über Lektorat bis zum Marketing an.

Maria Al-Mana: Das ist letzten Endes der Umwälzung unserer Arbeitswelt zu verdanken: Wo immer mehr Menschen sich als Lektor/innen selbstständig machen, es in „klassischen Verlagen“ immer weniger feste Stellen gibt, in (journalistischen) Redaktionen Algorithmen das Texten von Meldungen übernehmen können und gute Buch-PR ein immer breiteres Wissens-Spektrum braucht, da musste für mich eine kreative Lösung her. Ich denke, was in dieser Umbruchszeit als Selbstständige noch richtig gut funktioniert, sind höchst individuelle Lösungen und Dienstleistungen – das liegt mir ohnehin sehr. Und so war es eine Sache der Eigen-PR, mich „Texthandwerkerin“ zu nennen – für mich beinhaltet dieses Kunstwort Dienstleistung und Individualität. Aber es ist auch ein Akt effizienter Kommunikation, denn so erspare ich Interessierten die immens lange Antwort auf die Frage, was ich denn beruflich mache … Ja: Ich bin Autorencoach, Lektorin, Ghostwriterin, Texterin, biete individuelles Buchmarketing und Schreibberatung sowie die Begleitung bei allen Schritten des Selfpublishing an. Das mag ich aber nicht immer alles aufzählen. „Texthandwerkerin“ verkürzt die Sache – und macht hoffentlich auch ein bisschen neugierig …

Soll ich eher eine ‚Aufsichtsperson‘ sein, die zum Beispiel auf die Einhaltung – auch zeitlicher – Vorgaben achtet, oder betrachten wir das Buchprojekt als ein ‚organisches Ganzes‘, das erst mal wachsen muss?

tredition: Wo liegt Ihr Schwerpunkt, was ist bei der Zusammenarbeit mit Autoren am meisten gefordert?

Maria Al-Mana: Am wichtigsten ist wohl der Beratungsprozess, für den ich mir immer sehr viel Zeit nehme. Da spüre ich oft schon die leise Verzweiflung angehender Autorinnen und Autoren: „Hilfe! Woran kann ich mich orientieren, wer begleitet mich durch diesen Dschungel?“ Denn so toll es ist, dass wir von Ton über Bild und Schrift virtuell und auf E-Book-Readern, im gedruckten Buch und in den sich immer weiter verzweigenden, „klassischen Buchgenres“ eine sich ständig potenzierende Zahl an Möglichkeiten haben, um präsent zu sein, zu publizieren und uns zu positionieren, so sehr verwirrt das auch viele Menschen, die „einfach nur schreiben“ und veröffentlichen wollen. Das verstehe ich gut – geht es mir trotz aller Fachkompetenz doch manchmal selbst so … Darum ist meine „natürliche Zielgruppe“ größtenteils der Mensch, der zum ersten Mal publizieren will – und oft auch nicht mehr ganz jung ist. Hier sind meine Empathie, Weitsicht, Geduld und Kreativität gefragt – von alledem habe ich ziemlich viel. Aber es gab auch mal einen beruflichen Masterplan, den ich mir selbst verordnet hatte: Ich will alles lernen, was man wissen muss, um ein Buch von A bis Z selbst machen zu können. Hab ich geschafft. Und darum ist meine größte Stärke wohl die Begleitung von Prozessen: Konzeption, Schreibprozess, Veröffentlichung – und als „Blaupause“ dahinter am besten von Anfang an das Marketing schon mitgedacht. Nicht zu vergessen der individuelle Schreibprozess: Was macht das Schreiben eigentlich mit mir? Und wie „guckt“ mich der Text an, wenn er dann endlich fertig geschrieben ist? Hier beginnt das, was ich gern das „erweiterte Lektorat“ nenne. Und das bildet zusammen mit Beratung und Coaching meine Schwerpunkte.

tredition: Sie bieten Autoren ein individuelles Autorencoaching? Was beinhaltet dieses Coaching?

Maria Al-Mana: Die Antwort steckt hier schon in der Frage: Es ist so individuell wie die Fragen und Probleme der Menschen, die sich an mich wenden. Vielleicht genügt es an dieser Stelle, wenn ich sage, dass ich allein für das Schreiben meiner Angebote im Schnitt zwei Stunden brauche … Und keines gleicht dem anderen. Trotzdem gibt es immer eine Gemeinsamkeit: Es geht darum, den schreibenden Menschen, seine „Stimme“ und das Buch, das er schreiben will – und manchmal auch schon ansatzweise geschrieben hat – in Einklang zu bringen. Das ist immer mein Ziel: „Schreibe so, dass du dich jederzeit auf eine große Bühne stellen und aus deinem Buch vorlesen könntest, ohne dass du ein Gefühl der Fremdheit dir und deinem Buch gegenüber empfindest.“ Lampenfieber und Co. natürlich mal außen vorgelassen …

Meine größte Stärke ist die Begleitung von Prozessen: Konzeption, Schreibprozess, Veröffentlichung – und als „Blaupause“ dahinter am besten von Anfang an das Marketing schon mitgedacht.

tredition: Wie sollten Autoren vorgehen, wenn sie Ihre Dienste in Anspruch nehmen wollen?

Maria Almana

Bild: Maria Al-Mana berät zunehmend Self-Publishing-Autoren.

Maria Al-Mana: Kommt darauf an, was sie planen … Der Idealfall ist, wenn jemand seine Buch-Idee zwar schon gründlich durchdacht, aber noch nicht umgesetzt oder allenfalls ein paar erste „Bausteine“ geschrieben hat. Dann können wir gemeinsam überlegen: „Was für ein Schreibtyp sind Sie eigentlich? Wie wollen wir vorgehen? Welche Haltung haben Sie Ihrem Thema/Buch gegenüber? Wie können wir das auf die Struktur des Buches übertragen? Wollen Sie, dass ich jedes Kapitel lese, sobald es geschrieben ist – oder lieber warten, bis Sie mit der „ersten Runde“ durch sind? Soll ich eher eine „Aufsichtsperson“sein, die zum Beispiel auf die Einhaltung – auch zeitlicher – Vorgaben achtet, oder betrachten wir das Buchprojekt als ein „organisches Ganzes“, das erst mal wachsen muss?“ Solche Fragen stellen sich natürlich auch, wenn der Text schon in einer ersten Fassung mehr oder weniger fertig ist. Doch dann geht es meistens darum, zu kürzen, zu überarbeiten, neu zu schreiben. Das kann schmerzhaft sein. Darum ist mir so viel daran gelegen, Autor/innen auch durch Coaching begleiten zu können. Da würden wir dann beispielsweise den Fokus auf das „wohin?“ und „warum?“ legen – denn mit einem guten, klaren Ziel ist auch das Überarbeiten erfahrungsgemäß nicht mehr ganz so schmerzhaft. Also auch hier: Alles ist extrem individuell!

tredition: Sie beraten sowohl Verlagsautoren als auch Self-Publisher, was sind die markantesten Unterschiede?

