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Marcus Klug

Abenteuer Digitale Revolution – Mit Marcus Klug und Michael Lindner die Zukunft gestalten

Marcus Klug

Bild: Marcus Klug und Michael Lindner interessieren sich für unsere digitale Zukunft und die Möglichkeiten, die wir haben, diese aktiv mitzugestalten.

Marcus Klug und Michael Lindner haben zusammen ein Sachbuch mit dem Titel „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ geschrieben. Das Buch richtet sich insbesondere an Kopfarbeiter und Kreative, die mehr über die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung wissen wollen und die sich dabei fragen, wie wir morgen lernen und arbeiten werden. Darüber hinaus schärft das Buch anhand von außergewöhnlichen Beispielen von Einzelpersonen und Organisationen den Blick für die Möglichkeiten, die im Übergang zum digitalen Zeitalter vor uns liegen, und ermutigt zur aktiven Gestaltung: Abenteuer Digitale Zukunft. Das Buch wurde im März vom tredition-Team zum „Buch des Monats“ gekürt.

Die tredition-Redaktion hat mit Marcus Klug ein inspirierendes Interview zur Buchveröffentlichung geführt.

 

Denn vor jeder größeren kulturellen und gesellschaftlichen Veränderung steht die Transformation im Kopf, der eigentliche Lernprozess im digitalen Wandel.

tredition: Herr Klug, Sie sind als Speaker, Blogger und Autor in der digitalen Branche tätig, die sich nahezu täglich ändert. Welche Umbrüche haben Sie persönlich als besonders drastisch empfunden?

Marcus Klug: Als besonders drastisch empfinde ich hierzulande den Umgang mit dem Thema „Digitale Transformation“. Die Politik ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt nicht dazu in der Lage, langfristig zu denken oder zu regieren. Es dominiert die „Politik des Herumwurschtelns“ à la Merkel, keine echte Gestaltung, keine Visionen und kein strategisches Denken.

Dabei ist vielen Menschen überhaupt nicht klar, wie weit die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen in Bildung und Arbeit bedingt durch den digitalen Wandel in den kommenden 10 Jahren reichen werden. Es ist durchaus vorstellbar, dass die Arbeitslosenquote demnächst auf 50 Prozent steigt, wenn wir nicht vorher die richtigen Hebel in Gang setzen, um etwas gegen diese Entwicklung zu unternehmen, etwa die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens als Gegenmittel zu kommenden Aufständen und Protesten.

Videoclip Marcus Klug_Hamsterrad

Bild: Austauschbare Nummer im Getriebe der Industrie 4.0 oder kreativer Macher im Treibhaus der Zukunft?

Fatal ist an dieser Entwicklung auch, dass wir hier in Deutschland immer noch so tun, als ob alles in Ordnung wäre und die Wirtschaft immer weiter floriere. Dieser Schein trügt. Der Anteil an prekären Anstellungen, Projektarbeit und zeitlich befristeten Verträgen steigt weltweit seit vielen Jahren stark an, während die Sicherheiten im regulären Angestelltenverhältnis immer weiter zurückgehen: angefangen vom Kündigungsschutz bis zur Rentenvorsorge, mit Ausnahme von Beamten. Auch erleben wir bereits heute schon die Ära der Minuszinsen bei klassischen Anlagen und demnächst die Abschaffung des Bargelds.

Viele Jobs, auch akademische Berufe, werden schon bald verschwinden, wenn diese Berufe mehr mit Kontrolle, Verwaltung und Routinetätigkeiten zu tun haben und sich im Kern nicht neu ausrichten. Ein gutes Beispiel ist dafür das Management. Ich kann mich in diesem Zusammenhang noch gut an ein Interview mit Thomas Sattelberger erinnern, Querdenker und Ex-Telekom-Personalvorstand, das auch in unserem Sachbuch enthalten ist: „Raus aus dem Industriekorsett“.

Wenn man die Aufgaben eines Managers eher verwaltend und kontrollierend auslegt, dann wird der Manager bald überflüssig und kann ohne Probleme durch Hochleistungsrechner und intelligente Algorithmen ersetzt werden.

Wenn man die Aufgaben eines Managers eher verwaltend und kontrollierend auslegt, dann wird der Manager bald überflüssig und kann ohne Probleme durch Hochleistungsrechner und intelligente Algorithmen ersetzt werden. Wenn man die Aufgaben des Managers dagegen eher kreativ auslegt und er zukünftig mehr als Coach für seine Mitarbeiter fungiert, sieht das schon ganz anders aus. Genau diese Frage stellt sich demnächst in vielen akademischen Berufen: Welche Aufgabengebiete sind durch Algorithmen, Computer und Roboter ersetzbar und welche nicht? Was zeichnet den intelligenten Menschen gegenüber Maschinen im digitalen Zeitalter aus?

tredition: Welche Auswirkungen hat der digitale Wandel auf Ihre Arbeit?

Marcus Klug:  Es gibt viele Dinge, die sich in meiner Arbeit verändert haben, seit dem ich mich mit dem digitalen Wandel intensiver auseinandersetze. So fing ich beispielsweise bereits vor vielen Jahren aus Überzeugung damit an, „nur noch“ an vier Tagen die Woche als Angestellter zu arbeiten, während ich die restliche Zeit für „freie Projekte“ nutze, ein Arbeitsmodell, was ja so ähnlich auch von solchen Firmen wie Google bekannt ist: Denn neben regulären Tätigkeiten für ein bestimmtes Unternehmen sollten Kopfarbeiter, die angestellt sind, immer auch genügend Freiraum für andere Projekte haben, um sich kreativ mehr zu entfalten. Und für Selbständige bedeutet diese Art von Philosophie wiederum, mentalen Abstand zu der eigenen Arbeit zu finden. Auch einmal die Dauerbetriebsamkeit bewusst zu unterbrechen und den falschen „Erschöpfungsstolz“ als Erbe der Industrialisierungsepoche mehr abzustreifen.

Marcus Klug

Bild: Marcus Klug, Jahrgang 1977, beschäftigt sich als Redner, Blogger und Autor mit der Frage, wie Lernen und Arbeit durch den digitalen Wandel verändert werden und welche neuen Möglichkeiten und Perspektiven sich insbesondere für Menschen und Organisationen ergeben, die viel mit der Anwendung und Kommunikation von Wissen und Informationen zu tun haben.

Mittlerweile bin ich neben meiner Anstellung als Online-Redakteur und Formatentwickler (Blogs, E-Books und Web-Videos) an einem Demenzforschungsinstitut dabei, mir auf der Basis des Sachbuchs „Morgen weiß ich mehr“ ein Expertenprogramm als Redner zum Thema „Intelligenter lernen und arbeiten im digitalen Zeitalter“ aufzubauen. Dabei kommt mir auch zu Gute, dass ich bereits als Angestellter über viele Freiheiten in der Gestaltung meiner Arbeit verfüge und häufiger auch im Homeoffice-Modus tätig bin.

