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Newsletter April 2015

Liebe Autorinnen, liebe Autoren und liebe Freunde von tredition,

rund 75.000 Selfpublisher gibt es derzeit in Deutschland. Damit wächst auch die Konkurrenz für die eigene Veröffentlichung. Keine Panik! Erfolg ist steuerbar. Autoren können viel dafür tun, das eigene Buch in den Buchhandel, in die Presse, aber auch in die Bestsellerlisten zu bekommen. Mit dem richtigen Partner – und dem richtigen Marketingkonzept! Autoren können sich im April beim 2. Self-Publishing-Day darüber informieren, wie Sie im Wettbewerb mit anderen Self-Publishern bestehen können. Eine neue Studie zum Thema Self-Publishing aus Frankreich hält ebenfalls spannende Erkenntnisse für Autoren bereit. Außerdem gibt es jede Menge neue Marketingtipps von uns für Ihr Buch – so gelingt das richtige Rezept, um mit Ihrem Buch hervorzustechen!

Lesen Sie folgende Themen im April:

  • „Zum Bucherfolg? Hier entlang!“ – tredition beim 2. Self-Publishing-Day 2015 in Münster
  • Erfolgsgeschichten von tredition-Autoren  – So gelingt der Bucherfolg!
  • Self-Publishing-Studie in Frankreich – Mehr Freiheit und Unabhängigkeit für Autoren
  • Starke Distribution für Ihr Sach- und Fachbuch – Ihr Buch in den digitalen Katalogen
  • Auf die Lesermeinung kommt es an – Ihre Buchrezensionen im tredition-Shop
  • Vermarktungstipp: Trailer zum Buch – tredition-Autor Moritz Hirche zeigt, wie es geht
  • „BUCH DES MONATS“ April 2015 – „Stadtvögel und andere Kreaturen“ von Christian Salvesen

Herzliche Grüße und einen schönen Start in den Frühling

Ihr Team von tredition

Self-Publishing-Day 2015 in Münster

Self-Publishing-Day 2015 in MünsterAm 25. April geht der Self-Publishing-Day, veranstaltet von der neuDENKEN Media, in die zweite Runde. In Münster treffen sich erneut Autoren und Experten aus der Branche und stellen in Vorträgen und Workshops aktuelle Themen aus dem Bereich Self-Publishing vor. Auch tredition ist mit einem Workshop vertreten und hat wertvolle Informationen über Trends und Erfolgsfaktoren im Self-Publishing parat.

Was erwartet die Teilnehmer beim Workshop?

Die Veröffentlichung – in wenigen Schritten zum eigenen Buch
Erfahren Sie u.a.:

  • wie Sie Ihr Werk in einem Schritt zugleich als Paperback, Hardcover und e-Book veröffentlichen und
  • wie Sie professionelle Buchumschläge erstellen.

Marketing für Ihr Buch: So machen wir Buch bekannt

Ein Platz in den Top 10 der Amazon-Bestseller, Frontalpräsentation im Buchhandel und eine Rezension in der überregionalen Presse? Erfolg ist steuerbar!

Erfahren Sie:

  • wie Sie den Marketingplan für Ihr Buch perfektionieren
  • welche Marketingmaßnahmen tredition für Ihr Buch unternimmt
  • wie Sie in den Buchhandel kommen
  • Erfolgsfaktoren im Buchmarketing: Fallbeispiele von tredition-Autoren und hilfreiche Tipps für das eigene Marketing.

Buchmarkt – Das sollten Sie als Autoren wissen

  • Worin liegt die größte Herausforderung für Self-Publisher in den kommende Jahren und wie können Sie diese meistern?
  • Welche Umsatzentwicklung gibt es im Buchmarkt und welche Implikationen hat das für den eigenen Ertrag?
  • Welchen Stellenwert hat das Buch im Freizeitbudget?
  • Wahrheiten und Mythen rund um das e-Book: Welche Rolle spielt das digitale Format im Umsatzgefüge?