Maria Al-Mana: Um ehrlich zu sein: Bislang sind noch alle, die sich vorgenommen hatten, als Verlagsautor/in unterzukommen, am Ende doch Self-Publisher geworden. Und ich glaube, da sind sie bei mir dann auch gut aufgehoben. Denn ich komme zwar (unter anderem) auch aus der „klassischen Verlagswelt“, liebe sie und ihre Produkte, bin außerdem eine treue Seele. Aber so sehr ich mich auch bemühe … Ich habe schon viele Listen zum Pro und Contra Self-Publishing versus „klassischer Verlag“ geschrieben, am Ende gewinnt immer das Self-Publishing. Das ist ein Prozess, den zur Zeit nicht wenige Autor/innen durchleben, manchmal mit großem Erstaunen: Self-Publishing ist eben KEIN Trostpflaster – ganz im Gegenteil! Wer es einmal gewagt hat, will die Freiheit des Self-Publishing oft nicht mehr missen. Auch wenn diese Freiheit natürlich ihren Preis hat. Wenn Sie so wollen, liegt wohl genau hier der markanteste Unterschied: Die „richtig große Freiheit“ muss man sich erst mal selber zutrauen. Unter dem Dach eines großen Verlagsnamens ist es einfach kuscheliger … Auch da kann übrigens mein Autorencoaching ansetzen: Self-Publisher brauchen schlicht ein gutes Selbstbewusstsein – da kann Coaching eine große Hilfe sein.

tredition: In welcher Form können Autoren Ihnen ihr Manuskript zur Verfügung stellen und was müssen sie dabei beachten?

Maria Al-Mana: Danke für diese Frage! Es ist scheinbar so einfach – und für viele Autor/innen doch ganz schwierig: Bitte IMMER komplett unformatiert! Ich verstehe ja, dass alle Autor/innen sich wünschen, dass ihr Buch „hübsch“ aussieht. Aber das kommt immer, immer erst ganz zum Schluss! Selbst Zeilennummern oder eine bestimmte Schriftart brauche ich nicht – und ganz sicher keine von Hand gesetzten Trennungen mitten im Wort. Also am besten und einfachsten: ein word-, OpenOffice- oder *.rtf-Dokument. Überschriften sollten irgendwie erkennbar sein, das ist dann aber auch schon alles.

Ansonsten gibt es keine Vorgaben: Schubladen-Chaos-Teilchen, fertig Formuliertes, Halbfertiges, ganz egal. Nur: Handschriften entziffern kann und mag ich wirklich nicht!

Es ist ein bisschen so wie mit Champagner: Immer wieder rütteln, schütteln, gegen das Licht halten, gründlich betrachten und Bodensätze lösen … das alles tut dem Produkt gut.

tredition: Wie nehmen Sie Autoren die Sorge, dass ihr Text durch eine „externe“ Bearbeitung verfremdet werden könnte?

Maria Almana

Bild: Bei Maria Al-Mana müssen Sie als AutorIn keine Angst haben, dass Ihre Texte am Ende verfremdet sind.

Maria Al-Mana: Auch für diese Frage bin ich sehr dankbar … Und antworte jetzt mal ganz unverblümt: So eine Sorge wäre in meinem Fall absolut unbegründet. Ich glaube, das beweise ich mit meiner ganzen Person. Wer sich an mich wendet, hat sich in aller Regel vorher im Netz schlau gemacht. Und da wird er oder sie sehen, dass ich den allergrößten Wert auf Vielfalt, die Entwicklung dessen, was ich „die eigene Stimme“ nenne und ein netzwerkendes Nebeneinander von Menschen lege, die sich etwas zu erzählen haben – und das funktioniert umso besser, je selbstbestimmter und selbstbewusster sie nebeneinander stehen können. Ich kann jede Art von Gleichmacherei nur schwer ertragen und eines meiner Ziele ist immer die größtmögliche Unabhängigkeit (was übrigens einer der Gründe war, warum ich mir tredition als Kooperationspartner ausgesucht habe …). Wenn es nicht so pathetisch klänge, würde ich jetzt sogar sagen: Respekt bedeutet mir sehr viel. Und dazu gehört in meinem beruflichen Alltag absolut, dass ich jeden Menschen in seiner Haltung, mit seiner Stimme ohne Wenn und Aber respektiere. Natürlich immer nur, wenn es nicht meinen eigenen Werten zuwiderläuft. Sollte das der Fall sein, kann und werde ich Interessenten als Kunden schlicht nicht annehmen.
Ich kenne und liebe außerdem so viele Beispiele literarischen Eigensinns, sprachliche Experimente, die zum Teil schon wieder lang vergessen sind, dass ich mich nie sklavisch an Sprachvorschriften halten muss, weil „man“ das eben so macht – und genau da würde meiner Ansicht nach die „Verfremdung“ eines Textes beginnen. Wenn ein Text in sich Sinn macht, einen schlüssigen Buchinhalt ergibt, für den sich ein paar Menschen interessieren könnten – dann ist meiner Ansicht sehr vieles machbar. Darum finde ich Sprache ja so unglaublich toll: weil sie uns immer alle Möglichkeiten offenlässt. Und ich bin sehr dafür, diese Möglichkeiten auch zu nutzen.

tredition: Kann sich ein Autor eigentlich auch mit einer bloßen Themenidee und lediglich Textbausteinen an Sie wenden?

Maria Al-Mana: O ja, unbedingt – siehe oben, Stichwort: „Idealfall“

tredition: Wie lange dauert es im Schnitt, bis ein Auftrag für einen Autoren abgeschlossen ist?

Maria Al-Mana: Es dauert so lang, wie es dauert … Das kann auch schon mal ein gutes Jahr werden. Da gebe ich allenfalls dann Grenzen vor, wenn ich selbst aus Zeitnot nicht mehr ein noch aus weiß, dann muss ich sagen: „Geht grad gar nicht!“ Da hat mich der Autor/die Autorin leider schlicht zum falschen Zeitpunkt kontaktiert … Das sage ich dann aber auch gleich zu Beginn unseres Gesprächs. Schwierig finde ich, von Anfang an starre Zeitvorgaben zu machen … Denn ich bin ein großer Fan davon, einem Buch immer auch die Zeit zum jeweils nötigen „Reifungsprozess“ zu geben – davon können am Ende nur alle Beteiligten profitieren, nicht zuletzt das Buch selbst. DASS wir uns diese Zeit nehmen können, ist ja einer der großen Pluspunkte von Self-Publishing. Und keine Sorge: Abgerechnet wird immer nur die Zeit, die ICH investiere. Damit die Kosten nicht explodieren, versuche ich in aller Regel, die Schreibenden so oft wie möglich an ihren Schreibtisch zu lotsen – gern mit sehr konkreten „Hausaufgaben“.

Es ist ein bisschen so wie mit Champagner: Immer wieder rütteln, schütteln, gegen das Licht halten, gründlich betrachten und Bodensätze lösen … das alles tut dem Produkt gut.

Klar: Irgendwann kommt der Punkt, an dem das Projekt auch mal abgeschlossen werden muss – dann auch gern mit klaren Zeitvorgaben.

tredition: Sie beraten Autoren auch im Bereich PR und Marketing? Wenn ein Autor also noch Nachhilfe in Sachen Verkäufen braucht, kann er sich bei Ihnen melden?

Maria Al-Mana

Bild: Maria Al-Mana ist es am Liebsten, wenn der Kontakt zum Autor oder zur Autorin so früh wie möglich ansetzt.

