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Pressemeldung schreiben

Pressemitteilung schreiben – So vermeiden Sie Fehler!

Pressemeldung schreiben

Bild: Eine professionelle Pressemitteilung schreiben ist das A und O für gute Pressearbeit zum Buch!

Die klassische Pressearbeit ist nach wie vor der Beginn jeder effektiven Buchwerbung. Auch wenn digitale Kaufempfehlungen in Blogs, Communities oder sozialen Netzwerken klassischen Buchempfehlungen aus den Zeitungsfeuilletons inzwischen immer öfter den Rang ablaufen – Journalisten sind nach wie vor gewichtige Multiplikatoren. Denn diese haben einen hohen Verbreitungsgrad, Autorität und Glaubwürdigkeit in Sachen Literaturempfehlungen. Ein Artikel oder eine Rezension in einem klassischen Pressemedium erreicht dabei nicht nur ein weitgestreutes Publikum, sondern auch andere Multiplikatoren. Wie aber gelangt man an diese heran? Am besten erreicht man Journalisten mit einer Pressemitteilung. Ist diese professionell verfasst und weckt diese Aufmerksamkeit, bedienen sich Journalisten gern bei einem gut geschriebenen Pressetext, ob für eine Themenrecherche oder bei einer direkten Buchempfehlung. Der Idealfall für Sie als AutorIn.

Die Marketingkosten einer solchen Meldung halten sich zudem in Grenzen, denn sie erfordert keine zusätzlichen aufwendigen und teuren Maßnahmen und erreicht schnell das Ziel: die Redaktionshäuser. Gut platzierte Rezensionen ziehen zudem oft das Interesse anderer Journalisten auf sich und damit weitere Buchbesprechungen nach sich. Doch wie schreibt man eigentlich eine Pressemitteilung und wie vermeidet man typische Anfängerfehler, damit die Pressemeldung ihren Effekt nicht verfehlt?

In diesem Blogartikel erfahren Sie, wie eine professionell verfasste Pressemitteilung aussieht und welche Bestandteile diese haben sollte, um bei der Vielzahl an Presseaussendungen, welche die Redaktionen täglich erreichen, herauszustechen.

 

  1. Warum Pressearbeit?
  2. Der Anfang einer Pressemitteilung – Der erste Blick zählt
  3. Wie lang soll die Pressemeldung sein?
  4. In welchem Stil schreibe ich meine Pressemeldung?
  5. Pressemeldung: Ehrlichkeit ist Trumpf
  6. Wie ist die Pressemeldung aufgebaut?
  7. Zusätzliche Informationen
  8. An wen geht die Pressemeldung?
  9. Unterstützung vom Fachmann oder der Fachfrau holen: Pressearbeit für jedes Buch von tredition

1 Warum Pressearbeit?

ARD Beispiel Pressebericht

Bild: Eine Pressemeldung zum Buch kann in Rezensionen, Radio-oder Fernsehauftritte resultieren, wenn man es richtig anstellt, wie das Beispiel von tredition-Autor Sascha Mané zeigt, der 2016 bei Anne Will als Studiogast in der Sendung war.

Rezensionen in der lokalen und überregionalen Presse, Interviews in Radio und Fernsehen – zahlreiche Autoren haben so ihren Bucherfolg erst richtig in Gang gebracht. Denn ein Artikel in einer bedeutenden Zeitschrift, eine Einladung in eine Talkshow oder ein Beitrag in einem Onlinemagazin bleiben selten allein. Taucht ein Buchthema erst einmal in den Medien auf, folgen oft weitere Besprechungen oder Artikel. Aber wie stellt man es an, Journalisten auf sich aufmerksam zu machen? Hat man es als Indie-Autor nicht mit hunderten anderer Bucherscheinungen zu tun, die regelmäßig auf dem Buchmarkt auflaufen? Gelingt es unbekannten Autoren da überhaupt, in der Presse neben bekannten Namen aufzutauchen? Wenn ein Buch inhaltlich und auch durch die Verpackung überzeugt, das Thema einen Nerv trifft, ist es egal, ob das Buch von einem unbekannten oder bekannten Autoren stammt. Erfolg ist beeinflussbar! Ein einzigartiger Buchtitel gepaart mit einer professionell verfassten und überzeugenden Pressemeldung halten hervorragende Chancen bereit, die Aufmerksamkeit der Presse zu gewinnen und durch diese Presseberichte auch die Leserschaft für das eigene Buch zu gewinnen. Wie Sie erfolgreich Pressemitteilungen verfassen, die auch gelesen werden, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

2 Der Anfang einer Pressemitteilung – Der erste Blick zählt

Der Anfang einer Pressemitteilung - Der erste Blick zählt

Bild: Eine Pressemitteilung muss auf den ersten Blick überzeugen.

Journalisten erhalten pro Tag eine Vielzahl an Pressemeldungen. Da wird schnell die Spreu der interessanten Meldungen vom Weizen getrennt, ohne dass jede dieser Meldungen genau gelesen wird. Hier gilt: je informativer und interessanter die Pressemeldung, desto höher die Chance auf eine Wiederverwertung – und das fängt direkt bei einem guten Titel und einem überzeugenden Teaser an. Die Pressemeldung muss sofort auf den ersten Blick überzeugen, eine weitere Chance gibt es für diese nicht.

Meist entscheiden Sekundenbruchteile, ob ein Journalist gerade diese Pressemeldung von den unzähligen Presseaussendungen, die er oder sie täglich scannt, für wichtig und interessant genug erachtet, um diese überhaupt zu lesen. Das heißt, der Titel einer Pressemeldung, die ja oft auch für ein Emailanschreiben herhalten muss, muss bereits in dieser absoluten Verkürzung alle nötigen Informationen zum Buch bieten und darüber hinaus die Aufmerksamkeit wecken. Dies kann man durch verschiedene Techniken erreichen: durch Provokation, durch eine Fragestellung, eine schlau formulierte Nachricht, die Neugier weckt etc.

So geht’s nicht:

Mein Geldplaner 2017 – der Ratgeber für Finanzen

Warum überzeugt diese Meldung wahrscheinlich nicht und die Mail mit Ihrer Pressemeldung landet im Papierkorb? Finanzratgeber gibt es wie Sand am Meer. Journalisten erfahren in diesem Titel nicht, warum gerade dieser Titel etwas Besonderes sein könnte. Zu einem weiteren Blick werden sie nur verführt, wenn sie vielleicht gerade Zeit und Muße haben. Im hektischen Büroalltag – eher unwahrscheinlich.

So geht’s:

Mein Geldplaner 2017 – in allen Geldfragen finanzielle Freiheit gewinnen

Mit diesem Titel sagen Sie mit fast derselben Wortanzahl ungleich viel mehr aus. Journalisten wissen hier ebenfalls sofort, dass es sich um eine Pressemeldung zu einem Finanzratgeber handelt. Darüber hinaus gibt der Titel aber noch weitere Informationen, nämlich, dass der oder die AutorIn dieses Werkes Lesern finanzielle Unabhängigkeit vermittelt. Im besten Fall ist die Neugier geweckt und der Leser möchte in der Pressemeldung herausfinden, wie diese finanzielle Freiheit erlangt werden kann. Und schon haben Sie Ihr erstes Ziel erreicht: mit Ihrer Pressemeldung Aufmerksamkeit und Interesse zu wecken.

3 Wie lang soll die Pressemeldung sein?

Pressemitteilung Länge

Bild: Eine Pressemitteilung ist eine schriftliche Kurzform, die in aller Knappheit die wichtigsten Fakten und Vorzüge Ihrer Neuerscheinung zusammenfasst und Neugier weckt.

Die Pressemeldung sollte auf keinen Fall zu lang sein. Gleichzeitig sollte sie alle wichtigsten Informationen zu Ihrem Buchtitel beinhalten. Hier gilt: je informativer und interessanter die Pressemeldung, desto höher die Chance auf eine Wiederverwertung. Generell sollte man sich an die Formel halten, auf knappem Raum die wichtigsten Informationen zum Buch zu geben. Leider schaffen es viele Pressemeldungen nicht, das Interesse von Journalisten zu wecken. Das liegt oft am mangelnden Aufbau und der falschen Länge der Pressemeldung.

Gerade für Autoren ist das eigene Buch etwas ganz Persönliches, das mit viel Herzblut, Kraft und Zeit geschrieben wurde. Daher möchten AutorInnen den Medien und ihren Lesern natürlich ganz genau beschreiben, was da alles in ihrem Buch steckt. Und am besten gleich noch auf das kommende Buch hinweisen und etwas zu Ihnen persönlich schreiben? Das schafft doch Vertrauen? Halt! Detaillierte Beschreibungen machen sicherlich in einem Sachbuch Sinn, in einer Pressemeldung haben sie nichts zu suchen. Ein langatmiger Text überzeugt nicht von Ihren Qualitäten, sondern hat im schlimmsten Fall sogar den gegenteiligen Effekt. Wenn ein Autor schon nicht in der schriftlichen Kurzform einer Pressemeldung überzeugen kann, warum dann in seinem Buch? Kann der Autor sich etwa nicht kurz und präzise ausdrücken? Diese und andere Gedanken werden den Journalisten im schlimmsten Fall durch den Kopf schießen.

Eine DIN A 4 Seite ist eine gute Richtlinie für eine Meldung, gern kann es auch mal etwas kürzer sein. Die ungefähre Länge liegt circa zwischen 300 – 500 Wörtern bzw. zwischen 2.000 und 3.500 Zeichen.

4 Pressemitteilung richtig schreiben – der Stil?

Pressemitteilung Stil

Bild: Eine professionelle Pressemeldung ist kurz, pragmatisch und nüchtern – und weiß darüber hinaus, das Medieninteresse zu wecken.

Fakten, Fakten, Fakten … gilt hier nicht, sondern eher: an die Leser denken. Pressemeldungen sind keine Gedichte, keine Romane oder sonst irgendwie gearteten literarischen Texte, in denen Sie zeigen sollten, was in Ihnen steckt. Pressemeldungen sind keine reißerischen Texte. Eine gute Pressemeldung kommt konzis, pragmatisch und nüchtern geschrieben daher, weiß aber durch sprachliche Raffinessen auch zu überraschen und ihre Leser neugierig zu machen. Die Sätze sollten kurz und knapp sein. Langatmige Satzkonstruktionen sollten vermieden werden. Benutzen Sie beim Schreiben der Pressemitteilung keine Passivkonstruktionen, sondern aktive Verben und möglichst wenige Artikel und Füllwörter.

Der Stil der Pressemeldung hängt stark vom Inhalt und der Zielgruppe ab. Eine Pressemitteilung zu einem Fachbuch unterscheidet sich in der Sprachwahl von der Meldung zu einem belletristischen Titeln. Überlegen Sie sich also vorab, was Sie genau für einen Buchtitel haben und wen Sie ansprechen. Davon sollte der Duktus der Pressemeldung abhängen. Was immer der Fall ist: Beschreiben Sie den Inhalt und den Stil oder die Besonderheiten eines Textes (bei einem Fachbuch die Hauptargumente eines Textes oder die Art und Weise, wie ein/e AutorIn diese vermittelt). Verzichten Sie dabei aber auf leere Phrasen, Worthülsen und Klischees.

So geht’s nicht:

Der informative Essay ist auf eine gute Weise geschrieben.

So geht’s:

Autor XY legt einen informativen, leicht verständlichen Essay vor.