Hier gibt es alle Informationen zum Workshop

Erfolgsgeschichten von Autoren

Erfolgsautoren

 

Eine Vielzahl an Beispielen unserer erfolgreichen Autoren zeigt: Unser Marketing für Autoren, aber auch stetige eigene Aktivitäten wie Pressearbeit, Buchhandelsansprache, Seminare u.v.m. führen zu erhöhter Warhnehmung für Ihr Buch! Erfolg ist beeinflussbar! In unserer neuen Rubrik „Erfolgsgeschichten“ auf unserer Homepage stellen wir Ihnen ab sofort regelmäßig neue Erfolgsautoren bei tredition vor.

Erfolgsgeschichten von Autoren

Mehr Freiheit und Unabhängigkeit für Autoren

Mehr Freiheit und Unabhängigkeit für Autoren

 

Self-Publishing-Studie in Frankreich

Self-Publishing-Studie in FrankreichL’auto-édition“ – so lautet die französische Übersetzung für „Self-Publishing“. Zu lesen ist der Begriff in der dortigen Presse allerdings recht selten. Die Medien – genauso wie viele französische Verlage und Buchhändler blicken immer noch mit Skepsis auf das in Frankreich stetig wachsende Segment des Buchmarktes.

Charlie Bregman, Autor und Gründer einer Onlineplattform für unabhängige Autoren, will das ändern. Anlässlich des Pariser „Salon du Livre“ stellte er Ergebnisse einer Online-Befragung von 130 französischsprachigen Self-Publishing-Autoren in einer detailreichen Studie vor. tredition stellt in einem Gastbeitrag im buchreport die wichtigsten Fakten zusammen.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie

  • Hybridautoren sind auch in Frankreich im Kommen: Immerhin ein Viertel (24%) der befragten Autoren sind nicht nur Self-Publisher, sondern veröffentlichen auch bei einem Verlag.
  • Autoren schätzen an Self-Publishingbesonders die Freiheit, Unabhängigkeit, Flexibilität und die attraktiveren Konditionen.
  • Self-Publisher widmen dem Schreiben sehr viel Zeit: 32% von ihnen widmen ihrer Tätigkeit als Autor mehr als zehn Tage im Monat.
  • Deutliche Affinität zum Print: 85% der Befragten haben ihr Buch im gedruckten Format veröffentlicht.
  • Das Thema Vermarktung ist die zentrale Herausforderung für Self-Publisher sagen 83% der Befragten.
  • Guter Absatztrend von Self-Publishing in Frankreich: 42 Prozent der befragten Self-Publisher verkaufen zwischen 300 und 1.000 Exemplaren.

Hier geht’s zum buchreport-Gastbeitrag

Starke Distribution für Ihr Sach- und Fachbuch – Ihr Buch in den digitalen Katalogen

Starke Distribution für Ihr Sach- und Fachbuch – Ihr Buch in den digitalen Katalogen

Sachbücher im Trend

Bei über 90.000 Neuerscheinungen im Jahr gilt es, durch originelle Inhalte oder eine innovative Gestaltung zu punkten, ein Thema mit Aktualitätswert aufzugreifen oder in einem verkaufsstarken Genre zu veröffentlichen. Ein Trend zeichnet sich in der Branche besonders deutlich ab: Sachbücher sind laut Branchen-Monitor Buch 2014 bei den Lesern mit einem Umsatzplus von 6,9% besonders beliebt.

Veröffentlichung im Fachverlag – Nachteile für Autoren

Eine Veröffentlichung im Fachverlag ist oft die erste – aber nicht immer die beste Option für Sach- oder Fachbuchautoren. Denn ob die Autoren von den Dienstleistungen und der Kalkulation herkömmlicher Fachverlage profitieren, ist meist fragwürdig. Im Gegenteil: Eine Self-Publishing-Publikation im Fachverlag ist oft mit hohen Kosten für Autoren verbunden. Im Regelfall erhalten die Autoren wissenschaftlicher Werke zudem kein oder nur wenig Honorar.

Welche Vorteile bietet Self-Publishing für Sach- und Fachbücher?