Maria Al-Mana: Ja. Und auch da ist es mir am liebsten, wenn der Kontakt so früh wie möglich beginnt. Denn manche Marketingmaßnahme kann und sollte schon während des Schreibens „implementiert“ werden. Für ganz klassische Werbestrategien bin ich eher nicht zuständig – da gibt es Agenturen, die können das besser. Auch hier wieder gilt: Ich fühle mich da zuständig, wo es individuell wird … also eher Guerillamarketing als große Sales-Kampagne. Was natürlich immer geht, ist das Texten und Überarbeiten schriftlicher Werbematerialien. Allerdings könnten auch da manche Kolleginnen und Kollegen preiswerter und eher geeignet sein … Ich bin immer dort am stärksten, wo ich größere Prozesse des Buchkonzipierens, -schreibens, -überarbeitens, -machens und -verkaufens begleiten darf. Dazu kann das Buch aber auch bereits publiziert sein – und wir überlegen, wie wir nachträglich PR-Anlässe und/oder Social-Media-Begleitung schaffen können … Auch hier am liebsten immer ein bisschen abseits der breiten Pfade des „Mainstream“.

tredition: Welche Tipps würden Sie Autoren für die Buchveröffentlichung an die Hand geben?

Maria Al-Mana: Meine allererste Frage ist ja immer: „Erwarten Sie, eines Tages vom Bücherschreiben leben zu können?“ Ist die Antwort „nein“, können wir weiterreden. Denn dann kommt das, was für mich das Spannendste am Bücherschreiben überhaupt ist: Welchen Wert – außer Geld – kann ein Buch haben? Da gibt es so ungeheuer viele Aspekte … Und sie alle tragen dazu bei, die Motivation zu stärken, ein Buch überhaupt veröffentlichen zu wollen. Sie können auch mal Durst- und Ärgerstrecken überwinden helfen, geben Autorinnen und Autoren das nötige Selbstbewusstsein, helfen beim „Durchhalten“ und beflügeln im besten Fall so stark, dass sie bis in alle Stationen der Öffentlichkeitsarbeit hineinreichen. Genau da wirkt dann auch die vielbeschworene „Authentizität“ – die ja niemals geplant werden kann noch im luftleeren Raum entsteht. Das wäre also mein allerwichtigster Tipp: Sich sehr gründlich zu fragen: Warum will ich ein Buch veröffentlichen? Warum genau dieses? Und was will ich damit erreichen? Dabei bitte nie vergessen, dieses „ich“ gründlich unter die Lupe zu nehmen. Denn das Bücherschreiben macht ja auch was mit uns. Immer. Und am Ende all der Arbeit wollen wir mit dem Geschriebenen auch noch ÖFFENTLICH werden – da darf ich ruhig im Vorfeld schon mal den ein oder anderen Gedanken investieren.

Und sollte die Antwort doch lauten: „Ich will mit der Buchveröffentlichung so viel Geld verdienen, dass ich jede andere Arbeit an den Nagel hängen kann“, dann befinden wir uns im Modus des Wünschens und Träumens … Und auch daraus lassen sich ja bekanntermaßen hervorragende Geschichten und Bücher machen …

tredition: Liebe Frau Al-Mana, wir danken für das spannende Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg in der Zusammenarbeit mit unseren AutorInnen. 

Erik-Kinting 300. Buch bei tredition

Ein ganz besonderes Jubiläum bei tredition – Lektor Erik Kinting feiert sein 300. Buch bei tredition!

Erik-Kinting 300. Buch bei tredition

Bild: Im Dauereinsatz für Autoren: Kurz vor Weihnachten hat Erik Kinting die 300. Veröffentlichung im Kundenauftrag bei tredition durchgeführt. Das Bild zeigt Erik Kinting mit dem Erfolgsbuch „Der Finanzwesir“.

tredition arbeitet seit jeher mit vielen Experten für die Buchbearbeitung zusammen – allesamt Profis in ihrem Metier, die in den vergangenen Jahren bereits für zahlreiche Autoren von tredition gearbeitet haben und deren Buchprojekte erfolgreich auf der Zielgeraden begleiteten – ob im Bereich Korrektorat oder Lektorat, Illustration oder wenn es um die Hilfestellung beim Veröffentlichen selbst geht. 

Einer von diesen Experten ist Erik Kinting. Ihm kann das Team von tredition um den Jahreswechsel zu einem besonders schönen Anlass gratulieren. Mit „Verloren in der Zwischenwelt“ von David Rebekka Hertzeg hat er sein 300. Buchprojekt bei tredition begleitet. Ein Grund, Champagnerkorken knallen zu lassen!

Gern möchten wir Erik Kinting, aber auch allen anderen Lektoren, Grafikern und Illustratoren für die tolle Zusammenarbeit und viele inspirierende Buchprojekte danken.

„Als Mitglied im Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL) mit 21 Jahren Berufserfahrung und mehr als 1000 Buchveröffentlichungen sorge ich dafür, dass Ihr Text professionell und lesefreundlich an die Öffentlichkeit gelangt.“

Erik Kinting kümmert sich als Lektor seit über 20 Jahren um Autoren und ihre Buchprojekte. Seit das Self-Publishing in Deutschland etabliert ist, führt er auch Veröffentlichungen für seine Kunden durch, inklusive Buchsatz und der kompletten Abwicklung beim jeweiligen Verlag.

Verloren in der Zwischenwelt

Bild: Das ist es, das 300. Jubiläumsbuch von Erik Kinting: „Verloren in der Zwischenwelt“ von David Rebekka Hertzeg!

Von Anfang an dabei, kennt er alle technischen Probleme, kann zwischen den Wünschen der Autoren und den Markterfordernissen vermitteln und verhilft so auch technisch weniger versierten Autoren zum eigenen Buch. Denn so einfach das Self-Publishing mittlerweile auch geworden ist, bleiben doch ein paar technische Grunderfordernisse, die selbst das beste Konvertierungsprogramm dem Autoren nicht abnehmen kann. Aber auch die Kombination aus Lektorat, Umschlaggestaltung, Buchsatz und technischer Abwicklung beim Verlag ist für viele Autoren ein Grund, diese Leistung in Anspruch zu nehmen, denn dann hat man alles aus einer Hand.

„Neben den üblichen Korrekturen bezüglich Ausdruck, Stil, Tempo, Satzbau etc. achte ich auch auf inhaltliche Ungereimtheiten, finde Lücken im Erzählstrang oder schlage Straffungen vor. Im Mittelpunkt steht die Optimierung des Leseflusses.“

Dass die reinen Veröffentlichungen ohne Lektorat mal mehr als die Hälfte seiner Zeit in Anspruch nehmen würden, hätte er vor 7 Jahren, als er die ersten Self-Publisher betreute, nicht gedacht. Damals war es nur ein Zusatzangebot, weil seine Autoren nach dem Lektorat oft nicht wussten, an wen sie sich sonst wenden sollten. Mittlerweile hat er weit über 1.000 Bücher veröffentlicht und sich als Verstärkung die Grafikdesignerin Sabine Abels ins Team geholt.

 

Bücher Erik Kinting

Bild: Eine kleine Auswahl der Bücher, die Erik Kinting mittlerweile bei tredition betreut hat.