Mit unserem Sachbuch wollen wir auch andere Kopfarbeiter und Kreative dazu animieren, entweder als Angestellte neben dem regulären Job eigene Wissensprodukte wie unter anderem E-Books, Online-Trainings oder gar ein eigenes digitales Expertenprogramm zu entwickeln oder eben die eigene Selbständigkeit smarter zu gestalten, in dem man beispielsweise konsequenter auf die Möglichkeiten des Internets in der Automatisierung und Vereinfachung von einzelnen Arbeitsaufgaben und Prozessen setzt.

Wir wollten von Anfang an stärker den Fokus auf die positiven Seiten der Digitalisierung setzen und die Perspektive umkehren.

Dabei ist außerdem noch ganz entscheidend, dass man sich von den Extremen im Denken verabschiedet: etwa als Angestellter Knall auf Fall zu kündigen, weil man vielleicht mit dem eigenen Job unzufrieden ist. Das geht auch smarter. In zwei bis drei Jahren ist es beispielsweise durchaus möglich, mit einem Online-Business und eigenen Wissensprodukten neben einer Anstellung durchzustarten. Und man kann sich dann immer noch überlegen, ob man tatsächlich zu 100 Prozent als Solopreneur unterwegs sein möchte oder eben nicht. Heute sind bereits fernab von den Extremen viele Mischformen in der Gestaltung der eigenen Wissensarbeit denkbar. So wird etwa vor diesem Hintergrund der Anteil an Angestellten hierzulande, die nach Feierabend gründen, bereits auf mehr als 500.000 Personen geschätzt, Tendenz steigend.

tredition: Was fasziniert Sie besonders an der Frage, wie Lernen und Arbeit durch den digitalen Wandel verändert werden?

Marcus Klug: Grundvoraussetzung für eine andere Art des Arbeitens ist zunächst einmal im Übergang zum digitalen Zeitalter, dass wir uns mental als Kopfarbeiter und Kreative von der Epoche der Industrialisierung verabschieden. Die Frage, die mich dabei so fasziniert, ist die Frage danach, wie echte Transformation gelingt. Denn vor jeder größeren kulturellen und gesellschaftlichen Veränderung steht die Transformation im Kopf, der eigentliche Lernprozess im digitalen Wandel.

Profil Michael Lindner

Bild: Michael Lindner ist Dozent für die Themen Selbstmanagement, Digitale Arbeitsorganisation und Wertstrategien.

Wenn Sie industrielle Arbeit betrachten, so geht es dabei vor allem um zeitlich eng determinierte Tätigkeiten, um unterteilte, spezialisierte Arbeit, um die Trennung von Denken und Ausführen und um eine vertikal ausgerichtete Herrschaftsstruktur. Im digitalen Zeitalter können diese Rahmenbedingungen zumindest für Kopfarbeiter und Kreative so nicht mehr weiter aufrechterhalten werden, wenn Sie als Organisation innovativer sein wollen. Routinetätigkeiten, Fließbandarbeit, verwaltende und kontrollierende Aufgaben sind an dieser Stelle nicht mehr von Bedeutung und können so oder so verstärkt durch Maschinen ersetzt werden.

Von Bedeutung sind dann ganz andere Kompetenzen, etwa die Fähigkeit, innovativer bei der Lösungsfindung für Probleme zu denken, bereichsübergreifende Kooperationen und Netzwerke auszubilden oder die Gabe neben der Spezialisierung, in übergeordneten Zusammenhängen zu denken. Auch gibt es keine eng determinierten Arbeitszeiten mehr, die von außen für sie strukturiert werden, etwa der Bürojob von 9 bis 17 Uhr oder die Stempeluhr. So sind Sie auch als Angestellter zukünftig immer mehr selbstverantwortlich für die zeitliche und räumliche Gestaltung ihrer Arbeit.

Zugespitzt formuliert: Sie entscheiden, wann Sie Pause machen wollen und wann nicht. Wann Sie die Arbeit unterbrechen wollen und wann nicht. Wann Homeoffice Sinn macht und wann nicht. Was zählt ist nicht mehr die Anwesenheit, sondern die Ergebnisorientierung. Das sind wirklich radikale Veränderungen. Und das hat sehr viel mit Lernen zu tun.

tredition:  Sie haben gemeinsam mit Michael Lindner Ihre Erkenntnisse zum Wandel in Ihrem Buch „Morgen weiß ich mehr“ festgehalten. Wie kam es zu diesem Entschluss und zur gemeinsamen Kooperation?

Marcus Klug: Michael Lindner und meine Wenigkeit haben 2011 beide eine Ausbildung zum Projektmanager in Köln absolviert. In dieser Zeit kam ich auch auf die Idee, einen Blog ins Leben zu rufen, wo es schwerpunktmäßig um die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung gehen sollte, und wie sich diese Folgen in Bildung und Arbeit auswirken. Dabei gab es zu dieser Zeit viele Bücher, die hierzulande eher die negativen Folgen dieser Entwicklung fokussierten, beispielsweise Frank Schirrmacher mit dem Buch „Payback. Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen“.

Morgen weiß ich mehr - Buch des Monats

Bild: „Morgen weiß ich mehr“ von Marcus Klug und Michael Lindner

Da wir uns beide für diese Themen stark interessieren, habe ich Herrn Lindner dann 2012 angeboten, regelmäßig für den Blog Digitalistbesser.org zu schreiben. Und wir wollten von Anfang stärker den Fokus auf die positiven Seiten dieser Entwicklung setzen und die Perspektive umkehren. Deshalb auch der Titel „Digital ist besser“, angelehnt an einen Song von Tocotronic, eine Indie-Band aus Hamburg.

Der Mehrwert für Kopfarbeiter und Kreative besteht darin, mehr zur Reflexion animiert zu werden, was die Frage anbelangt, wie sich die Digitalisierung im eigenen Leben auswirkt und welche Gestaltungsmöglichkeiten damit verbunden sind.

Welche Mehrwerte gibt es in Ihrem Blog? Wo besteht die Verbindung zu Ihrem Sachbuch „Morgen weiß ich mehr“?

