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Wer liest denn noch gerne?

Welche Freizeitaktivitäten, liebe Leserinnen und Leser, üben Sie niemals aus? Denken Sie über diese Frage bitte einmal kurz nach, bevor Sie weiterlesen – sind Sie zu einem Ergebnis gekommen? Vielleicht gehen Sie nicht gerne in die Oper, mit Stricknadeln kann man Sie jagen und ein Fitneßstudio schauen Sie sich lieber von außen an? Keine Sorge, damit liegen Sie voll und ganz im Durchnitt. Das geht auch viele anderen Menschen so. Aber…

… hätten Sie gewusst, dass das Lesen von e-Books die zweit-unbeliebteste Freizeitbeschäftigung der Deutschen ist? Dieses Ergebnis brachte der gerade veröffentlichte „Freizeitmonitor 2015“ zutage. Für diese Studie befagt die BAT-Stiftung für Zukunftstagen jährlich über 2.000 Personen ab 14 Jahren in persönlichen Interviews zu ihrem Freizeitverhalten.

Freizeitmonitor 2015Eines der so überraschenden wie erschreckenden Ergebnisse für Auoren und den Buchmarkt lautet: Das Lesen von e-Books steht auf der „Blacklist“ auf Platz 2. Das bedeutet: 79 Prozent aller Befragten lesen schlichtweg niemals – ja Sie haben richtig gelesen: niemals! – ein e-Book. Nur der Besuch von Spielhallen ist noch unbeliebter, was die Sache nicht gerade schöner macht.

Auch alle weiteren Ergebnisse der Studie sind für die Buchbranche alarmierend. Schon lange taucht das Bücherlesen an sich nicht mehr unter den Top 20-Freizeitbeschäftigungen auf, sondern wird stetig weiter nach unten verdrängt. Lediglich 31 Prozent der Befragten lesen mindestens einmal pro Woche ein Buch. Frauen liegen immerhin bei 39%, bei Männern sind es nur 22%. Einzig Ruheständler über 65 Jahren knacken die 40-Prozent-Marke (44%).

Die beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen sind seit Jahren: Fernsehen (97%), Radio hören (90%) und von zu Hause Telefonieren (89%). Auf Platz 4 liegt dieses Jahr das Internet (73%), das somit erstmals im Ranking vor dem Lesen von Zeitungen und Zeitschriften (72%) liegt. Laut der Stiftung für Zukunftsfragen hat sich die Zahl der Internetnutzer innerhalb von nur fünf Jahren um 25 Prozentpunkte erhöht.

Die starke Position des Radions ist übrigens auch darauf zurückzuführen, das kostenlose Internetradiosender komfortabel über das Smartphone genutzt werden können und somit viele Menschen zum Musikhören animieren.

Was sollten Autoren aus diesen Ergebnissen schlussfolgern?

1. Veröffentlichung als Print- und e-Book!

Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass Bücher zunehmend im digitalen Format gelesen werden, auch wenn dies durch die Medien gerne immer wieder suggeriert wird. Wer sein Werk nur als e-Book herausgibt, nimmt sich schlichtweg die Chance, das eigene Buch erfolgreich an den Mann oder die Frau zu bringen.

2. Immer an den Leser denken!

Jeder Autor sollte sich dringend schon vor und während des Schreibens Gedanken um seine Leserschaft machen. Wen möchten Sie mit Ihrem Buch erreichen? Und wie erreichen Sie diese Zielgruppe am besten? Wie und wo liest sie? Wo kauft sie ihre Bücher? Wer sich nicht schon von Beginn an diese Fragen stellt, wird nach der Veröffentlichung des Buches größere Schwierigkeiten haben, Kaufinteresse zu wecken.

3. Nutzen Sie das Internet als Werbekanal!

Wie die Studie zeigt, ist das Internet omnipräsent im Alltag der meisten Menschen. Nutzen Sie das Web also als Werbekanal für Ihr Buch: Kontaktieren Sie Buchblogger für Rezensionen und Interviews, nutzen Sie soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Google+ als Werbekanäle, posten Sie Videos auf Youtube, bringen Sie sich in Foren-Diskussionen ein, wenn diese thematisch zu Ihrem Buch passen usw.

4. Sorgen Sie für Originalität!

Sei es über ein sehr ausgefallenes Buchcover, eine kuriose Werbeidee, einen außergewöhnlichen Buchtitel oder Slogan, eine knackige Kurzbeschreibung usw. Je stärker sich Ihr Buch von anderen Titel – insbesondere desselben Genres – abhebt, umso besser! Nur wem es gelingt, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, wird noch Leser gewinnen können.

Für die Lesepause

Lesemuffel von Jean-Claude Loiola

Als PB und HC bei tredition erschienen

Sie lesen nicht gerne oder brauchen zwischendurch mal eine Lesepause, da sich die Bücher die Sie gerne lesen möchten, schon auf dem Couchtisch stapeln? Dann sollten Sie sich vielleicht einmal das soeben bei tredition erschienene Buch „Lesemuffel“ zu Gemüte führen. Freuen Sie sich auf über 700.000 Leerstellen – sprich: Nichts. Dieses Buch können Sie nach Lust und Laune durchblättern, ohne etwas lesen zu müssen. Entspannen Sie sich einfach beim sanften Geräusch des Umblätterns oder meditieren Sie über den leeren Seiten. Und Achtung: Dies ist kein Aprilscherz!

Auf die Idee eines solchen Buches kam Jean-Claude Loiola, der eigentlich als Musiker und Musiklehrer tätig ist. „Es fällt mir auf, dass sich Musik ohne Inhalt immer sehr gut verkaufen lässt. Da kam ich auf die Idee, dasselbe Konzept mit einem Buch auszuprobieren“, sagt Loiola. Als Lesemuffel bezeichnet er sich selbst nicht: „Sagen wir es mal so, ich lese nicht ungern. Ich nehme mir dafür aber oft zu wenig Zeit. Es kann schon mal ein Jahr vergehen bis ich ein Buch gelesen habe.“ Seine bevorzugten Genres sind Thriller, Biographien und Sachbücher.

„Lesemuffel – Für Leute, die nicht gerne lesen“ ist das erste Projekt, das Jean-Claude Loiola auf dem Wege des Self-Publishing realisiert. Und ja, auch bei diesem Buch, das nur leere Seiten hat, waren Profis am Werk: Das Cover ließ Loiola von Grafikern erstellen. Was einmal mehr beweist: Professionelle Außenwirkung ist das A und O. In diesem Sinne: Frohes Lesemuffeln am 1. April und darüber hinaus!