 

Erik Kinting

Bild: »Im Dauereinsatz für Autoren: Kurz vor Weihnachten hat Erik Kinting die 300. Veröffentlichung im Kundenauftrag bei tredition durchgeführt.«

Zu Erik Kintings Autoren zählen überwiegend Belletristikautoren und Romanciers. Autobiografien, Kinderbücher, Ratgeber und Fachbücher werden aber auch von ihm betreut. Auch der eine oder andere Bestseller war bei den betreuten bzw. lektorierten Werken schon darunter, zum Beispiel der Anlageberater „Der Finanzwesir“ von Albert Warnecke.

Zum Jahreswechsel hat Erik Kinting seine 300. Veröffentlichung bei tredition eingereicht: „Verloren in der Zwischenwelt“ von tredition-Autor David Rebekka Hertzeg. Bei diesem ganz besonderen Jubiläumswerk handelt sich um einen sehr anspruchsvollen Roman, der sich mit menschlichen Abhängigkeiten befasst und mit den verschiedenen Perspektiven der Protagonisten spielt. „Autoren haben oft auch nach der Veröffentlichung noch Wünsche und Probleme, sei es, dass noch etwas geändert werden muss, oder wann die bestellten Autorenexemplare kommen. Natürlich wenden meine Kunden sich zuerst an mich und dank des guten Kontaktes zu tredition kann ich auch meistens schnell helfen. Für mich ist wichtig, dass meine Kunden nach der Veröffentlichung zufrieden sind – genau das ist bei tredition gewährleistet. Ich freue mich schon auf die nächsten hundert Veröffentlichungen“, schreibt uns Erik Kinting, als er die schöne Jubiläumsnachricht weitergibt.

 

Schwerpunkte

  • Lektorat
  • Buchsatz, Textlayout
  • Cover- und Umschlaggestaltung
  • Kompletter Veröffentlichungsprozess bei einer Self-Publishing-Plattform

Wir gratulieren und sind gespannt auf weitere tredition-Bücher, die im Impressum den Namen Erik Kinting aufweisen! Natürlich möchten wir neben Erik Kinting aber auch allen anderen Lektoren, Grafikern, Illustratoren für die tolle Zusammenarbeit und die inspirierenden Buchprojekte danken!

Korrektorats- und Lektoratsservice Ka&Jott: Ein eingespieltes Team

Julia Kischkel und Franziska Junghans

Julia Kischkel (li.) und Franziska Junghans

Robinson Crusoe ist es zu verdanken, das Franziska Junghans die Faszination für Texte und das Schreiben zum Beruf machte – gemeinsam mit Julia Kischkel gründete sie den Korrektorats- und Lektoratsservice „Ka&Jott“. Im Interview mit tredition geben die beiden „Expertinnen für das geschriebene Wort“ wertvolle Tipps für die Arbeit am eigenen Buch und erläutern, welche Services sie Autoren anbieten.

 

tredition: Liebe Frau Kischkel, liebe Frau Junghans, wie kam es zu der Idee, sich gemeinsam zu einem Lektorat- und Korrekturservice zusammenzuschließen?

Julia Kischkel: Die Entscheidung, uns gemeinsam mit einem Lektorat selbstständig zu machen, haben wir bereits während des Studiums getroffen und ist eigentlich nur logisch, wenn man sich unseren Werdegang anschaut. Seit fast 20 Jahren sind wir miteinander befreundet, haben beide u. a. Literaturwissenschaften studiert und den wohl kleinsten Buchclub der Welt gegründet (Mitgliederzahl: 2). Bei uns beiden ist es die Liebe zu Büchern und zum geschriebenen Wort, die zu dem Beruf geführt hat.

Franziska Junghans: Jeder von uns hätte natürlich auch für sich arbeiten können, aber ein Zusammenschluss bringt sehr viele Vorteile mit sich. Zum einen haben wir uns schon während des Studiums und auch danach auf unterschiedliche Bereiche spezialisiert. Der Fokus meiner Kollegin lag auf Interpretationen, digitalen Medien, Marketing und Werbung. Mich hingegen hat es schon immer zum Schreibprozess selbst hingezogen, zur Rhetorik und äußeren Gestaltung. Durch den Zusammenschluss sind wir in der Lage, mit einer großen Bandbreite an Kenntnissen, Fähigkeiten und Genres auffahren zu können. So können wir den Autoren einen umfassenden Service bieten und dabei trotzdem Spezialisten bleiben. Wir ergänzen uns einfach sehr und zusammen sind wir ein seit Jahren gut eingespieltes Team.

tredition: Was fasziniert Sie an der Arbeit mit Texten?

Julia Kischkel: Mich fasziniert die enorme Vielseitigkeit von Texten, die sich allein aus der Wortwahl und dem Satzbau ergibt. Kleinste Änderungen an entsprechender Stelle können große Wirkungen erzielen. Ich finde es außerdem sehr befriedigend, Fehler im Text aufzuspüren und zu beseitigen. Man kann es mit Unkrautjäten im Blumenbeet vergleichen, das Ergebnis ist jede Mühe wert.

Franziska Junghans: Als Kind wollte ich mal Tischlerin werden. Aus einem Stück Holz etwas herausschnitzen, Details herausarbeiten, überstehende Splitter entfernen und das Ganze auf Hochglanz polieren – das hat mich fasziniert. Dass ich mich nicht für Holz, sondern für Texte als Arbeitsmaterial entschieden habe, schiebe ich Robinson Crusoe in die Schuhe.

 

„Wir erstellen für Autoren konkrete und unverbindliche Angebote.“

 

tredition: Wie müssen Autoren vorgehen, wenn sie Ihre Unterstützung bei Lektorat und Korrektorat in Anspruch nehmen möchten?

Julia Kischkel: Die erste Anlaufstelle ist unsere Homepage, auf der sich die Autoren einen Eindruck über uns und unsere Services verschaffen können. Hier sind auch alle Kontaktinformationen zu finden. Am schnellsten erreicht man uns telefonisch oder per E-Mail. Auf Grundlage des Manuskriptes und der Anzahl der Normseiten erstellen wir ein konkretes und unverbindliches Angebot.

Falls sich ein Autor noch unsicher ist, welcher Service für ihn der richtige ist, können wir anhand einer Leseprobe gemeinsam überlegen, was für den Text am besten ist. Auf Wunsch erstellen wir auch ein kostenloses Probelektorat, damit sich die Autoren ein besseres Bild von unserer Leistung machen können.

Bevor wir dann richtig in den Text einsteigen, erfolgt nochmal ein intensiveres Gespräch, in dem die Schwerpunkte des Lektorats festgelegt werden.

tredition: Wie viel Zeit nimmt erfahrungsgemäß das Lektorat eines 200-seitigen Romans in Anspruch?

Franziska Junghans: Das ist schwer zu sagen, da es kein pauschales Lektorat gibt. Es kommt sehr darauf an, welche Ziele gesetzt werden und wie die Qualität des Ausgangstextes ist.