Marcus Klug: Ursprünglich gab es auf unserem Blog vor allem drei Themen, mit denen wir uns intensiver befasst haben. Einerseits ging es um die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung in Arbeit und Bildung, dann beschäftigten wir uns aber auch mit der Frage, wie gerade Kopfarbeiter und Kreative von dieser Entwicklung profitieren, indem sie beispielsweise eigene Wissensprodukte wie E-Books, Web-Videos und Online-Trainings gestalten und schließlich legten wir noch einen weiteren Fokus auf die Frage nach dem Selbstmanagement, wie sich das eigene Management mit der Digitalisierung verändert und welche Werkzeuge dabei helfen, die Selbstorganisation zu verbessern. Diese Themen haben wir in den letzten zwei Jahren unter der Kategorie „Morgen weiß ich mehr“ zusammengefasst – als Basis zu unserem Sachbuch.

Der Mehrwert für Kopfarbeiter und Kreative, bei denen der digitale Wandel früher oder später am Schreibtisch ankommen wird, besteht darin, mehr zur Reflexion animiert zu werden, was die Frage anbelangt, wie sich die Digitalisierung im eigenen Leben auswirkt und welche Gestaltungsmöglichkeiten damit verbunden sind. Und auf der anderen Seite gibt es auf unserem Blog immer wieder auch konkrete Tipps und Kniffe, wie einzelne digitale Komponenten und Plattformen dazu beitragen, die eigene Weiterbildung und das Selbstmanagement zu verbessern. Daraus ist dann 2015 die Idee zu einem gemeinsamen Sachbuch entstanden, um in vier modular aufgebauten Kapiteln diese Dimensionen zusammenführen: 1. Zukunftsvisionen, 2. Lernen im digitalen Wandel, 3. Wissens- und Kreativarbeit und 4. Strategie mit dem Schwerpunkt auf smarte Business Konzepte und Wissensprodukte sowie Selbstmanagement und Meditation als Ergänzung.

Blog Marcus Klug

Bild: Digitalistbesser.org bildet als Blog eine Ergänzung zu der Veröffentlichung des Sachbuchs „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ von Marcus Klug und Michael Lindner.

tredition: Sie eröffnen Lesern in Ihrer Veröffentlichung die richtige Strategie im Umgang mit Digitalisierung. Was sind kurz zusammengefasst die wichtigsten Erkenntnisse aus Ihrem Werk?

Marcus Klug: Zunächst sollte man sich erst einmal vergegenwärtigen, was der Begriff der „Strategie“ überhaupt bedeutet. So können Sie beispielsweise bei Rainer Zimmermann in „Das Strategiebuch“ von 2011 dazu folgende Bemerkung dazu lesen: „Strategischer Nutzen ist immer gesteigerter Nutzen. Er verkürzt die Zeit zur Erreichung eines Ziels, minimiert Aufwand und Risiko, erhöht die Ausbeute“. Von EINER „richtigen“ Strategie kann man dabei allerdings eher nicht sprechen.

Zum 30. Geburtstag des Computer-Spiels Pacman hatte Google 2010 eine besondere Überraschung vorbereitet. Beim Geburtstag von Pacman  setzten die Programmierer anstatt eines Bildes ein kleines, voll funktionsfähiges Pacman-Spiel über die Suchleiste. So konnten die Besucher der Suchmaschine volle 48 Stunden eine Runde Pacman spielen – und das taten sie auch! Als die zusätzlichen Zeiten, welche die Nutzer weltweit auf Google verbrachten, addiert wurden, kamen 4,8 Millionen Stunden zusammen. Auf Österreich bezogen, wären das 2011 60 Prozent der Arbeitszeit gewesen.

Was ich damit sagen will: Aus strategischer Perspektive wird wahnsinnig viel Arbeitszeit völlig sinnlos verschwendet. Daher stellt sich immer die Frage: Was kann ich unternehmen, um mich weniger abzulenken und produktiver zu arbeiten? Und wenn Sie beispielsweise darüber hinaus neben ihrer Anstellung ein Online-Business mit eigenen Wissensprodukten aufbauen wollen, dann spitzt sich diese Frage noch weiter zu, weil sie eben neben Ihrem Hauptjob über relativ wenig Zeit verfügen und da ist dann ihr Kopf noch wesentlich stärker gefragt.

Daher geht es in unserem Buch vor allem um Gestaltung und Transformation, um die Frage, wie Sie zum Gestalter des digitalen Wandels werden.

Deshalb beschäftigen wir uns ja in unserem Sachbuch im „Strategie“-Teil genau mit solchen Fragen und zeigen auf systematische Weise am Beispiel von herausragenden Einzelpersonen auf, wie Sie auf smartere Art einen Newsletter gestalten können, einen Blog aufsetzen, eine Podcast-Serie ins Leben rufen, ein Online-Training veranstalten oder gar ein Membership-Portal mit möglichst hohem strategischen Nutzen umsetzen. Dafür brauchen Sie immer einen Plan, Ihren Kopf und eine Strategie!

Um derartige Ziele über mehrere Jahre quasi als Langstreckenläufer erfolgreich umzusetzen, sollten Sie sich als angehender Online-Unternehmer ebenso mit der Frage beschäftigen, wie sie all die Dinge in möglichst kurzer Zeit lernen können, die Sie heute noch nicht beherrschen, und wie Sie mit all den Ablenkungsmöglichkeiten im Internet durch Selbstmanagement und Meditation produktiver umgehen.

Auch dazu zeigen wir im Kapitel „Lernen im digitalen Wandel“ in unserem Sachbuch viele neue Möglichkeiten auf, neben der Arbeit ein eigenes Bildungscurriculum zu gestalten, sich eigene Lernziele im digitalen Wandel zu setzen, ohne beispielsweise am Wochenende teure Seminare zu besuchen oder ein weiteres Studium an einer Fernuniversität neben dem regulären Job dranzuhängen.

Daher geht es in unserem Buch vor allem um Gestaltung und Transformation, um die Frage, wie Sie zum Gestalter des digitalen Wandels werden, wie sie bewusster mit Ihren Ressourcen umgehen und weniger Verschwendung betreiben, und wie Sie zwischen Ökonomie und Ökologie die Perspektive erweitern. Das gilt selbstverständlich auch für Organisationen!

tredition: Oftmals stehen wir der stetigen Beschleunigung durch den digitalen Wandel ohnmächtig gegenüber. Was würden Sie einem Pessimisten raten, um dem täglichem Umgang mit dieser Entwicklung richtig anzugehen?

Marcus Klug: Ohnmacht hat meistens etwas mit Angst zu tun. Also lernen Sie am besten, produktiver mit Angst umzugehen. Denn der digitale Wandel wird in den nächsten 10 Jahren weitreichende Folgen in Kultur und Wirtschaft haben, ob Sie das wollen oder nicht!