Autoren wissenschaftlicher Werke sind also gut beraten, das eigene Fach- oder Sachbuch bei einem Self-Publishing-Dienstleister anzubieten. Ein Vergleich der Angebote lohnt sich! Denn Self-Publishing bietet viele Vorteile:

  • Sofortige Veröffentlichungsmöglichkeit
  • frei wählbarer Verkaufspreis
  • Attraktivere Provisionen als im Fachverlag
  • Kreative Freiheit

Lesen Sie hier mehr darüber, weshalb Fachbuchautoren zunehmend auf Self-Publishing setzen

Starker Vertrieb für Ihr Fach- und Sachbuch

Vor allem die Verbreitung der Metadaten, also der wichtigsten Informationen zum Buch, spielt bei Fachbüchern eine zentrale Rolle, um Bücher auffindbar zu machen – und letzlich an den Leser zu bringen. tredition macht sich seit 2006 stark für eine flächendeckende Distribution Ihres Sach- oder Fachbuches. Bei Fach-, Sach- und Lehrbüchern sowie wissenschaftlichen Arbeiten informieren wir über Fachinformations-Dienstleister viele tausend Bibliotheken, Forschungsinstitute, Unternehmen, Behörden. Unsere Bücher werden direkt in den Einkaufs-Vorschlägen an diese detailliert vorgestellt – eine Leistung, mit der unsere Fachbuchautoren sehr zufrieden sind.

Wir sorgen für Sichtbarkeit für Ihr Sach- und Fachbuch:

  • bei allen relevanten Großhändlern (Libri, KNV, Umbreit, Könemann)
  • in allen stationären Buchhandlungen
  • im Onlinehandel
  • in allen wichtigen Verzeichnissen, auf den Buchhandel, Bibliotheken oder Rezensenten zugreifen, via newbooks
  • Bibliotheken und Volltextsuchen

Alle Informationen zur Distribution Ihres Buches

Verfügbarkeiten Ihres Buches im Buchhandel prüfen

Prüfen Sie, wenn Sie Dienstleister unter Augenschein nehmen, unbedingt die Distributionskanäle des jeweiligen Dienstleisters! Achten Sie etwa darauf, ob Ihr Buch bei Amazon direkt oder nur im Marketplace erhältlich ist. Dort müssen Käufer 3,00 Euro Versandgebühren zahlen – wovor viele Leser zurückschrecken. Alle Titel von tredition sind bei Amazon direkt und i.d.R. “Auf Lager” verfügbar. Denken Sie aber auch daran, dass Sie, sollten Sie als Autor Ihr Buch z.B. nur bei Amazon veröffentlichen, lediglich ca. 15% der potenziellen Käufer erreichen!

Hier kritisch Angebote prüfen

Auf die Lesermeinung kommt es an – Ihre Buchrezensionen im tredition-Shop

Auf die Lesermeinung kommt es an – Ihre Buchrezensionen im tredition-ShopRezensionen und Buchbesprechungen sind das A und O für die Auffindbarkeit Ihrer Bücher – und der wichtigste Anreiz für Leser, diese dann auch zu erwerben. Unentbehrliches Sprachrohr zu den Lesern sind neben Journalisten und Literatur-Bloggern die Leser selbst.

tredition ermöglicht registrierten Nutzern ab sofort, die eigenen Lieblingsbücher über den Shop zu rezensieren – ohne vorherigen Buchkauf! Schreiben Sie gleich heute eine Besprechung zu Ihrem Lieblingsklassiker oder einem Buch in unserem Shop – etwa zum tredition „BUCH DES MONATS“ April „Stadtvögel und andere Kreaturen“. Als Autor/in sollten Sie hingegen Ihre Leser in Ihren Ankündigungen, auf Ihrer Homepage, auf der Facebookseite zum Buch etc. darauf hinweisen, dass Leserrezensionen ab sofort auch ohne Buchkauf im Shop möglich sind.

Leseratten sind schwer willkommen!