Ein Lektorat ist immer eine zeit- und arbeitsintensive Angelegenheit, für beide Seiten. Der erste Durchgang kann bei dieser Länge, wenn es sich um Normseiten handelt, durchaus bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Der Autor sollte nicht unterschätzen, was nach dieser ersten Durchsicht an Nacharbeit auf ihn zukommen kann, vor allem, wenn noch an der Handlung und der Figurenausarbeitung gearbeitet werden muss.

Letztendlich nehmen wir uns lieber etwas mehr Zeit, weshalb die Autoren frühzeitig an ein Lektorat denken sollten, mitunter auch schon während der Schreibphase, damit von Anfang an Stärken herausgearbeitet und Schwächen erkannt werden können.

 

„Man sollte schon beim Schreiben den Leser im Kopf haben.“

 

tredition: Welche Kardinalfehler sollten Autoren beim Schreiben ihres Buches vermeiden?

Julia Kischkel: Bei manchen Manuskripten fällt auf, dass der Text ohne Konzept und Planung geschrieben wurde. Diese Herangehensweise ist nicht unbedingtKa & Jott schlecht, führt aber häufig dazu, dass Handlung und Figuren nicht schlüssig sind. Der rote Faden geht verloren und der Text ist voll von Abschweifungen. Dann muss meist viel gestrichen und nachgebessert werden. Der Autor sollte sich beim Schreiben fragen, ob das, was er gerade schreibt, eine Funktion hat, etwa die Handlung vorantreibt oder die Stimmung und das Setting definiert. Ein detailliertes Konzept zu Handlung und Figuren hilft nicht nur, logische Brüche zu vermeiden, sondern auch Tiefe zu schaffen.

Außerdem ist es von Vorteil, wenn Autoren schon beim Schreiben ihre Leser im Kopf haben und sich fragen: Für wen schreibe ich? Welche Wirkung möchte ich beim Leser erzielen? Je genauer die Zielgruppe definiert ist, desto eher lässt sich Sprache, Inhalt und nicht zuletzt die Vermarktung so gestalten, dass das Buch am Ende auch diese Leser erreicht.

Franziska Junghans: Viele Autoren hängen sehr an ihrem Text. Das ist auch verständlich, gerade wenn eigene Erlebnisse oder Emotionen beim Schreiben verarbeitet werden. Eine Überarbeitung des Manuskripts, besonders wenn es um Streichungen geht, wird aber schwierig, wenn der Autor nicht in der Lage ist, sich etwas vom Text zu lösen. Ähnlich problematisch ist es, wenn Autoren Veränderungsvorschläge an ihrem Text persönlich nehmen. Das ist vor allem dann sehr schade, wenn noch eine Menge Potenzial in der Geschichte steckt. Autoren sollten sich daher trauen, ihren Text schon vor dem Lektorat und selbstverständlich vor der Veröffentlichung zur Diskussion zu stellen.

Ich bin der Ansicht, dass gute Autoren keine Rechtschreib- und Grammatikprofis sein müssen. Für einen flüssigen Text ist ein gewisses Maß an Sprachgefühl natürlich unerlässlich, aber in erster Linie ist ein Autor ein Geschichtenerzähler. Für den Rest gibt es Korrektoren und Lektoren.

 

„Kein Text ist von Anfang an perfekt.“

 

tredition: Wie tragen Sie dafür Sorge, dass ein Text durch das Lektorat nicht zu sehr „verfremdet“ wird?

Julia Kischkel: Diese Befürchtung hat sicher damit zu tun, dass viele Autoren keine genaue Vorstellung davon haben, welche Aufgaben ein Lektorat hat. Wir wollen den Text ja nicht neu schreiben oder unseren Stil aufdrängen – wir sind keine Autoren oder Ghostwriter. Unsere Aufgabe ist es, Stärken und Schwächen zu erkennen, die innere Stimme und Rhetorik des Textes wahrzunehmen und ihn in diesem Sinne mit den Zielen in Einklang zu bringen.

Ganz wichtig ist es, zuvor genaue Absprachen zu treffen. Das heißt nicht, dass wir den Text unkritisch betrachten. Das wäre genau das Gegenteil von dem, was ein Lektorat zur Aufgabe hat. Es geht vielmehr darum, dass sich der Autor und wir uns darüber im Klaren sind und darüber verständigen, welche Ziele das Lektorat verfolgt. Der Text wird aus der Sicht des Autors umso weniger verfremdet, je genauer er sich Gedanken über die Stimmung, Charaktere, Handlung und Zielgruppe, und was er damit erreichen möchte, macht. Darauf aufbauend legen wir dann gemeinsam einen oder mehrere Schwerpunkte fest und bearbeiten den Text dahingehend. Ein Lektorat besteht in erster Linie nicht im Umformulieren oder Glätten der Sprache, sondern im Dialog über den Text.

tredition: Wie beurteilen Sie die Qualität der Texte von Self-Publishern?

Franziska Junghans: Die Bandbreite reicht hier von fast druckreif bis hin zu wirklich schlecht. Das muss man leider so sagen. Es gibt daher auch nicht die Self-Publisher, diese Gruppe ist extrem heterogen. Die Autoren unterscheiden sich sehr in ihrer Professionalität und in den Zielen, die sie für ihr Manuskript haben. Einigen geht es nur um die Veröffentlichung an sich, weil es ihr Lebenstraum ist, das eigene Buch in den Händen zu halten. Andere möchten möglichst viele Leser finden und dementsprechend auch gutes Geld verdienen.

Fest steht jedoch: Kein Text ist perfekt, wenn er als Manuskript abgeliefert wird. Auch ein Roman von Umberto Eco durchläuft eine Korrektur und ein Lektorat. Letztlich ist es auch nicht so wichtig, wie der Text dann ist, wenn der Autor den letzten Punkt setzt, sondern was daraus geworden ist, bis er in den Druck geht und als Buch erscheint.

tredition: Welche Hilfestellung können Sie Autoren für den Satz und Layout ihres Buches geben?

Franziska Junghans: In Fortbildungen und im Verlag haben wir gelernt, worauf es beim Satz und Layout ankommt. Der beste Text kommt beim Leser nicht an, wenn er durch seine schlechte Form unlesbar ist. Ein Autor sollte sich in erster Linie auf den Text und dessen Inhalt konzentrieren, weshalb wir Self-Publishern anbieten, ihren Text professionell von uns setzen zu lassen, damit sich das fertige Buch äußerlich nicht von dem eines Verlages unterscheidet.

Julia Kischkel: Natürlich gibt es auch Autoren, die ihre Bücher selber setzen möchten und dies auch gut umsetzen. Ihnen raten wir vor allem, Absatzformate zu benutzen, die Typografie der Textsorte anzupassen, den Satzspiegel zu beachten und Kapitel und Absätze sinnvoll zu gliedern. Auch das Genre, die Textsorte, das spätere Marketing und die Zielgruppe sollten dabei beachtet werden. Das Ziel ist die Einheit aus Inhalt und Form.

Von der Wahl der Schriftart über das Buchformat bis zum Cover sollte alles stimmig sein. Die Bedeutung des Covers auf den Erfolg des Buches wird dabei leider häufig unterschätzt. Hier lohnt es sich in jedem Fall, einen Profi zu Rate zu ziehen. Denn was nützt der beste Text, wenn das Cover die potenziellen Leser abschreckt, statt anzieht.