5 Pressemeldung: Ehrlichkeit ist Trumpf

Pressemeldung Ehrlichkeit

Bild: Eine Pressemeldung sollte nichts versprechen, was Ihr Buch nicht halten kann.

Sicherlich, für Sie ist Ihr Buch schon jetzt ein Bestseller und jeder, wirklich jeder, sollte es schon im Bücherschrank stehen und am besten schon gelesen haben. Sie sollten Ihr Buch dennoch mit nüchterner, pragmatischer Sprache – und vor allem ehrlich – anpreisen. Journalisten haben einen guten Blick dafür, ob eine Pressemeldung das Blaue vom Himmel verspricht, oder man ihrem Absender Glauben schenken kann. Versprechen Sie nichts, was Ihr Buch nicht auch halten kann. Das „tollste“ Buch, die „beste, schönste“ Erzählung überhaupt mit noch nie dagewesenem Inhalt … solche Formulierungen und Superlative sollten Sie dringend aus Ihrer Meldung herausstreichen. Stellen sie stattdessen lieber in klarer und präziser Sprache den Inhalt, den Stil und die Vorzüge Ihres Buches dar.

6 Wie ist eine Pressemeldung eigentlich aufgebaut?

Aber wie sieht denn eine Pressemeldung eigentlich aus? Eine Meldung an die Presse folgt einem recht strikten Muster. Generell gilt folgender Aufbau:

Titel

Teaser

Einstieg

Mittelteil

Abbinder/Boilerplate

Informationen zum Pressekontakt und zur Firma/AutorIn

Beispiel:

Bild: Die von tredition verfasste Pressemeldung zu „Saboteure des Glücks“ zeigt, wie der Aufbau eineer Pressemitteilung strukturiert ist.

Titel/Headline:

Hier sollte ein knackiger Kurztext stehen, der den Inhalt Ihres Buches, aber auch die Hauptaussage Ihres Buches zusammenfasst. Hier gilt: In der Kürze liegt die Würze!

So geht’s nicht:

Morast – ein spannender Thriller, in dem es um eine Familiengeschichte und die Probleme und Streitereien der Mitglieder dieser  geht

So geht’s :

Morast – packender Thriller seziert den Verfall einer Familie

Teaser/Anreißer/Lead:

Der Teaser oder die Kurzbeschreibung fasst meist in einem Satz noch einmal kurz das Thema und den Stil des Buches zusammen. Er gibt einen Ausblick auf die Pressemeldung, die auf den ersten Blick zeigt, worum es geht. Gleich im sogenannten Anreißer sollten die wichtigsten Fragen beantwortet werden: Wer hat was wann und wo und warum getan? Halten Sie sich an diese Fragestellungen und verrennen Sie sich hier nicht in langwierigen Ausführungen.

So geht’ nicht:

Erfolgreiche Frauen und Frauen, die erfolgreich werden möchten, erhalten durch Regina Schlagers „Mutig mit dem Herzen führen“ viele Informationen über die besondere Energie von weiblichen Führungskräften in verschiedenen Gesprächen mit weiblichen Vorgesetzten.

So geht’s:

Regina Schlager präsentiert in ihrem Buch „Mutig mit dem Herzen führen“ Gespräche mit Frauen, die mit Erfolg ihre Berufung gestalten.

Einstieg

Der erste Teil der Pressemeldung ist nach Titel und Teaser der wichtigste. Hier sollten die wichtigsten Details zum Buch, alle Schlüsselwörter und Hauptaussagen, Hintergründe und Erklärungen stehen. Journalisten sind an dieser Stelle über das Buch informiert und wissen, ob sich ein weiterer Blick lohnt. Werden Sie hier präzise und liefern die Kurzzusammenfassung zu Ihrem Buch, die Sie im Teaser kurz angerissen haben.

Mittelteil

Ihre Leser haben Ihre Meldung bis hierhin gelesen. Kompliment. Nun ist es wichtig, diese nicht zu verlieren. Im Mittelteil liefern Sie alle signifikanten Informationen zu Ihrem Buch, die bislang noch keinen Platz hatten. Gut sind an dieser Stelle alle Vorzüge Ihres Buches aufgehoben, die Ihren Leser an dieser Stelle final davon überzeugen, Sie als Autor für ein Interview zu gewinnen oder Ihr Buch im eigenen Magazin vorzustellen. In den Einstieg gehören die wichtigsten Informationen zum Buch, in den Mittelteil alle weiteren Hintergründe zum Buch und zu Ihnen als Autor. Dabei gilt es, wichtige Informationen an den Anfang zu stellen. Die Reihenfolge der Signifikanz nimmt zum Ende der Pressemeldung ab.

 

So geht’s nicht:

Das Lesen der verschiedenen Geschichten ist faszinierend.

So geht’s:

Autor XY legt mit Buchtitel XY eine Geschichte vor, die bis zum Schluss fasziniert.

 

Abbinder/Boilerplate:

Informationen zum Pressekontakt und zur Firma/AutorIn

PM Saboteure des Glücks Abbinder

Bild: Der Abbinder, oder die Boilerplate, bietet alle abschließenden Informationen zur Pressemeldung.

 

Hier gehören Informationen zu Ihnen als Autor und zum Verlag bzw. zum Pressekontakt hin. Diese Informationen werden von Journalisten meistens nicht übernommen, dienen diesem aber zur Übernahme und Recherche für einen Artikel. So weiß der Journalist, wen er bei einem Verlag ansprechen kann, wenn er ein Rezensionsexemplar zu Ihrem Buch oder noch Hintergrundinformationen zu Ihnen und Ihrem Buch benötigt.

7 Zusätzliche Informationen für eine professionelle Pressemeldung

Verlinkung Pressemeldung

Bild: Sie sollten Journalisten bei Ihrer Presseankündigung alle wichtigen Informationen auf einen Blick Verfügung stellen, also neben der Meldung das Coverfoto Ihres Buches, ein Autorenfoto und auch der Link zum Buch sollte nicht fehlen.

Weitere Informationen oder Medien helfen Journalisten sich über Ihr Buch und Sie zu informieren. Wichtig ist beim Versand einer Pressemeldung daher auch das hochauflösende Buchcover, evtl. das Logo des Verlages und Verlinkungen zur Buch- oder Autorenseite. So haben Journalisten alle Informationen auf einen Blick und können bei Bedarf schnell reagieren. Pressemeldungen, bei denen Journalisten sich alle Informationen erst mühevoll selbst zusammentragen müssen, haben meist wenig Chancen auf eine Veröffentlichung. Ein aussagekräftiges und vor allem professionell erstelltes Autorenfoto rundet Ihr Presseanschreiben ab. Es wäre doch schade, wenn Sie den Eindruck einer überzeugenden Pressemeldung durch ein unterbelichtetes oder laienhaft ausgefallenes Autorenfoto gleich wieder zunichtemachen würden …

8 An wen geht die Pressemeldung?

Adressat Pressemeldung

Bild: Der richtige Verteiler für eine Pressemeldung ist genauso wichtig wie der eigentliche Pressetext.

Es macht keinen Sinn, eine Pressemeldung einfach an alle namhaften Journalisten breit zu streuen und dann abzuwarten, was zurückkommt. Jeder Text ist anders und jede Redaktion hat unterschiedliche Schwerpunkte. Sie sollten sich vor Versand daher genau überlegen, wie das Zielpublikum zu Ihrem Roman genau aussieht und durch welche Redaktion Sie diese erreichen können.

Wie geht man vor? Zunächst gilt es für diese spezifische Zielgruppe einen passenden Presseverteiler aufzubauen. Denn je nach Genre, Thema und Leserpublikum eignen sich für ein Buchprojekt nur bestimmte Medien. Recherchieren Sie daher gezielt passende Medien, Nachrichtenportale und Zeitschriften oder Special Interest-Magazine, die für Ihr Buch in Frage kommen.

Achtung: Es muss nicht gleich die Frankfurter Allgemeine, DIE ZEIT oder die Süddeutsche sein. Der Feuilletonbereich in diesen Medien ist stark begrenzt und auch bekannte Autoren haben es schwer, hier eine Rezension zu platzieren. Journalisten werden tagtäglich mit hunderten von Anschreiben und Büchern geradezu überrannt. Unbekannte Autoren sind am Anfang gut beraten, sich bei kleineren Magazinen und regionalen Blättern vorzustellen. Starten Sie etwa, indem Sie auf regionale Medien zugehen und sich als „Autor aus der Region“ präsentieren. Seien Sie selbstbewusst im Auftritt, aber drängen Sie die Pressevertreter nicht. Auch Blogger haben mittlerweile große Reichweiten und bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, das eigene Buch auch online unterzubringen.

9 Unterstützung vom Fachmann oder der Fachfrau holen: Pressearbeit für jedes Buch von tredition

Marketing tredition

Bild: tredition vermarket alle Neuerscheinungen aktiv und verfasst u.a. eine professionelle Pressemeldung zu Ihrem Buch!

Sie brauchen trotz aller Tipps Unterstützung vom Fachmann oder der Fachfrau? Scheuen Sie sich nicht, uns anzusprechen.

tredition unterstützt Sie bei Ihrem Buchmarketing durch ein vielseitiges Marketingportfolio, damit Leser, Buchhändler und Journalisten schnell von Ihrem Buch erfahren. Unsere Erfahrung zeigt, dass vor allem eine gute Pressearbeit einen wichtigen Teil zum Erfolg eines Buches beiträgt. Daher verfasst unsere Marketingabteilung für jedes Buch u. a. eine ganz individuelle Pressemeldung, die wir an Journalisten über mehr als 200 Presseportale, Nachrichtenticker und -feeds senden.

Wenn uns dann Nachfragen von Journalisten, Bloggern und Pressevertretern erreichen,  senden wir kostenfreie gedruckte oder e-Book-Rezensionsexemplare zur Besprechung zu. Ausgewählte an uns zurückgespielte Medienberichte aus Presse, Radio und Fernsehen stellen wir auf unserer Homepage im Pressebereich vor.

Sprechen Sie uns bei Fragen also gern an! Wir sind zudem stolz, dass inzwischen viele Medien tredition zu Artikeln über Self-Publishing und den Buchmarkt im Allgemeinen hinzuziehen.

Wir freuen uns auf gemeinsame Erfolge!


BuzzNews – der Buchtipp Blog: Gründer Alex Janke im Interview

Alex Janke

Die Mission von Alex Janke: Menschen gute Bücher empfehlen, die faszinieren und einen unmittelbaren Bildungseffekt haben

Der Blog BuzzNews ist erst wenige Monate alt – Gründer Alex Janke sprudelt gleichwohl voller Ideen, Leser auf Bücher und spannende Themen aufmerksam zu machen. Im Interview mit tredition erläutert Janke, was BuzzNews auszeichnet und wie Self-Publisher vorgehen sollten, um sein Interesse an ihren Büchern zu wecken.

tredition: Lieber Herr Janke, seit wann betreiben Sie Ihren Blog BuzzNews und wie kam es dazu?

Alex Janke: Als Buchtipp-Blog betreibe ich BuzzNews seit dem Frühjahr/Sommer 2015. Ich wollte, ganz banal aus Neugier und Spaß, „was im Internet machen“ und habe erstaunlich lange gebraucht, bis ich auf den Themenkomplex Buchtipps/Lebensthemen /Inspiration/Philosophie gestoßen bin.