Bewerten Sie hier direkt Ihr Lieblingsbuch

Marketing-Tipp: Ihr Trailer zum Buch

Marketing-Tipp: Ihr Trailer zum Buch „Den Trailer vorzubereiten, war ein kleines Abenteuer.“
– Moritz Hirche

Es gibt viele Möglichkeiten, das eigene Buch bekannter zu machen: Durch Pressearbeit, eigene Facebook-Seite, Leserunden auf Literaturcommunities etc. … eine vielversprechende neue Möglichkeit, das eigene Buch ins Gespräch zu bringen, ist ein Videotrailer zum Buch – eine herausfordernde Maßnahme, die aber viele Werbemöglichkeiten bietet.

Wie Verkäufe mit Videotrailern ankurbeln?

  • neuer Anlass, um das eigene Buch zu bewerben
  • spricht visuell ein größeres Publikum an – erschließt möglicherweise eine völlig neue Zielgruppe
  • über viele Kanäle im Netz streubar – und:
  • Trailer können hohe Frequenzen/Besucherzahlen für die eigene Website oder die Seite zum Buch generieren.

Wie gehen Autoren an die Umsetzung eines Trailers heran?

Es gilt, Drehorte zu suchen, geeignete Textstellen herauszusuchen, die Kernessenz des Buches in weniges Schnitten in ein Video zu verpacken. Im besten Fall schafft der Trailer visuell einen Vorgeschmack auf das Buch und weckt Neugier.

Einige Tipps zur Umsetzung:

  • Youtube- oder Vimeo-Kanal einrichten
  • Video selbstständig mit Webcam oder PC-Kamera umsetzen oder Agentur engagieren, etwa LitVideo oder Büro Ziegler
  • Script für das Video erstellen
  • Mit Texteinblendungen, Bildern, Musik etc. arbeiten
  • Mit Videobearbeitungssoftware wie z. B. dem Movie Maker den finalen Schnitt vom Rohmaterial fertigstellen
  • Plan für die Bewerbung des Trailers erstellen
  • Auf eigener Homepage, Facebook-Seite einbetten, im Youtube-Kanal bekanntgeben – Fertig!

Einen spannenden Erfahrungsbericht zur Umsetzung des eigenes Buchvideos gibt es von unserem Autor Moritz Hirche. Zum Anlass der Buchveröffentlichung von „Schattengeburt“ hat er sich auf dieses Abenteuer eingelassen – und einen packenden Trailer zum Buch produziert. Laut Meinung des Autors sind Marketingmaßnahmen wie Trailer und Hörproben unverzichtbar, um „Aufmerksamkeit zu erzeugen“.

Hier den Trailer anschauen

Ein weiteres schönes Beispiel ist die Umsetzung des tredition-Autors Eike Rappmund, der für sein Buch „Handbuch Manipulation“ und seine Beschäftigung mit diesem Thema einen eigenen Youtube-Channel mit passenden Buchtrailer ins Leben gerufen hat.

Hier den Trailer anschauen

 

„BUCH DES MONATS“ April 2015

"BUCH DES MONATS" April 2015Stadtvögel und andere Kreaturen – mit Christian Salvesen auf der Notenautobahn

Christian Salvesen stellt in seinem kunstvollen Buch „Stadtvögel und andere Kreaturen“ doppelbödige (literarische) Skizzen vor – tredition hat das Werk zum „BUCH DES MONATS“ April 2015 gewählt.

„Stadtvögel und andere Kreaturen“ von Christian Salvesen entheben sich jeder Genrekategorisierung. Salvesen geht mit dem Leser in seinem originellem Werk auf eine literarisch-lyrische Reise in abgründige Gedanken- und Gedichtepisoden. Die mal leichtfüßig, mal melancholisch, humorvoll, dann wieder philosophisch daherkommenden „Skizzen von seltsamen Reisen“ umfassen über 70 Zeichnungen, die von Comicelementen inspiriert sind und mit Aphorismen arbeiten.

Diese literarisch-grafischen Perlen verströmen auf jeder Seite eine grenzenlose Liebe zur Musik und zur Kunst. Jedes der kleinen Kunstwerke ist in sich vollständig und zugleich Station einer Reise – eine außergewöhnliche Melange aus Kunst und Text, ein faszinierendes lyrisch-melodisches Lesevergnügen, das zum Nachdenken und Schwelgen verführt.