Mehr Informationen auf www.ka-und-jott.de

 

Erik Kinting

Lektoren im Porträt: Erik Kinting

Erik KintingHaben Sie Angst vor professioneller Textarbeit? Davor, ihr Manuskript einmal so richtig „durch die Mangel zu nehmen“, um es inhaltlich, konzeptionell und stilistisch in Topform zu bringen? Für viele Debütautoren ist dies exakt der Knackpunkt. Nach Monaten oder gar Jahren des Schreibens ist die Distanz zum eigenen Text naturgemäß gering. Gleichzeitig wird es angesichts steigender Titelzahlen immer wichtiger, im Wettbewerb um die Lesergunst mit Professionalität zu punkten. Immer mehr Self-Publisher investieren daher in Lektorats-Dienstleistungen.

Wir freuen uns, heute Erik Kinting als Gast begrüßen zu dürfen! Der freie Lektor stand bereits zahlreichen Autoren von tredition mit Rat und Tat bei der Buchveröffentlichung zur Seite. Im Interview erzählt er, wie sich Objektivität zum eigenen Text herstellen lässt und weshalb es so wichtig ist, als Autor nicht zu viel zu zögern und zu zaudern. Eine frohe Lektüre!

tredition: Lieber Herr Kinting, Sie sind seit knapp 20 Jahren als Lektor tätig. Wie vielen Autoren haben Sie in dieser Zeit zur Veröffentlichung eines Buches verholfen?
Erik Kinting: Alles in allem um die 1.000, aber darunter fallen natürlich auch reine Veröffentlichungen ohne vorheriges Lektorat sowie ‚Mehrfachtäter‘ – für einige Autoren habe ich ganze Buchreihen mit bis zu zehn Titeln lektoriert und veröffentlicht.

tredition: Ihr Dienstleistungsspektrum reicht vom Korrektorat über Lektorat und Textlayout bis zur Umschlaggestaltung. Welche dieser Dienstleistungen nehmen Autoren am häufigsten in Anspruch?
Erik Kinting: Das hält sich erstaunlicherweise die Waage. Etwa die Hälfte meiner Autoren möchte nur Hilfe bei der Veröffentlichung, dazu zählen unter anderem der Buchsatz für Druckversionen und die Umschlaggestaltung. Dadurch bleibt mein Job ausgewogen und abwechslungsreich.

tredition: Wo liegen Ihrer Erfahrung nach die größten Herausforderungen für Autoren? Und wie haben diese sich über die vergangenen 10 bis 15 Jahre verändert?
Erik Kinting: So groß sind die Herausforderungen im Zeitalter des Selfpublishings nicht mehr. Die Verlagssuche entfällt genauso wie der anschließende Kampf um das Mitspracherecht beim Lektorat. Heutzutage ist der Autor von A-Z Herr über sein Werk und die größte Herausforderung beschränkt sich eigentlich auf das Marketing – für alles andere gibt es Dienstleister wie die freien Lektoren, Illustratoren etc. und auch fürs Marketing gibt es inzwischen Hilfe, auch wenn dieses Marktsegment noch in den Kinderschuhen steckt und Autoren das am besten selbst in die Hand nehmen sollten.

tredition: Den eigenen Text zu kürzen, fällt Autoren oft schwer, da es ja um ihr lange gehegtes und gepflegtes Werk geht. Wie argumentieren Sie in so einem Fall?
Erik Kinting: Ich versuche den Autoren die Sichtweise des Lesers zu vermitteln. Das Problem ist ja die fehlende Objektivität dem eigenen Text gegenüber, das kann man erklären. In den wenigen Fällen, in denen das nicht gelingt, formuliere ich die betreffende Passage um. Oft fällt dann der Groschen, weil besagte Objektivität dem neuen ‚fremden‘ Text gegenüber wieder zum Vorschein kommt. In den ganz seltenen Fällen, in denen das nicht funktioniert, setzt sich der Autor mit seinem Wunsch eben durch – ich bin ja nur ein Berater, letztlich entscheidet der Autor.

tredition: Können Sie sich an eine besonders knifflige Angelegenheit im Laufe Ihrer beruflichen Tätigkeit erinnern? (z. B. ein Buch, das unter hohem Zeitdruck fertig werden musste, ein kompliziertes Thema, eine technische Hürde etc.)?
Erik Kinting: Eine? Wo soll ich anfangen … früher, als E-Mail-Anhänge nur winzig sein durften, hatte ich bei einem Verlag eine Autorin, die in Costa Rica lebte. Für die Buchvorstellung war ein Fernsehauftritt ergattert worden, das Buch sollte am darauffolgenden Tag im Handel sein, die Termine waren sehr knapp. Das Hin- und Herschicken der Korrekturen ging noch, dann kamen die Bilder hinzu und der Buchsatz wurde erstellt. Die Druckerei stand bereits in den Startlöchern. Nun erwies es sich als absolut unmöglich die fertigen PDF-Dateien für Umschlag und Innenteil zur letzten Prüfung durch die Autorin per E-Mail zu verschicken – zu groß, auch in Teilen. Aber im Vertrag stand, dass die Autorin den Satz vor Drucklegung noch zu sehen kriegt. Ich musste also den Webspace beim Hoster der Verlagshomepage aufräumen (damals gab es da nur 10 Mb), denn da war nicht mehr genug Platz. Letztlich habe ich die halbe Homepage gelöscht, um die PDF-Datei zum Download bereitstellen zu können. Dann haben wir gewartet, dass die Autorin uns mitteilt, dass der Download fertig war – so lange war die Homepage offline. Tja … wie das nun mal so ist, hat das mehr als einen Tag gedauert und es gab dann auch noch Änderungen, sodass alles noch mal geschickt werden musste … ich habe mir danach Urlaub genommen.

tredition: Wie sollten Autoren vorgehen, wenn Sie Ihre Dienste in Anspruch nehmen möchten?
Erik Kinting: Je nachdem, was dem Einzelnen lieber ist. Manche möchten zuerst telefonieren, andere klären die wichtigsten Punkte vorab per E-Mail und telefonieren dann wegen der Details … mir ist alles recht. Ich habe komplette Buchprojekte ausschließlich über E-Mail-Kommunikation abgewickelt, andere nur per Telefon und einige Autoren kommen auch vorbei. Aber am besten ist es natürlich immer, wenn ich zuerst das Manuskript und die Wünsche des Autors bekomme, dann kann man im Telefonat gleich konkret zur Sache gehen.

tredition: Welche Genres sind beim Lektorieren am spannendsten für Sie d. h. welche bevorzugen Sie bei Ihrer Arbeit?
Erik Kinting: Na ja, eigentlich sollte man meinen, dass es sich dabei um Fantasy-Romane und Krimis handelt, tatsächlich sind aber viele Autobiografien genauso spannend, insbesondere weil man ja weiß, dass es keine Fiktion ist. Gerade bei den schier unfassbaren Begebenheiten fragt man sich nicht, was der Autor sich da hat einfallen lassen und daher geht es viel mehr unter die Haut.

tredition: Welche Tipps würden Sie Autoren für die Buchveröffentlichung an die Hand geben?
Erik Kinting: Außer meine Dienste in Anspruch zu nehmen? (lacht) Na ja … trauen Sie sich einfach. Schrauben Sie Ihre Erwartungen zunächst nicht allzu hoch und wagen Sie den Schritt. Nachdem Sie Ihr Manuskript fertiggestellt haben finden Sie sowieso keinen Schlaf mehr, bis Sie den Weg nicht zu Ende gegangen sind, also warum warten? Andererseits sollten Sie natürlich auch nichts übereilen. Informieren Sie sich gründlich, überlegen Sie wie und was Sie veröffentlichen wollen und bereiten Sie es dann soweit vor, wie Sie können. Für alles was dann noch offen ist, holen Sie sich professionelle Hilfe. Grundsätzlich kann man sich ab dem Moment, da das letzte Wort geschrieben ist, alles andere abnehmen lassen, man muss also weder den Papierkrieg noch die Technik fürchten. Mich auch nicht, ich bin ganz nett. So einer mit Katze auf dem Schreibtisch.