Wir wissen beispielsweise aus der Forschung, dass regelmäßige Meditation zu einem produktiveren Umgang mit Angst beiträgt. Gut erforscht ist dieser Zusammenhang beispielsweise am 6-wöchigen MBSR-Programm. MBSR bedeutet „Mindfulness-Based Stress Redution“, also auf Deutsch: „Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion“.

MBSR ist ein von dem Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn in den späten 1970er Jahren in den USA entwickeltes Programm zur Stressbewältigung durch gezielte Lenkung von Aufmerksamkeit und durch Entwicklung, Einübung und Stabilisierung erweiterter Achtsamkeit. Sehr empfehlenswert, wie ich aus eigener regelmäßiger Praxis neben Langstreckenläufen nur bestätigen kann!

Forschungen haben belegt, dass dieses Programm zum Abbau von Angst beitragen kann. Ein Beispiel dazu wären Forschungen zum Umgang mit generalisierten Angststörungen. Personen mit generalisierter Angststörung wiesen nach Absolvierung eines MBSR-Programms im Kontrollgruppenvergleich weniger Angst auf. Sie reagierten auch mit weniger Angst und negativem Stress auf einen Stresstest und machten positivere Aussagen über sich selbst.

Im Übergang zum digitalen Zeitalter bricht ein goldenes Zeitalter für kreative Wissensvermittler an, die eigene Produkte gestalten und vertreiben wollen und nicht mehr an einem Verlag gebunden sein wollen.

tredition: Weshalb haben Sie sich bei Ihrem Buch für Self-Publishing entschieden?

Marcus Klug: Bevor ich mich dazu entschieden habe, hatte ich bereits zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften und Magazinen veröffentlicht, über Jahre gebloggt und als Berater und Redakteur im Agentur- und Verlagswesen gearbeitet. Hinzu kommt mein aktueller Job im Social Media-Bereich an einem Demenzforschungsinstitut, den ich jetzt bereits auch schon seit 2012 ausübe, und bei dem es vor allem darum geht, das Wissen aus der Forschung an Entscheider und Praktiker zu vermitteln, und zwar über digitale Medien wie Blogs, Podcasts, Videos und Online-Trainings.

Videoclip Marcus Klug

Bild: „Morgen weiß ich mehr“ dient vor allem dazu, Kopfarbeiter und Organisationen dazu zu inspirieren, den digitalen Wandel als Gestaltungsaufgabe wahrzunehmen.

Dabei wurde mir immer klarer, dass im Übergang zum digitalen Zeitalter ein goldenes Zeitalter für kreative Wissensvermittler anbricht, die eigene Produkte gestalten und vertreiben wollen und nicht mehr an einem Verlag gebunden sein wollen. Das setzt natürlich auch voraus, dass man ein Stück weit seine Komfortzone verlässt und unternehmerischer denkt, wenn man sich vorgenommen hat, beispielsweise ein eigenes Buch unabhängig von einem Verlag zu gestalten. Verkauf und Marketing sind dabei neben dem Inhalt ebenso zentrale Bausteine wie das Buchdesign und die Gestaltung der Verpackung.

Also habe ich mir gedacht: Konzeption, Schreiben, Wissen vermitteln und Zeichnen ist dein Ding, Designer kennst du viele aus deinem privaten Umfeld, mit PR und Marketing kennst du dich auch ganz gut aus und Social Media-Kommunikation einschließlich Podcasts und Videos machst du jetzt schon hauptberuflich seit einigen Jahren. Alles Dinge, die man als professioneller Selfpublisher braucht, in unserem Fall für die Umsetzung und den Vertrieb eines Sachbuchs zum digitalen Wandel. Ich wollte all diese Dinge bei diesem Buchprojekt allerdings in Teamarbeit umsetzen, um die viele Arbeit besser aufzuteilen, gerade wenn einem auch noch nicht in allen Bereichen bewusst ist, wie viel Arbeit im Detailbereich anfällt. Also haben sich Michael Lindner und meine Wenigkeit für dieses Projekt zusammengetan und dabei war uns bereits zu Beginn klar, dass wir einzelne Aufgaben auch auslagern bzw. weiter austesten wollten, wie weit man als Selfpublisher bereits heute von einzelnen digitalen Möglichkeiten profitiert.

Also haben wir beispielsweise für die Finanzierung unseres Buchlektorats im Vorfeld eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne auf Startnext durchgeführt, bei der wir 2.000 Euro eingenommen haben, bei der Recherche teilweise mit virtuellen Assistenten zusammengearbeitet, eine Buchvorlage von einem amerikanischen Designer für das eigene Format genutzt und modifiziert und bei dem Vertrieb auf das Angebot von tredition gesetzt, nachdem wir uns zuvor ausgiebig mit der Frage auseinandergesetzt haben, welche Angebote es in diesem Bereich gibt.

tredition: Wie schätzen Sie die Zukunft des Self-Publishing ein?

Marcus Klug: Es gibt ja weltweit immer mehr Menschen, die zu Selfpublishern werden, während viele Verlage gerade in Deutschland noch nicht wirklich agil denken und handeln, wenn es um das Erschließen von neuen Möglichkeiten und Nischen im Übergang zum digitalen Zeitalter geht. Gerade größere Verlage sind häufiger mit Tankern im Ozean zu vergleichen, denen es an der Wendigkeit und Intelligenz von Delphinen mangelt: Da wird dann ein heute so enorm erfolgreicher Thriller-Autor wie Sebastian Fitzek auch schon mal als zu „experimentell“ eingestuft, nur weil er seine Storys mit seinen Figuren und Handlungsorten nach Deutschland verlegt.

Insbesondere für Authorpreneure, die sich mehr als Multimedia-Autoren und Unternehmer verstehen, gibt es bereits heute zahlreiche neue Möglichkeiten in der Entwicklung und Umsetzung von Selfpublishing-Formaten, die es so früher nicht gab oder die in der Umsetzung viel zu aufwendig und teuer gewesen wären. Besonders spannend finde ich dabei Crossmedia-Formate. Also gerade Formate, die noch häufig von traditionellen Verlagen hierzulande abgelehnt werden, etwa Mischformen zwischen Sachbuch und Roman („Sachroman“) oder Kreuzungen aus Fachbüchern und Ratgebern mit integrierten Videos, Podcasts und Checklisten. Auch Medien-Mixe, die über eine Cloud heruntergeladen werden können, sind mittlerweile stärker im Kommen. So hat beispielsweise die relativ bekannte deutsche Reisebloggerin Conni Biesalski (Planet Backpack) ein Buch in der Art eines Online-Kurses herausgegeben („Digital Unabhängig Frei“), das in zwei Versionen erhältlich ist (Light-Paket/Hell Yeah-Paket) und unter anderem aus einem E-Book, Video-Interviews mit Experten und einem zusätzlichen Tutorial besteht.