Hier geht’s zum „BUCH DES MONATS“ April

Zum Autor:
Der Autor Christian Salvesen, Jahrgang 1951, arbeitet als freier Journalist und seit 2006 als Redakteur bei Visionen. Er ist Autor vieler Bücher und Rundfunksendungen, Künstler und Komponist.

Auf die Notenautobahn mit Christian Salvesen

Auf die Lesermeinungen kommt es an

In Zeiten von Social Media und Literaturnetzwerken verändern sich Selbstverständnis und Anspruchshaltung der Leser und damit die Zielrichtung des Marketings – viral verbreitete Lesermeinungen werden Gradmesser des Erfolgs. Das fordert allen Branchenbeteiligten ab, ihre Rolle in der Wertschöpfungskette neu zu definieren.

Viele Buchkäufer richten sich nach Lesermeinungen

Werden Bücher zahlreich in Literaturnetzwerken und Onlineshops bewertet, verliert der Buchhändler sein Beratungsmonopol.

„Produktion, Verarbeitung, Verkauf und Konsum von Literatur (…) scheinen auf eine seltsame Art jenseits des gesellschaftlichen Aufbruchs zu liegen, der seit gut 20 Jahren die Menschen vor sich her treibt: die Marktgesellschaft“, schrieb Peter Lau 2001 in einem Beitrag des Wirtschaftsmagazins brand eins. Ob man bei Großverlagen, Mittelständlern oder Kleinverlegern anklopfe – abgesehen von Konzernspitzen und Controllern – sei es schwierig, dort „irgendwen zu finden, der die Gewinnspanne für wichtiger hält als die Literatur“, konstatierte Lau. Kein Wunder: Schließlich geht es ja auch um Bücher – und damit Kultur- und nicht x-beliebige Konsumgüter. „Bücher sind ein totales Medium, sie verlangen von Konsumenten Zeit und ungeteilte Aufmerksamkeit. Und dafür erwartet der Leser einen Gegenwert“, bringt es Lau auf den Punkt.

Wer aber definiert den Gegenwert und wie wird dieser beeinflusst? Eine starke Verlagsmarke, schlagkräftiges Marketing, ein prominenter Platz auf den Tischen des Buchhandels – diese Parameter des Verkaufserfolgs dominierten während der vergangenen Jahrzehnte. Jedoch führen durch die Digitalisierung bedingte Veränderungen in der Wertschöpfungskette dazu, dass auch andere Stellschrauben für den Verkauf wichtig werden. Wenn Leser tausendfach Bücher im Internet bewerten und Social Media längst den Status eines bloßen „Trends“ überschritten hat, dann werden zwei Glieder in der Wertschöpfungskette vom Verlag zum Endkunden grundsätzlich infrage gestellt: der Verlagsvertreter und der Buchhändler. Klopft ersterer bei letzterem an, geht es in erster Linie darum, ein möglichst großes Stück Regalfläche zu sichern und das eigene Programm schmackhaft zu machen. Auf dass der Buchhändler die Titel mit ebenso großem Eifer seinen Kunden empfehle. Diese Gatekeeper-Funktion aber verliert zunehmend an Bedeutung, da sich analog zu einem immer dünnmaschigeren Buchhandelsnetz und der Verlagerung der Kundenströme ins Internet die Zielrichtung des Marketings ändert – und ändern muss. Für Verlage wird es immer mehr die Kunst sein, ihre Leserschaft, deren Urteile sich über digitale Kanäle verbreiten, direkt zu erreichen.

Buchhändler verlieren ihr Beratungsmonopol

Lesermeinungen zählen: Nur mit Multiplikatoren kommt man an die Spitze

Auf dem Weg zum Bestseller: Der digitale Austausch von Lesermeinungen beeinflusst immer stärker die Verkaufschancen von Büchern.