Erstaunlich deshalb, weil es eigentlich hätte klar sein können: Ich lese seit meinem 16. Lebensjahr praktisch täglich Bücher, mindestens eine Stunde, eher zwei. Nahezu ausschließlich, um das Leben zu reflektieren, Informationen zu erhalten, mich weiterzubilden, bequeme Selbstverständnisse zu pflegen oder zu stören und gute Sprache zu genießen. Das gilt sowohl für Sachbücher als auch für Belletristik.

Seit Ende August hat BuzzNews übrigens einen Booktube auf Youtube, wo ich mich mit dem guten Mut eines leidenschaftlichen Dilettanten vor die Kamera stelle, Buchtipps gebe und auch sonst was hoffentlich Interessantes erzähle. Ich wollte Bücher und philosophische Inspirationen ein bisschen marktschreierischer präsentieren, zugespitzter, impulsiver, eindringlicher, weil sie mir wirklich viel bedeuten.

Und auch hier frage ich mich: Warum mache ich das erst jetzt? Wenn etwas zu nahe liegt, kann man es nicht richtig sehen.

Ein Blog mit besonderem Anspruch

tredition: Was zeichnet BuzzNews gegenüber anderen Buchblogs aus?

Alex Janke: Bei BuzzNews gibt es Buchtipps zu Themen, die bewegen, das heißt zu Lebensthemen und philosophischen Inspirationen im engen und weitesten Sinn. Für Neuerscheinungen, Bestseller und Geheimtipps in verschiedenen Genres.

Ich stelle bei meinen Empfehlungen in den Vordergrund: Was verbindet das jeweilige Buch mit dem Leben der Menschen? Beim Konzipieren der Inhalte habe ich immer einen User vor Augen, der oder die sich in erster Linie für sich und sein/ihr Leben interessiert. Diesem User sage ich möglichst schnell auf den Punkt, warum er welches Buch lesen sollte. Was da für ihn drinsteckt. Was das mit ihm zu tun hat.

Da ich glaube, dass Menschen neben reiner Unterhaltung, Eskapismus, Spannung und schöner Sprache in der Literatur vor allem die klärende Spiegelung heutiger und vergangener Zeiten, die warme Heimat der eigenen Identität, den inspirierenden Wink und die kritisch-konstruktive Betrachtung des Lebens suchen, fokussiere ich diese Seite des Lesens.

Ob mich das gegenüber anderen deutschsprachigen Buchblogs auszeichnet, weiß ich nicht. Aber nach meinem oberflächlichen Eindruck ist meine Herangehensweise in anderen Buchblogs ebenso wenig verbreitet wie die Auswahl der Bücher.

„Philosophische Inspirationen“ mit Buchtipp

tredition: Wie viele Rezensionen veröffentlichen Sie im Monat?

Alex Janke: Grundsätzlich gibt es mindestens einmal pro Woche neue Inhalte. Bei weitem nicht alles, was ich veröffentliche, ist eine Rezension. Ich stelle vielversprechende Neuerscheinungen kurz vor oder schreibe ein längeres Stück zu einem Thema, das ich „philosophische Inspiration“ nenne und zu dem es natürlich auch einen Buchtipp gibt, der das Thema vertieft oder erweitert. Das kann ein eher nischiges, aber auch für das allgemeine Publikum interessantes Sujet sein wie eine barsche Kritik am Neuen Realismus von Markus Gabriel. Über den Nutzen von Psychopathie oder Sterblichkeit wurde schon etwas verfasst. Warum der Streit um die Willensfreiheit langweilig ist, habe ich versucht darzustellen. Die geistigen Welterfahrungen von Friedrich Nietzsche und Arthur Schopenhauer sind ebenfalls für unser Leben aufbereitet, aber auch Pete Dohertys öffentliche Existenz wurde philosophisch überraschend analysiert. Es darf also auch leicht irritieren.

Außerdem gibt es hin und wieder mittellange Rezensionen zu Büchern, die mir am Herzen liegen. Die User erfahren, was sie lesen sollen. Nicht-empfehlenswerte Bücher lasse ich gleich weg.

BuzzNews

Fragen aufwerfen oder den Leser direkt ansprechen: Die Überschriften auf BuzzNews sind „Appetizer“ für Bücherhungrige

tredition: In den Überschriften der Rezensionen sprechen Sie Leser oft unmittelbar an und deuten darauf hin, was die Kernaussage eines Buches ist. Wie kommt das bei Ihren Blog-Besuchern an?

Alex Janke: Die direkte Ansprache und die sofortige Bekanntgabe des Nutzens sind die rhetorische Umsetzung meines Anspruches, leserorientiert statt selbst- oder buchzentriert zu sein. Meine Mission ist es, Menschen über interessante Themen gute Bücher zu empfehlen. Aktuell übrigens schwenke ich vom Sie zum Du um – in meinem Booktube geht es konsequent informell zu, und auch der Blog verwandelt sich diesbezüglich.

Die Resonanz, die ich bisher bekommen habe, ist ermutigend und amüsant ambivalent. Vor allem auf meine ersten Videos bei Youtube. Einige meinten, ich solle weniger gestikulieren, andere fanden das Gestikulieren toll. Die Betonung wirkte auf manche angestrengt, andere empfanden sie als mitreißend und dynamisch. Manchen war es zu laut und zu schnell, zu anderen bin ich auf diese Weise gerade erst durchgedrungen. Insgesamt geht zumindest das Stimmungsbild, das mich erreicht, in Richtung „Gut gemacht“.

„Ein Buch muss berühren.“

tredition: Wie schnell merken Sie, ob ein neues Buch Sie fasziniert?

Alex Janke: Ein Buch kriegt ca. 50 Seiten, bis dahin muss mir irgendetwas daran gefallen haben, damit ich weiterlese. Oder ich weiß, dass eine anfängliche Durststrecke später belohnt wird, dann bleibe ich auch dran, blättere ggf. vor. Ob ein Buch mich fasziniert, erkenne ich daran, ob und wie es ein Thema berührt, das mich privat oder als Teilnehmer an der Gesellschaft betrifft, beziehungsweise inwiefern der Erzähler oder Protagonist eine Haltung verkörpert, von der man etwas lernen kann.

Wenn ich ein Buch gelesen habe, will ich zumindest ein etwas anderer sein als vorher. Bücher müssen zwangsläufig Bildungserlebnisse darstellen, egal wie klein. Literatur zur bloßen Spannung oder Unterhaltung ist für mich Zeitverschwendung.

tredition: Inwiefern können Bücher von Self-Publishing-Autoren eine Bereicherung für Sie darstellen?

Alex Janke: Grundsätzlich unterscheide ich nicht zwischen Self-Publishing oder sogenannten etablierten Verlagsprodukten. Qualität zählt – und Qualität meint durchaus auch Basis-Handwerk wie Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung. Da bin ich stockkonservativ, fast schon studiendirektoral. Natürlich bin auch ich nicht perfekt in diesen delikaten Angelegenheiten – aber ich stelle fest, dass es für mich eine notwendige Bedingung darstellt, um ein Buch überhaupt empfehlen zu können. Wer hier Schwierigkeiten hat, sollte sein Werk lektorieren lassen. Guter Inhalt hat das verdient. Ich fände es mal schick, zwischendurch auf gute Selbstveröffentlichungen zu stoßen, die nicht jeder einfach findet und bespricht. Literarische Trüffelschweinerei im Indie-Bereich.

Markegting-Tipp für Self-Publisher

tredition: Wie sollten Autoren vorgehen, wenn sie sich eine Rezension bei Ihnen wünschen?

Alex Janke: Sie sollten mir eine Nachricht schicken und mir in maximal 500 Zeichen konkret mitteilen, warum und inwiefern ihr Buch zu meinem Blog passt. Sie sollten mir zusätzlich direkt den Klappentext mitschicken und die ersten oder zentralen Seiten. Auf der Basis kann ich entscheiden, ob es grundsätzlich in Frage kommt. Man sieht schon: Blogger Relations ist in diesem Fall schlecht skalierbar, sondern eine individuelle Kommunikation zwischen zwei Menschen. Generell empfehle ich Autoren, wie ein Verkäufer bzw. Marketingverantwortlicher zu denken: Befriedige die Bedürfnisse Deines Gegenübers, mache ihm klar, dass sich sein Eigeninteresse mit Deinem deckt. Frage dich: Wie kann ich durch mein Buch wem helfen? Die Antwort muss dann das Hauptverkaufsargument sein.

tredition: Ließe sich Ihr Wirken als Blogger unter ein Motto fassen?

Alex Janke: Zur Selbstkalibrierung nutze ich seit Jahren einen Spruch, den eines meiner Vorbilder, Götz Werner, der Gründer und langjährige CEO von dm – drogeriemarkt, popularisiert hat:

„Beharrlich im Bemühen, bescheiden in der Erfolgserwartung.“

Was das Operative und Strategische des Bloggens betrifft:

„Probiere mal was aus, denn keinen Erfolg hast du schon, wenn Du nichts machst. Sei Dienstleister und gib. Dann kommt auch etwas zurück.“

„I am bookish“: Im Gespräch mit Bloggerin Caroline

Caroline

Caroline bloggt seit Ende 2010

Schon manches Buch-Highlight hat Bloggerin Caroline bereits im weiten Feld des Self-Publishing für sich entdeckt. Also aufgepasst, liebe Autorinnen und Autoren! Im folgenden Interview schildert Caroline, für welche Themenbereiche sie sich am meisten begeistert und was ihre Seite „i am bookish“ von anderen Blogs unterscheidet. Viel Freude beim Lesen!

 

tredition: Liebe Caroline, seit wann betreibst Du Deinen Blog und wie kam es dazu?
Caroline Wagenbreth:
Meinen Blog gibt es seit dem 30.12.2010. Gelesen habe ich schon immer recht viel und natürlich habe ich zu den meisten Büchern, die ich lese, danach eine Meinung im Kopf oder Punkte, die mir eben besonders gut oder besonders wenig gefallen haben. Nachdem ich immer mal Bücher gelesen hatte, über die ich mich einfach gern mal mit jemandem unterhalten hätte, der sie vielleicht auch gelesen hatte, stolperte ich online über ein oder zwei Bücherblogs, die es damals schon gab. Mir war klar, dass dies eine tolle Möglichkeit wäre, sich mit anderen Lesern auszutauschen. Nachdem ich eine ganze Weile überlegt hatte, ob ich das auch machen möchte, habe ich dann pünktlich zum Beginn des neuen Jahres den Entschluss gefasst, meine Leselaunen und Eindrücke zu gelesenen Büchern in einem Blog festzuhalten.

tredition: In welchen Genres rezensierst Du am liebsten?
Caroline
: Ich lese an sich sehr viel durcheinander, immer wonach mir gerade ist: von Romanen über Jugendbücher hin zu Krimis, ab und an auch mal die als „Chick-Lit“ verschrienen Romane oder Bücher aus dem „Young Adult“ Bereich. Eher seltener bis gar nicht wird man auf „i am bookish“ Rezensionen zu historischen Romanen, High Fantasy Büchern oder allzu abgedrehter Sciene-Fiction finden, denn solche Bücher treffen einfach nicht mein Interesse.

tredition: Wie müssen Autoren vorgehen, wenn Sie sich eine Rezension in Deinem Blog wünschen?
Caroline
: Einfach fragen, würde ich mal sagen (lacht). Ich freue mich immer sehr über Anfragen, die mich meistens per Email erreichen. Leider kann ich nicht immer jedem eine positive Zusage geben – wenn mir die Zeit fehlt oder einfach, weil sie mich nicht genug interessieren oder eben aus einem Bereich kommen, den ich schlicht und einfach nicht mag (High Fantasy zum Beispiel). Da finde ich es nur fair, wenn ich von vornherein sage, dass ich dafür nicht die richtige Leserin bin und die Rezension daher nicht objektiv schreiben könnte. An sich finde ich es nett, wenn sich Autoren daher schon vor der Anfrage „die Mühe machen“, den Blog mal ein wenig genauer anzusehen – dann kann man schon erahnen, dass manche Bücher nicht in mein Lese-Schema fallen.