Wohin die Reise im Selfpublishing geht, sieht man ja aktuell auch sehr gut am Beispiel von Amazon. So bietet Amazon ja neuerdings auch Self-Publishing für Filmproduzenten an. Die können ihre Filme unter anderem über Amazon Prime vertreiben. Diese Option ist aber nicht nur für Filmemacher spannend, sondern gerade auch für Multimedia-Autoren. So können Sie beispielsweise einen eigenen Info-Film als Experte vertreiben, der beispielsweise aus Doku-Sequenzen mit Interviews besteht und zusätzlichen animierten Passagen im Videoscribing-Stil, in denen Sie beispielsweise komplexere Zusammenhänge zu einem bestimmten Thema vermitteln oder herausragende Fallbeispiele und Storys von Einzelpersonen und Organisationen erzählen, so wie wir das ja beispielsweise auch in unserem Sachbuch gemacht haben, wenn es um die Gestaltung des digitalen Wandels geht.

Der Vorteil von tredition liegt meines Erachtens vor allem darin, dass ein Teil des Buchmarketings und der Pressearbeit im Preis enthalten ist.

tredition: Wie kam es zu der Entscheidung für eine Veröffentlichung bei tredition?

Marcus Klug Buch des monats

Bild: Das Sachbuch, das im März 2017 als tredition „Buch des Monats“ ausgezeichnet wurde, schärft anhand von außergewöhnlichen Fallbeispielen von Einzelpersonen und Organisationen den Blick für die Möglichkeiten, die im Übergang zum digitalen Zeitalter vor uns liegen, und ermutigt zur aktiven Gestaltung: Abenteuer Digitale Zukunft!

Marcus Klug: Ich muss dabei zugeben, dass ich bei dieser Entscheidung zunächst skeptisch war. Nach einer längeren Recherche zum Thema „Selfpublishing“ und einem Interview mit Matthias Matting blieben für Herrn Lindner und meine Wenigkeit noch drei Optionen übrig: Vertrieb über tredition, BoD oder Amazon Create Space. Ich votierte für Amazon, während mein Partner dagegen auch weiterhin tredition präferierte.

Der Vorteil von tredition gegenüber BoD liegt meines Erachtens vor allem darin, dass ein Teil des Buchmarketings und der Pressearbeit im Preis enthalten ist. Außerdem bezahlt man nach einem Jahr nicht wieder erneut dafür, dass ein eigenes Buch weiterhin über eine derartige Plattform vertrieben und in den Shops wie unter anderem Amazon mit ISBN-Nummer in verschiedenen Formaten (E-Book, Paperback und Hardcover) angeboten wird.

Schließlich hat mich bei tredition der Service überzeugt. Sehr freundliche, kompetente und hilfsbereite MitarbeiterInnen, die alle Fragen, die sich beim Selfpublishing stellen, in den meisten Fällen sehr schnell beantworten. Und dann haben wir uns natürlich auch sehr darüber gefreut, als unser Sachbuch im März 2017 vom tredition-Team zum Buch des Monats erkoren worden ist.

tredition: Thema Marketing für Ihr Buch! Haben Sie vorab eine spezielle Marketingstrategie für Ihr Buch entwickelt?

Marcus Klug: Ursprünglich sollte es neben unserem Sachbuch noch einen zusätzlichen Band mit 16 Experten-Interviews zu den Schwerpunkten „Zukunftsvisionen“, „Lernen im digitalen Wandel“, „Wissens- und Kreativarbeit“ und „Strategie“ als Ergänzung geben. Speziell bei diesem Buch-Vorhaben ging es neben möglichst spannenden Gesprächen und Impulsen zum digitalen Wandel insbesondere auch um den Marketingaspekt.

So konnten wir für unser Buch einige in Ihrer Nische wirklich bekannte Experten gewinnen, die zum Teil auch über eine relativ große Reichweite im Social Web verfügen, etwa Thomas Sattelberger, Markus Albers, Boris Gloger, Ehrenfried Conta Gromberg und Dirk Baecker, um nur einige Namen zu nennen. Wir haben uns dann jedoch aufgrund des zusätzlichen zeitlichen Aufwands und des Finanzierungsaspekts am Ende doch für eine andere Option entschieden, nämlich einige dieser Interviews vor der Veröffentlichung unseres Sachbuchs bereits auf unserem Blog zu veröffentlichen, während andere Interviews dann wiederum exklusiv in unserem Sachbuch publiziert wurden und dann gibt es ab Mai 2017 auch noch eine 10-teilige Podcast-Serie mit dem Titel „Abenteuer Digitale Zukunft: Ihr Reiseführer durch unbekanntes Terrain“, die unter anderem über Digitalistbesser.org, Podigee und iTunes vertrieben wird.

tredition: Welche Maßnahmen gehen Sie konkret an?

Marcus Klug: Marketing ist für mich immer ein Mix. Und die Wirkung von Marketing entfaltet sich auch meistens immer erst nach einer gewissen Zeit, daher ist neben Planung, Strategie, Kommunikation und Verkauf im Marketing immer auch eine gewisse Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen gefragt, wenn man einzelne Maßnahmen durchtestet und sich anschaut, welche Maßnahmen erfolgreicher und welche weniger erfolgreich sind.

Durch das Autoren-Konto bei tredition haben Sie ja durch den Bereich Provisionen bereits eine wichtige Kennziffer für das Marketing. So sehen Sie nämlich anhand Ihres Kontos von Woche zu Woche, wie viele Exemplare Ihres Buches Sie bereits absetzen konnten und welche Maßnahme verkaufsmäßig besonders gut funktioniert hat. Andere Kennziffern können Sie beispielsweise über Google Analytics ermitteln („Conversiontracking“), in dem Sie sich beispielsweise anschauen, wie viele Besucher Ihrer Website bereits Ihren Newsletter abonnieren oder ein einzelnes Produkt von Ihnen gekauft haben. Das können Sie da alles einstellen, je nachdem, welche Kennziffer Sie weiter verfolgen wollen.

Marcus Klug in Aktion

Bild: Marcus Klug arbeitet als Autor und Speaker und betreibt den Blog www.digitalistbesser.org .

Dann gibt es die einzelnen Maßnahmen. Zunächst die „Werkzeugkiste der Dinosaurier“, so wie das Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg in Ihrem Marketing-Generator bezeichnen. Etwa Film, Funk/Radio, Fernsehen/TV, Anzeigen, Plakate. Das sind Maßnahmen, die für professionelle Selfpublisher mit der Ausnahme von Radio eher nicht in Frage kommen bzw. zu kostspielig sind. Und dann gibt es die „Werkzeugkiste der Delphine“, etwa Content-Marketing, Newsletter-Marketing, Suchmaschinen-Marketing, Social Media-Marketing, Kooperationsmarketing und Presse/Medien.