Wie eine Studie im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom ergab, bekommen gut zwei Drittel (68 Prozent) der Buchkäufer durch Freunde oder Bekannte Hinweise auf neue Bücher. Auf Platz zwei der wichtigsten Informationsquellen folgt das Stöbern im Buchladen mit einem Anteil von 44 Prozent. Immerhin 29 Prozent erhalten Empfehlungen vom Buchhändler. Automatische Titelempfehlungen im Internet werden von 27 Prozent der Befragten als bevorzugte Informationsquelle genutzt. 18 Prozent werden durch Rezensionen oder andere Beiträge in den klassischen Medien (Print, TV, Radio) auf neue Bücher aufmerksam. Jeweils elf Prozent nutzen redaktionelle Online-Angebote oder erhalten Bücher-Tipps in sozialen Netzwerken.

Für sämtliche Beteiligte der Buchbranche, ob Autoren, Verlage, Self-Publishing-Dienstleister oder Buchhändler, rückt damit der Leser in den Fokus aller Aktivitäten. Abgesehen von sozialen Netzwerken finden sich digital verbreitete Lesermeinungen verdichtet auf Literaturportalen und in Lesercommunities. Die beiden größten unter ihnen sind wohlgemerkt nicht unabhängig, sondern dienen großen Marktteilnehmern als Marketinginstrument – während kleine und mittelgroße Verlage die Möglichkeiten des Direktmarketings noch viel zu wenig ausschöpfen. Bereits 2006 launchte die Verlagsgruppe Holtzbrinck das Onlineportal Lovelybooks, auf der die eigenen Tochterverlage sowie weitere vorwiegend größere Publikumsverlage Novitäten vorstellen.

Es bedarf mehr als Qualität

Erst im Frühjahr 2013 hat Lovelybooks das Konzept der Plattform ausgebaut und damit demonstriert, wie sich die Verhältnisse im Buchmarkt verschieben. So teilte Lovelybooks im März mit, „die Kernkompetenzen des stationären Buchhandels ins Internet“ bringen zu wollen. Seither werden Neuerscheinungen „vergleichbar mit den arrangierten Büchertischen in der Buchhandlung“ gesammelt vorgestellt. Mit dem Erwerb der Literatur-Community Goodreads im Frühjahr 2013 sicherte sich auch Handelsriese Amazon eine Möglichkeit, Lesermeinungen detailliert auszuwerten, die Titel der eigenen Verlagslabels voranzubringen und Besitzer und potenzielle Käufer des Lesegerätes Kindle zu erreichen. Goodreads hat eigenen Angaben zufolge seine Mitgliederzahl innerhalb eines Jahres auf über 20 Mio. verdoppelt. Der lange Zeit dem stationären Einzelhandel vorbehaltene Mehrwert, Buchkäufer zu beraten, verlagert sich also auf andere, vorwiegend digitale Kanäle.

Umsatzerfolge sind nur bedingt berechenbar, aber Lesermeinungen gilt es ernst zu nehmen

Umsatzerfolge im Buchmarkt sind nur bedingt berechenbar. Doch ohne zielgerichtetes Marketing wird das Verlagsgeschäft ein reines Risikospiel.

Was hat ein Verlag von einer anspruchsvollen Programmarbeit und darauf basierender Qualitätsinhalte, wenn sich diese in letzter Konsequenz nicht verkaufen? 2006 veröffentlichte die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine Auflistung der zehn Worstseller des Jahres. Zu diesen „literarischen Ladenhütern“ zählten Titel von schriftstellerischen Größen wie Anna Seghers, Heinrich Mann oder Jean Améry, erschienen unter populären Verlagsmarken wie Aufbau, S. Fischer oder Klett Cotta. Je stärker sich die Wege verästeln, auf denen Lesermeinungen ausgetauscht und Kaufentscheidungen beeinflusst und getroffen werden, desto wichtiger wird das lesergerichtete Marketing – ob nun für Literatur, Unterhaltung oder Sachbücher.