„Self-Publisher trauen sich vielleicht inhaltlich mehr zu.“

tredition: Inwiefern stellen Titel von Self-Publishing-Autoren eine Bereicherung für Dich da?
Caroline
: Ich habe schon sehr gute Erfahrungen mit Self-Publishern gemacht und sogar richtige Lese-Highlights unter den Geschichten entdeckt. Meistens handelt es sich bei den angebotenen Büchern ja um e-Books, was in Ordnung ist, da ich einen e-Reader habe. An Büchern von Self-Publishern mag ich, dass sie oftmals Themen behandeln, die man nicht schon zig Mal in abgewandelter Form in anderen Büchern gelesen hat. Dadurch, dass die Autoren hier alles selbst in die Hand nehmen, trauen sie sich vielleicht auch inhaltlich einfach mehr zu, weil die Inhalte vorher nicht erst durch die Hände eines Lektoren wandern. Genau das kann manchmal aber auch zum Problem werden, beispielsweise, wenn die Rechtschreibfehler überhand nehmen.

i-am-bookish

i am bookish: In zurückhaltend elegantem Layout präsentiert Caroline ihre Rezensionen

tredition: Was fasziniert Dich am Lesen besonders?
Caroline
: Hach, das kann ich so gar nicht beantworten. Ich lese viel, seit ich lesen kann. Für mich gehört Lesen einfach immer schon dazu, daher ist das für mich gar kein „besonderes Hobby“ oder so. Es ist Bestandteil meines Lebens. Ich mag es, dass in Büchern alles möglich ist. Dass man als Leser so viel erleben kann, obwohl man nur faul irgendwo zuhause auf dem Sofa sitzt. Dass man sich gedanklich auf so viel einlassen und so viel erleben kann, was man eben im „realen Alltagsleben“ selbst nie erleben können wird. Ich finde es toll, dass Bücher einem die Möglichkeit geben, sich für einige Stunden völlig in einer Geschichte zu verlieren.

tredition: In Deinem Blog gibt es das „Lese-Bingo“. Was hat es damit genau auf sich?
Caroline
: Auf anderen Bücher-Blogs sind sogenannte Lese-Challenges ja sehr beliebt. Diese geben in einem bestimmten Zeitrahmen Lese-Aufgaben zu bestimmten Themen vor. Oftmals sind diese Challenges für meinen Geschmack aber mit zu vielen Regeln, Pflichten und teilweise sogar „Straf-Aufgaben“ versehen, wenn man ein Ziel mal nicht geschafft hat. Ich bin aus eben diesem Grund kein typischer Challenge-Leser, weil ich immer lieber nach Lust und Laune lese und mich nicht gern schon vorher festlege, was ich wann zu lesen habe. Dieses „Lesen nach Vorgabe und mit der Aussicht auf Strafen, wenn ich es nicht schaffe“ ruiniert in meinen Augen völlig den Spaß, den Bücher und das Lesen generell mit sich bringen. Das legt mich viel zu sehr fest und solche strengen Vorgaben mag ich bei meiner Lieblingsbeschäftigung Lesen einfach nicht. Das Lese-Bingo ist in meinen Augen daher eine gute Alternative, um dennoch an einer kleinen Herausforderung teilzunehmen, wenn man möchte.

tredition: Wie funktioniert das genau?
Caroline:
In diesem Lese-Bingo werden auf einem Feld voller Kästchen einige Bücherthemen vorgegeben, nach denen man seine Bücher aussuchen kann – wenn man will. Man kann aber ebenso gut einfach lesen, worauf man Lust hat, und dann rückblickend schauen, ob eins der gelesenen Bücher eine vorgegebene Kategorie erfüllt und es sich dann anrechnen. Wie beim richtigen Bingo kann man sich die gelesenen Bücher-Felder ankreuzen. Anfangs hatte das erfolgreich ausgefüllte Lese-Bingo-Feld keine wirkliche Konsequenz, weil ich es nur für mich selbst gemacht habe. Mittlerweile gibt es aber ein paar Blog-Mitstreiterinnen, sodass ich mir da vielleicht noch eine kleine Belohnung einfallen lassen werde. Es gibt recht einfach zu erfüllende Kategorien, andere sind schwerer. Im diesjährigen Lese-Bingo sind beispielsweise „Ein Buch mit einem grünen Cover“ oder „Ein Buch, das erstmalig in deinem Geburtsjahr erschienen ist“ als Rubriken vertreten. Wichtig beim Lese-Bingo war mir aber vor allem, dass es keine allzu strengen Regeln gibt, eben nicht wie bei anderen Challenges. Es ist vorteilhaft, wenn man zu einem gelesenen und fürs Lese-Bingo angerechneten Buch wenigstens eine kurze Meinung schreibt in seinem Blog – aber es ist auch nicht schlimm, wenn man das nicht tut. Das ist jedem selbst überlassen. In erster Linie soll es Spaß machen und nicht verpflichten.

„Es ist mir manchmal egal, was aktuell beliebt ist.“

tredition: Tauschst Du Dich intensiv mit anderen Buchbloggern aus?
Caroline
: Manchmal ja, manchmal weniger. Das kommt immer auf das Buch an und die Zeit, die ich habe. Mit machen Bloggern unterhalte ich mich über Kommentare unter einem Beitrag, manchmal schreiben wir auch Emails hin und her oder schreiben beispielsweise bei Facebook. Ganz toll finde ich es aber, dass ich mit manchen Bloggern mittlerweile auch über ganz andere Dinge als das Lesen und Bücher plaudern kann, das macht dann schon sehr viel Spaß.

tredition: Zu welchem Thema möchtest Du unbedingt mal ein Buch lesen?
Caroline
: Oh, die Frage kann ich nicht beantworten. Spontan fällt mir da gar nichts ein. Ich glaube, das Problem ist auch weniger, dass ein bestimmtes Thema noch nicht in einem Buch verarbeitet wurde. Ich denke, das Problem ist eher, dass man nicht weiß, dass dieses Buch vielleicht schon existiert. Manchmal stößt man ja nur durch Zufall auf die interessantesten Bücher…

tredition: Weshalb sollten Autoren und Lesefreaks Deinen Blog auf keinen Fall verpassen?
Caroline
: Ich habe auf „i am bookish“ von Beginn an versucht, das zu tun, was mich interessiert und was mir Spaß macht, und dabei versucht, auch viel von mir selbst einfließen zu lassen. Dabei ist es mir manchmal (nicht immer!) recht egal, was aktuell beliebt ist und was gerade im „Mainstream“ gelesen wird. Blogs, die tatsächlich nur Rezensionen zu aktuellen beliebten Büchern posten und an einer Blogtour nach der anderen mitmachen, mag ich nicht besonders. Aus dem Grund versuche ich auch immer mal, andere Beiträge zu bringen, die sich zwar auch mit lese-relevanten Aspekten beschäftigen, aber nicht nur, beispielsweise meine Rubrik „Die Lektüre meiner Zugnachbarn“ oder „Konzerterlebnisse“. Erfahrungsgemäß kommen die auch ganz gut an.

Literaturcommunities nutzen – Teil II Goodreads

Goodreads_Homepage

Goodreads ist auch für deutschsprachige Autoren eine attraktive Plattform

Im Juni haben wir Ihnen einige Tipps und Tricks präsentiert, wie Sie Lovelybooks zur Erhöhung der Aufmerksamkeit für Ihr Buch und für Marketingaktivitäten nutzen können. Heute erklären wir, wie sich die englischsprachige Lesercommunity Goodreads dafür nutzen lässt. Denn obacht! Auf Goodreads tummeln sich bereits viele Leser aus dem deutschsprachigen Raum. Es lohnt sich also auch für hiesige Self-Publisher auf Goodreads aktiv zu werden.

Daten und Fakten

  • Goodreads ist 2006 von dem US-Amerikaner Otis Chandler gegründet worden, in den darauffolgenden Jahren hat sich die Mitgliederzahl der Lesercommunity rasant entwickelt. Eigenen Angaben zufolge zählt Goodreads heute 40 Mio. Mitglieder und 43 Millionen Rezensionen von Büchern.
  • Auf der Webseite von Goodreads beschreibt Otis Chandler, wie er auf die Idee zu einer Lesercommunity kam: “Eines Nachmittags stöberte ich zur Inspiration am Buchregal eines Freundes entlang und dachte plötzlich: Wenn ich auf der Suche nach neuem Lesestoff bin, suche ich eher bei einem Freund nach Ideen als bei irgendeiner x-beliebigen Person oder einer Bestsellerliste.“ Auf diesen Gedanken hin entwickelte er die Plattform Goodreads.
  • 2013 haben Otis Chandler und seine Frau und Mitgründerin Elizabeth Khuri Chandler Goodreads an den Onlinehändler Amazon verkauft.

Wie registriert man sich als Autor?

  1. Als erstes müssen Sie sich auf Goodreads als generelles Mitglied registrieren, entweder mit der eigenen E-Mail-Adresse oder mit den Facebook-Zugangsdaten, falls Sie ein Facebook-Profil haben.
  2. Wenn Sie bei Goodreads bereits registriert sind, loggen Sie sich einfach ein.
  3. Suchen Sie in der Goodreads-Suchmaske nach Ihrem Buch oder Ihrem Nachnamen und rufen Sie das Suchergebnis auf.
  4. Klicken Sie jetzt auf Ihren Autorennamen, der unter dem Buchtitel angezeigt wird. So gelangen Sie auf Ihr Autorenprofil bei Goodreads.
  5. Am Ende der Seite klicken Sie auf „Is this you? Let us know.“ um Goodreads darüber zu informieren, dass Sie der Autor sind. Anschließend erhalten Sie von Goodreads eine Bestätigung, dass das Autorenprofil mit Ihrem normalen Mitgliedsprofil bei Goodreads „fusioniert“ wird. Zudem enthält die E-Mail von Goodreads weitere Informationen zur Verwaltung des Autorenprofils.

Als Autor Goodreads nutzen

Ähnlich wie bei Lovelybooks lässt sich auch bei Goodreads das Autorenprofil individuell gestalten:

  • Foto und Lebenslauf
  • einer Liste der eigenen Lieblingsbücher bzw. gerade gelesenen Bücher
  • der Möglichkeit, in einem eigenen Blog redaktionelle Beiträge zu schreiben und damit eine Fangmeinde aufzubauen und zu binden
  • Ankündigung von Lesungen, Signierstunden und weiteren Events
  • Leseproben einstellen
  • Gewinnspiele veranstalten
  • Videos posten

Buch-Promotion

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wichtigsten sind:

Teilnahme an Diskussionen

Stöbern Sie einfach einmal ein bisschen auf Goodreads, um Gruppen zu Themen und Büchern zu finden, die Sie spannend finden und bei denen Sie Lust und Interesse haben, etwas beizutragen und sich dadurch ins Gespräch zu bringen und bei anderen Goodreads-Mitgliedern bekannt zu machen.

