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Kurzgeschichten gesucht: Jetzt für den MDR-Literaturpreis bewerben

MDR-Figaro_LogoLesen Sie gern vor Publikum und mögen Sie es, Kurzgeschichten zu verfassen? Dann könnte eine Teilnahme am Wettbewerb um den gerade ausgeschriebenen 20. MDR-Literaturpreis für Sie spannend sein.

So funktioniert’s:

  • Vom 1. November 2014 bis zum 31. Januar 2015 können alle deutschsprachigen Autorinnen und Autoren, die bereits literarische Texte publiziert haben, eine Kurzgeschichte einreichen.
  • Die Kurzgeschichte darf zuvor noch nicht veröffentlicht sein und bis zur Wahl des Preisträgers im Mai 2015 auch nicht publiziert werden.
  • Wer eine Kurzgeschichte einreicht, muss darauf achten, dass diese nicht mehr als eine Viertelstunde Vorlesezeit in Anspruch nimmt (entspricht ca. 11.000 Druckzeichen mit Leerzeichen)
  • Eine Vorjury wählt aus den eingereichten Kurzgeschichten sieben Finalisten aus, die ihre Kurzgeschichte am 4. Mai 2015 im Rahmen der Großen Literaturnacht im Haus des Buches in Leipzig vorlesen.
  • Der von einer Jury vor Ort ermittelte Gewinner erhält 5.000 Euro, der Zweit- und Drittplatzierte erhalten 2.500 Euro bzw. 1500 Euro. Ein zusätzlicher Publikumspreis ist mit 1.000 Euro dotiert. Für alle weiteren Finalisten gibt es ein nicht näher beziffertes Honorar.
  • Die Preisträger und weitere Finalisten nehmen nach der Endrunde an einer dreitägigen Lesereise im mitteldeutschen Raum teil. Dafür erhalten sie ein Honorar als Aufwandsentschädigung.
  • 25 Kurzgeschichten des Wettbewerbs veröffentlicht der MDR in der Anthologie „Das Beste aus dem MDR Literaturwettbewerb“. Dafür übertagen die Autoren die Rechte an ihren Kurzgeschichten gegen ein Honorar für zwei Jahre an den Verlag Poetenladen.
  • Einreichung: Es müssen zwei ausgedruckte Exemplare der Kurzgeschichte per Post an folgende Adresse gesendet werden:

Mitteldeutscher Rundfunk
Figaro
Postfach 100122
06140 Halle
Kennwort: Literaturwettbewerb

Wir laden alle tredition-Autoren herzlich dazu ein, am Wettbewerb teilnehmen und wünschen viel Erfolg!

Hinterfragt: Wie objektiv ist ein Literaturwettbewerb?

Aus den Teilnahmebedingungen des „Sir Walter Scott-Preis für herausragende historische Romane“, vergeben durch Quo Vadis Autorenkreis: „…Book-on-Demand-Veröffentlichungen können ebenfalls nicht für den Preis eingereicht werden.“

Sind die Teilnahmebedinungen von Literaturwettbewerben wirklich tragfähig?

Bei Literaturwettbewerben wird mit zweierlei Maß gemessen: Print-on-Demand-Titel dürfen nicht teilnehmen, obwohl dieses Druckverfahren auch renommierte Verlage nutzen.

Dass Print-on-Demand- Titel bei einem Literaturwettbewerb ausgeschlossen werden, ist keine Ausnahme. Wer darf also nicht teilnehmen? Ein Blick auf Referenzkunden von Books-on-Demand, ein Schwesterunternehmen des Barsortimentes Libri, offenbart einen kleinen Einblick in die Liste der Schwarzen Verlagsschafe. So dürften Suhrkamp, die Springer Fachverlage und de Gruyter nicht teilnehmen. Na klar, der Vergleich hinkt, die Letzteren sind ja Fachverlage. Dennoch darf man die Bedingungen infrage stellen.

Ein etabliertes Druckverfahren

Print-on-Demand ist ein intelligentes, wirtschaftliches Herstellungsverfahren für Bücher. Nicht ohne Grund bieten neben dem Unternehmen Books-on-Demand auch das Barsortiment KNV und Amazon diese Dienstleistung für Verlage an. Auch große Druckereien in Deutschland bieten Verlagen Auflagen-Management mit Print-on-Demand an. Vielleicht hätte einer der Gewinner des Preises in 2012, der insolvent gegangene Eichborn Verlag, dieses Verfahren nutzen sollen, dann wäre es vielleicht nicht so schlimm gekommen. Aber dann hätte er ja nicht teilnehmen dürfen.

Nicht alles über einen Kamm scheren

Wahrscheinlich ist aber bei den Teilnahmebedingungen etwas anderes gemeint. Autoren, die nicht bei einem traditionell agierenden Verlag verlegt wurden, sondern einen Self-Publishing-Dienstleister gewählt haben, dürfen nicht mitmachen. Viel sinnvoller wäre, in Literaturwettbewerben die Qualitätsmaßstäbe von Self-Publishing-Verlagen zu berücksichtigen und nicht alle Angebote über einen Kamm zu scheren. So werden beispielsweise Buchtitel des Self-Publishing-Angebotes „Norddeutsche Reihe“ des Hamburger Abendblattes oder des tredition Verlages vor Veröffentlichung durch Lektorate nach vorgegebenen Qualitätskriterien geprüft.

Wenn die Anzahl von derartigen Self-Publishing-Angeboten und deren Buchtiteln weiter wie in den vergangenen Jahren wächst, werden hoffentlich auch die Teilnahmebedingungen von Literaturwettbewerben aktualisiert. Welche Bedeutung hätte ein Preis sonst noch, wenn die Hälfte der Autoren nicht teilnehmen darf?