Jetzt sollten Sie sich allerdings auch genauer überlegen, welche von diesen Maßnahmen im Marketing-Mix für Sie prinzipiell in Frage kommen und welche eher nicht. Und wie es mit dem Verhältnis von Aufwand und Ertrag aussieht, ganz wesentlich!

Mein Verkaufsziel bei unserem Sachbuch liegt in der ersten Auflage bei 400 Exemplaren. Für die zweite erweiterte Auflage zu Beginn des nächsten Jahres möchte ich noch mehr Exemplare verkaufen. Dabei liegt der Fokus bei unserem Sachbuch allerdings nicht im Direktverkauf, sondern neben möglichst hochwertigem Content für unsere Leser in der Reputation als Experte, in der Erzielung eines höheren Bekanntheitsgrades und im Verkauf weiterer Produkte, die mit unserem Sachbuch zusammenhängen. In meinem Fall sind das vor allem Impulsvorträge und Keynote Speeches.

Dementsprechend auch das Marketing. Zunächst die „Plattform-Strategie“, also das regelmäßige Veröffentlichen von Beiträgen und Interviews auf unserem Blog und in einzelnen Social Media-Kanälen wie unter anderem Google+, Facebook und Twitter. Zu Beginn haben wir das mit mehreren speziellen Kanälen zu unserem Sachbuch gemacht, machen das aber mittlerweile mit Ausnahme unseres „Morgen weiß ich mehr“-Kanals auf YouTube nur noch über unsere eigenen Kanäle. Bei mir ist das mehr Facebook, bei Herrn Lindner mehr Twitter. Dann kommt unser „Morgen weiß ich mehr“-Newsletter dazu, den wir über Mailchimp vertreiben. Und es gab bereits auch schon mehrere Pressemitteilungen über verschiedene größere Verteiler, etwa eine Pressemitteilung über die Kommunikationsabteilung der Universität Witten/Herdecke.

Aktuell bin ich seit Wochen mit der Anfrage von (Fach-)Journalisten und Bloggern beschäftigt, was mögliche Buchbesprechungen, Interviews und Gastbeiträge anbelangt. Im Anschluss gibt es dann noch eventuell ein automatisiertes Webinar zu einzelnen Schwerpunkten unseres Sachbuchs, was wir in verschiedenen Kanälen anwerben werden und eine 10-teilige Podcast-Serie mit dem Titel „Abenteuer Digitale Zukunft: Ihr Reiseführer durch unbekanntes Terrain“.

Spätestens im Juli 2017 möchte ich mit allen Marketing-Maßnahmen durch sein und mich mehr auf meine eigene Website „marcusklug.de / Wissensabenteuer für die digitale Zukunft“ konzentrieren. Im Rahmen dieses Auftritts und auf der Basis unseres Sachbuchs plane ich beispielsweise gerade für Oktober/November 2017 mehrere Video-Trainings für die Weiterbildungsplattform Udemy.com. Und selbstverständlich werde ich noch in diesem Jahr weitere Aufträge als Redner akquirieren. Mein Ziel: als Experte und Speaker in zwei Jahren ein eigenes Programm zum Thema „Intelligenter lernen und arbeiten im digitalen Wandel“ mit verschiedenen Produkten zu etablieren.

Selfpublishing stellt meiner Meinung nach eine wirklich empfehlenswerte Alternative dar, vorausgesetzt, dass Sie mehr unternehmerisch denken, zumindest wenn Sie als (Fach-)Autor mit der Zeit auch gutes Geld mit eigenen Wissensprodukten als Authorpreneur verdienen wollen!

tredition: Haben Sie aufgrund der Kenntnisse aus Ihrer Branche besondere Tipps für angehende Autoren/innen?

Marcus Klug: Menschen, die gerne Wissen vermitteln und neue Kommunikationsmöglichkeiten im Internet ausprobieren, was die Verbreitung von Beiträgen, Ratgebern, Fach- und Sachbüchern anbelangt, brauchen heute nicht mehr unbedingt den klassischen Weg über einen Verlag gehen.

Wenn Sie beispielsweise als Experte einen Fachbeitrag publizieren, dann bekommen Sie teilweise überhaupt kein Geld mehr dafür. Erst wenn Sie sich aus dem alten Verlagsmodell mental ausklinken und Ihre Produkte auch rechtlich selbständig aufsetzen, sind Sie flexibel genug, Ihre Wissensprodukte im heutigen Markt sinnvoll zu bewegen. Und um zu einem Schreibprofi zu werden, müssen Sie heute auch nicht mehr unbedingt Artikel für Zeitschriften und Magazine schreiben, je nachdem, welches Ziel Sie damit verfolgen.

Sie beginnen beispielsweise mit einem Blog und fangen an, regelmäßig zu schreiben, etwa von Woche zu Woche. Dann schreiben Sie parallel dazu Gastbeiträge auf anderen Blogs und größeren digitalen Plattformen, um mehr Reichweite und Bekanntheit aufzubauen. Und schließlich schreiben Sie längere Texte: kürzere E-Books und Ratgeber etwa. Dann kommt vielleicht der Marathon: das Sachbuch. Im Falle unseres Sachbuchs „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ sind wir diesen Marathon über zwei Jahre zu zweit gelaufen: Michael Lindner und meine Wenigkeit.

Marcus Klug_Autorenbild

Bild: Der Blick auf die Umwelt: Wie sehen die kulturellen und gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung aus?

Und Selfpublishing stellt meiner Meinung nach auf diesem Weg eine wirklich empfehlenswerte Alternative dar, vorausgesetzt, dass Sie mehr unternehmerisch denken, zumindest wenn Sie als (Fach-)Autor mit der Zeit auch gutes Geld mit eigenen Wissensprodukten als Authorpreneur verdienen wollen!

tredition: Planen Sie weitere Veröffentlichungen?

Marcus Klug: Wir werden im ersten Quartal des nächsten Jahres eine aktualisierte, erweiterte zweite Auflage unseres Sachbuchs veröffentlichen – wahrscheinlich wieder über tredition. Dabei betrachten wir die erste Auflage unseres Sachbuchs als „offenen Prozess“. So haben wir bereits über Amazon einige sehr positive Rezensionen zu unserem Buch erhalten, aber auch bereits viel Feedback zu der Frage bekommen, was sich an den Inhalten unseres Buches noch weiter optimieren lässt. Dazu haben wir einen speziellen Fragebogen entwickelt. Und dieser Prozess wird selbstverständlich in den nächsten Monaten noch weiter fortgesetzt!