Giveaways

Das bedeutet, Exemplare des eigenen Buches an Goodreads-Community-Mitglieder zu verlosen, um auf diese Weise möglichst viele Bewertungen zu erhalten und Aufmerksamkeit zu generieren

  • Jeder Autor kann dabei individuell festlegen, wie viele Bücher über welchen Zeitraum verlost werden sollen.
  • Vorteile dabei: Sie als Autor haben wenig Aufwand, da sich Goodreads um die Auswahl der Gewinner kümmert. Diese werden danach ausgewählt, ob sie sich auf Goodreads bereits für Bücher aus dem gleichen Genre oder zum ähnlichen Thema interessiert haben.
  • Eine detaillierte und sehr lesenswerte Anleitung zur Durchführung einer Giveaway-Aktion hat Corinna Rindlisbacher von ebokks verfasst.
  • Wichtig: Goodreads empfiehlt, eine Giveaway-Aktion über den Zeitraum eines Monats laufen zu lassen und mindestens zehn Bücher zu verlosen.
  • Erfahrungswerten von Goodreads gemäß bewerten etwa 60% derjenigen, die ein Giveaway gewinnen, auch hinterher das Buch.
  • Goodreads empfiehlt sogar, die Giveaway-Aktion bereits vor der Veröffentlichung des Buches zu starten und die Bücher dann exakt zum Veröffentlichungstermin zu verschicken. Das steigert die Spannung schon im Vorhinein.
  • Denken Sie daran, für die Verlosung rechtzeitig Eigenexemplare bei tredition zu bestellen, die Lieferung von Paperbacks dauert etwa 5 Werktage

Ask the Author

Wenn Sie auf Ihrem Autorenprofil unter „Ask the author“ den Button von „Off“ auf „On“ stellen, können Leser Ihnen direkt auf Ihrem Profil Fragen stellen. Die einzelnen Fragen sehen zunächst nur Sie als Autor. Erst, wenn Sie sich entscheiden, auf eine Frage zu antworten, erscheinen Frage und Antwort auf Ihrem Profil. Es liegt also in Ihrer Hand als Autor, welche Fragen und Informationen veröffentlicht werden sollen.

Tipps von Goodreads: Was Sie vermeiden sollten

Reagieren Sie eher nicht auf negative Rezensionen. Damit schrecken Sie höchstwahrscheinlich nur neue Leser ab und erhalten keine neuen positiven Rezensionen oder Kommentare.

Kontaktieren Sie nicht alle Leser, die Ihr Buch auf Ihre Bücherliste setzen. Das ist zwar gut gemeint, nervt die Leser aber eher und Sie werden als „Spammer“ wahrgenommen.

Versuchen Sie nicht wahhlos, sich mit jedem auf Goodreads zu verknüpfen. Stellen Sie Freundschaftanfragen z.B. eher an Mitglieder einer Gruppe, zu der Sie auch gehören o.ä.

Treten Sie keinen Gruppen bei mit dem ausschließlichen Ziel, Ihr Buch ins Gespräch zu bringen, sondern agieren Sie in Gruppen als Leser!

„Schatz, ich will ein Buch von Dir“

Bloggerin Bianca

Bianca Guerrieri betreibt seit März 2013 ihren Blog und ist auch auf Lovelybooks aktiv

Fröhliches Pink zeichnet das Layout des Buchblogs von Bianca Guerrieri aus. Verehrte Herren der Schöpfung, davon sollten Sie sich genauso wenig abschrecken lassen wie von dem Namen des Blogs „Schatz, ich will ein Buch von Dir“. Denn das ist voll und ganz ernst gemeint: Bloggerin Bianca sieht mit Freude jedem ihr dargebotenen Buch entgegen und rezensiert bunt durch die Genrelandschaft. Weshalb sie auf ehrliche Bewertungen Wert legt, welches Potenzial Sie mit Self-Publishing verbindet und welche Bücher sie so richtig vom Hocker reißen, erzählt sie im Interview mit tredition.

trediton: Liebe Bianca, seit wann betreibst Du Deinen Blog und wie kamst Du auf diesen sehr witzigen Namen?
Bianca:
Meinen Blog gibt es seit März 2013. Den Namen hatte ich schon länger im Kopf. Auf der Frankfurter Buchmesse 2011 hatte ich einen Button gesehen, auf dem „Ich will ein Buch von dir!“ stand. Das fand ich total witzig damals, und als ich einen Namen für meinen Blog suchte, fiel mir der Spruch wieder ein. Der Titel passt auch einfach zu mir, weil ich ein sehr humorvoller Mensch bin.

tredition: In welchen Genres rezensierst Du am liebsten?
Bianca:
Ich lese wirklich alles querbeet – Hauptsache, der Inhalt macht mich neugierig: Sachbücher, (Auto-)Biographien, Chick Lit, Liebesromane, Jugendbücher, Dystopien, Reiseberichte, humorvolle Bücher etc. Die einzigen Genres, mit denen ich (noch) nicht warm geworden bin, sind Thriller und historische Romane.

tredition: Wie müssen Autoren vorgehen, wenn Sie sich eine Rezension in Deinem Blog wünschen?
Bianca:
Einfach fragen! Es gefällt mir natürlich, wenn ich merke, dass sich derjenige mit meinem Blog bereits beschäftigt hat. Generell freue ich mich über jede Anfrage. Aber natürlich gibt es auch bei mir mal einen Grund, eine Anfrage abzulehnen, z.B. weil mich der Klappentext überhaupt nicht anspricht. Außerdem rezensiere ich keine e-Books, da ich keinen Reader habe. Da möchte ich dann auch nicht mit aller Gewalt von jemandem umgestimmt werden, dass ich es ja auch auf dem Laptop lesen könnte…

tredition: Inwiefern stellen Titel von Self-Publishing-Autoren eine Bereicherung für Dich da?
Bianca:
Dank Self-Publishing können unbekanntere bzw. neue Autoren ihre Werke veröffentlichen, auch wenn sie (noch) nicht bei einem großen Verlag unter Vertrag genommen wurden. Das hat für mich als Leser den Vorteil, dass ich so in den Genuss von Werken komme, die der Öffentlichkeit sonst vielleicht vorenthalten worden wären. Ich finde es zudem toll, dass man so auch mehr in Kontakt mit den Autoren selbst tritt, da sie ja meist direkt anfragen und die Rezensenten persönlich betreuen, statt es über einen Verlag oder eine Literaturplattform laufen zu lassen.

Schatz ich will ein Buch von Dir

Mit „Driving Phil Clune“ von Susanne Fuß hat Bianca erst vor kurzem ein bei tredition erschienenes Buch rezensiert.

tredition: Was fasziniert Dich am Lesen besonders?
Bianca:
Hm, das kann ich gar nicht so genau sagen, ich habe einfach schon immer gerne gelesen. Man kann in fremde Welten eintauchen und den Alltag abschalten. Lesen bildet und erweitert den Horizont. Ich mag es nur nicht, unter Druck zu lesen, deshalb mache ich z.B. nicht bei Challenges mit. Auch während meines Studiums, als ich gezwungenermaßen viel Fachliteratur lesen musste, hatte ich lange Zeit gar keine Lust, in meiner Freizeit auch noch zu lesen. Aber nach Ende des Studiums kam diese Leselust dann zum Glück zurück, und seitdem hab ich in jeder freien Minute ein Buch in der Hand.

tredition: Wie muss ein Buch sein, damit es Dich so richtig vom Hocker reißt?
Bianca:
Puh, schwierige Frage. Das kommt wirklich aufs Genre an. Generell bin ich ein emotionaler Mensch und lasse mich deshalb natürlich von Gefühlen stark mitreißen – es darf allerdings nicht zu kitschig sein. Ich glaube aber, dass ich mich als Kind bzw. Jugendliche noch mehr begeistern konnte als jetzt als Erwachsene. Da war vieles noch so neu, z.B. auch die ersten Berührungen mit Fantasyromanen. Mein All-time-Favourite ist und bleibt die „Harry Potter“-Reihe, die ich damals als Teenager gelesen habe, und ich weiß noch ganz genau, wie ich die ersten Bände in einem Rutsch im Garten meiner Eltern verschlungen habe und danach jedes Jahr sehnsüchtig auf den nächsten Band gewartet habe (und auf den Brief aus Hogwarts!). Und wie furchtbar traurig ich war, als der letzte Band ausgelesen war (und noch immer kein Brief aus Hogwarts angekommen war…).

tredition: Tauschst Du Dich intensiv mit anderen Buchbloggern aus?
Bianca:
Ich stöbere gerne in anderen Bücherblogs und bin in diversen Communities wie z.B. LovelyBooks unterwegs. Außerdem habe ich schon zweimal an Bloggerworkshops teilgenommen, was sehr interessant und fruchtbar war. Dadurch kommt natürlich auch der eine oder andere Kontakt zustande. Ich finde den Austausch mit anderen Bloggern spannend, aber ich habe auch gemerkt, dass manche das Bloggen als eine Art Wettbewerb betrachten um die meisten Klicks, die meisten Leser, die meisten Kommentare etc. Ich sehe das etwas entspannter. Für mich ist das Bloggen eine Möglichkeit, mich noch einmal intensiver mit den Inhalten der von mir gelesenen Bücher zu beschäftigen und mich mit anderen Interessierten darüber auszutauschen.

tredition: Weshalb sollten Autoren und Lesefreaks Deinen Blog auf keinen Fall verpassen?
Bianca:
Mein Blögchen ist klein, aber fein und wird von mir mit viel Herzblut betrieben. Meine Rezensionen sind fair, aber ehrlich – Gefälligkeitsrezensionen gibt es bei mir nicht, aber ich versuche auch immer, meine Kritikpunkte verständlich darzulegen. Da ich mich nicht auf bestimmte Genres festlege, ist für jeden was dabei. Gewinnspiele gibt es auch ab und zu. Und zu guter Letzt: Hey, mein Blog ist pink! Aber Männer sind natürlich trotzdem als Leser herzlich willkommen! (lacht)

Literaturcommunities nutzen – Teil I Lovelybooks

Nicht weniger als eine halbe Million Rezensionen warten auf Lovelybooks.de darauf, von Bücherwürmen gelesen zu werden. Neuerscheinungen aus allen Genres vom Krimi über Fantasy bis zum historischen Roman werden bewertet, kommentiert und – im Idealfall – weiterempfohlen. Für Autoren und insbesondere Self-Publisher bieten Literaturcommunities wie Lovelybooks, aNobii oder Goodreads zahlreiche Möglichkeiten, das eigene Buch im wahrsten Sinne des Wortes ins Gespräch zu bringen. Was zeichnet die einzelnen Communities aus und wie können Sie als Autor diese für das eigene Marketing nutzen? Das möchten wir Ihnen gerne in unserem Blog erläutern. Los geht’s heute mit Lovelybooks:

Daten und Fakten

  • Bereits Ende 2006 gegründet und betrieben von der aboutbooks GmbH, einem Tochterunternehmen der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. LovelyBooks arbeitet eigenen Angaben zufolge mit über 200 Buchverlagen und 3.000 Autoren zusammen.
  • Wichtig für Self-Publisher: Obwohl zu Holtzbrinck auch einige Buchverlage gehören, bekommen diese oder deren Autoren auf dem Portal keine Sonderbehandlung.

So funktioniert’s:

  • Leser erhalten nach Registrierung Leseempfehlungen, können sich Leser mit gleichem Literaturgeschmack anzeigen lassen und mit diesen über Bücher diskutieren.
  • Jeder kann sich seine eigene digitale Bibliothek einrichten, Bücher bewerten und rezensieren.