Lesermeinungen als Basis des Marketings

Dies gilt umso mehr, da sich klassische Verlage mit dem stetig wachsenden Segment des Self-Publishing konfrontiert sehen, das Autoren die Chance gibt – und ihnen allerdings auch abfordert – ihre Bücher selbst aktiv zu vermarkten. Den Self-Publishing-Unternehmen wiederum stellt sich die Frage, ob und welche Dienstleistungen sie den Autoren hierfür bieten und zu welchem Preis. Dabei besteht das Risiko, den gleichen Fehler zu begehen wie manch klassischer Verlag auch: Marketing nach dem Gießkannenprinzip, das dem einzelnen Autor keine Mehrverkäufe einbringen kann. Auch hier gilt: Je zielgerichteter die Werbemaßnahmen – beispielsweise Pressemitteilungen an relevante Nachrichten- und Newsportale und Buchvorstellungsplattformen oder Werbung auf sozialen Netzwerken – umso höher ihre Wirkkraft und die Beeinflussung von Lesermeinungen. In diesem Sinne können sich Self-Publishing-Anbieter gegenüber klassischen Verlagen abheben, die ihr Werbebudget auf Spitzentitel konzentrieren (müssen). Beim Hamburger Self-Publishing-Verlag tredition beträgt der Anteil der Autoren, die von klassischen Verlagen kommen, 24 Prozent – entweder weil sie von diesen nicht mehr verlegt werden oder mit den Leistungen eines klassischen Verlages nicht zufrieden sind.

Win-Win-Situationen schaffen

Um Trends im Lesemarkt sowie im digitalen Umfeld nicht hinterherzulaufen, sondern frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren, sollten klassische Verlage die Chance nutzen, mit jungen Marktteilnehmern zu kooperieren. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, Agenturen mit kostspieligen Werbekampagnen zu beauftragen; vielmehr geht es um strategische Allianzen im Sinne einer vollumfänglichen Ausschöpfung der Potenziale, die das Internet bietet. Davon abgesehen ergeben sich durch die Digitalisierung auch Chancen, Kosten zu sparen und so Freiräume für Investitionen in das Marketing zu schaffen. Die New Yorker Plattform Bibliocrunch.com etwa bietet Verlagen einen Pool an Lektoren, Illustratoren und Designern an, die sie gezielt für einzelne Projekte engagieren können.

Klassische Verlage und Startups sollten kooperieren

Ungleiche Partner? Wenn klassische Verlage und junge Marktteilnehmer kooperieren, können kreative Potenziale gehoben und Umsatzchancen erschlossen werden.

Wie traditionelle Unternehmen der Verlagsbranche und Startups kooperieren können, untersuchte unlängst das spanische Beratungsunternehmen dosdoce.com. Zwischen Dezember 2012 und Februar 2013 wurden etwa 170 Verlage und Startups aus Europa, USA und Lateinamerika zu diesem Thema befragt. Eines der zentralen Ergebnisse der Studie ist, dass 88 Prozent der Startups ähnliche Dienstleistungen anbieten, etwa Softwarelösungen zur Auffindbarkeit und Sichtbarkeit von Büchern im Internet und Zusatzleistungen für den Onlineverkauf von gedruckten Büchern und eBooks. Demgegenüber stehen Kundenwünsche auf Verlagsseite, die bisher noch nicht von Dienstleistern bedient werden – beispielsweise Softwarelösungen, die den Umgang mit eingehenden Manuskripten erleichtern. Im Sinne einer Win-Win-Situation sollten sich Verlage und junge Marktteilnehmer also intensiv dazu austauschen, welche Dienstleistungen und Kooperationsmöglichkeiten bestehen. Dosdoce.com ermutigt Verlage dazu, in Startups zu investieren bzw. angesichts begrenzter finanzieller Spielräume gemeinsame Fonds dafür zu schaffen. In dieser Hinsicht könnte das Verlagswesen von anderen Branchen lernen, urteilt das Beratungsunternehmen und verweist u.a. auf das Startup-Programm Wayra des Mobilfunkanbieters Telefónica.

Womöglich ist es die eingangs beschriebene, mangelnde Orientierung an den Parametern Verkäuflichkeit und Gewinnspanne, die viele Verlage vor Kooperationen mit jungen Dienstleistern zurückschrecken lässt – die Zeit jedoch drängt, wie wirtschaftliche Prognosen für den Buchmarkt belegen. In diesem Sinne sei hier an eine kluge Aussage von Henry Ford erinnert: „Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“