Wenn Sie Erik Kinting kontaktieren möchten, können Sie das über unser Experten-Netzwerk tun! Ausführliche Informationen gibt es außerdem auf seiner Webseite buchlektorat.net.

Manuskripte als Schlüssel für das Talentscouting

Seit fast 30 Jahren hat Deutschland keinen Weltbestseller hervorgebracht – statt dessen werden vielfach teure Lizenzen im Ausland eingekauft. Weshalb nutzen Verlage nicht die Chance, aus der Vielzahl eingereichter Manuskripte schriftstellerische Talente zu identifizieren und somit hauseigene Verkaufserfolge zu generieren?

Aus vermeintlich unscheinbaren Manuskripten können Topseller werden

Wo bleibt ein internationaler Topseller aus Deutschland? Viele englischsprachige, spanische oder skandinavische Titel erreichen herausragende Verkaufserfolge. Titel aus Deutschland können da nicht mithalten.

In Bibliotheken fühlt man sich „wie in der Gegenwart eines großen Kapitals, das geräuschlos unberechenbare Zinsen spendet“, schrieb Johann Wolfgang Goethe 1801 anlässlich eines Besuches in der Bibliothek der Universität Göttingen. Nebst Schriftstellern wie Friedrich Schiller, Heinrich Heine oder Thomas Mann wird Goethe oft als Paradebeispiel für das klassische Image Deutschlands als „Land der Dichter und Denker“ angeführt. Spiegelt sich dieser ehrenwerte Ruf auch heute noch in den Buchprogrammen deutscher Verlage und in den nationalen und internationalen Bestsellerlisten wider?

Namen wie Dan Brown, Ken Follet, Stephen King, Stieg Larsson, Jussi Adler-Olsen oder Ally Condie sind dort zu finden – damit seien nur einige wenige Beispiele ausländischer Autoren angeführt, die dem Buchmarkt in der Vergangenheit oder ganz aktuell Verkaufserfolge bescherten. Unbestritten haben auch deutsche Autorinnen und Autoren in den vergangenen Jahren Bestseller hierzulande hervorgebracht. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Verlage im großen Stil teure Lizenzen einkaufen anstatt in größerem Maße schriftstellerische Talente im eigenen Land zu fördern und auf diese Weise – mit Goethes Worten gesprochen – ein „Kapital“ zu nutzen, das direkt vor der Tür liegt.

Wo bleibt ein internationaler Topseller aus Deutschland?

Beim Blick auf den internationalen Buchmarkt wird dies noch deutlicher: Während insbesondere US-amerikanische aber auch britische, spanische oder skandinavische Autoren echte Weltbestseller platzierten, sind internationale Verkaufsschlager, die aus Deutschland stammen, Mangelware. Unter den etwa 80 internationalen „Fiction“-Autoren, die laut Wikipedia mindestens 100 Millionen Bücher verkauft haben, finden sich mit Hermann Hesse und Karl May nur zwei deutsche Schriftsteller und damit kein einziger Gegenwartsautor. Demgegenüber haben die US-amerikanischen und britischen Buchmärkte in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zahlreiche Bestsellerautoren wie Dan Brown, John Grisham oder J.K. Rowling hervorgebracht. So hat die Schöpferin von Harry Potter laut AFP fast 350 Millionen Exemplare ihrer Fantasy-Serie in 65 Sprachen verkauft. Nicht minder erwähnenswert sind die Verkaufserfolge von „Shades of Grey“ der britischen Autorin E.L. James (ca. 70 Mio. Ex. bis Ende 2012) Stephenie Meyers „Twilight-Saga“  (ca. 40 Mio. Ex.) oder der Eragon-Tetralogie von Christopher Paolini (34 Mio. Exemplare).

Das Parfum ist der letzte deutsche Weltbestseller

Lang ist’ s her: Der 1985 erschienene Roman „Das Parfum“ von Patrick Süßkind ist der letzte deutsche Weltbestseller.

Kein einziger deutscher Gegenwartsautor erreicht annähernd diese Größenordnungen und die Tatsache, dass die deutsche Sprache im Gegensatz zum Englischen weitaus weniger verbreitet ist, kann nur eine unzureichende Erklärung dafür sein. Im Wikipedia-Ranking der weltweit erfolgreichsten Bücher aller Zeiten mit je über zehn Mio. verkauften Exemplaren taucht einzig und allein der bereits 1985 erschienene Roman „Das Parfum“ von Patrick Süßkind auf. Der Titel verkaufte sich laut dem Schweizer Diogenes Verlag weltweit über 20 Mio. Mal. Seit 28 Jahren ist demnach in Deutschland kein Buch mehr erschienen, das sich als Weltbestseller betiteln ließe.

Verlage werden zu Talentscouts

Insbesondere im englischsprachigen Markt gibt es Erfolgsgeschichten, die die Schlagkraft des Self-Publishing belegen – etwa diejenige von Jennifer L. Armentrout. Die US-Autorin veröffentlichte zunächst einige Bücher bei traditionellen Verlagen, bevor sie im Februar 2013 die Romanze „Wait for you“ als eBook im Selbstverlag herausgab. Intensives Marketing samt Preispromotion bewirkte, dass der Titel schon im Folgemonat auf Platz 1 der „e-book best-Seller list“ der Branchenplattform Digital Book World stand. Noch im März erwarb Harper Collins die Rechte an einer auf dem Buch basierenden Trilogie für einen hohen sechsstelligen Betrag, wie das Wirtschaftsmagazin Forbes berichtete. Auch bei Harlequin und Hpyerion werden 2013 bzw. 2014 Bücher von ihr erscheinen.

Die US-Autorin Bella Andre, die im Programm des zu Harlequin gehörenden Imprints Mira vertreten ist, vollzog eine ähnliche Karriere. Nachdem ihre Verträge bei traditionellen Verlagen nicht verlängert worden waren, gab sie ihre Bücher selbst bei Amazon heraus. Laut einem Bericht der Branchenplattform Artshub verkaufte sie über 1,5 Mio. e-Books und stieg damit in die Top 5 der Bestsellerlisten von Amazon, Apple, Barnes & Noble und Kobo auf – was ihr schließlich den Deal mit Mira einbrachte.