Als Autor auf Lovelybooks mitmachen:

Als Autor kann man Lovelybooks nutzen, um eine größere Lesernähe und intensiven Austausch mit den Lesern herzustellen.

Autorenprofil: Jeder Autor, der sich bei Lovelybooks registriert, bekommt automatsch ein Autorenprofil, das mit den eigenen Büchern und deren Lesern verknüpft ist.

Interaktive AGabi Schmid auf Lovelybooksutorenseite: Über diese können Sie mit Lesern in Kontakt treten und deren Feedback zu Ihren Büchern oder neuen Projekten aufnehmen.

Leserunden: Autoren haben die Möglichkeit, selbst eine „Leserunde“ auf Lovelybooks zu starten. Dabei tauschen sich die Leser gemeinsam über das jeweilige Buch aus, wobei verschiedene Unterthemen zur Sprache kommen (Protagonisten, Handlungsverlauf etc.). Der Vorteil dabei: Sie haben als Autor die Chance, Leser kennenzulernen und aktiv mit ihnen zu kommunizieren.

Buchverlosungen: Das bietet sich beispielsweise an, um ein neues Buch ins Gespräch zu bringen und die Leser darauf aufmerksam zu machen. Am besten flankieren Sie ein Gewinnspiel mit Werbung auf ihren sozialen Netzwerken, um die Reichweite zu erhöhen und möglichst viele Leser zu erreichen.

Viele tredition-Autoren haben bereits Leserunden auf Lovelybooks veranstaltet, beispielsweise Gabriele Schmid, die ihren Liebesroman „Sternschnuppen-Regen“ auf diese Weise promotete und die Leserunde mit einem Gewinnspiel verknüpft hat. Die Leserunde kündigte sie auf Lovelybooks folgendermaßen an: „Ich suche LeserInnen, die sich für Liebesromane und für Serien begeistern, daher gibt es 10 eBooks zu gewinnen, die am 01. Mai um kurz vor Mitternacht verlost werden – die Leserunde beginnen wir gemeinsam, wenn alle GewinnerInnen die eBooks erhalten haben – ich gebe dann den Startschuss dazu.“

Nachdem alle teilnehmenden Leserinnen und Leser das Buch erhalten hatten, wurde das Buch in mehreren Kapitelabschnitten rezensiert. Zudem nutzte Autorin Gabriele Schmid den Kontakt zur Leserschaft, um deren Meinung zum Personenverzeichnis im Roman zu erfragen. Lovelybooks ist also auch hilfreich, um über das Leser-Feedback Ideen und Anregungen für das eigene Schreiben und Arbeiten am Buch zu bekommen.

Netzwerk aufbauen: Motivieren Sie zunächst Freunde und Bekannte, Rezensionen zu Ihrem Buch zu verfassen. Indem Sie selbst eine eigene digitale Bibliothek aufbauen, ergeben sich auch Kontakte zu weiteren Lovleybooks-Mitgliedern. Je mehr Sie selbst aktiv andere Bücher bewerten oder weiterempfehlen, desto größer auch die Chance, Aufmerksamkeit für das eigene Buch zu gewinnen. Aber Vorsicht: Nicht zu plump für das eigene Buch trommeln!

Vielleser erreichen: Auf Lovelybooks sind vor allem Vielleser und auch Buchblogger aktiv, deren Meinung und Weiterempfehlung einen entsprechenden Multiplikatoreffekt hat. Bewegen Sie sich am besten in regelmäßigen Abständen auf Lovelybooks, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wer viel rezensiert und für Ihr Genre einen wertvollen Kontakt darstellt.

Social Media: Alle Inhalte, die es auf Lovelybooks zu Ihren Büchern gibt, können bei Google gefunden und in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Google+ geteilt werden. Und: Je häufiger Ihr Buch bei LovelyBooks besprochen wird, desto zahlreicher wird es als Leseempfehlung an verschiedenen Stellen auf der Plattform platziert.

Blogs im Porträt: Bei „books & senses“ wird Lesegenuss rezensiert

Ein literarischer Leckerbissen sollte Ihr Buch schon sein, liebe Self-Publishing-Autorinnen und Autoren, wenn Sie sich eine Rezension auf dem Blog „books & senses“ wünschen. Denn Lisa, die den Blog seit 2011 betreibt, möchte Bücher nicht nur genießen, sondern bewertet diese origineller Weise mit kleinen Pfannkuchen als Symbolen. Was Autoren und Leseratten auf „books & senses“ erwartet und weshalb Self-Publishing für Blogger immer wichtiger wird, lesen Sie im folgenden Interview mit „books & senses“-Gründerin Lisa.

tredition: Liebe Lisa, der stimmungsvolle Name Deines Blogs – „books & senses“ – lässt vermuten, dass Bücherlesen ein echter Hochgenuss für Dich ist. Wie muss ein Buch sein, damit es Dich so richtig „vom Hocker reißt“?
Lisa: In der Tat ist Lesen ein besonderes Schmankerl für mich, das ich gerne genießen will. Ganz wichtig ist dabei der Protagonist, bzw. die Protagonistin. Hier muss die Chemie stimmen. Nicht unbedingt von Anfang an, da sich einige Charaktere ja auch noch entwickeln, aber ich muss ab einem gewissen Punkt mit ihnen fiebern können und merken, dass sie mir ans Herz gewachsen sind. Ich bin auch ein großer Fan von Abwechslung in Büchern, das heißt, es darf nicht immer wieder dasselbe oder kaum etwas passieren. Die Handlung muss spannend und interessant sein und darf auch gerne die ein paar Wendungen oder Überraschungen bereithalten. Ein gutes World-Building ist auch ganz wichtig, wenn sich der Autor für eine eigene Welt entscheidet. Je genauer ich mir diese Welt vorstellen kann, desto besser. Der Rest hängt auch so ein bisschen davon ab, welche Thematik das Buch behandelt oder aus welchem Genre es stammt. Was ich in dem einen vielleicht nicht mag, passt dafür umso besser in das andere.

tredition: Wann genau hast Du angefangen zu bloggen und hat sich seither Dein Leseverhalten geändert?
Lisa: Mit dem Bloggen habe ich im Juni 2011 angefangen und seither hat sich einiges verändert. Zum einen haben enorm viele neue Bücher den Weg in mein Regal gefunden und ich habe den Begriff des SuBs (Stapel ungelesener Bücher) zum ersten Mal gehört, verstanden und selbst erlebt. Das gab es vorher bei mir nicht. Gleichzeitig lese ich aber auch mehr und werde auf Bücher aufmerksam, die ich ohne das Bloggen vielleicht nicht kennen gelernt hätte. Vor allem meine Vorliebe für englische Bücher ist mit meinem Blog größer geworden. E-Books lese ich mittlerweile auch vermehrt, weil es für unterwegs einfach toll ist. Ob das allerdings mit dem Blog zusammenhängt oder ob ich mich früher oder später sowieso dafür entschieden hätte, kann ich allerdings nicht beurteilen. Was die Genres betrifft, so habe ich schon immer Bücher aus allen möglichen Bereichen gelesen und denke nicht, dass das Bloggen da etwas geändert hat.

„Bloggen ist mehr ein Miteinander als ein Ego-Ding.“

Lisa bloggt auf books & senses

Gute Bücher im Visier: Lisa rezensiert seit 2011 auf ihrem Blog books & senses

tredition: Du führst auf Deinem Blog auch Challenges durch. Macht es für Self-Publishing-Autoren Sinn, sich hier auch selbst ins Spiel zu bringen, z.B. ihr Buch für die Challenge vorzuschlagen, wenn es thematisch passt?
Lisa: Auf jeden Fall! Wenn es um Themen-Challenges geht, dann sind Vorschläge immer willkommen. Die Teilnehmer solcher Challenges sind immer auf der Suche nach neuen Büchern, die die Kriterien erfüllen und ob der Vorschlag da von einem anderen Blogger oder einem Autor kommt, macht keinen Unterschied. Die Leseratten freuen sich immer über Ideen für neues Lesefutter!

tredition: Tauschst Dich gern mit anderen Bloggern aus? Warst Du beispielsweise auf der Leipziger Buchmesse?
Lisa: Der Austausch mit anderen Bloggern ist eigentlich eine der tollsten „Nebenerscheinungen“ vom Bloggen. Ich entdecke auf anderen Blogs immer wieder neue Bücher, die dann auch den Weg in mein Regal finden. Manchmal werden mir auch Bücher vorgeschlagen, weil einige meinen Geschmack gut kennen und einen ähnlichen haben. Das Bloggen ist dahingehend mehr ein Miteinander als ein Ego-Ding. Mit einigen Bloggern schreibe ich auch privat regelmäßig und dann tauschen wir uns über alles aus, was mit Büchern zu tun hat. Auf der Leipziger Buchmesse war ich leider nicht, dafür bin ich aber immer auf der Frankfurter Buchmesse, wo ich mich mit anderen Bloggern treffe und beim Wuseln von Stand zu Stand auch über Bücher spreche. Sich persönlich auszutauschen ist ebenfalls eine tolle Erfahrung.

tredition: Self-Publishing ist ein wachsender Trend auf dem Buchmarkt. Inwiefern erachtest Du das aus Bloggersicht als spannend?
Lisa: Buchblogger wie ich sind immer auf der Suche nach aufregenden, neuen Geschichten. Gerne auch aus der Feder deutscher Autoren. Da mittlerweile aber viele englische Titel eingekauft werden und dafür weniger deutsche Bücher das Licht der Welt erblicken, ist es gar nicht so einfach, neue deutsche Autoren zu entdecken. Zumindest empfinde ich das so. Wenn ich durch die Jugendbuchabteilung in der Buchhandlung gehe, entdecke ich meist englische Namen, aber vergleichsweise wenige deutsche. Self-Publishing deutscher Autoren bietet daher die Möglichkeit, meine dahingehenden Lücken im Regal zu füllen. Man kann dabei verborgene Schätze finden, die aufgrund des fehlenden renommierten Logos auf dem Cover unentdeckt bleiben.

„Im Self-Publishing kann man verborgene Schätze finden.“

tredition: Wie kamst Du auf die sehr witzige Idee, Bücher mit Pancakes zu bewerten?
Lisa: Wenn ich mich recht erinnere, dann habe ich an dem Morgen, als ich mein Bewertungssystem konzipiert habe, Pancakes gegessen. Und da diese super lecker waren habe ich mich wohl dazu entschieden, sie als mein Bewertungssystem zu nutzen. Zudem hatte niemand anderes dieses System und ich wollte etwas Eigenes haben. Mittlerweile würde ich mich vielleicht für etwas anderes entscheiden, aber die Pancakes waren seit Tag 1 dabei und auch wenn sich das Design schon zig Mal verändert hat, so sind die Pancakes doch immer geblieben. Zum Glück bleiben virtuelle Pancakes auch immer schön frisch. 😉

tredition: Welche Projekte planst Du dieses Jahr für Deinen Blog?

Lisa: Wie oben schon erwähnt bin ich zwar einerseits Fan von englischen Büchern, andererseits würde ich gerne mehr deutsche Autoren entdecken. Das klingt widersprüchlich, aber das books_senseseine beeinflusst auch das andere. Deswegen würde ich neben meiner Englisch-Challenge gerne noch eine weitere Challenge starten, in der es um deutsche Autoren geht. Es gibt bestimmt schon ein paar Challenges in dieser Richtung, aber vielleicht kann ich mir ja noch etwas Neues einfallen lassen. Vielleicht ja auch etwas mit Self-Publishing als Thema? Denn soweit ich das mitbekommen habe, bekommen Blogger auch von Challenges nie genug. 😉 Einfach lesen reicht uns nicht.