In der zweiten, erweiterten Auflage unseres Sachbuchs im nächsten Jahr wird es auch einige neue Interviews und Beiträge geben, die wir in unserem Buch ergänzen werden. Ein spannendes Thema ist in diesem Zusammenhang beispielsweise die Frage, wie Formen der Zusammenarbeit in Unternehmen zukünftig aussehen sollten, damit der Gestaltungsaspekt neben der zunehmenden Digitalisierung wesentlich mehr zur Geltung gebracht werden kann. Dazu werden wir ein Experten-Interview führen.

Auch wird es einen zusätzlichen längeren Beitrag in unserem Sachbuch geben, wo einmal auf systematischere Weise beschrieben wird, an welchen Stellen sich der digitale Wandel in verschiedenen wissensintensiveren Branchen wie unter anderem in der Banken- und Versicherungsbranche, im Presse- und Verlagswesen oder auch im Bereich der Unternehmensberatung konkret bemerkbar macht.

Und selbstverständlich wird auch das Kapitel „Zukunftsvisionen“ als Einstieg in unser Sachbuch komplett überarbeitet!

Auf der anderen Seite stehen bei mir neben diesem Sachbuch noch weitere Wissensprodukte für dieses Jahr an. Geplant sind beispielsweise mehrere Video-Kurse für die Weiterbildungsplattform Udemy.com. So plane ich für Oktober/November 2017 einen Master-Kurs mit dem Titel „Abenteuer Digitale Zukunft: Der Weg zum Wissensmacher“, gefolgt von weiteren Einzelmodulen wie unter anderem „Abenteuer Digitale Zukunft: Das Mindset zum digitalen Wandel“. Diese Kurse sollen neben Impulsen und praktischen Tipps für Kopfarbeiter und Kreative, die eigene digitale Wissensprodukte umsetzen wollen, auch ein besonderes thrillerartiges Storytelling mit zusätzlichen animierten Zeichnungen im Noir Comic-Stil beinhalten. Mehr wird dazu wird an dieser Stelle allerdings noch nicht verraten.

Wenn Sie sich für diese Veröffentlichungen und weitere multimediale Impulse zum Lernen und Arbeiten im digitalen Wandel interessieren, kann ich Ihnen nur empfehlen, sich in den „Morgen weiß ich mehr“-Newsletter einzutragen!

tredition: Lieber Herr Klug, wir danken Ihnen herzlich für das informative und inspirierende Gespräch und wünschen Ihnen für Ihr erstes Buch und folgende Werke viel Erfolg!

 

Über die Autoren

Marcus Klug, geboren 1977, ist Redner, Blogger und Autor. Neben seiner Tätigkeit als Blogger und Formatentwickler für das Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) an der Universität Witten/Herdecke hat er zusammen mit Michael Lindner das Sachbuch „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ verfasst, das im März 2017 „Buch des Monats“ wurde. Das Sachbuch bildet die Basis für ein eigenes Expertenprogramm als Speaker: „Wissensabenteuer für die digitale Zukunft“. Mehr Infos unter: www.marcusklug.de

Michael Lindner ist Dozent für die Themen Selbstmanagement, Informationsmanagement, Wirtschaftsethik und Corporate Social Responsibility. Er gibt Workshops und Seminare und unterstützt Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen in Fragen. Mehr Infos unter: www.michael-lindner.org

 

Newsletter März 2017

Liebe Autorinnen, liebe Autoren und liebe Freunde von tredition,

nächste Woche ist es wieder soweit. Die Leipziger Buchmesse läutet traditionell den Bücherfrühling ein. Am 18. März, kurz vor Messebeginn, geht auch der Indiebookday in eine neue Runde. Damit gilt das Frühjahrserwachen in der Buchbranche als initiert.

Stagnierende Zahlen im eBook-Markt vermelden indes wenig Frühlingsgefühle im Buchmarkt. Mehr Wachstumspotenzial verbirgt sich womöglich hinter der steigenden Nutzung mobiler Endgeräte, die eine eBook-Nutzung vorantreiben können. Unser März-Newsletter dreht sich neben aktuellen Trends in Leipzig deshalb ganz um die Technik, die hinter den digitalen Büchern steckt. Außerdem stehen diesmal der „Finanzwesir“ – ein Autor, der dem finanziellen Analphabetismus den Garaus machen will – und natürlich das „BUCH DES MONATS“ März 2017 im Mittelpunkt!

 

Folgende Themen erwarten Sie im März:

  • „Leipzig liest sich gut“ – Wie komme ich auf die Leipziger Buchmesse 2017?
  • eBook-Reader und ihre Formate – Alles Wissenswerte übers eBook
  • Indiebookday – Am 18. März ist es wieder soweit!
  • Autoren im Rampenlicht – der Finanzwesir: Weisheiten gegen den finanziellen Analphabetismus
  • BUCH DES MONATS“ März 2017 – „Morgen weiß ich mehr“ von Marcus Klug und Michael Lindner

Frühlingshafte Grüße

das Team von tredition

 

„Leipzig liest sich gut“ – Wie komme ich auf die Leipziger Buchmesse 2017?

Leipziger Messe

Die Leipziger Buchmesse und das zeitgleich stattfindende Lesefest „Leipzig liest“ locken vom 23. – 26. März 2017 wieder Vertreter der Branche nach Leipzig. Dort stehen literarische Neuheiten und neue Trends im Buchmarkt auf dem Programm und vor allem der Austausch zwischen Autoren, Lesern und Verlagen. Erfahren Sie in unserem Blogartikel, wofür es sich 2017 nach Leipzig zu kommen lohnt und wie Sie Ihren Messebesuch sinnvoll und effektiv gestalten.

Highlights und Schwerpunkte

  • 2017 steht in Leipzig wieder ein Gastland im Fokus: Litauen.
  • Besondere Veranstaltungsplattform ist das gleichzeitig stattfindende Lesefest „Leipzig liest“ mit Lesungen in der ganzen Stadt.
  • Diesmal stellt sich die Messe aber auch wieder politisch auf: Der Ukraine-Konflikt, der um sich greifende Populismus und die Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei stehen im besonderen Fokus der Messe. Im Café Europa wird ein freier Ideenaustausch zwischen unterschiedlichen Kulturen, Glaubensrichtungen und Weltanschauungen gefördert.
  • Jede Menge Möglichkeiten der Vernetzung, zum Austausch und zur Präsentation der eigenen Bücher bietet die Autorenplattform „autoren@leipzig“.