10.000 Manuskripte auf dem Ablagestapel

Im Self-Publishing steckt also ein beachtliches Umsatzpotenzial für traditionelle Verlage. Es liegt auf der Hand, die eigene, über Jahrzehnte erworbene Markenstärke dafür zu nutzen, ergänzend zum eigenen Verlagsprogramm oder damit verbunden ein Self-Publishing Programm zu etablieren. Literarischer Stoff dafür ist in Hülle und Fülle vorhanden, doch bedeutet er derzeit für die Verlage einen reinen Kostenfaktor und viel Zeitaufwand. Schätzungsweise 10.000 unverlangt eingesandte Manuskripte im Jahr laufen z.B. eigenen Angaben zufolge bei den Frankfurter S. Fischer Verlagen auf. „Hinzu kommen natürlich die vielen Manuskripte, die auf anderem Wege in unsere verschiedenen Lektorate kommen, aus dem In- und Ausland, über Verlage, Agenturen und Autoren“, sagt Martin Spieles, Leiter Kommunikation bei S. Fischer.

Eine Schublade voller Manuskripte: Hier schlummert Umsatzpotenzial

Eine Umfrage von indition unter deutschsprachigen Publikumsverlagen 2013 ergab, dass diese bis zu 10.000 unverlangt eingereichte Manuskripte pro Jahr erhalten. In der Regel wird kein einziges davon veröffentlicht.

Die Flut an Einsendungen wird noch deutlicher, bricht man sie auf die durchschnittlich pro Woche eingehenden Texte herunter. So erreichen den Suhrkamp Verlag etwa 70 bis 100 Manuskripte pro Woche, die zum größten Teil unangefragt eingehen. Kein einziges dieser pro Jahr bis zu 5.000 Manuskripte hat in den vergangenen Jahren den Weg in das Verlagsprogramm von Suhrkamp gefunden. Dabei beschäftigt der Frankfurter Verlag eine Mitarbeiterin die sich nur mit der Sichtung dieser Manuskripte befasst – die anschließend auf dem Ablagestapel landen.

Der Schweizer Diogenes Verlag, bei dem pro Woche im Schnitt 200 Autorinnen und Autoren ihr Glück versuchen – zumeist ohne Erfolg – weist darauf hin, dass dies „nicht abschrecken sollte“. Wohl wahr: Heute weltbekannte Autoren wie Ingrid Noll, Bernhard Schlink, Erich Hackl oder Andrej Kurkow wurden auf dem postalischen Weg von Diogenes entdeckt. Das sind „Ausnahmebeispiele“, die berühmte „Nadel im Heuhaufen“, würden nun viele Verleger entgegnen.

Es wäre allerdings weitaus einfacher, solche Juwelen ausfindig zu machen, indem die Vielzahl der Manuskripte nicht auf der Ablage landet, sondern als Chance erkannt wird, Umsatzpotenzial zu erschließen und an einem Segment teilzuhaben, das den traditionellen Verlagen zunehmend Marktanteile entzieht. Für die Literaturagenturen, deren Geschäftsgrundlage es ist, neue Autorentalente zum richtigen Zeitpunkt dem passenden Verlag vorzustellen, bedeutet Self-Publishing schon jetzt ein Risiko. Zudem werden vielversprechende Autoren künftig immer weniger Geduld dafür aufbringen, dass ihr Manuskript über Monate oder Jahre im Agentenkoffer durch die Verlagsnation gefahren wird.

Gute Stories können durch die Lappen gehen

Tausende Manuskripte zu sichten verlangt reichlich Ausdauer

Auf dem Manuskriptmarathon: Nicht wenige Verlage beschäftigen einen Mitarbeiter oder eine          Mitarbeiterin auschließlich für die Sichtung unverlangt eingereichter Manuskripte…

Dass traditionelle Verlage gar keines oder nur einen Bruchteil eingesandter Manuskripte ins Programm aufnehmen, ist oft auf eine unzureichende Qualität des Textes oder eine mangelnde Orientierung der Autoren am Verlagsprofil zurückzuführen. „Natürlich kann uns dabei auch eine richtig gute Geschichte durch die Lappen gehen“, sagt Maren Christopeit, bei Rowohlt für die Sichtung dieser Texte zuständig.

In den vergangenen 15 Jahren sind im Programmbereich Belletristik von Rowohlt zwei Texte aufgenommen worden, die unverlangt im Briefkasten des Verlags landeten – bei insgesamt durchschnittlich 3.000 unaufgefordert eingereichten Manuskripten über alle Programmbereiche pro Jahr. Für den Bereich Sachbuch erachtet Rowohlt demgegenüber jährlich eines der Manuskripte als geeignet für die Veröffentlichung. Gerade bei Themen von hoher Aktualität und politischer oder gesellschaftlicher Relevanz wäre es wünschenswert, noch mehr potenziell erfolgreiche Titel aus dem Manuskript-Pool zu fischen.

Viele Texte sichten und nahezu keinen veröffentlichen: Das bedeutet Verschwendung von Kapazitäten

… und schlussendlich wird nur ein Bruchteil der Texte auch veröffentlicht. Im Rahmen von Self-Publishing könnten tausende Manuskripte monterisiert werdne.

Das Dilemma aus Kapazitätsengpässen, finanziellem Risiko und der Gefahr, Flops zu landen, lässt sich lösen, indem traditionelles Verlagswesen und Self-Publishing verknüpft werden.  Das Konzept von Buchtalent – einem neuen Geschäftsmodell, das es Verlagen  ermöglicht, die Kosten für die Manuskriptbearbeitung in Ertrag umzuwandeln.

Das Prozedere dabei ist einfach: Verlage können Autoren, deren Bücher sie (vorerst) nicht in das eigene Verlagsprogramm übernehmen möchten, an das Portal Buchtalent vermitteln. Mit einem „Buchtalent-Code“ veröffentlichen Autoren dort ihr Buch kostenfrei. Alle bei Buchtalent publizierten Bücher erscheinen als Paperback, Hardcover und eBook und werden national und international über die gängigen Buchhandelswege vertrieben.

Am Verkaufserfolg der von ihnen vermittelten Bücher sind die Verlage beteiligt. Verkauft sich ein Buch überdurchschnittlich gut oder passt dieses inhaltlich gut zum Programm, kann ein Verlag dem Autor jederzeit ein Angebot machen und den Titel übernehmen. So können Verlage nicht nur Talente entdecken und an sich binden, sondern zugleich Interessentrends der Leser frühzeitig erkennen und darauf reagieren.

Der (Kosten-)Aufwand, der Verlage bisher daran hindert, unverlangt eingereichte Manuskripte ausführlich zu sichten, entfällt. Zum einen da die Teilnahme an Buchtalent kostenlos ist, zum anderen da Buchtalent die komplette Autorenbetreuung von der Anfragenbeantwortung über die Buchprüfung und Veröffentlichung bis zur Autorenabrechnung übernimmt. Verlage können täglich die Verkaufsentwicklungen von ihnen vermittelter Bücher auf Buchtalent beobachten – und jederzeit die Chance ergreifen, das „Kapital, das geräuschlos Zinsen spendet“ in Verkaufsschlager umzuwandeln, die laut in der eigenen Kasse klingeln und Autor, Verlag, Handel und Leserschaft gleichermaßen Freude bereiten.