Des Weiteren will ich dieses Jahr wieder meinen Bloggeburtstag feiern, was letztes Jahr wegen Zeitmangel leider nicht geklappt hat. Außerdem nehme ich an der Blogger schenken Lesefreude Aktion zum Welttag des Buches teil. Ein paar andere Aktionen sind noch in Planung, aber ich brauche noch etwas Zeit für die Ausarbeitung. Momentan bin ich mit vielen Dingen parallel beschäftigt und komme deshalb nur im Schneckentempo voran.

tredition: Zu guter Letzt: Weshalb sollten Self-Publishing-Autoren und alle Bücherfans Deinen Blog keinesfalls aus den Augen lassen?
Lisa: Wie bei den Büchern, so bin ich auch bei meinem Blog ein Fan von Abwechslung. Wenn es um die Gestaltung von Posts, Bildern oder Aktionen geht, lasse ich mir immer gerne etwas Neues einfallen, damit es keinem Langweilig wird – weder mir noch meinen Lesern. Dazu gehört auch das Vorstellen neuer Bücher und allem, was dazugehört. Ich würde mal behaupten, es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken und ich freue mich über jeden, der gemeinsam mit mir Suchen und Finden möchte.

 

Blogs im Porträt: Anima Libri – Auftritt mit Eleganz

Anima Libri

Anima Libri (= die Seele des Buches) empfängt die Blog-Besucher mit einer übersichtlichen Seitenstruktur und kreativer Darstellung der Rezensionen

Klare Struktur, gute Übersicht und ein ansprechendes Layout sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass Besucher eines Blogs Lust zum Verweilen haben. Der Buchblog „Anima Libri“ ist buchstäblich mit Herz und Seele angelegt. Kleine Symbole über jedem Buchtitel verdeutlichen das entsprechende Genre, kurze Teaser, die die Buchrezension zusammenfassen, schaffen einen schnellen Überblick und erhöhen den Anreiz, die komplette Rezension zu lesen. Interaktiv wird  der Blog zudem durch Autoreninterviews, die mit Gewinnspielen verknüpft werden. Hannah Rautenberg – die „gute Seele“ hinter Anima Libri – führt im Gespräch mit tredition das Konzept ihres Blogs näher aus.

tredition: Wann haben Sie Ihren Blog gegründet?
Hannah Rautenberg:
Meinen Blog, Anima Libri – Buchseele, gibt es unter diesem Namen seit Ende 2010, wenn auch im Laufe der Zeit auf verschiedenen Plattformen und verschiedenen Domains. Mit dem Bloggen an sich habe ich allerdings schon einige Jahre vorher, irgendwann mit etwa 14 Jahren, damals allerdings nur sporadisch und auf wechselnden Blogs, von denen heute leider nichts mehr übrig ist.

tredition: Könnten Sie das Konzept Ihres Blogs erläutern?
Hannah Rautenberg:
In den vergangenen vier Jahren haben sich die Inhalte auf meinem Blog hauptsächlich auf Buchbesprechungen und Autoreninterviews konzentriert, für das ganze persönliche „Drumherum-Geblogge“ hatte ich irgendwie noch nie ein Händchen. So gibt es auf Anima Libri nahezu täglich Rezensionen von mir oder meinen Rezensenten, wobei ich hauptsächlich Fantasy lese und rezensiere, darunter auch vieles, was so als Young Adult oder All Age eingestuft wird, allerdings mit zunehmenden „Ausflügen“ in andere Genres. Meine Rezensenten/Co-Blogger hingegen sind allesamt eingefleischte Krimifans, sodass insgesamt eine doch recht bunte Mischung zusammen kommt.

Hannah Rautenberg - Filia Libri (c) privat

Hannah Rautenberg (© privat)

tredition: Können Autoren Ihnen Rezensionsexemplare anbieten?
Hannah Rautenberg: Ich freue mich immer, wenn mich Autoren über mein Blog finden und anschreiben (entweder über das Kontaktformular oder die E-Mail-Adresse im Impressum), um mich auf ihre Werke aufmerksam zu machen. Ich muss zwar zugeben, dass ich den Veröffentlichungen von Independent-Autoren zuweilen kritisch gegenüberstehe, weil ich damit vor Jahren, als e-Books und Selfpublishing zum ersten Mal so richtig im deutschsprachigen Raum aufkamen, einige nicht ganz so positiven Erfahrungen gemacht habe. Mittlerweile habe ich gelernt, dass Independent bei weitem nicht gleich zu setzen ist mit minderwertiger Qualität. und Rechtschreib- und Grammatikfehler findet man auch in den Veröffentlichungen großer Verlage oftmals zur Genüge. Daher finde ich es immer sehr spannend, wenn mich Independent-Autoren anschreiben und freue mich, wenn ich ihnen mit meinem Blog eine Plattform bieten kann, über die sie hoffentlich den einen oder anderen interessierten Leser für ihr Werk finden können.

tredition: Was fasziniert Sie an Büchern und an der Literatur besonders?
Hannah Rautenberg:
Generell finde ich es immer wieder faszinierend, was für unglaubliche Geschichten Autoren – egal ob nun Independent oder Verlagsautoren – erschaffen. Es ist gerade diese Vielfältigkeit, die mich so am Lesen und an der Literatur begeistert: Die Möglichkeit in die unterschiedlichsten Welten abzutauchen und die vielfältigsten Abenteuer an der Seite abwechslungsreicher Charaktere zu erleben. Daher habe ich mich nach einigem Hin und Her auch dazu entschieden, mein Hobby man zum Beruf zu machen und ein Studium gewählt, in dem Literatur keine kleine Rolle spielt – und natürlich ist das auch der Grund, weshalb ich blogge.

Autorenwissen: Ein Blick auf die deutsche Presselandschaft

„Es gibt nur eins, das schlimmer ist, als wenn Leute über einen reden, und das ist, wenn sie nicht über einen reden“, lautet ein bekanntes Zitat des irischen Schriftstellers Oscar Wilde. Das lässt sich auch auf den Bereich des Self-Publishing übertragen: Je mehr ein Autor im Gespräch ist, desto größer die Chancen, dass sein Werk wahrgenommen und gekauft wird. Dazu tragen Rezensionen in der Presse einiges bei. Aber welche Zeitungen und Zeitschriften sollten überhaupt kontaktiert werden? Wie erreicht ein Autor seine Zielgruppe am besten?

Special-Interest-Magazine

Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Der wachsenden Anzahl an Online-Nachrichtenportalen zum Trotz ist die Vielfalt an Pressetiteln in Deutschland so groß wie nie. Ganze 382 Zeitungen und 1.971 Zeitschriften sind bei der IVW – der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern – gemeldet. Alle drei Monate gibt die IVW aktuelle Daten zu den Verkaufsauflagen dieser Titel heraus. Dass die Mehrheit der Zeitungen und Publikumsmagazine mit sinkenden Auflagen zu kämpfen hat, ist kein Geheimnis.

Tatsache ist aber auch: Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren stark diversifiziert, die Zahl der Magazine im sogenannten Special-Interest-Bereich steigt – es werden also immer spezielle Themengebiete und Zielgruppen bedient – während klassische Tageszeitungen, Nachrichtenmagazine, Programm- und Frauenzeitschriften stark an Kioskkäufern und Abonnenten einbüßen. Special-Interest-Titel profitieren zumeist auch von einer vergleichsweise hohen Preisbereitschaft ihrer Zielgruppe. Zu beobachten ist auch: Immer mehr neu gegründete Zeitschriften spiegeln Freizeit- und gesellschaftliche Trends wider, die sich zunächst im Internet herauskristallisieren und von den Verlagen aufgegriffen werden.

Drei Beispiele für erfolgreiche Magazinkonzepte

Brand Eins: Originelle Cover, hochwertige Aufmachung und spannende, tiefergehende Reportagen statt nur Börsenanalysen oder Steuertipps zeichnen das 1999 gegründete Wirtschaftsmagazin aus.

Landlust: Der Zeitschriften-Shootingstar der letzten Jahre. Das Magazin rund um Landleben und Country-Style verkauft sich im Schnitt über eine Million Mal und stellt damit sogar den Spiegel in den Schatten, dessen verkaufte Auflage bei unter 900.000 Exemplaren liegt. Naturbewusste Großstädter ebenso wie ländlich geprägte Gartenliebhaber fahren gleichermaßen auf das Magazin aus dem Landwirtschaftsverlag in Münster ab.

Flow: das selbsternannte Magazin für „Paperlovers“ erschien 2013 erstmalig und entwickelt sich – zumindest bisher – äußerst erfolgreich. Flow ist auf die Trendwelle des „Do-it-Yourself“ aufgesprungen, die sich auch in dem Erfolg von Onlineportalen wie Dawanda widerspiegelt. Das ursprünglich aus den Niederlanden stammende Magazin widmet sich zwar klassischen Themen von Frauenmagazinen (Familie, Beziehung, Freunde, Bewusstes Leben etc.), punktet aber mit aufwändiger Gestaltung, Papier-Extras zum Herausnehmen und reichlich Illustrationen.

Special-Interest-Magazine für Rezensionen anzuschreiben ist oftmals erfolgsversprechender als klassische „Massentitel“ wie wöchentliche Frauenmagazine oder überregionale Tageszeitungen, die mit Anfragen förmlich überschwemmt werden. Hier ein paar Beispiele für Zeitschriften zu ausgewählten Themengebieten:

Sach- und Fachwissen:
Spektrum der Wissenschaft
Welt der Wunder
Zeit Geschichte
Zeit Wissen
P.M. Magazin
Hörzu Wissen
Geo
Geo Epoche

Psychologie und Philosophie
Psychologie Heute
Emotion
Hohe Luft

Musik:
Musikexpress
Metal Hammer
Rolling Stone

Reise:
ADAC Reisemagazin
Dumont Reisemagazin
Geo Saison
Geo Special

Sport:
11 Freunde
Alpin
Bergsteiger
Bike
Cavallo
Fisch und Fang
Golf Magazin
klettern
Outdoor
segeln
Tauchen

Wohnen und Garten:
LandIDEE
Landlust
Liebes Land
Wohnen & Garten

Bei der Frage, welche Zeitschriften Sie für eine Rezension anschreiben könnten, hilft auch ein Besuch im Bahnhofs- oder Flughafenbuchhandel. Nirgendwo sonst ist die Sortimentsvielfalt an Zeitungen und Zeitschriften so groß wie in den Presse- und Buchshops an Verkehrsknotenpunkten – etwa Press & Books, Schmitt & Hahn oder Ludwig Presse + Buch. Streifen Sie einmal an den Regalen entlang und stöbern Sie in den Magazinen, um festzustellen, welche Titel Interesse an einer Vorstellung Ihres Buches haben könnten. Im Impressum der Magazine finden Sie zumeist auch Namen und Kontaktdaten der Redakteure für den entsprechenden Themenbereich.

Insgesamt lesen laut dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) mehr als 34,7 Millionen Deutsche mehrmals wöchentlich Zeitschriften oder Illustrierte – Grund genug, auf Rezensionen in der Presse zu setzen!