So gestalten Sie Ihren Messebesuch

eBook-Reader und ihre Formate: Alles Wissenswerte übers eBook

Woman holding traditional book and e-book reader

Bild: e-Book oder gedrucktes Buch? Wir empfehlen: Veröffentlichen Sie Ihr Buch in allen Formaten und lassen Sie den Leser/die Leserin selbst entscheiden. FOto: Fotolia

Rund ein Viertel aller Deutschen liest eBooks auf den unterschiedlichsten Geräten – iPad, Tablet, eBook-Reader, Smartphone usw. Allerdings gibt es nach wie vor viele Leser, die sich nicht ans digitale Lesen herantrauen. Rund einem Viertel aller Leser sind eBooks zu kompliziert.

Wir haben dies zum Anlass genommen, die wichtigsten Punkte rund ums eBook, die Formate und eBook-Reader einmal zusammenzufassen. Also – keine Angst vor komplizierter Technik, wir erklären hier alles, was Sie über das Thema wissen müssen!

 

Hier alles zum Thema eBook erfahren

 

Indiebookday – Am 18. März ist es wieder soweit!

Der Indiebookday lockt am 18. März bereits zum fünften Mal alle Bücherfans in die Buchläden, um Aufmerksamkeit für Indieautoren aus unabhängigen/kleinen Verlagen und ihre Veröffentlichungen zu gewinnen.

So läuft es ab:
Wir freuen uns darüber, wenn Sie am Indiebookday ein Foto des Indiebuchcovers, des Buches, oder sich gemeinsam mit dem Buch in einem sozialen Netzwerk (Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat) oder einem Blog Ihrer Wahl mit „#indiebookday“ posten.

Unterstützen Sie die Aktion und nutzen Sie die Möglichkeit, Werbung für Ihre oder andere schöne Bücher zu machen.

Posten Sie zum Indiebookday Ihre Fotos auf unserer Facebook-Seite oder im tredition Buchklub

Mehr über das Buchevent erfahren

Autoren im Rampenlicht – „Finanzwesir“ Albert Warnecke und seine Weisheiten gegen den finanziellen Analphabetismus

Albert_Warnecke Autorenportrait„Über Geld redet man nicht“, sagt ein bekanntes Sprichtwort … oder etwa doch? In einem aufschlussreichen Gespräch mit unserer Redaktion erklärt Albert Warnecke, warum wir den bekannten Ausspruch aus unserem kollektiven Gedächtnis streichen sollten.

Albert Warnecke erweist auf seinem Finanzblog und in seiner aktuellen Veröffentlichung „Der Finanzwesir“ dem ausgefuchsten Wesir aus dem Sagenschatz von „1001 Nacht“ die Ehre. Unter diesem Namen versucht der Autor gegen die grassierende finanzielle Ahnungslosigkeit vorzugehen und aufzuzeigen, wie Sie intelligent Geld anlegen, finanzielle Freiheit erlangen und eine solide Altersvorsorge aufbauen können.

In seinem cleveren Finanzratgeber präsentiert Albert Warnecke 20 Jahre Geld- und Börsenerfahrung. Profitieren Sie von diesem geballten Knowhow für Ihre eigene Finanzplanung!

 

Zum Interview

„BUCH DES MONATS“ März 2017

Morgen weiß ich mehr - Buch des Monats

Bild: „Morgen weiß ich mehr“ von Marcus Klug und Michael Lindner

Morgen weiß ich mehr – Intelligenter lernen und arbeiten im digitalen Zeitalter

Haben Sie auch das Gefühl, dass sich unsere Arbeitswelt in einem fundamentalen Umbruch befindet? Dass es gerade jetzt darauf ankommt, die Welt wieder mit einem Funkeln in den Augen zu betrachten, mit mehr Begeisterung und Leichtigkeit?

Marcus Klug und Michael Lindner setzen der Entgrenzung des Menschen durch Algorithmen und Digitalisierung den positiven Perspektivwechsel mit der Chance auf (Mit)Gestaltung des Wandels entgegen – das tredition-Team hat den intelligenten Buchtitel zum „Buch des Monats März 2017“ auserkoren.

„Morgen weiß ich mehr“ erweckt Lust, Neuland zu wagen. Auf ins gemeinsame Wissensabenteuer: das Abenteuer Digitale Zukunft kann kommen!

Hier geht’s zum „BUCH DES MONATS“ März 2017

 

Morgen weiß ich mehr - Buch des Monats

„Buch des Monats“ März 2017

Morgen weiß ich mehr“

Marcus Klug und Michael Lindner

Morgen weiß ich mehr - Buch des Monats März 2017

Bild: „Morgen weiß ich mehr“ von Marcus Klug und Michael Lindner ist das „Buch des Monats“ März 2017 bei tredition.

Morgen weiß ich mehr – Intelligenter lernen und arbeiten im digitalen Zeitalter

Marcus Klug und Michael Lindner setzen der Entgrenzung des Menschen durch Algorithmen und Digitalisierung den positiven Perspektivwechsel mit der Chance auf (Mit)Gestaltung des Wandels entgegen – das tredition-Team hat den intelligenten Buchtitel zum „Buch des Monats März 2017“ auserkoren.

Haben Sie auch das Gefühl, dass sich unsere Arbeitswelt in einem fundamentalen Umbruch befindet? Dass sich unser Verständnis vom Lernen nur noch historisch begründen lässt? Dass es gerade jetzt darauf ankommt, die Welt wieder mit einem Funkeln in den Augen zu betrachten, mit mehr Begeisterung und Leichtigkeit? Sicherlich. Wir können auch resignieren. Digitale Diktatur. Fremdbestimmung durch Algorithmen. Entgrenzung des Menschen und der Organisationen. Aufmarsch der Roboter. Und wir können die alte Platte von der Industrialisierung einfach auf Highspeed setzen. Noch mehr Beschleunigung, noch mehr Leistungsdruck, noch mehr Hamsterrad.

Die Autoren Marcus Klug und Michael Lindner stellen der Existenzangst, die aus digitalem Wandel und den daraus erwachsenden Umbrüchen entsteht, einen positiven Perspektivwechsel entgegen. In ihrem intelligenten Sachbuch „Morgen weiß ich mehr“ motivieren die Autoren Marcus Klug und Michael Lindner Sie, zum Gestalter dieses Wandels zu werden und einen wertvollen Beitrag zur Veränderung zu leisten. Dazu präsentieren die Autoren die Beispiele herausragender Personen und Organisationen, die schon heute damit begonnen haben, den Wandel zu gestalten. Klug und Lindner weisen auf mögliche Fallstricke und musterhafte Entwicklungen hin. „Morgen weiß ich mehr“ erweckt Lust, Neuland zu wagen.

Auf ins gemeinsame Wissensabenteuer: das Abenteuer Digitale Zukunft kann kommen!