Auf die Lesermeinungen kommt es an

In Zeiten von Social Media und Literaturnetzwerken verändern sich Selbstverständnis und Anspruchshaltung der Leser und damit die Zielrichtung des Marketings – viral verbreitete Lesermeinungen werden Gradmesser des Erfolgs. Das fordert allen Branchenbeteiligten ab, ihre Rolle in der Wertschöpfungskette neu zu definieren.

Viele Buchkäufer richten sich nach Lesermeinungen

Werden Bücher zahlreich in Literaturnetzwerken und Onlineshops bewertet, verliert der Buchhändler sein Beratungsmonopol.

„Produktion, Verarbeitung, Verkauf und Konsum von Literatur (…) scheinen auf eine seltsame Art jenseits des gesellschaftlichen Aufbruchs zu liegen, der seit gut 20 Jahren die Menschen vor sich her treibt: die Marktgesellschaft“, schrieb Peter Lau 2001 in einem Beitrag des Wirtschaftsmagazins brand eins. Ob man bei Großverlagen, Mittelständlern oder Kleinverlegern anklopfe – abgesehen von Konzernspitzen und Controllern – sei es schwierig, dort „irgendwen zu finden, der die Gewinnspanne für wichtiger hält als die Literatur“, konstatierte Lau. Kein Wunder: Schließlich geht es ja auch um Bücher – und damit Kultur- und nicht x-beliebige Konsumgüter. „Bücher sind ein totales Medium, sie verlangen von Konsumenten Zeit und ungeteilte Aufmerksamkeit. Und dafür erwartet der Leser einen Gegenwert“, bringt es Lau auf den Punkt.

Wer aber definiert den Gegenwert und wie wird dieser beeinflusst? Eine starke Verlagsmarke, schlagkräftiges Marketing, ein prominenter Platz auf den Tischen des Buchhandels – diese Parameter des Verkaufserfolgs dominierten während der vergangenen Jahrzehnte. Jedoch führen durch die Digitalisierung bedingte Veränderungen in der Wertschöpfungskette dazu, dass auch andere Stellschrauben für den Verkauf wichtig werden. Wenn Leser tausendfach Bücher im Internet bewerten und Social Media längst den Status eines bloßen „Trends“ überschritten hat, dann werden zwei Glieder in der Wertschöpfungskette vom Verlag zum Endkunden grundsätzlich infrage gestellt: der Verlagsvertreter und der Buchhändler. Klopft ersterer bei letzterem an, geht es in erster Linie darum, ein möglichst großes Stück Regalfläche zu sichern und das eigene Programm schmackhaft zu machen. Auf dass der Buchhändler die Titel mit ebenso großem Eifer seinen Kunden empfehle. Diese Gatekeeper-Funktion aber verliert zunehmend an Bedeutung, da sich analog zu einem immer dünnmaschigeren Buchhandelsnetz und der Verlagerung der Kundenströme ins Internet die Zielrichtung des Marketings ändert – und ändern muss. Für Verlage wird es immer mehr die Kunst sein, ihre Leserschaft, deren Urteile sich über digitale Kanäle verbreiten, direkt zu erreichen.

Buchhändler verlieren ihr Beratungsmonopol

Lesermeinungen zählen: Nur mit Multiplikatoren kommt man an die Spitze

Auf dem Weg zum Bestseller: Der digitale Austausch von Lesermeinungen beeinflusst immer stärker die Verkaufschancen von Büchern.

Wie eine Studie im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom ergab, bekommen gut zwei Drittel (68 Prozent) der Buchkäufer durch Freunde oder Bekannte Hinweise auf neue Bücher. Auf Platz zwei der wichtigsten Informationsquellen folgt das Stöbern im Buchladen mit einem Anteil von 44 Prozent. Immerhin 29 Prozent erhalten Empfehlungen vom Buchhändler. Automatische Titelempfehlungen im Internet werden von 27 Prozent der Befragten als bevorzugte Informationsquelle genutzt. 18 Prozent werden durch Rezensionen oder andere Beiträge in den klassischen Medien (Print, TV, Radio) auf neue Bücher aufmerksam. Jeweils elf Prozent nutzen redaktionelle Online-Angebote oder erhalten Bücher-Tipps in sozialen Netzwerken.

Für sämtliche Beteiligte der Buchbranche, ob Autoren, Verlage, Self-Publishing-Dienstleister oder Buchhändler, rückt damit der Leser in den Fokus aller Aktivitäten. Abgesehen von sozialen Netzwerken finden sich digital verbreitete Lesermeinungen verdichtet auf Literaturportalen und in Lesercommunities. Die beiden größten unter ihnen sind wohlgemerkt nicht unabhängig, sondern dienen großen Marktteilnehmern als Marketinginstrument – während kleine und mittelgroße Verlage die Möglichkeiten des Direktmarketings noch viel zu wenig ausschöpfen. Bereits 2006 launchte die Verlagsgruppe Holtzbrinck das Onlineportal Lovelybooks, auf der die eigenen Tochterverlage sowie weitere vorwiegend größere Publikumsverlage Novitäten vorstellen.

Es bedarf mehr als Qualität

Erst im Frühjahr 2013 hat Lovelybooks das Konzept der Plattform ausgebaut und damit demonstriert, wie sich die Verhältnisse im Buchmarkt verschieben. So teilte Lovelybooks im März mit, „die Kernkompetenzen des stationären Buchhandels ins Internet“ bringen zu wollen. Seither werden Neuerscheinungen „vergleichbar mit den arrangierten Büchertischen in der Buchhandlung“ gesammelt vorgestellt. Mit dem Erwerb der Literatur-Community Goodreads im Frühjahr 2013 sicherte sich auch Handelsriese Amazon eine Möglichkeit, Lesermeinungen detailliert auszuwerten, die Titel der eigenen Verlagslabels voranzubringen und Besitzer und potenzielle Käufer des Lesegerätes Kindle zu erreichen. Goodreads hat eigenen Angaben zufolge seine Mitgliederzahl innerhalb eines Jahres auf über 20 Mio. verdoppelt. Der lange Zeit dem stationären Einzelhandel vorbehaltene Mehrwert, Buchkäufer zu beraten, verlagert sich also auf andere, vorwiegend digitale Kanäle.

Umsatzerfolge sind nur bedingt berechenbar, aber Lesermeinungen gilt es ernst zu nehmen

Umsatzerfolge im Buchmarkt sind nur bedingt berechenbar. Doch ohne zielgerichtetes Marketing wird das Verlagsgeschäft ein reines Risikospiel.

Was hat ein Verlag von einer anspruchsvollen Programmarbeit und darauf basierender Qualitätsinhalte, wenn sich diese in letzter Konsequenz nicht verkaufen? 2006 veröffentlichte die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine Auflistung der zehn Worstseller des Jahres. Zu diesen „literarischen Ladenhütern“ zählten Titel von schriftstellerischen Größen wie Anna Seghers, Heinrich Mann oder Jean Améry, erschienen unter populären Verlagsmarken wie Aufbau, S. Fischer oder Klett Cotta. Je stärker sich die Wege verästeln, auf denen Lesermeinungen ausgetauscht und Kaufentscheidungen beeinflusst und getroffen werden, desto wichtiger wird das lesergerichtete Marketing – ob nun für Literatur, Unterhaltung oder Sachbücher.

Lesermeinungen als Basis des Marketings

Dies gilt umso mehr, da sich klassische Verlage mit dem stetig wachsenden Segment des Self-Publishing konfrontiert sehen, das Autoren die Chance gibt – und ihnen allerdings auch abfordert – ihre Bücher selbst aktiv zu vermarkten. Den Self-Publishing-Unternehmen wiederum stellt sich die Frage, ob und welche Dienstleistungen sie den Autoren hierfür bieten und zu welchem Preis. Dabei besteht das Risiko, den gleichen Fehler zu begehen wie manch klassischer Verlag auch: Marketing nach dem Gießkannenprinzip, das dem einzelnen Autor keine Mehrverkäufe einbringen kann. Auch hier gilt: Je zielgerichteter die Werbemaßnahmen – beispielsweise Pressemitteilungen an relevante Nachrichten- und Newsportale und Buchvorstellungsplattformen oder Werbung auf sozialen Netzwerken – umso höher ihre Wirkkraft und die Beeinflussung von Lesermeinungen. In diesem Sinne können sich Self-Publishing-Anbieter gegenüber klassischen Verlagen abheben, die ihr Werbebudget auf Spitzentitel konzentrieren (müssen). Beim Hamburger Self-Publishing-Verlag tredition beträgt der Anteil der Autoren, die von klassischen Verlagen kommen, 24 Prozent – entweder weil sie von diesen nicht mehr verlegt werden oder mit den Leistungen eines klassischen Verlages nicht zufrieden sind.

Win-Win-Situationen schaffen

Um Trends im Lesemarkt sowie im digitalen Umfeld nicht hinterherzulaufen, sondern frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren, sollten klassische Verlage die Chance nutzen, mit jungen Marktteilnehmern zu kooperieren. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, Agenturen mit kostspieligen Werbekampagnen zu beauftragen; vielmehr geht es um strategische Allianzen im Sinne einer vollumfänglichen Ausschöpfung der Potenziale, die das Internet bietet. Davon abgesehen ergeben sich durch die Digitalisierung auch Chancen, Kosten zu sparen und so Freiräume für Investitionen in das Marketing zu schaffen. Die New Yorker Plattform Bibliocrunch.com etwa bietet Verlagen einen Pool an Lektoren, Illustratoren und Designern an, die sie gezielt für einzelne Projekte engagieren können.

Klassische Verlage und Startups sollten kooperieren

Ungleiche Partner? Wenn klassische Verlage und junge Marktteilnehmer kooperieren, können kreative Potenziale gehoben und Umsatzchancen erschlossen werden.

Wie traditionelle Unternehmen der Verlagsbranche und Startups kooperieren können, untersuchte unlängst das spanische Beratungsunternehmen dosdoce.com. Zwischen Dezember 2012 und Februar 2013 wurden etwa 170 Verlage und Startups aus Europa, USA und Lateinamerika zu diesem Thema befragt. Eines der zentralen Ergebnisse der Studie ist, dass 88 Prozent der Startups ähnliche Dienstleistungen anbieten, etwa Softwarelösungen zur Auffindbarkeit und Sichtbarkeit von Büchern im Internet und Zusatzleistungen für den Onlineverkauf von gedruckten Büchern und eBooks. Demgegenüber stehen Kundenwünsche auf Verlagsseite, die bisher noch nicht von Dienstleistern bedient werden – beispielsweise Softwarelösungen, die den Umgang mit eingehenden Manuskripten erleichtern. Im Sinne einer Win-Win-Situation sollten sich Verlage und junge Marktteilnehmer also intensiv dazu austauschen, welche Dienstleistungen und Kooperationsmöglichkeiten bestehen. Dosdoce.com ermutigt Verlage dazu, in Startups zu investieren bzw. angesichts begrenzter finanzieller Spielräume gemeinsame Fonds dafür zu schaffen. In dieser Hinsicht könnte das Verlagswesen von anderen Branchen lernen, urteilt das Beratungsunternehmen und verweist u.a. auf das Startup-Programm Wayra des Mobilfunkanbieters Telefónica.

Womöglich ist es die eingangs beschriebene, mangelnde Orientierung an den Parametern Verkäuflichkeit und Gewinnspanne, die viele Verlage vor Kooperationen mit jungen Dienstleistern zurückschrecken lässt – die Zeit jedoch drängt, wie wirtschaftliche Prognosen für den Buchmarkt belegen. In diesem Sinne sei hier an eine kluge Aussage von Henry Ford erinnert: „Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“